Foto: Screenshot aus einem Erklärvideo der kita-testung-koeln.de

Spuck- und Nasenabstrichtests sind beim Einsatz bei jungen Schüler:innen zu umständlich und unhygienisch. Daher versuchen die Grundschulen nun, an alters- und kindgerechte Test-Kits zu gelangen. „Lolli“-Tests der Universität Köln könnten das Problem lösen und sind verfügbar. Für den Einsatz in Bergisch Gladbachs Grundschulen gilt es nur noch eine nicht ganz unwichtige Hürde zu nehmen.

Wattebausch lutschen und ab damit ins Labor: Was seit dieser Woche an Kölner Schulen möglich ist, könnte auch in Bergisch Gladbach machbar sein. Zumindest wenn es nach den Grundschulen geht. Sie setzen sich für den so genannten Lolli-Test ein. Er ist einfacher in der Durchführung – für Kinder und Lehrer:innen (mehr zu den Details unten).

Die Anfrage einer Grundschullehrerin aus der Stadt an die Universität Köln – dort wurde der Lolli-Test entwickelt – ergab: Für Bergisch Gladbach sei „jederzeit und kurzfristig” die notwendige Testmenge verfügbar. Einzige Voraussetzungen: Organisation und Klärung der Kostenfrage durch die Kommune.

Stadt klärt mit Land

Die Grundschulen haben die Stadtverwaltung informiert, und treffen dort auf offene Ohren: Das Problem mit den bisherigen Test-Kits des Landes sei bekannt, man versuche mit Zustimmung des Landes auf die Lolli-Tests umzuschwenken, heißt es im Schulamt. Selbst ein Labor stehe schon zur Untersuchung der Lolli-Tests bereit.

Nun arbeite die Stadtverwaltung mit Hochdruck an einer Klärung der Teststrategie und der Kostenübernahme mit dem Land. Parallele Teststrategien seien „nicht sachdienlich”.

Heißt im Klartext: Wenn die Test-Kits des Landes durch die Lolli-Tests der Uni Köln ersetzt werden und NRW bezahlt, können Grundschüler in Bergisch Gladbach kind- und altersgerecht getestet werden. Ob es klappt wird die Antwort aus Düsseldorf zeigen.

Hintergrund: Beim Lolli-Test der Uni Köln werden in der Folge im sogenannten Pool-Verfahren getestet. Alle Tupfer einer Kita-Gruppe werden in ein gemeinsames Sammel-Röhrchen platziert und in einer PCR-Untersuchung im Labor getestet. Die Erzieher:innen können mitgetestet werden. Fällt das Ergebnis negativ aus, bedeutet dies, dass bei keinem der Kinder und niemandem aus dem Erzieher-Team eine Infektion nachgewiesen wurde.

Fällt das Ergebnis positiv aus werden alle Personen, die in diesem Pool waren, nachgetestet. In diesem Fall bleiben die Kinder am nächsten Tag zu Hause und geben eine Probe unter Anleitung ihrer Eltern ab. So können die infizierten Personen schnell identifiziert werden. Weitere Infos gibt es bei der Uni Köln und auf der Seite zum Pilotprojekt „Kita Testung Köln”.

Holger Crump

ist freier Journalist und vielseitig interessierter fester Mitarbeiter des Bürgerportals.

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