Der Kandidat der CDU für das Amt des Bürgermeisters legt ein ersten konkretes Konzept und ein erstes Wahlversprechen vor: Sauberkeit sei ein wichtiges Thema der Stadt. Werde er gewählt, werde Christian Buchen dafür deutlich mehr Personal einstellen.

„Bei meinen Begegnungen werde ich immer wieder auf die leider zahlreich existierenden Schmuddelecken und überquellenden Müllbehälter hingewiesen – verbunden mit der Bitte, mich für mehr Sauberkeit einzusetzen“, berichtet Buchen, stellvertretender Vorsitzender der CDU-Fraktion und Kandidat für die Bürgermeisterwahl am 13. September.

Sauberkeit sei „ein wichtiges Thema der Stadt“, betont Buchen. Die Umsetzung eines nachhaltigen Konzepts für Sauberkeit in der Innenstadt und in allen Ortsteilen sei dringend notwendig. 

Hinweis der Redaktion: In einer ersten Fassung dieses Beitrags hatten wir Christian Buchen falsch zitiert und das Thema Sauberkeit „zum wichtigsten Thema“ gemacht; er hatte dagegen von „ein wichtiges Thema der Stadt gesprochen“.

Konkret kündigt er an: „Wenn ich die Wahl im September gewinne, wird es 16 zusätzliche Kräfte bei der Stadtreinigung geben, die – aufgeteilt in vier Teams – für mehr Sauberkeit in den Stadtteilen sorgen und regelmäßig vor Ort sind.“ Sie sollen für alle Fragen ansprechbar sein und könnten für die Beseitigung akuter Müll-Zustände angefordert werden.

BürgerClub des Bürgerportals debattiert über Sauberkeit. Foto: Laura Geyer

Damit reagiert Buchen auch auf die anhaltende Debatte über das Stadtbild. Bei einer Debatte zum Abschluss einer Serie des Bürgerportals zum Thema hatte der (damalige) Chef des Abfallwirtschaftsbetriebs eingeräumt, dass dafür fehlendes Personal, falsch ausgewählte Mülleimer und Kompetenz-Wirrwar in der Stadtverwaltung mit verantwortlich sei.

Schon 2018 hatte die CDU mit Claudia Caspers eine eigene Sauberkeitsbeauftragte ernannt, im August 2019 reichte die CDU im Stadtrat einen Antrag zur Optimierung eines Sauberkeits- und Ordnungskonzepts ein. Buchen, der daran maßgeblich mitbeteiligt war: „Dort ist in zehn Punkten detailliert aufgelistet und erläutert, an welchen Stellen es in Bergisch Gladbach hapert“. 

Allerdings sei es „nachvollziehbar und auch gut für die Sache“, dass sich die zuständigen städtischen Stellen für die Umsetzung des Zehn-Punkte-Papiers die erforderliche Zeit nähmen: „Schnellschüsse wären bei diesem wichtigen Thema wenig hilfreich“, sagt Buchen jetzt.

Besser Zusammenarbeit der städtischen Betriebe

Buchen, der Vorsitzender des Ausschusses für Umwelt, Klimaschutz, Infrastruktur und Verkehr (AUKIV) ist, geht davon aus, dass innerhalb der verschiedenen städtischen Betriebe, die für Sauberkeit und Grünpflege zuständig sind, ein großes Eigeninteresse für die Optimierung ihrer Dienste besteht. In der Bürgerschaft gebe es hohe Erwartungen für ein sauberes Stadtbild. 

Alltag in der Fußgängerzone. Foto: Klaus Hansen

Mehr Mülleimer

Es sei notwendig, in den drei Stadtteilzentren mehr Mülleimer mit Aschenbecher-Funktion aufzustellen. Bußgelder für weggeworfene Kippen und Kaugummis seien eine Option, es müsse aber auch ausreichende Möglichkeiten geben, Alltagsmüll zu entsorgen.

