Katharina Kaul, Anne Skribbe

Corona zwingt zum Umdenken: Katharina Kaul und ihre Kolleginnen in der Katholischen Jugendagentur haben ihr Büro in ein Studio verwandelt und live einen Online-Video-Kurs zur Inklusion in der Jugendarbeit gestemmt. Dabei haben sie Vor- und Nachteile eines Online-Kurses entdeckt – und viele Tipps und Tricks gesammelt.

Keine von ihnen hatte schon mal einen Online-Video-Kurs geleitet. Aber an einem teilgenommen hatten Anne Skribbe, Katharina Kaul und Dorothee Nohn bereits. Im Februar dieses Jahres ahnten sie noch nicht, dass sie bald ihr eigenes live Online-Video Seminar halten würden.

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Alle drei Frauen arbeiten bei InBeCo und Serv In. Das sind zwei Projekte der Katholischen Jugendagentur (KJA LRO), die das Thema Inklusion voranbringen. Im Februar planten sie gemeinsam mit dem Katholischen Bildungswerk einen Kurs zur Inklusion in der Jugendarbeit.

Anne Skribbe, Katharina Kaul und Dorothee Nohn

„Wir wollten mit diesem Kurs Mitarbeiter der Jugendarbeit, Messdiener und einfach alle Interessierten unterstützen, die noch zögern, behinderte Kinder in ihre Veranstaltungen aufzunehmen“, so Dorothee Nohn.

Doch als Corona im März die ganze Welt lahmlegte, fand auch dieser Kurs nicht statt. Wichtig war nun ein bis heute andauernder Corona-Nebeneffekt: All die aus dem Büro vertriebenen Angestellten sammeln plötzlich Erfahrungen mit Video-Konferenzen.

Bis Mai 2020 hatten Millionen von Menschen die Kamera an ihren Laptops genutzt, Mikros an- und stummgeschaltet und Einblicke in die Wohnzimmer ihrer Kollegen gewonnen. Die drei Frauen zogen eine wichtige Konsequenz aus diesem globalen Vorwärtssprung im Technik-Know-How: Sie boten ihren Kurs als live-online-Schulung an.

Das Büro als Studio

Kurzerhand wurde ihr KJA-Büro im roten Backsteinbau unterhalb des Marien-Krankenhauses zum Studio umfunktioniert. Der Kurs wurde ein voller Erfolg. Sogar ein Wiederholungskurs ist bereits zur Hälfte ausgebucht.

Darum haben wir ihre wichtigsten Tipps zusammengestellt. Vielleicht wollen auch Sie Ihre Kunden mit einem Video-Seminar erreichen?

Die Vorteile

„Es gibt keine Corona-Gesundheitsrisiken bei einer Videokonferenz“, hält Katharina Kaul als wichtigsten Vorteil fest. „Die Teilnehmer können alle bequem und sicher von Zuhause aus dabei sein.“

Außerdem fallen für den Veranstalter Raummiete und Verpflegungskosten weg. „Weil wir nicht auf einen freien Platz in einem Tagungsraum angewiesen waren, konnten wir ganz unkompliziert die Termine festlegen. Aus demselben Grund haben wir jetzt sehr schnell den zweiten Kurs planen können“, fügt Anne Skribbe hinzu.

Auch für die Teilnehmer entfallen Fahrtkosten und -zeiten. Für sie ist ein Kurs von Zuhause aus gut in den Alltag integrierbar. So entscheiden sich mehr Menschen dafür, das Kursangebot anzunehmen.

Blick in den Video-Kurs

„Unser Kurs war schnell ausgebucht, sogar der nächste ist schon halbvoll. Wir haben außerdem gemerkt, dass wir durchmischteres Publikum an Bord hatten. Das war sehr anregend für den Austausch“, so die Einschätzung von Dorothee Nohn.

Der Kostenfaktor war bescheiden: Ein gutes Headset für die Referentin wurde angeschafft, damit die Teilnehmer sie problemlos verstehen. Für die Ausstrahlung des Kurses hat die vorhandene Bildschirmkamera des Rechners genügt.

Da eine gute Beleuchtung wichtig ist, haben sich die drei noch eine große Stehlampe aus dem Gemeinschaftsraum der Katholischen Jugendagentur herübergeholt. Mehr war nicht nötig.

Die Nachteile

„Der informelle Austausch fällt weg. Es gibt kein Netzwerken in der Kaffeepause. Das haben die Teilnehmer durchaus vermisst.“ Katharina Kaul kann das verstehen. Ihr als Referentin hat das unmittelbare Gegenüber auch gefehlt: „In einer Video-Konferenz kriegt man manches nicht mit: Sind schon welche müde? Brauchen wir eine Pause?“

„Und es war viel Arbeit, den normalen Kurs zur Online-Schulung umzustricken.“ Hier nicken alle drei bekräftigend. „Wir mussten uns intensiv mit der Technik auseinandersetzen, um sie während des Kurses zu beherrschen. Das war aufwändig.

