Unter dem Titel „Unruhige Gründe – Die Praxis der Neugierde“ zeigt das Kunstmuseum Villa Zanders Arbeiten von Student:innen des Instituts für Kunst und Kunsttheorie der Uni Köln. Die Ausstellung präsentiert einen munteren Querschnitt durch die Werke angehender (Museums)-Pädagog:innen. Diese schlüpfen selbst in die Rolle ihrer künftigen Schüler:innen.

Die Ausstellung findet im Rahmen des Kunstvermittlungsprogramms der Villa Zanders statt. Kunstvermittlung für Kunststudent:innen? Ja, geht durchaus, und bringt spannende Ergebnisse zutage. Denn die Student:innen setzen sich mit Werken der aktuellen Ausstellung „Neu aufgestellt”(noch bis 6. Juni 2021) auseinander.

Und sie nutzen dabei das Kartenset “Papier-gestalten” von Anna Arnold, das derzeit im Kunstmusem zur Vermittlungsarbeit eingesetzt wird. Das Set öffnet Museumsbesucher:innen mit anregende Fragen und Handlungsanweisungen einen eigenen Zugang zur Ausstellung.

Ingrid Roscheck: Künstlerbücher

Vielfalt Papier

Dass der Ansatz des Sets klug gewählt ist, zeigte sich bereits in einer Präsentation der Arbeitsergebnisse von Schüler:innen. In der aktuellen Ausstellung der Student:innen wird einmal mehr deutlich, “wie Impulse Anregungen geben können, Kreatives zu erstellen. Mit einer Vielfalt, die wir in unserer Sammlung nicht haben”, spannt Petra Oelschlägel den Bogen der Ausstellung auf.

Unruhige Gründe – Die Praxis der Neugierde.
Projektausstellung vom 07.10. bis 08.11.2020 – Eintritt frei!
Di 14:00 – 18:00 Uhr
Mi 10:00 – 18:00 Uhr
Do 14:00 – 20:00 Uhr
Fr 14:00 – 18:00 Uhr
Sa 10:00 – 18:00 Uhr
Sonn- und Feiertage 11:00 – 18:00 Uhr
Mo geschlossen
Weitere Informationen zur Ausstellung finden Sie hier.

Die Werke entstanden unter Anleitung von Ingrid Roscheck, Dozentin für Künstlerische Praxis im Institut für Kunst und Kunsttheorie der Universität zu Köln. Sie ist mit eigenen Arbeiten in der Ausstellung vertreten.

So demonstrieren ihre Kunstbücher in der Vitrine die Möglichkeiten der Bearbeitung von Papier. Zugleich geben sie durch die digitale Präsentation auf einem Bildschirm ihre physische Präsenz auf. Das Buch als Videoclip – hier wird hintergründig mit der Konkurrenz von Analog und Digital gespielt.

Soundtrack zum Werk

Annika Conzen, Fragment #1, #2, #3 (rechts) sowie Linear (Mitte), Lina Pauli, o.T. (links)

Sehr sinnlich, wie Annika Conzen die Arbeit „Top Secret” von Jenny Holzer zu Musik-Partituren wandelt. QR-Codes fügen der Arbeit eine weitere Dimension hinzu: So lassen sich per Handy-Scan Sounds zu den Arbeiten downloaden (Bsp. für Sound #1). Dabei greift Conzen das Konzept der Fragen aus dem Kartenset auf und entwickelt leichtfüßig die Kunstvermittlung als Teil ihrer Arbeit weiter.

Michael Wiewiorra ist mit „Luer net esu blöd” vertreten – einer eigenwillig angelegten Ansammlung von Papierköpfen. Sie treten unwillkürlich in den Dialog untereinander, aber auch mit dem Betrachter. Beklemmend, heiter, aber auch nachdenklich, wie der nach eigenen Angaben „Kunstlehrer in Teilzeit” die „psychologische Tiefe des menschlichen Seins” thematisiert.

Die Initiatorin des Projekts, Carla Ruthmann, überzeugt mit einer monumentalen und zugleich sehr feinen und leichten Arbeit aus Papier und Faden. Maike Sturms “Steine finden” ist eine sehr ästhetische Annäherung an das “Bewahren von Orten und Momenten durch Objekte”.

Carla Ruthmann, Anna Arnold und Ingrid Roscheck (v.l.)

Praxis der Neugierde weiterführen

Als Volontärin für Kunstvermittlung hat Anna Arnold, Entwicklerin des Kartensets, die „Praxis der Neugierde” in den vergangenen zwei Jahren nachhaltig gefördert. Ihr Volontariat läuft nun aus, die Zukunft der Kunstvermittlung in der Villa Zanders ist ungewiss.

Mithin sind Titel und Konzept dieser Ausstellung durchaus auch als Weckruf an die Verantwortlichen in der Stadt zu verstehen, das Engagement der Villa Zanders im Bereich der Museumspädagogik aufrecht zu erhalten.

Holger Crump

ist freier Journalist und vielseitig interessierter fester Mitarbeiter des Bürgerportals.

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