Die Schulen (hier die IGP) bleiben vorerst weitgehend leer, nur die Abschlussklassen dürfen zum Unterricht kommen, für alle anderen gibt es Distanzunterricht. Foto: Thomas Merkenich

Bei einer Inzidenz von über 200 zieht der Rheinisch-Bergische Kreis jetzt nun doch die Notbremse – mit Wirkung ab Montag. Die Schulen bleiben weitgehend im Distanzunterricht, die Geschäfte schließen. Der Kreis gibt sich kurz angebunden, Bürgermeister Frank Stein begrüßt die Kehrtwende.

„Aufgrund des stark weiter steigenden Infektionsgeschehens” mit Inzidenzwerten von über 200 habe der Rheinisch-Bergische Kreis beim Land um die Genehmigung gebeten, die Lockerung der Notbremse ab Montag außer Kraft treten zu dürfen, teilte die Pressestelle des Kreis am Mittag mit.

Damit dürfen die meisten Geschäfte nur noch bis Samstag nach dem Modell „Click, Test & Meet” arbeiten und können danach nur noch Abholstationen anbieten (Details siehe unten).

Zudem sei unter Beteiligung der Unteren Schulaufsicht entschieden worden, die Schulen für zunächst eine weitere Woche geschlossen zu halten, so der Kreis weiter. Eine Ausnahme gibt es nur für Abschlussklassen. Die Notbetreuung bleibe bestehen.

Weitere Maßnahmen schließt der Kreis nicht aus: Die Entwicklung der Zahlen werde „intensiv beobachtet”, um entsprechend reagieren zu können.

Keine neuen Informationen gibt es zu den Kindertagesstätten. Sie sollen offenbar den eingeschränkten Regelbetrieb fortsetzen.

Dokumentation: diese Regeln gelten ab Montag (über die bekannten Maßnahmen wie Maske, Abstand, etc. hinaus): 

  • Kontakte sind nur zwischen einem Hausstand und maximal einer weiteren Person erlaubt. Kinder bis einschließlich 14 Jahren werden nicht mitgerechnet.
  • Die Geschäfte dürfen nur einen Abholservice (Click & Collect) anbieten. Das gilt auch für Bau- und Gartenmärkte und Buchhandlungen. Ausgenommen sind nur Geschäfte des dringenden täglichen Bedarfs (Lebensmittel, Apotheken, Drogerien). 
  • Körpernahe Dienstleistungen, bei denen der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann (Kosmetik, Nagelstudios, Massage, etc.) sind unzulässig.
  • Zulässig sind nur medizinisch erforderliche Dienstleistungen, Friseurdienstleistungen, Fußpflege und Personenbeförderung.
  • Der Besuch von Museen, Kunstausstellungen, etc. ist untersagt.

Knappe Mitteilung des Kreises

Die Mitteilung des Kreises ist sehr knapp gefasst, ohne Einordnung, Erklärung oder Appell an die Bürger:innen.

Erst am Mittwoch hatte die Landesregierung die Notbremse für den Rheinisch-Bergischen Kreis angeordnet, Landrat Stephan Santelmann hatte sie in Absprache mit den Bürgermeistern, aber gegen das Votum des eigenen Krisenstabs, per Allgemeinverfügung außer Kraft gesetzt. Dieser Schritt wird nun rückgängig gemacht.

Landrat Stephan Santelmann. Foto: RBK/Joachim Rieger

Bürgermeister Stein begrüßt die Kehrtwende

Deutlich ausführlicher fällt die Stellungnahme von Bergisch Gladbachs Bürgermeister Frank Stein aus, der sich ausdrücklich hinter die Kehrtwende stellt und die Entscheidung des Kreises „uneingeschränkt” begrüßt. Er hatte sich am 7. April öffentlich für die Aufweichung der Notbremse durch die Testoption stark gemacht.

