Der Deutsche Platz und der Hindenburgplatz in Bensberg werden städtebaulich umgestaltet. Dabei soll „das historische Erbe bewahrt und Zukunft gestaltet“ werden. Dazu gehört aber mehr, als die Pflege von Hecken: Eine Auseinandersetzung mit den Namen und dem Erbe von 1930 ist überfällig. Eine Schülerin und einige andere haben gute Ansätze geliefert, jetzt muss etwas geschehen!

„Nachdem Deutschland mit der tüchtigsten Armee der Welt im Weltkriege 1914-18 nicht besiegt, sondern durch die Übermacht seiner Feinde aus allen fünf Erdteilen erdrückt, durch Absperrung ausgehungert ist und infolgedessen den Krieg verloren hatte, regten sich allerorten im Deutschen Vaterland die dankbaren Hinterbliebenen, den tapferen Gefallenen Ehrenmäler einzurichten.“… „Möge das Ehrenmal den nachfolgenden Geschlechtern eine Erinnerung an die Großtaten ihrer Vorfahren und ein Ansporn zur Nacheiferung sein …“

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Der Text der 1930 in die Säule eingemauerten Urkunde des verantwortlichen „Kriegervereins“ entspricht dem damaligen Zeitgeist – wie auch die Gestaltung des Denkmals. 

Geschichte können wir nicht auslöschen. Aber wir können, wir müssen uns mit ihr auseinandersetzen. Und wir sollten den häufig als Erklärung beschworenen Zeitgeist nicht einfach hinnehmen, sondern kritisch einordnen. 

Verleugnung und Verdrängung

In den 90er-Jahren gibt es einen vom Bundespräsidenten initiierten Schülerwettbewerb Deutsche Geschichte. 1992/93 lautet das Motto „Denkmal: Erinnerung-Mahnung-Ärgernis“.

Das Otto-Hahn-Gymnasium in Bensberg beteiligt sich. Die Schülerin Julia Höchel schreibt einen ausgezeichneten Aufsatz zum „Ehrenmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges auf dem Deutschen Platz in Bensberg“. Ihr Kommentar zum Text der Urkunde:: 

„Dieser Auszug aus der Urkunde zeigt, wie wenig die Mitglieder des Kriegervereins wirklich der Realität ins Auge sehen. Nicht (selbst)kritische Reflexion des Krieges, sondern Verleugnung der eigenen Schwächen und Verdrängung der Sinnlosigkeit der Kriegsopfer bestimmen die Hauptaussagen.“

„Heldenblut ist in Strömen geflossen“

Beim Festakt zur Einweihung des Denkmals 1930 sprach der Vorsitzende des Kölner Kriegervereins, Dr. Feist: 

„Heldenblut ist in Strömen geflossen, es sank der Jugend schönste Zier! 137 Männer sind aus Bensberg fürs Vaterland gefallen, ihre edlen Namen sind im Grundstein dieses Denkmals eingeschlossen, geweiht für die Unsterblichkeit.“

Denkmal am Deutschen Platz

Mit diesem Denkmal wird der 137 Gefallenen aus Bensberg gedacht. Nicht der Toten des Deutschen Reiches. Und schon gar nicht der Toten anderer Nationen des furchtbaren Krieges. 

Millionen Söhne, Brüder, Väter vieler Familien vieler Nationen sind „auf dem Felde der Ehre“ umgekommen. Millionen Frauen und Kinder sind als zivile Opfer zu beklagen. Millionen Menschen haben Verstümmelungen, Verletzungen und Traumata erlitten. 

Nachdenken über das historische Erbe

Im Rahmen des „Integrierten Handlungskonzeptes Bensberg“ sollen das „untergenutzte“ Gelände, der „Deutsche Platz“ und der „Hindenburgplatz“ neu gestaltet werden. Dabei sollen die Aufenthaltsqualität erhöht, Angst-Räume abgebaut und vielfältige Nutzungsmöglichkeiten angeboten werden. Das große Ziel außerdem: „Das historische Erbe bewahren und Zukunft gestalten“.

Blick auf den Hindenburgplatz

Eine sinnvolle Aufgabe. Die gestalterischen und gärtnerischen Planziele werden detailliert beschrieben. 

Doch muss es uns heute nicht um mehr gehen als um die Pflege von Hecken, um die Verschönerung des Geländes, das Pflanzen eines Baumes, um die Qualifizierung von Sichtachsen? Sollten wir nicht auch über das historische Erbe nachdenken? 

