In der Mitarbeiterschaft des großen Autozulieferers Federal Mogul sind insgesamt neun Mitarbeiter:innen positiv auf Corona getestet worden, teilte das Gesundheitsamt des Rheinisch-Bergischen Kreises am Samstag mit. Die ersten Fälle waren am Mittwoch gemeldet worden.

Die meisten Personen gehörten einer Schicht des Industriebetriebs an, oder stünden innerhalb des Betriebs in Kontakt miteinander, erläuterte das Gesundheitsamt am Samstagvormittag.

Das Unternehmen in Burscheid ist Teil des internationalen Konzern Tenneco Federal Mogul und stellt unter dem Traditionsnamen Goetze Kolbenringe und Zylinderlaufbuchsen her. Nach eigenen Angaben beschäftigt Federal Mogul in Burscheid in zwei Werken 1700 Mitarbeiter. 

Bereits am Dienstag und am Mittwoch sei jeweils ein bestätigter Fall einer COVID-19-Infektion von einer in der Stadt Leverkusen und einer im Rheinisch-Bergischen Kreis wohnenden Person innerhalb der Belegschaft bekannt geworden. Am Mittwochabend habe die Unternehmensleitung das Gesundheitsamt RheinBerg informiert und um Abstimmung zum weiteren Vorgehen gebeten. 

Gemeinsam mit der Geschäftsführung, dem Management, der Arbeitssicherheit, und dem Betriebsrat von Federal Mogul habe das Gesundheitsamt am Donnerstagmorgen die betroffenen Werkshallen besichtigt, den betriebsinternen Pandemieplan erörtert, das Hygienekonzept überprüft und auf Grundlage der individuellen Sachlage eine risikobasierte Kategorisierung möglicher Kontaktpersonen vorgenommen.

Die Betriebs- und Arbeitswege konnten nach Angaben des Gesundheitsamtes vor Ort nachvollzogen werden. So so seien zunächst 16 Kontaktpersonen aus einer Schicht in einer Werkshalle und 21 Kontaktpersonen im administrativen Bereich ermittelt werden.

Diese seien unmittelbar durch den Werksarzt abgestrichen worden sind. Insgesamt wurden 37 Abstriche veranlasst, wovon gestern Abend bereits alle Testergebnisse vorlagen. Davon waren fünf positiv.

Darüber hinaus seien den Gesundheitsämtern Leverkusen und Rheinisch-Bergischer Kreis zwei weitere Fälle mitgeteilt worden, die durch Hausärzte bestätigt worden waren. Auch hier werde der Infektionsursprung im beruflichen Umfeld des Unternehmens gesehen. Damit stieg die Gesamtzahl auf insgesamt neun.

Am Montag soll der Werksarzt erneut alle betroffenen Mitarbeiter:innen testen. Die engen Kontaktpersonen 1. Grades wurden bereits durch das Gesundheitsamt unter Quarantäne gestellt.

Zur Sicherheit wurden vom Unternehmen weitere Personen vorsorglich, bis zum Erhalt des zweiten Testergebnisses vom Dienst freigestellt. Formal befinden sie als Kontaktpersonen 2. zwar nicht nicht in Quarantäne, sondern gemäß den Präventionsmaßgaben des Arbeitgebers in freiwilliger Isolation. Diese Maßnahme sei Bestandteil des firmeneigenen Pandemieplans, um so weitere Infektionsketten zu unterbrechen und den Betrieb in dem restlichen Unternehmen weiter führen zu können. 

Da die infizierten Personen im Zuständigkeitsbereit von mehreren Gesundheitsämtern wohnen sei die Häufung der Fälle in dem Unternehmen nicht sofort sichtbar gewesen, erläutert das Gesundheitsamt RheinBerg. Die Aufklärung sei der guten Zusammenarbeit der Gesundheitsämter der Stadt Leverkusen, des Kreises Mettmann und des Rheinisch-Bergischen Kreises sowie dem Unternehmen zu verdanken.

Hinweis der Redaktion: Wenn Einrichtungen oder Unternehmen betroffen sind gibt das Gesundheitsamt den entsprechenden Namen nur mit einer Verzögerung (Sperrfrist) von 24 Stunden frei; daher hatten wir den Namen in einer ersten Version nicht genannt.

Hintergrund: Wer ist Kontaktperson?

Eine Kontaktperson ersten Grades stand in direktem physischen Kontakt mit einer möglicherweise infizierten Person. Da der Übertragungsweg des Corona-Virus über Tröpfcheninfektion erfolgt, ist der unmittelbare Kontakt entscheidend. Dazu gehört zum Beispiel ein mindestens 15-minütiger Gesichts-Kontakt, beispielsweise im Rahmen eines Gesprächs. Ein Infektionsrisiko ist hier gegeben. Quarantäne wird angeordnet. 

Die Kontaktperson zweiten Grades stand hingegen in weniger engem Kontakt mit der infizierten Person. Beispielsweise hat sie sich mit der infizierten Person zwar in einem räumlichen Umfeld aufgehalten, jedoch hat der Kontakt nicht direkt und über einen Zeitraum hinweg bestanden. Das Infektionsrisiko ist in diesem Fall gering. Quarantäne wird nicht angeordnet.

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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1 Kommentar

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  1. Ich hoffe das hier nicht volles Risiko gefahren wird. Ich finde die Ansteckungsgefahr ist doch sehr hoch für einen der größten Mitarbeiter in Burscheid.