Der Radweg an der Schnabelsmühle. Hier gibt es einige Verbesserungen, aber sie bleiben Stückwerk. Foto: Thomas Merkenich

Seit einigen Jahren stehen die schlechten Verhältnisse für Radfahrer in Bergisch Gladbach auf der Agenda, wirklich verbessert hat sich kaum etwas. Bei heute vorgestellten ADFC-Fahradklima-Test fällt die Stadt erneut auf den vorletzten Platz unter 41 Städte der gleichen Größenklasse zurück, die Note lautet „mangelhaft“.

Beim heute im Bundesverkehrsministerium vorgestellten ADFC-Fahrradklima-Test 2020 landete Bergisch Gladbach auf dem vorletzten Platz der Städte seiner Größe. Mit 690 Bergisch Gladbachern haben deutlich mehr als in den Vorjahren an der bundesweiten Befragung teilgenommen.

Unzufrieden sind Bergisch Gladbacher Radfahrerinnen und Radfahrer vor allem mit Breite der Radwege (4% positiv), Oberfläche der Radwege (6%) und Falschparkerkontrolle auf Radwegen (7%).

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Lichtblicke mit deutlich positiveren Einschätzungen gab es bei den Fragen zu Konflikten mit Fußgängern (30% positiv), öffentliche Fahrräder (33%) und Erreichbarkeit des Stadtzentrums (35%).

Als Konsequenz der negativen Bewertungen fordert der ADFC RheinBerg-Oberberg den flächendeckenden Ausbau des Radwegenetzes mit Mitteln des Bundes. ADFC-Vorsitzender Bernhard Werheid sagt:

„Die Corona-Zeit hat viele Menschen neu auf das Rad gelockt – und wir wollen, dass sich auch die Neuaufsteiger auf dem Rad wohl und sicher fühlen. Leider ist das in Bergisch Gladbach nicht der Fall: 90 Prozent fühlen sich beim Radfahren nicht sicher.“

Viele kleine Maßnahmen – und ein gutes Netz

Dabei ließe sich schon mit kleineren Maßnahmen die Situation deutlich verbessern, argumentiert Werheid. Beispielsweise durch konsequente Ahndung von Falschparkern auf Radwegen / mehr Tempo 30 / modale Filter / rote Furtmarkierungen / Ausweisung von Schutzstreifen / Aufstellflächen an Ampeln / fahrradfreundliche Lösungen an Baustellen.

Allerdings reichten diese Einzelmaßnahmen nicht. Die Radfahrenden in Bergisch Gladbach wünschen sich Straßen, die einladend zum Radfahren sind. Dafür brauchen sie ein durchgängiges Netz an guten Radwegen. Der Bund hat mit dem Sonderprogramm Stadt und Land dafür ausreichend Mittel zur Verfügung gestellt, betont Werheid.

Bergisch Gladbach liegt bundesweit auf Platz 40 (von 41!) in der Kategorie der Städte von 100.-200.000 Einwohner, im Landesvergleich auf Platz 14 (von 15). Hagen hat uns gerettet, denn der letzte Platz findet noch einmal besondere Beachtung in der bundesweiten Presse.

Im Durchschnitt geben die Bergisch Gladbacher die Note mangelhaft (4,7) für die Fahrradfreundlichkeit. Nicht überraschend also, dass die Mehrzahl der Befragten urteilt, Radfahren in dieser Stadt bedeute Stress und dass in jüngster Zeit kaum etwas für den Radverkehr getan wurde. 

Andere Städte im Kreis schneiden besser ab

Overath hat es als einzige Kommune (wieder) nicht geschafft, die nötigen 50 Stimmen zu kriegen und damit in die Auswertung zu kommen. Kürten ist das erste Mal drin, zwar mit schlechtem Ergebnis aber mit guter Prognose. Alle anderen Kommunen haben schon Erfahrung mit dem Fahrradklima-Test.

Bei den Einzelkommunen fällt Burscheid am positivsten auf mit einer Gesamtnote von 3.6 und einem auch im Städte-Vergleich guten Rang im oberen Bereich. Bergisch Gladbach hat im RBK die rote Laterne mit einer Note von 4,7.