Namen sind Botschaften

„Deutscher Platz“ und „Hindenburgplatz“ – die Diskussion über die Bezeichnungen ist längst überfällig. Denn Namen transportieren auch Inhalte.

Immer wieder haben sich engagierte Bürger kritisch zu Gedenkstätten (und auch besonders zu diesem Denkmal auf dem Deutschen Platz) geäußert. So Engelbert M. Müller seit einigen Jahren, so der Ehrenvorsitzende des Partnerstadtvereins der palästinensischen Stadt Beit-Jala, Pfarrer Axel Becker, der Künstler Georg Becker und der Vorsitzende des Partnerschaftsvereins der französischen Stadt Bourgoin-Jallieu, Klaus Wohlt.

Es gab Artikel im Bürgerportal und Berichte in der Lokalzeitung, es gab Kommentare und Leserbriefe. Geschehen ist nichts. Die aufgeworfenen Fragen bleiben.

Wie wollen wir mit diesem Erbe von 1930 umgehen? Militärische Gedenktraditionen hochhalten? Gibt es Formen des Gedenkens, die nicht verlogen und pathetisch sind? Dürfen wir den jeweiligen Zeitgeist mit dem Wissen von heute ergänzen?

Ja, wir müssen es sogar. Wir schulden das nachfolgenden Generationen.

Was ist deutsch am „Deutschen Platz“?

Auf der Säule lesen wir TREUE UM TREUE und BENSBERG SEINEN IM WELTKRIEGE 1914-1918 GEFALLENEN. 

Der Platz hieß bei seiner Einweihung 1930 „Friedensplatz“, ab 1933 dann „Adolf-Hitler-Platz“. 

1945: Die von den Besatzungsmächten eingesetzte deutsche Selbstverwaltung in Bensberg benennt den „Adolf-Hitler-Platz“ um in „Deutscher Platz“. Da keine Protokolle zu dieser Umbenennung bekannt sind, wissen wir nicht, ob dies auf Veranlassung der Amerikaner oder Engländer geschah. Und wir kennen auch nicht die Beweggründe, warum unmittelbar nach der totalen Katastrophe der ursprüngliche Name „Friedensplatz“ nicht gewählt wurde. Sehnsucht nach Frieden scheinen die Entscheider möglicherweise nicht gehabt zu haben.

Ein politisches Statement nach der Kapitulation

Zum Zeitpunkt der Umbenennung waren der ungeheure Kulturbruch durch die Nazis, waren der Holocaust, die von Deutschen begangenen Kriegsverbrechen in den besetzten Ländern, die Zerstörung von Teilen Europas und der Sowjetunion den meisten Menschen nicht in ihrem ganzen Ausmaß bekannt. Und schon gar nicht reflektiert.

Dennoch: Nach dem Selbstmord des „größten Feldherrn aller Zeiten“ (so Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel nach dem Frankreichfeldzug 1940 zum Führer), nach der totalen Niederlage und Kapitulation des Dritten Reiches ist 1945 eine Entscheidung für einen „Deutschen Platz“ eine politische Entscheidung. Ein politisches Statement. 

Ganz sicher war es nicht Ironie oder Zynismus. Vielleicht Trotz? Selbstbehauptung? Oder immer noch Größenwahn? Also bleibt die Frage: Was ist deutsch an diesem Platz?

TREUE UM TREUE

Auch wenn der Spruch Treue um Treue aus der Zeit der Befreiungskämpfe gegen Napoleon stammt: Es ist nur konsequent, dass die Bundeswehr den Spruch 2014 durch Erlass verboten hat, denn er war auch Wahlspruch der Fallschirmspringer der deutschen Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg. Dieser Spruch sollte nicht als Bekenntnis der Bundeswehr zu Traditionen der Wehrmacht missverstanden werden können.

Treue um Treue war auch der Wahlspruch Paul von Hindenburgs, dem der Sieg von Tannenberg im August 1914 zugeschrieben wurde. Nach Ansicht namhafter Historiker traf Hindenburg allerdings kaum Entscheidungen in dieser Schlacht. Er selbst „erwähnte wiederholt, dass er während der Schlacht sehr gut geschlafen habe“.

Opfer in dieser viertägigen Schlacht wurden auf beiden Seiten über 40.000 meist junge Männer – verwundet, verstümmelt, zerfetzt – während der später glorifizierte Schlachtenlenker „gut geschlafen hat“: Treue um Treue.

