Wird später einmal über die Zeit „vor Corona“ und die Zeit „nach Corona“ gesprochen werden? Leben wir in einer Zeitenwende? Schon jetzt hat der Virus die Sichtweise auf bestimmte Verhaltensweisen verändert.

Wenn ich mir mein Verhalten allein im letzten Monat anschaue, so muss ich feststellen, dass ich einige Verhaltensweisen heute definitiv ändern würde, auch wenn ich glücklicherweise noch nicht mit dem Corona-Virus in Kontakt gekommen bin (so hoffe ich wenigstens).

Als sich am Montag vor Karneval eine profane Erkältung bei mir anbahnte, war ich mehr als sauer, da ich mich jedes Jahr sehr auf den Straßenkarneval freue.

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Im Normalfall, also bei Schonung, Ruhe und ggf. ein paar Tage Krankmeldung beim Arbeitgeber ist diese Erkrankung nach spätestens zwei Wochen vorbei. Dieser Zeitraum verlängert sich jedoch, wenn unter Zuhilfenahme von Medikamenten der unsinnige – und für die Umgebung ansteckende – Versuch gestartet wird, doch noch die ein oder andere Karnevals-Aktivität mitzuerleben.

Die drei bis vier Stunden Feierei an Weiberfastnacht und Karnevalsfreitag, bis dann meine Kraft komplett nachgelassen hat, haben zwar meiner Seele gutgetan, aber ehrlicherweise muss ich mir auch eingestehen, dass es auf schlappen Beinen nicht so richtig Spaß gemacht hat.

Durch diese Aktion verlängerte sich meine Erkältung auf drei Wochen, da ich mich nach Karneval nicht krankschreiben lassen wollte, um bei meinem Vorgesetzten nicht in ein falsches Licht zu kommen. Nun arbeite ich wenigstens die meiste Zeit im Homeoffice, sodass meine Kollegen vor meiner schniefenden Nase geschützt waren, aber das waren meine Mitmenschen an Karneval nicht.

Würde ich das heute wieder so machen? Wohl eher nicht …

Als ich nach drei Wochen selbst auferlegter Quarantäne – mit Ausnahme der zwei Tage an Karneval – wieder den Kontakt zu meiner Umwelt aufnahm, bin ich zu einem Bekannten nach Sachsen gereist, um mit ihm das Fußball Champions League Spiel Leipzig vs. Tottenham anzuschauen. Trotz leichtem Unbehagen habe ich mich dennoch auf den Weg gemacht.

Es war, wie sich im Endeffekt herausstellte, das vorerst letzte Fußballspiel in Deutschland vor Zuschauern. Auch wenn ich die Reise hauptsächlich der Freundschaft meines Bekannten zuliebe unternommen habe, so bleibt es doch meine Entscheidung.

Würde ich das heute wieder so machen? Wohl eher nicht …

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Seit meiner Rückkehr aus Leipzig haben meine Frau und ich alle sozialen Kontakte auf ein Minimum reduziert. Einvernehmlich haben wir aktiv Treffen mit Freunden abgesagt, andere Termine, wie z.B. die lit.Cologne, wurden abgesagt.

Und doch war ich am Samstag wieder mit 15 Personen über Stunden im engen Austausch, da ich einem guten Freund beim Umzug geholfen habe. Hätte ich meine Hilfsbereitschaft verweigern sollen oder sogar müssen? Hätten wir stundenlang mit Mundschutz herumlaufen sollen oder sogar müssen?

Auch wenn ich mich durch diese Aktion eines gewissen Risikos ausgesetzt habe, so würde ich meine Unterstützung sofort wieder anbieten.

Aber würde ich erneut ohne Mundschutz etc. helfen? Ich weiß es nicht …

Wie sieht es bei Ihnen aus? Welche Verhaltensweisen haben Sie über Bord geworfen, woran wollen Sie weiterhin festhalten, auch wenn es vielleicht nicht so ganz vernünftig ist? Schreiben Sie uns, unten in den Kommentaren oder per Mail.

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