Nach Großveranstaltungen müsse das Müllaufkommen schneller beseitigt werden. Ebenso gehöre es zu einem städtischen Sauberkeitskonzept, die Altkleider-Container regelmäßig und öfter zu leeren, die Straßen und Straßenränder regelmäßig zu säubern sowie die Grünflächen, Parks und Kinderspielplätze zu pflegen.

Dass sich eine seit fast zwei Jahren private Initiative einmal pro Monat stets in einem anderen Stadtteil in der Müllbeseitigung engagiere, „ist für mich ein vorbildliches ehrenamtliches Wirken“, sagt Buchen. Gerade dieser selbstlose Einsatz sollte motivieren, „dass wir bei diesem Thema alle an einem Strang ziehen – unabhängig von Parteizugehörigkeiten. Es muss sichtbar werden, dass wir auf das Erscheinungsbild unserer Stadt achten und auf nachhaltige Pflege setzen.“

Teilnehmer der Putzaktion 2019

In diesem Zusammenhang verweist Buchen auf den bevorstehenden „Putztag“ in Bergisch Gladbach am 28. März. „Ich bin auf jeden Fall mit Müllzange und Müllsack dabei“, kündigt Buchen an.

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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7 Kommentare

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  1. Auch wenn es kein direkter Kommentar zum obigen Artikel ist…

    @ Jörg Krell
    „(3) Stadtteilentwicklung: mehr gesellschaftlicher Zusammenhalt in den Stadtteilen.“
    Den Punkt finde ich interessant. In jüngerer Vergangenheit hat die Stadt einiges an Aufwand und Geld investiert (z.B. neue Ortsschilder), um genau das Gegenteil zu erreichen. Die kleinteilige Gliederung in Wohnplätze oder neuerdings Stadtteile sind doch reichlich bürokratischer Natur. Aus Orten wie Bensberg wurde Bockenberg, Lückerath und Bensberg. Das hat doch mit der Realität der Menschen nichts zu tun (Bockenberg ist z.B. für die Menschen nur eine stillgelegte Gaststätte; Lückerath sind zwei Stra0en). Mir ist bewusst, dass es diese Einteilung schon länger gibt und dass insbesondere ein Mitbürger die Verwaltung dazu gedrängt hat. Mich beschleicht das Gefühl, dass hier teile und herrsche Mutter des Gedankens ist. Hat die FDP diesem Unsinn etwas entgegenzusetzen?

  2. Ich bin schon erstaunt, welche Prioritäten Bürgermeisterkandidat Buchen in seiner Arbeit setzt. Ja, es ist richtig: Sauberkeit und Erscheinungsbild der Stadt müssen verbessert werden. Doch das geht auch „haushaltsschonender“ als durch die Einstellung von 16 neuen Stadtreinigern, z. B: durch bessere Organisation und Abläufe.
    Die FDP Prioritäten sind andere: (1) Bildung – schnellere Sanierung / Neubau von Schulen; bessere digitale Infrastruktur; zügigerer Ausbau von KiTa und OGS Angebot, um zu 100% Bedarfsdeckung zu kommen; (2) Mobilitätswende: Vernetzung aller Verkehrsträger; mehr Attraktivität des ÖPNV; (3) Stadtteilentwicklung: mehr gesellschaftlicher Zusammenhalt in den Stadtteilen. Das sind doch die Themen, die die Menschen in Bergisch Gladbach bewegen.
    Jörg krell – Fraktionsvorsitzender der FDP Im Stadtrat

  3. Erstens müsste sich auch bei den Bürgern – und nicht nur bei einigen – die Grundeinstellung zum Thema „sauberes Bergisch Gladbach“ ändern. Wenn jeder nur für sich umsichtig agiert, würde es beispielsweise nicht solche Bilder rund um die (unpraktischen Designer-) Mülltonnen in der Fußgängerzone geben. Auch würden nicht gefühlt 4265 Zigarettenkippen in den Fugen der Fußgängerzone ihr häßliches Gesicht und Gift zeigen müssen.

    Zweitens müsste es ein generelles Umdenken aller rund um dieses Thema beschäftigten städtischen Bediensteten geben.