Jetzt argumentiert Stein mit der epidemiologischen Lage: „Das Kreisgesundheitsamt ist gemeinsam mit den Aufsichtsbehörden der Landesregierung die fachlich kompetente Stelle, die epidemiologisch beurteilen muss, ob Erleichterungen für die Bevölkerung weiter aufrechterhalten werden können. Es ist für mich absolut nachvollziehbar, dass der Anstieg der Inzidenzwerte in der aktuellen Dynamik keine Alternative zu den nun getroffenen Verschärfungen zulässt.“

Bürgermeister Frank Stein. Foto: Manfred Esser

Dennoch verteidigt Stein vor drei Tagen getroffene Entscheidung der Test-Option, die es den Geschäften erlaubt hatte, Kund:innen mit einem Test einzulassen. Am Dienstag, so Stein, habe die Lage das noch erlaubt, jetzt sei „das nicht mehr der Fall”. Auch und gerade mit Blick auf die Kliniken und die dort Beschäftigten, „deren Belastungsgrenze erkennbar erreicht ist”.

Nach einer heftigen internen Auseinandersetzung zwischen Krisenstab und Kreisverwaltung mit erheblichen personellen Verwerfungen hatte der Landrat Santelmann mit dem Krisenstab am Donnerstagabend gemeinsam die Lage beraten und die entsprechenden Beschlüsse vorbereitet.

Formal muss die Rücknahme der Allgemeinverfügung noch vom Landesgesundheitsministerium genehmigt werden; doch daran bestehen offenbar keine Zweifel.

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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34 Kommentare

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  1. Minerva G, ebenfalls leidiges Pseudonym,
    würde ja gerne mal wissen, warum sich so viele nicht trauen, zu ihren Kommentaren zu stehen.

    Ja, “kritisches” Hinterfragen ist wichtig, Aber das sind die sogenannten “Querdenker”, deren Bezeichnung schon irreführt nicht. Im Gegenteil stiften sie nach den teils absonderlichen Ratschlägen aus Politik, Wissenschaft und Egomanie nur weitere Verwirrung. Ebenso werden sie von Rechtsaußen instrumentalisiert, was wir nun weiß Gott nicht brauchen.

  2. @Rolf Havermann
    Ihr “Beitrag” ist wirklich sehr beleidigend wird mit Sicherheit das verwenden von Pseudonymen nicht verhindern sondern eher vermehren.

    Ich halte ein kritisches Hinterfragen von Freiheitsbeschränkungen für sehr wichtig.

  3. @ Andreas Weinand , ja, ich hatte mitbekommen, dass Sie keinen eigenen Kommentar abgegeben haben sondern den entsprechenden Text der BZfA wortgetreu eingestellt haben. Offensichtlich lesen wir den aber verschieden. Zu Ihren Einwänden: BZfA-Text: „Von allen positiven Antigen-Testergebnissen, die an das RKI übermittelt wurden, wurde bei 65 Prozent eine Bestätigung durch einen PCR-Test angegeben.“ Sage ich ja, dh diese Teste sind in die PCR-Statistik eingeflossen und die Positivrate dieser Teilmenge ist eindeutig 65%. Wie grob geschätzt die weiteren Zahlenangaben in dieser Verlautbarung sind ergibt sich aus dem Vergleich mit den realen Daten. Die Infizierten-Zahlen sind nur bei 2 Wochenübergängen um ca 20.000 pro Woche gestiegen und stiegen von KW09 bis KW14 von 65.000 durchschnittlich um 12.500 auf 128.000 (ALM-Datenerhebung KW14). Außerdem gibt es Hinweise, dass viele Gesundheitsämter nur die resultierenden positiven PCR-Testergebnisse an das RKI weitergeben und nicht die Primär-Zahl der positiven Schnelltestergebnisse. Nachdem ich aber inzwischen zuverlässigere Zahlen erhalten habe muss ich meine Bewertung aber auch relativieren. Denn die Primär-Trefferquote bei den Schnelltesten liegt im statistischen Mittel deutlich unter 1%.

  4. Es ist ein Trauerspiel, dass in dieser höchst brenzligen Zeit ausgerechnet der Krisenstab aufgelöst wurde. Es ist dringend erforderlich, dass dieser wieder eingesetzt wird. Der Kreis kann das neben seiner eigentlichen Arbeit nicht wuppen. Ich weiß nicht, was Herr Santelmann sich dabei gedacht hat. Es ist jetzt wirklich keine Zeit für Befindlichkeiten. Die Menschen erwarten eine professionelle Berichterstattung und die richtigen Entscheidungen für die Gesundheit der Bürger, wie es bisher ja gut geklappt hat. Alleingänge sind in dieser Zeit wirklich nicht angebracht. Nur gemeinsam ist man stark. Ich hoffe auf eine Korrektur für den bisher falsch eingeschlagenen Weg.