Eine – wie ich meine  – fadenscheinige Begründung, um die Straße nicht umbenennen zu müssen. Es bleibt das Feiern des Sieges.

Der Mythos als „Sieger von Tannenberg“ verführte 3824 Gemeinden und Städte nach dem Ersten Weltkrieg dazu, Hindenburg die Ehrenbürgerschaft anzudienen. Und dieser Mythos verhalf dem Monarchisten Paul von Hindenburg 1925 nach seiner militärischen Karriere zum Reichspräsidenten gewählt zu werden. Seine Verdienste um die Demokratie fallen mir nicht ein.

Auch hier sollten wir eine Frage beantworten: Müssen wir über einhundert Jahre später einen Generalfeldmarschall noch mit einem Platz oder einem Park ehren? 

Geschichtliche Einordnung – sachlich, ohne Pathos

Julia Höchel schreibt in ihrem Aufsatz: 

„Das Ehrenmal ist sowohl ein wichtiges Zeugnis des Denkens seiner Initiatoren, als auch Instrument der damaligen Politik, Es stand zeitweilig auf dem Adolf-Hitler-Platz Bensbergs. Es hat zu viel erlebt, als dass man es einfach abreißen sollte. Im Gegenteil, man sollte es nicht nur stehen lassen, dass jeder es sehen kann, sondern eine Erläuterungstafel anbringen …“

Neben der Säule für die 137 gefallenen Bensberger könnte eine Stele oder eine Wand stehen, auf der schnörkellos die Zahlen der im Ersten Weltkrieg umgekommenen Menschen aller Nationen dokumentiert sind. Auch der zivilen Opfer – bisher überhaupt nicht erwähnt – gilt es zu gedenken.

Die Historiker gehen heute davon aus, dass im Ersten Weltkrieg über 18 Millionen Menschen ihr Leben verloren haben, Millionen andere wurden verletzt, verstümmelt, traumatisiert.

  • Gesamtzahl militärischer Verluste: 9,7 Millionen
  • Gesamtzahl verletzter Soldaten: 21,2 Millionen
  • Gesamtzahl ziviler Verluste: 8,9 Millionen
1986 wurde zum internationalen Jahr des Friedens von der Bahá’i-Gemeinde neben dem Deutschen Platz ein Baum gepflanzt. Ein bescheidenes Schild weist darauf hin.

Das Nachdenken über den Namen macht Sinn

1930 hatte man sich auf „Friedensplatz“ geeinigt. Ein sinnvoller Anknüpfungspunkt. Friedenspark oder Europapark für das ganze Gelände?

Die bis heute in Bergisch Gladbach fehlende Würdigung der großen humanen, kulturellen und politischen Leistung der Gründung der Europäischen Gemeinschaft nach verheerenden Kriegen zwischen früheren Erzfeinden könnte den Europagedanken befördern.

Vielleicht finden sich fraktionsübergreifend Mitglieder des neuen Rates, die politische notwendige Diskussion einzuleiten, an dessen Ende ein neuer Name für den ganzen Park steht.

Auswahl der Quellen – und zugleich Lesenswertes: 

  • Julia Höchel in Ehrenmal und Ärgernis, Schüler erforschen Bergisch Gladbacher Kriegsdenkmäler, Archiv der Stadt Bergisch Gladbach, 1997. Als Broschüre im Stadtarchiv für 5,95 Euro erhältlich.
  • Herfried Münkler Der Große Krieg, Die Welt 1914-1918, Rowohlt Berlin 2013
  • Johann Paul Vom Volksrat zum Volkssturm, Bergisch Gladbach und Bensberg 1918-1945, Archiv der Stadt Bergisch Gladbach, Heider 1988 
  • Engelbert M. Müller, Denkmal – drüber nach, iGL Bürgerportal 2014
  • und Deutscher Platz oder Hindenburgplatz? Eine Ortsbegehung, iGL Bürgerportal 2020
  • Stefanie Peine, Unbehagen über Kriegerdenkmal, Kölner Stadt-Anzeiger 2018 u.a.
  • Diverse Quellen, Wikipedia 

Klaus Hansen

ist Fotograf, Designer und Kommunikationsberater.

