Grundsätzlich sieht sich das Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium für die Rückkehr der Abiturienten gerüstet. Probleme gibt es aber auch hier bei der Umsetzung der Hygiene-Vorgaben.

„Der Plan steht, die Vorbereitungen laufen sehr gut, die Schüler können kommen. Bei uns räumt auch die Schulleitung Tische“ sagt Schulleiter Frank Bäcker zum Schulstart an diesem Donnerstag. Die Umsetzung der Hygiene-Vorgaben sieht er kritisch: Die Sparmaßnahmen rächten sich nun. Schulreinigung dürfe nicht alleine nach wirtschaftlichen Maßstäben geplant werden.

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Morgen startet auch am DBG der Präsenzunterricht (nur) für die Jahrgangsstufe Q2, also die Abiturient:innen. Das Angebot ist freiwillig. Erwartet werden rund 80 und 90 Schüler:innen, die in Schichten gestaffelt kommen. An normalen Tagen sind fast 900 Schüler:innen im Haus. Die verbindlichen Prüfungen starten hier am 12. Mai mit den Naturwissenschaften.  

Maskenempfehlung statt -pflicht

„Abstandsregeln und Hygienevorschriften sind Standard. Desinfektionsmittel, Seife und Einmalhandtücher werden vom Schulträger (Stadt Bergisch Gladbach, Anmerkung der Redaktion) zur Verfügung gestellt“, erklärt Bäcker.

Das DBG bleibe derzeit bei einer dringenden Maskenempfehlung, da man als Schule keine Masken bereitstellen könne. Die Mindestabstände würden aber eingehalten, so der Schulleiter.

Die Otto-Hahn-Realschule und das Berufskolleg machen Masken dagegen zur Pflicht. Die Stadtverwaltung hat inzwischen klargestellt, dass sie zwar für Desinfektionsmittel zuständig ist, aber nicht für Masken. Das könne sich ändern, wenn das Land auf für Schulen eine Pflicht vorschreibe.

Nur zwei Stunden Schule

Die Kurse am DBG sind zum Teil aufgeteilt. In allen Räumen müssen, wie bei allen anderen Schulen auch, die Hygienevorschriften eingehalten werden. „Die Schüler:innen sind zwei Stunden in der Schule, allen Kursen wurden unterschiedliche Eingänge, Ankunftszeiten (…) zugewiesen“, schildert der Schulleiter.

Nicht der Billigste ist der Beste

Deutliche Kritik äußert Bäcker an den Hygiene-Vorgaben des Schulministeriums in punkto Machbarkeit: „Schwierig, weil man in den Schulen ja über Jahrzehnte (!) normale Hygienevorschriften nicht wichtig fand (Toilettensituation, Reinigung der Räume, Tische). Bislang diktierten allein dauerhafte Sparzwänge, das Ergebnis dieser Sparmaßnahmen sieht man jetzt extrem vergrößert: Schulreinigung darf nicht allein nach wirtschaftlichen Überlegungen geplant werden, nicht der billigste Anbieter ist der Beste!“

Man habe stets auf die Finanzen, nicht aber auf die Bedürfnisse der Schulen geschaut. Bei der Digitalisierung sei dies ähnlich.

Team-System zur Vorbereitung

Ob die Entscheidung für den Schulstart zum jetzigen Zeitpunkt richtig ist lässt Bäcker offen: „Die Entscheidung ist verständlich, die Durchführung machbar, wenn auch aufwändig. Es ist wichtig, auch psychologisch, den Präsenzunterricht anzubieten, gleichzeitig soll niemandem, der nicht kommen darf oder will, ein Nachteil entstehen. Auch das stellen wir sicher.“

Für diese Schüler:innen würden Protokolle der Sitzungen erstellt, außerdem gebe es ein Team-System, sodass jeder Schüler in einem 3er/4er Team von Mitschülern Fragen stellen kann und Informationen bekommt.

Faire Prüfungen

Die Prüfungen werden am DBG nach normalem Maßstab bewertet, der Satz „keiner bleibt sitzen“ lasse sich nicht ohne weiteres in „keiner fällt durch“ ummünzen“. Der Schulleiter stellt klar: „Trotzdem können sich unsere Schüler:innen sicher sein, ein Höchstmaß an fairer Bewertung und Verständnis zu bekommen.“

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Holger Crump

ist freier Journalist und vielseitig interessierter fester Mitarbeiter des Bürgerportals.

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