  5. Werter Fabian Bosbach, (Querdenker?),
    Pseudonyme sind unnötig, feige und deshalb kaum erträglich. Diese meine Meinung gilt auch für alle anderen nicht authentischen Schreiber, deren Meinungen man unter Pseudonym nicht braucht.

    Trotzdem werde ich Ihnen antworten, weil ich mich maßlos über Leute wie Sie ärgere. Mit Ihrer Meinung stehen Sie leider nicht allein – aber sicher auf einer fehlgeleiteten falschen Seite. Die meisten Ihrer Argumente wird jeder Laie mit einem Satz wegwischen. Selbst wissenschaftlich fundierte Tatsachen können Sie nicht akzeptieren, weil . . . ja warum eigentlich? Leider gehören Sie zu einer Gruppe, der sich auch ganz andere Typen bedienen, die nicht nur wie Sie die Ignoranz gegenüber Covid 19 und dem Leiden der Mitmenschen leben sondern auch Potential aus Ihrer Gruppe als Mitläufer ausnutzen. Solche Horden, denen Menschen wie Sie als Kanonenfutter dienen, sollte es in Deutschland nie mehr geben.

  6. @Klaus Wagner Ich wollte den Kommentarbereich nicht für eine Diskussion nutzen – dafür ist er auch nicht vorgesehen oder geeignet, denke ich. Da Sie ihren Kommentar in gleicher / ähnlicher Form aber unter diversen Berichten gepostet haben, habe ich Ihnen die entsprechenden Daten (von offizieller Quelle, RKI bzw. Bundesamt für gesundheitliche Aufklärung) geliefert.

    Zu 1: Die „Überlagerung“ bzw. der Anteil per PCR bestätigter Antigentests an der Zunahme der Neuinfektionen betrug in der letzten März-Woche 6% – das steht da klar & eindeutig.
    Die „Bestätigungsquote“ von 65% muss man unter dem Gesichtspunkt betrachten, dass nicht alle positiven Antigentests a) automatisch zu einer Meldung ans Gesundheitsamt und b) zu einer Überprüfung per PCR führen – denn das obliegt bei nahezu alle Testzentren der „Eigenverantwortlichkeit“, sprich Aktivität / Handeln des jeweiligen Probanden. Es gibt derzeit (noch?) keine Pflicht zur Meldung / Nachtestung.

    Zu 2: Da wir über Inzidenzen reden (also 7-Tage Zahlen) bezieht sich die 20.000 und auch die 1.800 (Anteil mit vorangegangenem Antigen-Schnelltest) auf die wöchentliche Steigerung der Fallzahlen. Das wird aber – wie ich gern zugestehe – in der FAQ nicht klar deutlich.
    In diesem Artikel der FAZ vom gleichen Zeitraum / Tag ist das verständlicher Formuliert: https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/gesundheit/coronavirus/robert-koch-institut-sieht-keine-verzerrung-durch-corona-schnelltests-17273655.html

    Kernaussage ist & bleibt: Ende März haben die vielen Bürgerschnelltests lediglich ca. 6% an den neu gemeldeten Fallzahlen ausgemacht. Selbst wenn das mittlerweile 10% wären, erklärt das nicht den wöchentlichen Anstieg der Gesamtfallzahlen von teils über 30% im Wochenvergleich (hier wären dann, selbst beim hoch gerechneten 10% Anteil, also 3% des Gesamtzuwachses den Antigen-Schnelltests zuzuschreiben).

    Ich hoffe, das war jetzt verständlich und klärt ihre Fragen.

  7. @Andreas Weinand, zunächst Danke für Befassung und die zusätzliche Quelle. Danach liegt die Positivrate der zur Überprüfung eingespeisten Schnelltest sogar bei 65%, ist deren relativer Einfluss also noch höher als von mir angenommen.
    Zu Zitat 1: “Der Anstieg der positiven Antigennachweise kann jedoch nicht allein den deutlichen Fallzahlanstieg insgesamt begründen.“ Darauf habe ich hingewiesen. Es ist eine Überlagerung in unbestimmten Ausmaß.
    Zu Zitat 2: „ Während die COVID-19-Fallzahlen seit Mitte März um über 20.000 Fälle angestiegen sind, ist die Anzahl der PCR-bestätigten Fälle, bei denen ein Antigennachweis angegeben wurde, nur um jeweils rund 1.800 gestiegen.“ Dieser Satz ist für mich ziemlich unklar. 1.)Worauf bezieht sich dabei „jeweils“ ? 2.) Worauf beziehen sich die Zahlen? „Seit Mitte März um über 20.000 Fälle angestiegen“ ? Wir haben seit Mitte März ca 100.000 Fälle pro Woche.
    Ich sehe die These durch diese Quelle noch nicht eindeutig widerlegt.