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13 Kommentare

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  1. Sehr geehrter Herr Kaiser von der CDU, ich nehme an, dass Sie es sind, der den letzten Kommentar zu Herrn Hansens Artikel geschrieben hat und bin -gelinde gesagt-überrascht, wenn nicht entsetzt, da Sie ja doch die CDU im Kreistag vertreten. Ihre Partei hat sich mit den anderen demokratischen Parteien im Grundgesetz unseres Staates bewusst von der Nazi-Vergangenheit und auch von einzelnen Gedanken der Weimarer Republick abgesetzt. Ist das “Anmaßung”? MIr ist nicht ganz klar, ob Sie den Artikel ganz und richtig gelesen haben. Dort wird deutlich gezeigt, dass dieses Denkmal vom damaligen Kriegerverein initiiert wurde. Und der vertrat die -auch in der Weimarer Republik von den demokratischen Parteien verurteilte- Dolchstoßlegende.

    “Nachdem Deutschland mit der tüchtigsten Armee der Welt im Weltkriege 1914-18 nicht besiegt, sondern durch die Übermacht seiner Feinde aus allen fünf Erdteilen erdrückt, durch Absperrung ausgehungert ist und infolgedessen den Krieg verloren hatte,…”

    So heißt es wörtlich in der eingemauerten Urkunde. Und in der Dolchstoßlegende wird genau das getan, was Sie verurteilen, nämlich die Geschichte anders und falsch dargestellt Das Anliegen von Herrn Hansen und auch mir ist lediglich, die Öffentlichkeit auf geschichtliche Hintergründe aufmerksam zu machen. Nicht durch Abreißen eines Denkmals, sondern duch seine dezente Kommentierung. Ist das “Anmaßung”? Ich nenne es politisch verantwortungsvolle Aufklärung.

    Hochachtungsvoll, Engelbert Manfred Müller

  2. Es geht hier um Anmassung!
    Die Anmassung einer viel späteren Generation über die “Fehler” vorangeganer zu urteilen.
    Wir können heute nicht mehr nachvollziehen , wie die Menschen damals dachten.
    Trauer ist nicht anzugreifen, zu kritisieren oder zu tilgen.
    Das Denkmal wurd in einer Zeit errichtet, in der in Deutschland demokratische Verhältnisse herschten, daher kann man davon ausgehen, dass es sich die Menschen damals genau überlegt haben was Sie ausdrücken wollten.
    Für mich wird mit dem Denkmal nur die Trauer um die Gefallenen Menschen aus unserer Heimat während dieses Krieges ausgedrückt.
    Aus unserer Sicht mag dieser Krieg sinnlos gewesen sein. Die Deutschen im Jahr 1914 standen aber mit überragenender Mehrheit dahinter. Erst mit dem Kriegsverlauf begriffen die Menschen, in welches unermessliche Grauen sie sich da herein maövriert haben.
    Warum kann man den Menschen heute und damals nicht einfach dieses Denkmal lassen als was es steht, Trauer um verlorene Väter, Kinder, Freunde, Nachbarn, Bekannte, Opas.
    Wenn jemand einen anderen Standpunkt dazu hat, mag er von seinem Geld an anderer Stelle ein Denkmal aufstellen, aber sich nicht hier an dem Werk unserer Vorväter und Mütter vergreifen.
    Persönlich finde ich das Denkmal nicht einmal sonderlich interessant oder anziehend es gehört aber zu unserer Geschichte und ich hasse es wenn jemand Geshichte umschreiben oder ausmerzen will, das geschieht schon viel zu oft um uns herum…aus Ansmassung.

  3. Herr Petermann, Sie müssen den Text anders verstanden haben. Es geht gerade darum die Geschichte einzuordnen und zu ergänzen- durch die Perspektive die wir heute, über 100 Jahre später haben.
    Auch wird nirgends nahegelegt das „Deutsch“ als Nationalität negativ belegt wird. Nur wird auf die Geschichte in der Weimarer Republik und jungen BRD hingewiesen in der die Kriegsgräuel heroisiert wurden.

  4. Genau: Hier geht es nicht nur um eine städtebauliche Aufgabe. Danke für Ihren fundierten Beitrag, lieber Klaus Hansen!

  5. Diese Diskussion finde ich nicht nachvollziehbar. Was bitte soll denn an dem Begriff Deutscher Platz verwerflich sein? Ist die Bezeichnung “Deutscher” nun negativ belegt? Haben wir denn keine größeren Probleme? Sobald wir sämtliche Denkmäler und Namen aus der Geschichte tilgen, verlieren wir die Möglichkeit der Auseinandersetzung.