    Seit Jahren beobachte ich den „floralen Wildwuchs“ am „Geländer der Stationsstaße“ (im Hintergrund der Marktkauf – mehr ist da ja nicht mehr…!). Vorletztes Jahr hat sich offenbar ein Mitarbeiter von „Stadtgrün“ erbarmt und hat „Ordnung“ geschaffen. Ich vermute mal auf „Anweisung“. Es wächst aber schon wieder…..

    Jeder städtischer Mitarbeiter der mit diesem Thema betraut ist, muß m.E. so „sensibilsiert“ sein das er v o n s i c h a u s Unzulänglichkeiten erkennt und auch beseitigt, es müßte ihm ein Anliegen sein das sein Aufgabenbereich nicht so verwahrlost wirkt wie es seit Jahren in zunehmendem Maße bittere Realität in Bergisch Gladbach ist. Die „Grünanlage“ vor und neben dem Stadthaus ist hier über alle Jahreszeiten stetiger Beweis. Es sei denn man hat die Order dieses Objekt bewußt weiter „verwahrlosen“ zu lassen damit nach und nach weitere Fakten für den geplanten „Prunkbau“ am S-Bahnhof , der dem Steuerzahler nach Vollendung noch auf „die Füße (Grundsteuerbescheide !) fallen wird, geschaffen werden.

    Einem Mitarbeiter vom Ordnungsamt würde es aus meiner Sicht auch nicht „einen Zacken aus der Krone brechen“ wenn er sich bei seinen „gelangweilten Streifzügen“ durch die City auch situationsbedingt um das Thema „Sauberkeit in der Stadt“ kümmert. Ohne Anweisung, einfach nur so weil ihm sein Arbeitbgeber, seine Stadt und Mitbürger am Herzen liegen.

    Anmerkung: in Zeiten wo die städtischen Bediensteten noch keine „Laubbläser“ zur Verfügung und lediglich mit „Besen und Kehrblech“ gesäubert hatten war es m.E. sauberer (und leiser)

    Das ist aber ein Führungsthema, wie kommuniziere ich das und wie wertschätze ich die Mitarbeiter denen ich dieses sensible Thema vermitteln möchte.

    Mein Eindruck ist – ich wohne seit 35 Jahren in dieser Stadt – das sich an neuen Dingen mit hohen Investitionen (die das leere Stadtsäckel an sich nicht hergibt …!) ergötzt wird, das aber die vorhandenen Objekte keine gebührende Beachtung finden.

    Die Parkbänke im Buchmühlenpark sind übrigens „lebender Beweis“ für meine Einschätzung, keine 4 Jahre alt, bestimmt 6.500,00 €/Stück und „versifft“, an denen hat noch nie jemand etwas gemacht.
    Nun werden diejenigen die sich u.U. „verantwortlich“ hierfür fühlen sofort, und das kann die städtische Verwaltung ja nur zu gut, reflexartig in einen „Rechtfertigungsmodus“ verfallen und die Bürger hiefür verantwortlich machen. Ja, es stimmt, zu viele von uns „benehmen“ sich nicht s0 wie ein funktionierendes Gemeinwohl es bräuchte. Das Argument „wir haben ja kein Geld“, kann man nicht gelten lassen, gerade weil man ja k e i n Geld hat kommt dem „in Ehren halten“ von dem was mal viel Geld gekostet hat, besondere Bedeutung zu.

    So gibt es unzählige Beispiele die so „rechts und links des Weges“ in 51465 auffällig sind.
    Herr Buchen (CDU – Bürgermeisterkanditat) „verspricht“ 16 Stadtreiniger einzustellen….., vielleicht sollte er die vorhandenen Resourcen in meinem eingangs erwähnten Sinne sensibilisieren und vor allem m o t i v i e r e n denn ansonsten wird sich außer noch höheren Personalkosten aus meiner Einschätzung gravierendes und erkennbares auch nicht verändern.