  8. @Klaus Wagner:
    „Es lässt sich bisher keine Verzerrung der Erkrankungszahlen durch eine übergroße oder stark ansteigende Anzahl von positiven Antigen-Tests nachweisen.

    Nach Infektionsschutzgesetz (IfSG) ist ein positives Ergebnis bei einem Antigen-Schnelltest (manchmal auch nur Schnelltest genannt) als Verdacht auf eine COVID-19 Erkrankung meldepflichtig an das Gesundheitsamt.

    Die an die Gesundheitsämter gemeldeten Daten werden an das Robert-Koch-Institut (RKI) gemäß seiner Definition eines Erkrankungsfalls übermittelt. In den Lageberichten und anderen Veröffentlichungen der Daten (z. B. im Dashboard) des RKI werden jedoch nur die mit einem PCR-Test bestätigten Fälle angegeben.

    Von allen positiven Antigen-Testergebnissen, die an das RKI übermittelt wurden, wurde bei 65 Prozent eine Bestätigung durch einen PCR-Test angegeben.

    Der Anteil von allen Erkrankungsfällen, die durch einen PCR-Test bestätigt wurden und für die ein vorangehender positiver Antigentest vorliegt, ist von Anfang Januar (1 Prozent) bis Anfang Februar (3,5 Prozent) angestiegen. Von Mitte Februar bis Mitte März blieb der Anteil, bei denen vor der PCR-Bestätigung ein positiver Antigennachweis vorgelegen hat, konstant unter 4 Prozent. Seit Mitte März ist dieser Anteil auf 6 Prozent angestiegen. Der Anstieg der positiven Antigennachweise kann jedoch nicht allein den deutlichen Fallzahlanstieg insgesamt begründen. Während die COVID-19-Fallzahlen seit Mitte März um über 20.000 Fälle angestiegen sind, ist die Anzahl der PCR-bestätigten Fälle, bei denen ein Antigennachweis angegeben wurde, nur um jeweils rund 1.800 gestiegen.“

    Quelle: https://www.infektionsschutz.de/mediathek/fragen-antworten.html?tx_sschfaqtool_pi1%5Bfaq%5D=4747&tx_sschfaqtool_pi1%5Baction%5D=list&tx_sschfaqtool_pi1%5Bcontroller%5D=FAQ&cHash=831cc1bdcae344403ee15aaa5f3014e2

  9. Die zweite Frage lässt sich leicht beantworten: die Fallzahlen werden in dem Kreis verbucht, in dem sich der Wohnort befindet. Bei Krüger gab es 49 Fälle, davon wurden 23 dem Rheinisch-Bergischen Kreis zugeordnet.

    Auf die erste Frage haben wir im Moment keine Antwort; da ist die Frage, ob „Fälle” Personen sind, oder Infektionen. Zudem ist, nach unserem Kenntnisstand bislang nicht abschließend geklärt, ob Geimpfte in Ausnahmefällen nicht doch infektiös sind. Genau das wird in Leichlingen von den Virologen gerade untersucht.

  10. Hallo zusammen,

    ich habe zwei Fragen und die sind ernst und nicht polemisch gemeint und hoffe jemand kann diese wirklich beantworten:
    1. Wenn geimpfte Menschen sich erneut anstecken und positiv getestet werden, gehen die dann in die Inzidenzquote ein? Wenn ja, wiederspricht dies nicht dem Gedanken über die Inzidenzzahl die Gefährdung für die Bevölkerung und vulnerablen Gruppen zu schützen? Drehen wir uns dann nicht irgendwann im Kreis? (Beispiel: Erneute Ansteckung in Pflegeheimen ohne bzw. wenig Symptomen)

    2. Sollten nicht lokale Ausbrüche wie z.B. bei Großbetrieben nur bedingt in die Inzidenzzahlen einfließen? Wenn bei einem großen Betrieb in Bergisch Gladbach 40 oder mehr Personen positiv getestet werden, dann verzerrt das doch die Zahlen für den Rheinisch-Bergischen Kreis enorm. Oder sehe ich da was falsch?

