Im Spätsommer wurden in Bergisch Gladbach rund um Schulen und Kitas mit Hilfe vieler Schilder neue Tempo-30-Zonen eingerichtet. In den Herbstferien wurde das Tempolimit aber an drei Grundschulen aufgehoben – obwohl die Kinder auch in den Ferien in die OGS gehen.

Schon seit Mai 2017 gilt die Verwaltungsvorschrift (VwV) zur StVO, in der vorgeschrieben ist, dass auf Durchgangsstraßen, die direkt an Schulen und anderen sozialen Einrichtungen vorbeiführen, lokal Tempo 30 anzuordnen ist.

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Nach drei Jahren hat die Stadt Bergisch Gladbach diese Vorschrift nach den Sommerferien an drei Grundschulen umgesetzt, und zwar (neben einigen Kitas und anderen Einrichtungen) an den Grundschulen in Hebborn an der Odenthaler Straße, in Katterbach an der Kempener Straße und in Schildgen an der Altenberger-Dom-Straße, jeweils werktags bis 17:00.  

Viele Verkehrsteilnehmer haben sich aber gewundert, dass im Oktober zwei Wochen lang keine Tempo-30-Schilder zu sehen waren.

Der Grund: die Straßenverkehrsbehörde hat sich einen autofreundlichen Passus der VwV zunutze gemacht, der da lautet: „Die Anordnungen sind, soweit Öffnungszeiten (einschließlich Nach- und Nebennutzungen) festgelegt wurden, auf diese zu beschränken.“

Folglich wurden an den drei Schulen einklappbare Schilder aufgestellt und tatsächlich auch während der Herbstferien eingeklappt.

Nach Ansicht des ADFC ist diese Auslegung für die drei genannten Grundschulen regelwidrig, da die jeweiligen Schulgelände eine Offene Ganztagsschule (OGS) beherbergen, die auch in den Herbstferien geöffnet haben.

Die Aufhebung des Tempolimits während der Ferien wird von vielen Experten auch abgelehnt, da das Schulgelände von vielen Kindern oft auch in den Ferien zum Spielen genutzt wird.

An anderen Schulen mit Tempolimits (z.B. NCG an der Reuterstraße, werktags bis 19 Uhr) wird das Einklappen (noch?) nicht praktiziert. Außerdem ist schwer nachzuvollziehen, warum an den Grundschulen in Gronau an der Mülheimer Straße und an der Grundschule Paffrath kein Tempo 30 angeordnet wurde. 

Eine weitere Folge der neuen StVO-Auslegung ist ein Verdoppelung der Schilderanzahl an  Schulen: Bisher gab es den bekannten, nachvollziehbaren „3-Klang“ aus Schulkinder-Symbol, Überholverbot und werktäglichem Tempo-30.

Jetzt gilt an den neuen Stellen das Tempo-30 Schild ohne Schulkinder-Piktogramm, aber für die Alphabeten mit Text „Schule“ als drittes Zusatzschild. Das Überholverbot mit Schulkinder-Piktogramm folgt dann auf separatem Schilderpfosten und ist (logisch?) nicht auf Werktage beschränkt.

Von einer klaren, nachvollziehbaren und einheitlichen Beschilderung ist Bergisch Gladbach noch weit entfernt.

ADFC

Der ADFC ist ein Verband von RadlerInnen, die das Ziel verfolgen, den Verkehr fahrrad- und fußgängerfreundlicher zu gestalten. Neben seinem Engagement für eine umweltbewusste und damit nachhaltige Mobilität berät der ADFC in allen Fragen rund ums Fahrrad. Eine Vielzahl von geführten Radtouren läßt...

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1 Kommentar

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  1. Es ist der reine Unsinn, nicht nur der Kinder wegen – und das wäre schon weitaus Grund genug – auch die Frage, wozu das dienen soll, kann wohl kaum ergebnisorientiert beantwortet werden. 14 Tage 50 statt 30, wem nützt das, handelt es sich um eine ABM oder wer denkt sich sowas aus?

    Das durch welche Abteilung auch immer verursachte Schilder-Chaos zeigt sich an vielen Stellen in GL, wo z.B. 70 – 90 – 70 – 60 innerhalb 500 m beschildert sind. (Rather Weg), verwirrende Beschilderung am Ende von Radwegen, die auf die Straße geleitet werden.