In Vergleich zu den Kreisstädten im Umland stehen Köln und Gummersbach auf ähnlich schlechten Rängen, während Siegburg und Leverkusen besser abschneiden als unsere Kreisstadt.

246 NRW-Städte in der Wertung

Der ADFC-Fahrradklima-Test ist die größte Befragung zur Zufriedenheit der Radfahrenden weltweit. Er wird vom Fahrradclub ADFC alle zwei Jahre mit Unterstützung des Bundesverkehrsministeriums durchgeführt und fand 2020 zum neunten Mal statt.

Rund 230.000 Radfahrerinnen und Radfahrer haben bundesweit bei diesem Durchgang abgestimmt, davon nur 15 Prozent ADFC-Mitglieder. 1.024 Städte kamen insgesamt in die Wertung, mehr als jemals zuvor.

Bei den 27 Fragen ging es darum, ob man sich auf dem Rad sicher fühlt, wie gut die Radwege sind und ob die Stadt in Zeiten von Corona das Fahrradfahren besonders fördert. Damit fundierte Ergebnisse erzielt werden, müssen pro Stadt mindestens 50, bei größeren Städten mindestens 75 beziehungsweise 100 Abstimmungsergebnisse vorliegen. Die Ergebnisse des Tests haben durch die breite Bürgerbeteiligung hohe Aussagekraft und können Kommunen helfen, das Angebot für Radfahrende gezielt zu verbessern.  

ADFC

Der ADFC ist ein Verband von RadlerInnen, die das Ziel verfolgen, den Verkehr fahrrad- und fußgängerfreundlicher zu gestalten. Neben seinem Engagement für eine umweltbewusste und damit nachhaltige Mobilität berät der ADFC in allen Fragen rund ums Fahrrad. Eine Vielzahl von geführten Radtouren läßt...

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18 Kommentare

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  1. Für das Radfahren sehe ich Zukunft nicht so schlecht. Wenn wir das Gejammer und die Forderungen nach nicht möglichen Forderungen so weitertreiben, dann bleiben die PKW`s ohnehin irgendwann in der Garage und die Luftpumpe wird unser Begleiter auf dem Weg sein. Auch bei Regen Schnee. Habe das in den 50 ziger und 60- ziger Jahren selbst erlebt. Zurück wünschen würde ich mir das nicht mehr. Also schön mit den Füßen auf dem Teppich bleiben.

  2. Es stimmt, in den letzten Jahren wurde nicht ‚0,0‘ für den Radverkehr getan, sondern:
    – Bau der Radstation am S-Bahnhof
    – Streifen auf der Kölner Straße
    – teilweise Öffnung der Fußgängerzone
    – neuer Asphalt auf Radweg Frankenforst-Kippekausen, Beleuchtung des Radwegs am Bahndamm
    – Öffnung einiger Einbahnstraßen in Gegenrichtung

    Das war’s. Zwar mehr als ‚Nichts‘, aber für ca. 10 Jahre doch reichlich wenig…
    (Wahrscheinlich habe ich irgendwas vergessen. Der Radweg an der Schlebuscher Straße ist aber Landessache.)

  3. Ja, ich war es! Ich habe so schlecht abgestimmt, weil ich schon fast verzweifelt bin, dass ich von Herkenrath aus in die Stadt z. B. über Hombacher Weg, an Sturndepark vorbei in die Stadt mit ganz normalem Fahrrad in Ruhe fahren + einkaufen möchte, ohne bei dieser Strecke lebensgefährlich überholt zu werden oder an Hürden und Hindernissen vorbeifahren zu müssen. Ich möche auch, dass mein Kind es lernt. Bei der jetzigen Situation ist das mehr als eine Zumutung! Um es genauer zu sagen: Stress pur! Ich möchte auch auf dem Rückweg bei der Kreuzug Kürtener Str. /Hombacher Weg nicht aus dem Busch gucken und Herzrasen bekommen, wenn ich die Strasse überqueren müsste, um auf den Hombacher Weg zu gelangen und mich ein Auto mit 70 km/h in den Himmel mitnimmt. Ist das denn zu viel verlangt?