    Abgesehen davon muß das Thema Sauberkeit unserer (noch) schönen Stadt zum Anliegen und Mitwirken jedes einzelnen Bürgers motivieren, das sollte bei denjenigen anfangen die unbedarft die Zigarettenkippe neben den Mülleimer „schnippst“ und bei denjenigen aufhören die das „Mc Donalds – Einweggeschirr“ an der Alten Wipperfürther Str. entsorgt.

    Wenn sich a l l e entsprechend einbringen kann man gewisse Zuversicht hegen das sich das aktuell schlechte Bild der städtischen Sauberkeit nach und nach bessert. In einer sauberen Stadt wird (vielleicht) auch die Hemmschwelle größer Zigarettenkippen, Papier und Müll achtlos loszulassen.

    Bleiben Sie sauber.

  4. Ich schließe mich Dr. Siems an und denke kopfschütelnd: Wow, 16 neue Stadtreiniger als Wahlversprechen! Hurra!

  5. Ehrlich gesagt wundere mich, wieso solch ein drittrangiges Thema überhaupt aufgeführt wird. Da scheint jemand um die ältere Wählerschaft zu buhlen und – bevor er sich die Verwaltung überhaupt näher angeschaut hat – schon 14 neue Stellen zu versprechen (bezahlen muss ja der Bürger).

    Es gibt deutlich dringlichere Themen, zum Beispiel moderne, nachhaltige Verkehrskonzepte oder eine effiziente Verwaltung. Wer z.B. Eigentum erwirbt, wartet im Ggs. zu anderen Städten etliche Wochen auf die notwendigen Eintragungen, die für den Eigentumsübergang zwingend notwendig sind.

    Auch ist Bergisch Gladbach – wenn wir ehrlich sind – eine dem Autoverkehr untergeordnete Wohnfläche, die man irgendwie vergessen hat, an die Autobahn anzuschließen. Das wird auch nicht mehr passieren und deshalb braucht es nun dringendst (!) Alternativen, die Fahrradverkehr und v.a. den ÖPNV fördern.

    Schauen wir uns die schäbigen Hauptverkehrsadern an, so müssen wir zugeben, dass sie den Charakter der Stadt geradezu zerstört haben und einen attraktiven Wohnraum sogar verhindern. Hier gilt es meiner Meinung nach, anstatt alles weiter zuzubetonieren, auch deren Nähe Oasen der Ruhe zu schaffen – mit Wegen für Fußgänger und Radfahrer, Cafés, Biergärten etc.

    Momentan fehlt irgendwie das Gesamtbild, finde ich.

    Welche Vision habe ich für die Stadt?

    Wie soll das Bergisch Gladbach der Zukunft aussehen, in dem ich wohnen möchte?

    Wenn die „schönen Ecken“ nur für Gutbetuchte erschwinglich im Grünen am Rand liegen, hilft das sicherlich nicht der Mehrheit der 112.000 Bürger.

  6. Wenn das Thema Sauberkeit thematisiert und dann offenkundig als erster Punkt auch noch dermaßen hoch priorisiert wird, sollte doch auch die Einhaltung hygienischer Mindeststandards auf Schultoiletten dazugehören? Durch das Aussitzen des Problems durch die Verwaltung kommt die Sanierung der Schultoiletten leider nicht in die Gänge. Aber für die Einstellung zusätzlicher Stadtreiniger ist dann trotz leerer Stadtkasse Geld vorhanden? Das gehört zu den Dingen, die kein Bürger versteht.

  7. Sehr geehrter Herr Buchen,

    mehr Stadtreiniger einzustellen kann nicht schaden, jedoch liegt ein dringender Bedarf an Kontrolleuren des öffentlichen Fußgängerverkehres an!!!

    Bußgelder bei Umweltverschmutzung durch weggeworfene Zigarettenkippen und anderen Abfall zu erheben, ist von äußerster Dringlichkeit!!!

    Dies wird in einign Afrikanischen Länder bereits duchgeführt.
    Warum kann das Deuschland nicht???

    Freundliche Grüße

    Monika Bistein