    Über konstruktive Antworten zu diesem Beitrag würde ich mich freuen.

  11. Große Katastrophe, alle Maßnahmen kommen zu spät. Unser Grundgesetz und der Datenschutz sind sehr gut aber im Moment ein große Hindernis.

  12. Nur mit Rücksicht auf ihre Wähler versuchen vor allen Dingen Bürgermeister des Kreises zu verhindern, dass rechtzeitig harte Maßnahmen ergriffen werden um die Pandemie einzudämmen. Nur unsere Bundeskanzlerin Frau Dr. Merkel hat den Ernst der Lage erkannt und scheitert oft an der Politik. Nur harte Maßnahmen helfen!!

  13. Die sprunghaft gestiegenen hohen Inzidenzzahlen müssen beunruhigen. Aber dabei wird überhaupt nicht beachtet, dass wir seit Einführung der massenhaften Schnellteste massiv die unbekannt hohe Dunkelziffer des Infektionsgeschehens abbauen und wir dabei zu einer anderen Bewertung der Dynamik der Infektionen kommen müssen.
    Die positiven Ergebnisse dieser Schnellteste werden mit PCR-Test überprüft.
    Die Positivrate ( Trefferquote in %) dieser Überprüfungsfälle sollte im PCR-Test bei ca 50% liegen.
    Dh die per Schnelltest gefundenen Infektionen werden zu ca 50% im PCR-Test bestätigt.(sonst hätten Schnellteste wenig Sinn).
    Damit wird den PCR-Testverfahren jetzt aber eine immer größer werdende vorgeprüfte Gruppe zugeführt die mit hoher Wahrscheinlichkeit (ca 50%) auch ein positives Ergebnis liefern muss.
    Bei den bisherigen PCR-Prüfungen , also Zuführung von Verdachtsfällen, Kontaktpersonen X.Grades usw., gab es ja keine Vorprüfungen und hier lag die Positivrate vor 6 Wochen noch bei ca 6%.
    Mit zunehmendem Anteil der Nachprüfungsfälle MUSS es deshalb zwangsläufig zu einer Erhöhung der Positivrate der Gesamtheit der PCR-Testungen kommen und damit die Infektionszahlen und die Inzidenzen deutlich ansteigen.
    Ich will damit nicht behaupten, dass wir derzeit keinen realen Anstieg des Infektionsgeschehens haben aber dieser ist mit Sicherheit durch diesen Effekt stark überlagert.
    Wir hatten und haben eine unbekannt hohe Dunkelziffer bei den Infektionen die jetzt mit massenhaften Schnelltesten deutlich reduziert wird. Aber wir wissen nicht wieviel Neuinfektionen der Reduzierung der Dunkelziffer durch Schnelltest geschuldet sind und wieviel einer ansteigenden Dynamik.
    Die Infektionszahlen und Inzidenzen steigen an, ohne dass man sie eindeutig allein einem dramatisch gesteigerten Infektionsgeschehen zuordnen kann.
    Auch die jahrgangsspezifische Entwicklung der Inzidenzen stützt diese These denn gerade in den jetzt durch Schnellteste besonders überprüften Gruppen steigt die Inzidenz stärker.
    ! Nochmals ! : Ich behaupte nicht, dass wir zur Zeit keine ansteigende Dynamik des Infektionsgeschehens haben aber wir wissen nicht in welchem Umfang das einfach vom Abbau der Dunkelziffer überlagert ist.
    Dieser Aspekt wird zur Zeit bei der Bewertung der Inzidenzen vollständig vernachlässigt.
    —————————————————————————————————————
    (Anmerkungen: 1.)Nach einer kürzlich in der Süddeutschen Zeitung veröffentlichten Studie für die Region Tirschenreuth hat diese Dunkelziffer im Frühsommer 2020 bei bis zu 80% gelegen. 2.) Die Falsch-Positiv-Rate der Schnellteste könnte man jetzt aus der Vielzahl überprüfter Schnelltestergebnisse ermitteln. Dazu habe ich aber bisher keine Angaben gefunden sondern mich auf die durchschnittlichen Angaben der Hersteller bezogen.)