  4. Vielen vielen Dank wieder einmal an Herrn Watzlawek und Herrn Werheid, daß Sie dieses Thema so umfassend dargestellt haben! Als gebürtiger Hagener kann ich denen jetzt ’ne lange Nase machen, denn ich hab’s ja jetzt besser hier…
    Meine Bewertung war tatsächlich eher positiv – motivierend ausgefallen, da ich schon sehe, daß sich etwas tut im Dorf; man kann z.B. die Fußgängerzone als Radfahrer 16 Stunden am Tag befahren (von 17 bis 11 Uhr!) Meine Adresse, die Laurentiusstraße wird jetzt zur Fahrradstraße, super – alle Nachbarn sind begeistert – obwohl die auch alle ein Auto haben! Untere Hauptstraße, naja ich würde meinen, das könnte die nächste Fahrradstraße werden, weil es einfach Sinn macht – eine Alternativroute für den MIV (motorisierter Individual Verkehr) gibt es ja auf der Kalkstraße. Tempo 30, wir sind dran, warum sollten wir es den Kölnern nicht nachmachen, das entspannt den Autoverkehr, er wird dadurch nicht weniger, aber leiser und flüssiger – klingt komisch, ist aber so .
    Also bitte, vorletzter Platz – nie wieder !

  5. Auch wenn ich von der Art des Test und der nicht vorhandenen Representativität nicht viel halte, so finde ich doch, dass es eine Stadt, in welcher mittels „Brötchentaste“ versucht wurde, für kleine Einkäufe in der Innenstadt die Autonutzung attraktiver zu machen, diesen Platz mehr als verdient hat.

  6. Denke das viele einen Kommentar abgeben und keine Ahnung Laurentiusstrasse haben ,es wurde sogar erwähnt 30kmh einzuführen.Haben wir schon lange,doch es halten sich die wenigsten daran. Kann das ganze vom Balkon beobachten.Seit der Baustelle Turbokreisel wird unsere Strasse als Durchgangsstrasse benutzt.
    In die Stadt wird der obere Bürgersteig oft benutzt was für die Fußgänger u Rollatofahrer sehr gefährlich ist.Bei Fahradfahrern Stadtauswärts hat mann oft das Gefühl sie werden von den Autos geschoben,da ja keine Möglichkeit zum überholen ist. Es gibt Möglichkeiten das zu Ändern ,doch es muss erst etwas passieren.

  7. VELSEN! ist eine hollänische Hafenstadt und auch Partnerstadt von Bergisch Gladbach!
    wenn man virtuell mit Google durch Velsen geht, stellt man schnell fest, wie eine Fahrradfreudnliche Stadt aussieht.
    Ich würde also unseren Experten in der Stadt empfehlen, ein Fahrradpraktikum in der Partnerstadt zu machen und die guten Ideen in Bergisch Gladbach umzusetzen.

    Ums kurz zu machen, Haushaltsmittel machen keine Kreisstadt fahrradtauglich. Aber ein geschlossener Wille im Stadtrad würde das Denkklima in der Stadt ändern, und das ist Vorraussetzung für das Thema Fahrrad als teil des Verkehrs.

  8. Als Rennradfahrer bin ich sogar froh, wenn die Radwege so schlecht sind, dass man sogar bei Benutzungspflicht auf der Straße fahren kann. Dort gibt es zudem die beste Sichtbeziehung zu Kraftfahrzeugen. Man kommt auch schneller voran; es ist sicherer. Nur auf der Dolmanstraße zwischen Refrath und Bergisch Gladbach legen viele Kraftfahrzeugführer ein kurioses Verhalten an den Tag, da sie hier lieber die Radfahrer auf dem Gehweg (den man nur in eine Richtung in Schrittgeschwindigkeit mit dem Rad benutzen *darf*) sehen würden, während sie mit weniger als 1,50m Abstand über die durchgezogenen Linie überholen. Dort wünsche ich mir mehr Präsenz von anderen Radfahrern auf der Straße. Ich baue seitdem diesen Straßenabschnitt so oft wie möglich beidseitig in meine Touren / Besorgungsrouten ein, um als Radfahrer Präsenz zu zeigen.
    Ich hoffe, dass jede Bestrebung nach besserer Radinfrastruktur in GL nicht mit einer Radwegbenutzungspflicht einhergeht.

