irgit Bär, Sprecherin des Krisenstabes des Rheinisch-Bergischen Kreises

Der Rheinisch-Bergische Kreis hatte heute mitgeteilt, darauf zu verzichten, die Gemeinschaftseinrichtungen zu nennen, die von einem Corona-Fall betroffen sind – und hatte damit auf Facebook eine Welle ausgelöst. Daher erläutert der Kreis detailliert, was ihn zu diesem Schritt veranlasst hat.

In einer Pressemitteilung hat der Rheinisch-Bergische Kreis heute mitgeteilt, dass er ab sofort in seinen Corona-Pressemitteilungen auf die Nennung der betroffenen Gemeinschaftseinrichtungen verzichten werde. 

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Dabei geht es keinesfalls um mangelnde Transparenz oder darum irgendwelche Eindrücke zu erwecken. Ganz im Gegenteil: „Wir wollen dem Eindruck entgegentreten, der durch eine übermäßige Meldung und Nennung von einzelnen Fällen in Einrichtungen öffentlicher Trägerschaft entsteht, denn dies ist inzwischen nach unserer Wahrnehmung der Fall“, erläutert Birgit Bär, Sprecherin des Krisenstabes des Rheinisch-Bergischen Kreises.

Neben öffentlichen sind auch private Einrichtungen betroffen

Die täglichen Listen, intern „Sonderlagen“ genannt, mit Einrichtungen in denen einzelne Personen positiv auf das Corona-Virus getestet worden sind und Quarantäneanordnungen dadurch erforderlich werden, werden immer länger.

„Auf diesen Listen sind nicht nur Einrichtungen in öffentlicher Trägerschaft aufgeführt, sondern auch die in privater Trägerschaft. Presserechtlich dürfen wir jedoch nur über Einrichtungen öffentlicher Träger berichten. Bei den Privaten ist dies nur mit deren ausdrücklichem Einverständnis zulässig“, so Bär.

Kitas, Schulen und Seniorenheime nicht besonders stark betroffen

So werde durch die tägliche Meldung von einzelnen positiven Testungen in Kitas, Schulen und Senioreneinrichtungen der Eindruck erweckt, dort sei der Eintrag von Corona innerhalb von Gemeinschaftseinrichtungen ganz besonders hoch. Es geschehe eine Fokussierung auf öffentliche Einrichtungen.

„Das halten wir nicht für richtig! Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass das Corona-Virus längst in der gesamten Gesellschaft angekommen ist,“ beschreibt Bär.

Infektionen kommen oft aus dem familären und gesellschaftlichen Umfeld

Durch die Fokussierung auf die vorgenannten Einrichtungen könnten viele Menschen denken, dass wenn sie kein Kind in einer Kita beziehungsweise einer Schule oder keinen Angehörigen in einem m Seniorenheim haben, seien sie weit genug vom Geschehen weg. Das wäre aber nicht zutreffend; es ergäbe ein Zerrbild.

„Tatsächlich beobachten wir, dass in den weitaus meisten Fällen eine Infektion im familiären und gesellschaftlichen Umfeld stattfindet und von dort aus auch den Eingang in gesellschaftliche Bereiche und auch in Einrichtungen nimmt.“

Damit sind nicht nur Kitas, Schulen und Seniorenheime gemeint, auch andere Einrichtungen und auch am Arbeitsplatz. Überall sind Hygienekonzepte vorhanden, dennoch komme es vor, dass einzelne Fälle bekannt werden und das Gesundheitsamt dort Quarantänemaßnahmen anordnen müsse.

Vorsicht ist überall geboten

„Keinesfalls wollen wir jetzt irgendeine Panik erzeugen. Doch wir sollten alle gemeinsam realisieren, dass es uns alle betrifft, uns zu schützen und vorsichtig zu sein,“ so die Sprecherin.

Aus diesem Grund hat der Rheinisch-Bergische Kreis unter anderem auch die Blaulichtkampagne‘ zur Sensibilisierung der Bevölkerung mit initiiert. Die Plakate werden derzeit überall im Rheinisch-Bergischen Kreis sichtbar.