  14. Sehr interessant:
    Zulässig sind nur medizinisch erforderliche Dienstleistungen, Friseurdienstleistungen, Fußpflege und Personenbeförderung.

  15. @Jochen Pfeiffer

    Zuerst einmal danke für die Antworten. Also was das mit den Handlungen in früheren Pandemien angeht kann ich nichts zu sagen. Bin mit der Materie nicht vertraut und habe mich damit nie befasst. (ist aber eine Interessante und nachvollziehbare Argumentation)

    Was das mit dem Händedruck angeht ist es aufjedenfall etwas was für mich schützenwürdig ist.
    Und wenn ich mir z.B. Filme aus China angucke, aus Japan, aus den USA oder aus anderen EU Ländern dann wird sich immer die Hand gegeben.
    Wie dem auch sei. Kann ich mir durch aus vorstellen. Da haben sie wahrscheinlich Recht. Es ging mir aber um die Symbolik dahinter.

    Ich habe hier lediglich die Frage gestellt, wie weit ein jeder gehen würde und welche er Befehle er noch ausführen würde. Die Frage sollte jeder selbst für sich beantworten.
    Ich bin bekennender Christ und habe für mich die Fragen beantwortet. Ich schätze den Staat und die Obrikkeit mit den Gesetzen :) Aber wenn etwas gegen mein Gewissen ist dann höre ich nicht auf die Regierung sondern auf mein Gewissen.

    Bei all den ganzen Maßnahmen darf man nämlich nie vergessen dass wir auch noch Menschen sind. Mit Menschlichkeit

    Nette Grüße und Schönen (Feier) Abend

    Fabian Bosbach (Pseudonym)

  16. Hallo “Fabian Bosbach”.

    Sie dürfen gerne Ihre Meinung sagen, wir leben ja nicht in einer Diktatur.

    Sie müssen dann aber auch akzeptieren, das es andere Meinungen gibt, die eventuell auch die der Mehrheit entsprechen.

    Es geht einzig und alleine darum, sich in der aktuellen Situation solidarisch zu zeigen und seine Mitmenschen und sich selbst nicht zusätzlich zu gefährden.

    Auch der Vergleich mit dem schon einmal fallen gelassenen Grundrechten ist mehr als unpassend und geschmacklos. Aber das haben Sie gottseidank ja schon selbst angemerkt.

    Das die Politik momentan sehr durcheinander und unlogisch agiert, steht außer Frage!
    Dieses Verhalten wird sich hoffentlich bei den nächsten Wahlen im Ergebnis für einzelne Partien auswirken.

    Ich wünsche Ihnen trotz allem ein schönes Wochenende.

    Jens Schumacher (kein Pseuonym)

    P.S.: Es gibt viele Kulturen, in denen das Händeschütteln verwöhnt ist, z.B. im asiatischen Raum, weil dadurch Bakterien und Viren übertragen werden.

  17. @Fabian Bosbach:
    Und zum Handeschütteln. Der Großteil der Weltbevölkerung schüttelt sich nicht die Hände zur Begrüßung. Sie sollten mal über den Tellerrand hinausblicken.

  18. @Fabian Bosbach:
    Man kann über ihr Kommentar nur den Kopf schütteln. Hätten sie in Geschichte aufgepasst, wüssten sie das das was jetzt gerade passiert, plus unsere medizinischen Erungenschaften, ein völlig normaler Vorgang ist. Reichsimpfgesetz von 1874, die Polio-Epidemie 1916 in den Staaten, die spanische Grippe, etc. Und Deutschland geht aktuell noch sehr lasch vor, was natürlich in dem resultiert was wir aktuell erleben. GB hat dagegen bald die Herdenimmunität dank Impfungen erreicht, der ost-asiatische Raum reagiert vorbildlich.

    Und Deutschland? An Peinlichkeit nicht zu überbieten. Träges und lasches Verhalten der Politik, Spinner die kurz vor dem kollabieren sind, weil sie eine Maske tragen müssen. Und das traurige ist, exakt das die gleiche Situation gab es schon 1918 mit der spanischen Grippe. Selbst “Anti Masken” Leute gab es, und Strafen für Leute die sich wiedersetzt haben. Es ist auch bewießen, das amerikanische Städte, welche schnell genug reagiert haben und Maßnahmen egriffen haben, glimpflicher davon gekommen sind, als Städte die nichts gemacht haben.
    Aber hey, Schneeflocken wie sie, sehen nur sich selbst.