  9. Herrn Havermann scheinen große Teile des Meinungsbildungsprozesses, der dankenswerter Weise an dieser Stelle ja schon seit Monaten sehr konstruktiv geführt wird, entgangen zu sein. Seine Bedenken zu Topografie, alten Menschen, Behinderten, Familien mit Kindern usw. wurden bereits behandelt und konnten nach meiner Einschätzung weitestgehend zufriedenstellend beantwortet werden. Jedenfalls hatte ich von den aufgeführten Personengruppen nur noch wenig Protest wahrgenommen.
    Den Zustand, dass nur wenige Radfahrer auf den Hauptverkehrsachsen unterwegs sind, beklagt ja auch der ADFC und arbeitet an den Verbesserungen. Die Kritik daran ist also nicht nachvollziehbar.
    Was die Topografie anbelangt, bereitet sie mir nur in der Beziehung etwas Sorge, dass die Nachlieferungen an Pedelecs (bis 25 km/h motorunterstützte Fahrräder) aus Fertigungsgründen ins Stocken geraten ist. Die Liefermöglichkeiten sind nach Informationen des Fachhandels für 2021 bereits ausgeschöpft. Gebrauchte Pedelecs sind gefährlich? Gebrauchte Autos nicht?
    Sehr gut finde ich den Hinweis auf die verfehlten Bauplanungen der letzten 30 Jahre. Das hängt ursächlich damit zusammen, dass es lange Zeit keine ADFC-Geschäftsstelle (Lobby!) gab, die mit ähnlichem Engagement wie das ADFC-Team BGL die berechtigten Belange der Fahrradfahrer vertreten hat. Auch dürfte nicht entgangen sein, dass die abgewählte Stadtregierung den s.g. „Runden Tisch Verkehrsplanung“ zu dem noch andere Verbände als der ADFC angehörten, vor zwei Jahren aufgelöst hatte.
    Übrigens: Das Vokabular des verbalen „Aufeinander-Einschlagens“ sollte im demokratisch geschulten Sprachschatz keinen Platz haben. Vielen Dank!

  10. +++ ADFC-Radklimatest 2020: „Wir lehnen die systematische Verbannung des Automobils durch Fahrverbote und Streichung von Stellplätzen entschieden ab“ +++

    Bergisch Gladbach, 17. März 2021. Die AfD-Fraktion im Rat der Stadt Bergisch Gladbach bedauert das erneut schlechte Abschneiden der Kreisstadt beim ‚Fahrradklimatest‘ des ADFC, warnt jedoch vor Plänen, den motorisierten Individualverkehr aus der Innenstadt zu verbannen. Hierzu erklärt der verkehrspolitische Sprecher Frank Cremer, sachkundiger Bürger im Ausschuss für strategische Stadtentwicklung und Mobilität (ASM): „Fahrradfahren ist gesund und schont unsere Umwelt bei Lärm und Abgasen. Wir müssen die Situation der Fahrradfahrer in unserer hügeligen Stadt verbessern, damit möglichst viele Bürger freiwillig umsteigen. Es kommt auf sichere und gut ausgebaute Radwege an, auch auf konsequentes Vorgehen gegen Radwegparker, gute Mitnahmemöglichkeiten im ÖPNV, zielgerechte Ausweisung geschwindigkeitsreduzierter Zonen und angemessene Abstellplätze. Im Interesse lebendiger Stadt- und Ortsteilzentren lehnen wir jedoch die systematische Verbannung des Automobils durch Fahrverbote und Streichung von Stellplätzen entschieden ab. Funktionale und soziale Durchmischung wird auch durch Autofahrer erreicht, die in der Nähe von Geschäften parken. Ältere Menschen sind auf Parkplätze angewiesen, um innerstädtische Arztpraxen oder Cafés aufsuchen zu können. Die AfD-Fraktion strebt einen Ausgleich der Interessen der Verkehrsmittel und der Fußgänger an.“

    Mit einer Schulnote von 4,72 erreichte Bergisch Gladbach den vorletzten Platz bei den Städten zwischen 100.000 bis 200.000 Einwohnern (Platz 41 von 42).

  11. „In den letzten Jahren wurde 0,0 % für den Radverkehr getan.“

    Blöder Populismus!!
    Der ist genauso wenig hilfreich ist, wie Radfahrer und Autofahrer gegeneinander auszuspielen.