Bislang keine Hotspots

Bär: „Halten Sie die Kontaktreduzierung und die AHA-Regeln ein, das ist die zurzeit beste Möglichkeit des eigenen Schutzes. Wir betonen ausdrücklich, sollte es in Gemeinschaftseinrichtungen in öffentlicher Trägerschaft nicht nur Einzelfälle sondern ein gehäuftes Auftreten von Corona-Fällen geben, werden wir darüber selbstverständlich weiter informieren, das wäre über das derzeit “normale” Maß hinausgehend.“

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Bislang sind im Rheinisch-Bergischen Kreis keine sogenannten „Hotspots” aufgetreten. Selbstverständlich werden die Betroffenen, also Kinder und Eltern, Angehörige von Senioreneinrichtungen über Corona-Fälle und Quarantänen in der eigenen besuchten Einrichtung – wie bisher – sofort informiert. 

Kontaktpersonen werden weiterhin ermittelt

Trotz der stark angestiegenen Fallzahlen, wird im Rheinisch-Bergischen Kreis nach wie vor die Kontaktpersonenermittlung im Einzelfall durchgeführt, auch wenn sich erste Gesundheitsämter von dieser Praxis bereits seit längerem verabschiedet haben.

„Uns ist das Unterbrechen der Infektionsketten das Wichtigste. Uns ist es ebenso wichtig, unsere Bevölkerung sachlich und seriös zu informieren. Wir wollen aber dabei nicht den Fokus auf eine Bevölkerungsgruppe richten, obwohl es die gesamte Gesellschaft betrifft. Deshalb haben wir zunächst die Absicht, über Kitas, Schulen und Seniorenheime nur noch dann zu berichten, wenn es besondere Vorkommnisse gibt. Wir bitten um Verständnis,“ bittet Bär.

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RBK

Rheinisch-Bergischer Kreis

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5 Kommentare

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  1. Liebe Redaktion, ich muss Eichenhainallee in jeder Hinsicht zustimmen (wir kennen uns nicht). Das Argument, private Einrichtungen dürften aus Datenschutzgründen nicht genannt werden, ist im übrigen falsch. Damit fällt die Argumentationskette in sich zusammen.
    MfG

  2. Ich halte es für keine gute und transparente Informationspolitik diese Angaben der Öffentlichkeit nicht mitzuteilen.
    Überhaupt habe ich den subjektiven Eindruck es wird alles ein wenig “runtergespielt”.
    Das wäre sehr bedauerlich

  3. Sehr geehrte „Eichenhainallee“, wenn Sie starke Meinungen haben, dann würden wir uns wünschen, dass Sie auch mit Ihrem Namen dafür einstehen.

    Sie sagen es selbst, Sie „unterstellen“, und Sie schüren Verschwörungstheorien.

    Zudem zitieren Sie falsch. Die Sprecherin des Krisenstabs sagt: „Tatsächlich beobachten wir, dass in den weitaus meisten Fällen eine Infektion im familiären und gesellschaftlichen Umfeld stattfindet und von dort aus auch den Eingang in gesellschaftliche Bereiche und auch in Einrichtungen nimmt.“

    Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir weitere Kommentare dieser Qualität, versteckt hinter einem Pseudonym, nicht zulassen werden.

  4. Ich unterstelle Frau Bär gezieltes desinfomieren und lügen. Auch wenn es wohl leider von weiter oben beauftragt wurde.
    Allein die Behauptung das der Großteil der Fälle im privaten, oder beruflichen Umfeld stattfinden, ist eine dreiste und bewusste Falschdarstellung von Statistiken.
    Aufgrund der schlechten Arbeit der Gesundheitsämter, können die meisten Fälle, und Infektionsketten, im privaten und beruflichen zurückverfolgt werden. Was aber nicht heißt das das private oder berufliche Umfeld die Hotspots sind.

    Was das Thema angeht, sollte man eher Richtung Taiwan, Südkorea oder Japan schauen. Aber statt sich mit anderen Regierungen zusammenzutun, und um Hilfe beim Aufbau von Konzepten zu bitten, wird wieder typisch deutsch rumgeeiert, gelogen und auf abwarten gestellt.
    Und zum Thema ‘Schule’ stützt sich ganz Deutschland, auf eine sächsische Studie die im Sommer durchgeführt wurde. Dank internationalen Studien, vor allem Australien haben wir dort zu danken, weiß man bereits, das Schulen und Kitas ein Brandbeschleuniger für die Verbreitung des Virus sind.