  19. Hoffentlich wird der Kommentar nicht gelöscht, da er sich kritisch mit den Maßnahmen auseinandersetzt.

    Zuerst durften wir keine Großveranstaltungen mehr machen.
    Danach waren kleinere Veranstaltungen untersagt.
    Schließlich wurden viele Läden zu gemacht.
    Aufeinmal hieß es Abstand halten.
    Kein Händedruck mehr. Keine Umarmung mehr.
    Infizierte Menschen wurden in Quarantäne gesteckt.
    Und dann durfte man sich nur noch mit maximal 3 Leuten treffen.
    Für eine Zeit lang durfen Alte nicht im Altersheim besucht werden.
    Gotteshäuser, Synagogen und Moscheen wurde verboten Gottesdienste abzuhalten.
    Demonstrationen von Andersdenkenden werden Reihenweise verboten.
    Alles was Anders denkt und ander lebt ist ist schlimm.
    Jetzt werden Kinder gezwungen ein Test zu machen.
    Bald kommt dann die Impfpflicht oder die Vorteile der Geimpften.

    Der Neue Gesetzespaket des “Infektionsschutzgesetz” hebelt sogar die Unverletzlichkeit der Wohnung und der Unversehrtheit des Körpers aus.

    Das letzte Mal als Deutschland diese beiden Grundrechte fallen gelassen hat ist nicht so gut ausgegangen. Ist zwar sehr weit hergeholt aber dennoch sollte sich jeder die Frage stellen wie weit er gehen würde mit dem Befehle ausführen und gehorschen.
    Ich halte es für möglich, dass noch ganz andere Maßnahmen ergriffen werden. Der Staat hat es Geschafft innerhalb 3 Wochen die Menschen zu bringen sich nicht mehr die Hand zu geben. (das Menschlichste überhaupt)
    Symbolisch hat er es jetzt schon die Hände zu Fäusten gemacht.
    Vielleicht wird er bald auch die Hände wieder an die Waffen bekommen.
    Wie weit würdest du geht ?

    Und Jahrzehnte Später werden wir gefragt, warum wir damals mitgemacht haben.
    (Und ich denke auch nicht dass dieser Kommentar hier lange Bestand hat)
    Nette Grüße

    Fabian Bosbach (Pseudonym)

  20. Ich kann das Gejammer einfach nicht mehr haben. Wir Alten, die alleine in ihren 4 Wänden leben und vereinsamen, müssen es auch ertragen, davon redet keiner. Wenn Ihr alles besser wisst und alles besser könnt, lasst Euch doch wählen. Keiner hat den Virus gewollt und keiner von uns hat ihn verschuldet. Wenn sich jeder an die Vorgaben halten würde, dann sehe es anders aus. Aber die Deppen, die zu vielen Hunderten aus allen Ecken des Landes zu Demos rennen und es im Anschluss im ganzen Land verteilen und auch noch durch das Grundgesetz geschützt sind, die sind sich keiner Schuld bewusst, weil ja Corona nur ein Hirngespinst ist.

  21. …in Köln gilt schon seit 21.3. die Vorlage eines Schnelltest beim Friseur und das Personal wird alle zwei Tage getestet….bei damals 100er Inzidenz…warum wird diese Maßnahme jetzt in Rhein-Berg nicht angepasst? Es handelt sich immerhin um eine körpernahe DL, die Personal und Kunde gefährden könnte….möchte man das Risiko eingehen und erstmal abwarten ??

  22. Gerne eine zusätzliche Anmerkung zum Kommentar von “Ralf”

    Wie ist die “gedankliche Struktur” von Herrn Stein nachzuvollziehen?

    Meine persönliche Einstellung ist, dass ich nicht jemanden veralbere, aber auch nicht veralbert werden möchte, was Herr Stein mit seinen “Erklärungen” sehr dezidiert in Realität umsetzt.

  23. Ausgangssperre ab 21 Uhr ob das bringt ?
    Die Leuten werden dann am Tag feiern anstatt Abend.

  24. Köln (Inzidenz 162) zieht heute die echte Notbremse mit Ausgangsbeschränkungen. Herr Santelmann eiert rum, öffent mit Testoption, schafft den Krisenstab ab, weil dessen Leiter das für unverantwortlich hielt und bremst nun so halb bei einer Inzidenz von 204? Wirklich? Ich glaube Herr Santelmann sollte mal seine Eignung für das Amt in Pandemiezeiten überdenken und zurücktreten.