    Es sind einige Dinge für die Radfahrer gemacht worden. Nicht viele, aber immerhin.

    Problem bleibt weiterhin, dass die Gesamtbetrachtung fehlt.
    – Trennung von KfZ- und Radverkehr.
    – Fließender Verkehr auf Hauptachsen und dafür stark beruhigt nebenan, um Abkürzungen zu vermeiden.
    – Parallele Radwege, wo nicht genug Platz ist.

    Wenn durch den Modal Shift 5-10 % der Kfz wegfallen sollen, kann man nicht 50% der Aufstellfläche (Buddestraße) entfernen, das wird in Stoßzeiten mehr als chaotisch werden.

  12. Mittlerweile dürfte jeder in-gl Leser wissen, was Sie vom ADFC halten. Es ist nicht notwendig, dass Sie unter jedem einzelnen Artikel die immer gleichen Argumente hervorbringen, die größtenteils bereits mehrfach widerlegt wurden.
    Ich kann und werde daher auch nicht auf ihre Formulierungen eingehen, sondern möchte einfach festhalten: In den letzten Jahren wurde 0,0 % für den Radverkehr getan. Ich hoffe, dass Herr Stein nun Worten Taten folgen lässt.

  13. Jetzt weiß es sogar das Bundesverkehrsministerium: Bergisch Gladbach ist eine böse Stadt für Radfahrer. Der ADFC mag für seine Erhebung alle 2 Jahre Lob erhalten. Mich würde interessieren, welche Kriterien zu der Rangfolge führen weil ich glaube, dass hier Äpfel mit Birnen verglichen werden. Bergisch Gladbach mit all seinen Ortsteilen ist viel stärker mit seiner Topographie geschlagen als z.B. Odenthal, Rösrath oder Leverkusen. Wenn in unserer Stadt lediglich lächerliche 690 Menschen ihre Meinung zu den vom ADFC aufgestellten Fragen äußern wollen, dann ist es schon frech zu behaupten, dass sich „90% beim Radfahren nicht sicher fühlen“.

    Um dies zu ändern, wünscht sich Herr Werheid Straßen, die zum Radfahren einladen. Mit einfachen Radstreifen wie z.B. auf der Kölner Straße in Bensberg gelingt das nicht, da fahren ein paar Radfahrer täglich, aber in 1. Linie den Berg hinunter, viel weniger hinauf. Auf der Buddestraße soll nun ein 1,85 m breiter Streifen für Radfahrer gemalt werden. Wenn nach dem Mal-Ende tausende Autofahrer täglich aufs Rad umsteigen, werden beiden Arten von Verkehrsteilnehmern miteinander zurechtkommen, sonst nicht.

    Schon alleine durch die Bewertungsfrage, ob „die Stadt in Zeiten von Corona das Fahrradfahren besonders fördert“, entledigt sich die Befragung selbst einer geringen Objektivität, sie ist allein auf die Wünsche und Verlangen des ADFC ausgerichtet. Wie kann man innerhalb von 2 Jahren eine wesentliche Verbesserung für Radfahrer in GL verlangen, wenn man die örtlichen Verhältnisse, was Straßenführungen und Planung in den letzten 30 Jahren anbelangt, völlig außer Acht lässt? Wie kann man die Verkehrsteilnehmer gegeneinander ausspielen statt sie zu gemeinsamen Anstrengungen anzuleiten? Wie kann man das Radfahren als allein selig machende Möglichkeit ansehen, den Verkehr einzudämmen, um dann den größten Teil dieser Teilnehmer zu vergessen? Was mag den ADFC veranlassen, stets auf die Autofahrer einzuschlagen, die Radfahrer aber nicht mal zur Einhaltung der simpelsten Verkehrsregeln auffordern? Wie kann ein Herr Werheid aufgrund unserer Topographie auffordern, gebrauchte Pedelecs für seiner Meinung nach kleines Geld zu kaufen, wohl wissend, dass die sehr gefährlich werden können?

    Mit seiner einseitigen Betrachtungsweise wird der ADFC keineswegs unsere Verkehrsprobleme lösen, er scheint lediglich Lobbyist für Radfahrer und/oder die Fahrradindustrie zu sein.