  6. Oh geil kein Tag vergeht ohne Kommentar von Rolf Halbmann. Egal ob Stadtanzeiger oder ingl der Rentner fühlt sich bemüßigt immer seinen Senf in die Welt zu setzen. Dreimol Bensberg Allaf oder auch nicht …

  7. Danke, Herr Hansen, diese Aufklärung, die viele Menschen in Bensberg und überall, wo das Bürgerportal empfangen wird, in eine Kenntnis setzen wird, die sie, so wie ich, nicht wirklich hatten. Und danke für das Anstoßen der Diskussion über Namen und Zweck dieser Plätze. Eigentlich ist es seltsam, dass die 4 Soldatenköpfe bis heute überlebt haben, könnte man doch von hiesigen Politikern erwarten, der Kriegsschwärmerei ein Ende setzen zu wollen.

    Jetzt aber haben Sie den Rat zur Diskussion mindestens gestoßen. Hoffen wir, dass heute dort modernere und geschichtssicherere Politiker sitzen als vor der Wahl.

  8. Es ist sehr begrüßenswert, die immer wieder aufkeimende Diskussion um den Deutschen Platz und den Hindenburgplatz endlich auch in eine Umbenennung der beiden Plätze münden zu lassen. Aktuell hat Klaus Hansen in seinem Beitrag akribisch und gut die Argumente zusammengetragen. Ein Europaplatz würde der Stadt gut zu Gesicht stehen. Der vielbeschworene Zeitgeist der Denkmalspfleger bedürfte mit Sicherheit eine aktuelle Erläuterung und Erklärungen…

  9. Kann alle angeführten Gedanken, Bedenken und Begründungen nur nachdrücklich unterstreichen. Wir brauchen keine Kriegs- dafür aber eine Friedenskultur und die dazu entsprechenden DENK MALE …
    Karl Feldkamp (von 1989 bis 2011 Bewohner Bergisch Gladbachs)

  10. Friedenspark mit Deutschem Platz ist doch eine schöne Alternative.

    Bloß nichts mit Europapark — vielleicht Phantasialand ;) — oder so.

    Stellt Infotafel auf, die das Geschehene historisch einordnen und fordert die Besucher zum Nachdenken auf.

    Ich fürchte aber, dass mal wieder eine kleine laute Gruppe so lange nervt, bis der eigene Wille durchgesetzt ist und alles “böse” ausradiert ist.

  11. Vielen Dank für Ihren Artikel, Herr Hansen. Er spricht mir natürlich aus der Seele, und ich hoffe ebenfalls, dass die neue Koalition in unserer Stadt sich dieses Themas annimmt. In einem Punkt möchte ich allerdings eine ergänzende Bemerkung machen. In dem Text in der eingemauerten Urkunde handelt es um nichts weniger als die berüchtigte Dolchstoßlegende. Ich glaube nicht, dass damals SPD, KPD und Zentrum, die die Hälfte der Bevölkerung repräsentierten, der Dolchstoßlegende anhingen.Und damit war es nicht der Zeitgeist, der aus der Urkunde sprach, sondern der Geist einer -allerdings einflussreichen und aggressiven- Minderheit. Aber vielleicht wissen da heutige SPD-Abgeordnete mehr. Diese Frage ist wichtig, auch wenn man das heutige Verhältnis der Bevölkerung zu Fragen von militärischen Einsätzen betrachtet.

  12. Vielen Dank für diesen Beitrag!

    Es steht zu hoffen, dass die neue Ratskoalition sich (auch) dieses Themas annimmt.
    Die militaristisch-verklärende Sicht auf den Krieg war damals brandgefährlich, heute ist sie mindestens irreführend und überholt. Ein ergänzendes Friedensdenkmal auf dem Platz könnte dem entgegenwirken.

    Daneben stellt sich die Frage, wie Platz und Park für die Bürger*innen “nutzbarer” gemacht werden können. Denn “typisch deutsch” ist an beiden auch, dass sie völlig leblos und unbeachtet daliegen – es fehlt jede öffentliche Platzkultur.

    Das zu ändern ist nicht leicht. Eine bessere Erreichbarkeit z.B. durch eine Freitreppe ist das eine, aber es muss auch Anreize geben, warum Bensberger wie Besucherinnen sich überhaupt dort aufhalten sollten. Wie wäre es mit einem kleinen Café mit Sommerterrasse? Oder einem wirklich schönen Spielplatz, der nicht im ‘toten Winkel’ ganz am Rand liegt?