Auch die Kursinhalte selber haben wir verändert: Damit der Live-Kurs nicht zu dicht gepackt ist, haben wir den Teilnehmern vorab Unterlagen zum Reinlesen zugeschickt.“

„Den Aufwand unterschätzt man leicht“, so Anne Skribbe. „Aber wenn man einmal alles beisammen hat, dann hat man ein Grundgerüst, auf das man für spätere Kurse zurückgreifen kann. Das ist dann wieder ein Vorteil.“

Wichtige Tipps

„Die Technik ist das A und O“, so Dorothee Nohn. „Die Wahl eines Video-Konferenz-Tools war schwierig. Wir hätten uns ein Tool gewünscht, das mit der deutschen Datenschutzgrundverordnung übereinstimmt. Dazu gibt es allerdings keine Empfehlung von offiziellen Stellen. Wir waren da – wie jeder andere – auf die Angaben der Anbieter angewiesen.“

Zwei Dinge in Sachen Technik waren für Anne Skribbe wichtig: „Wir haben dafür gesorgt, dass wir die Technik wirklich beherrschen und alles erstmal gründlich ausprobiert. Sogar Mini-Probedurchläufe des Kurses haben wir gemacht.

Außerdem haben wir entschieden, dass wir während des Kurses immer zu zweit sind: Eine Referentin, die den Kurs inhaltlich durchführt. Und eine technische Assistentin, die ihr den Rücken freihält.“

Die Referentin kann sich ganz auf Teilnehmer und Kurs konzentrieren. Die technische Assistentin hat ein Auge auf den begleitenden Zoom-Chat, in dem die Teilnehmer zwischendurch Fragen stellen. Zusätzlich ist sie am Telefon erreichbar, falls ein Teilnehmer technische Probleme hat.

Katharina Kaul hat noch einen Tipp für die Arbeit in Kleingruppen: „Manche Konferenz-Tools bieten neben dem Hauptkonferenzraum auch kleine Chat-Nebenräume an. Das ist praktisch, um die Teilnehmer für Gruppenarbeit in kleine Nebenräume zu verteilen. Das hat das gemeinsame Arbeiten sehr aufgelockert.“

„Wir haben die Teilnehmer gebeten, für alle sichtbar mit eigenem Videobild teilzunehmen“, wirft Dorothee Nohn ein. „Das erhöht die Verbindlichkeit. Sonst werden schnell nebenher E-Mails bearbeitet oder zu Mittag gegessen. Das haben wir am Anfang mit allen abgesprochen.“

Auch beim Bewerben des Kurses sind die Veranstalterinnen zusammen mit dem Katholischen Bildungswerk einen anderen Weg gegangen. „Wir haben Instagram genutzt, um den Kurs bekannt zu machen. So hat auch unser Berliner Teilnehmer zu uns nach Bergisch Gladbach gefunden. Werbebudget haben wir allerdings nicht ausgegeben“, erklärt Katharina Kaul.

Fazit

„Direkt nach dem Kurs mussten wir erst mal Durchschnaufen. Aber dann waren wir sehr stolz, dass wir das geschafft haben“, ist die einhellige Meinung. „Als dann noch die positiven Rückmeldungen der Kursteilnehmer kamen, wussten wir, dass unser Angebot gelungen ist.“

Live Video-Kurse stellen für Unternehmen eine kostengünstige und Corona-taugliche Möglichkeit dar, um Kontakt zu Kunden und Mitarbeitern zu halten. Auch wenn die Einarbeitung in die neue Technik etwas Mühe macht, können auch Sie mit ein wenig Mut und Improvisationsbereitschaft einen eigenen Video-Kurs umsetzen.

Der beschriebene live Video-Kurs „Inklusion in der Jugendarbeit“ findet ab dem 11.11.20 erneut statt. Er beleuchtet wichtige Aspekte für den Einstieg in Inklusion in der Jugendarbeit. Alle haupt- und ehrenamtlichen Fachkräfte und alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

Sie können sich über diese Seite anmelden.

Über die Katholische Jugendagentur Leverkusen Rheinberg Oberberg gGmbH

Die Katholische Jugendagentur Leverkusen Rheinberg Oberberg gGmbH (KJA LRO) stärkt junge Menschen im Alter von 6-30 Jahren. Sie ist anerkannter Träger der Jugendhilfe und gemeinnützig.

In ihren über 50 Einrichtungen, wie z.B. KiTas, Offenen Ganztagsschulen, Jugendzentren, Beratungsstellen und Produktionsschulen, stellt sie den Jugendlichen der Region die Unterstützung zur Verfügung, die sie brauchen.

Dazu beschäftigt sie 400 Mitarbeiter und schätzt die Zusammenarbeit mit vielen engagierten Ehrenamtlern. Die KJA LRO hat den Anspruch, die christlichen Werte der Humanität und Liebe in ihre Arbeit zu integrieren und im Leben der ihr anvertrauten Kinder und Jugendlichen spürbar zu machen.

Katholische Jugendagentur

Junge Menschen von 6 bis 30 Jahren in ihrer individuellen Entwicklung zu stärken, zu begleiten und zu fördern, das ist das Ziel der Katholischen Jugendagentur Leverkusen, Rhein-Berg, Oberberg gGmbH (KJA LRO).

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