    Radfahren auf den heutigen Straßen ist gefährlich – nicht nur in GL. Dass festzustellen, brauchen wir nicht den ADFC. Trotz seiner jahrelangen Existenz ist dieser Club aber seine Daseinsberechtigung schuldig geblieben, weil er nur die Forderungen an die Autofahrer formuliert, nie aber – jedenfalls nie mir erkennbar – auch nur ein Wort über die Interessenlosigkeit von Radfahrern für Verkehrsregeln formuliert oder die Autofahrer auffordert, am Problem mitzuarbeiten, er verlangt nur.

    Alle Verkehrsteilnehmer sollten die Vorteile des Radfahrens – auch in Städten – akzeptieren. Dabei dürfen allerdings weder steile Straßen, das Wetter, alte Menschen, Menschen mit Behinderung, Mütter/Väter mit Kindern und Menschen mit schweren mitgeführten Sachen nicht vergessen werden, was der ADFC leider permanent unterlässt.

  14. Radfahren ist gesund, macht Freude und sollte wo immer es möglich ist gefördert werden. Aber sie sind ja nicht alleine auf der Straße. Was soll denn der Bürgermeister machen. Er kann keine Häuser versetzen und keine Straßen verbreitern. Was er kann und sogar muss, die Verkehrssicherheit weitgehend gewährleisten und die Verkehrswege in einem bedarfsgerechten Zustand erhalten und da habe ich keine Bedenken, dass dies nicht geschieht. Im übrigen bin ich der Ansicht, das Jammerklima kann durchaus mit dem Radfahrerklima konkurrieren.

  15. Sicher, das Ergebnis überrascht nicht. Es ist ein Beleg dafür, dass wenig relevantes stattgefunden hat. Dabei gäbe es die Chance auch in GL mehr Gleichrangigkeit zwischen den Verkehrsträgern herzustellen, denn, das kann man wohl kaum bestreiten, ist die Infrastruktur doch deutlich einseitig aufgestellt.
    Mit jeder verhinderten Fahrradmaßnahme bleiben die Strassen voller, der Lärm stärker, die Wege gefährlicher und der Klimaschaden größer. Alle profitieren, wenn die Wege mit dem jeweils sinnvollsten Verkehrsmittel zurückgelegt werden können, dazu muss es aber die richtigen Anreize geben.

  16. Tja Leute. Am Ende ist das Geschrei immer gross.
    Wer hatte die Idee den radweg
    Auf die Hauptstraße ( Radeki
    ) umzuleiten.
    Auf dem Stück kommt man den Pkws sehr nahe .
    Ich hoffe es gibt bald eine Lösung

  17. Schade- aber das Ergebnis ist nicht wirklich überraschend. Als jemand, der außerhalb von Corona täglich durch die Großstädte Bergisch Gladbach, Leverkusen und Köln fährt, kann ich nur bestätigen, dass der Radfahrer/ die Radfahrerin in Leverkusen am besten aufgehoben ist. Aber auch Köln arbeitet m.E. an Verbesserungen. Nur in Bergisch Gladbach ist davon nichts zu sehen, selbst bei Neubauprojekten kommt der Radfahrer/ die Radfahrerin schlechter weg als zuvor (Stichwort Turbokreisel, früher gab es da mal eine Unterführung). Aber ich hoffe auf Herrn Stein.

  18. Ich bin auch sehr gerne mit dem Fahrrad unterwegs. Nicht so jedoch in Bergisch Gladbach.
    Grundsätzlich mach Radfahren ja Spaß, ist in Bergisch Gladbach aber immer mit Streß, Ärger und Risiko verbunden. Parkende Fahrzeuge auf den Radwegen werden durch die Stadt (das Ordnungsamt) billigend hingenommen. Wenn Mitarbeiter mit den Dienstfahrzeugen an solchen Situationen vorbeifahren, wäre es doch geboten, das Vergehen aufzunehmen. Aber nicht so in Bergisch Gladbach. Augen zu und dran vorbei.

    (…)

    Aber vielleicht schafft der neue Radbeauftragte ja neue Bedingungen.

    Hinweis der Redaktion: Persönliche Angriffe werden nicht toleriert, schon gar nicht, wenn der Name des Absenders fehlt. Daher wurde dieser Kommentar gekürzt.