  25. Täglich kommen unzählige Flieger in Köln-Bonn an. Aus Teheran, aus Ankara, aus allen möglichen Ländern. Vorgesehen ist, dass nur Menschen mit negativem Test (der angabegemäß höchstens zu 50% richtig ist) mitfliegen dürfen. Aus verschiedenen Quellen höre ich, dass das aber nicht immer der Fall ist. Die Osterferien sind vorbei. Tausende von Menschen kamen aus dem “Heimaturlaub” zurück. Aber unzählige Kinder werden weiter gequält, mit Abschottung, unangenehmen Tests etc. Warum werden nicht endlich einmal die wirklichen Hotspots angegangen?

  26. Geht Datenschutz vor Gesundheitsschutz – wo ist das Problem von Testungen im Klassenverband? Die Lehrer (und wir Eltern) bereiten die Kinder darauf vor. Solidarität und Eigenverantwortung kann man auch schon im Kindesalter lernen.
    Wir können die 3. Welle nur gemeinsam brechen.

  27. Das spricht mir aus der Seele.
    Wo sind die Rechte der Kinder auf Datenschutz. Wir Erwachsenen machen wenn dann überhaupt den Test alleine und die Kinder müssen mit allen anderen diese in der Klasse machen. Achtjährige ich vergaß ab Montag sind die Schulen ja dicht.
    Die Kinder sind keine Treiber der Pandemie aber hier kann der Staat einfach reinregieren was in der Wirtschaft leider nicht so einfach ist.

  28. Ist es wirklich der Plan den Kindern einen Spucktest zuhause zu verwehren und auf einen invasiven Test in der Schule zu bestehen, andernfalls den Kindern die Bildung zu versagen?
    Zum Vergleich, die selbe Sitaution in Unternehmen: Für Unternehmer ist eine Testpflicht i.d.R. nicht umsetzbar wegen gut nachvollziehbarer Rechte der Arbeitnehmer / Arbeitsschutz / Datenschutz et. .

    Fragen: Müssen Kinder mehr oder weniger Rechte und Schutz als Erwachsene erfahren? Gibt es für Kinder zugelassene Schnelltests? Gibt es Herstellerempfehlungen zu Schnelltestverfahren für die Verwendung an symptomfreien Kindern / Personen? Gibt es ein Recht auf Bildung? Wo steht das Recht auf Bildung im Rechtsgefüge – überhalb oder unterhalb der CoronaSCHverordnung?

  29. Das Corona Virus ist nur Nachts aktiv, und wenn das shoppen weg fällt, braucht man ja auch keinen Negativen Test… Insofern sinken die Zahlen und die Politik ist zufrieden. Und in den Supermärkten, Zeitschriftenhandel etc. pp gibt es eh kein Corona. Vor allem wenn sich dort wieder vermehrt zum Zeitvertreib aufgehalten wird. *ironiempdusaus* Die leidtragenden sind und bleiben die Kinder…. und viele andere Unternehmen. Es geht auch anders…

  30. Leverkusen muss nächste Woche noch Präsezunterricht machen, weil die Inzidenzen noch unter 200 liegen, in Köln gibt es bei 160 eine Ausgangssperre. Ich darf immer noch ohne Negativtest mit der KVB fahren und in den Supermarkt.
    Toll, die haben immer noch kein Konzept. So werden wir das noch bis zum Sommer haben.
    Wenn schon Lockdown, dann bitte richtig! Zwei, drei Wochen alles zu (auch Beschränkungen im Supermarkt) würde bestimmt mehr bringen. Leider hat man die Zeit um Ostern vertan – da wäre die Schulen eh zu gewesen.

  31. Was gilt denn jetzt???? Dieses ewige hin und her. Niemand blickt da richtig durch

  32. Zu “Am Dienstag, so Stein, habe die Lage das noch erlaubt, jetzt sei „das nicht mehr der Fall””. Stimmt Herr Stein, am Dienstag – also vor 2 Tagen – war ja überhaupt nicht abzusehen, dass die Inzidenz 2 Tage später über 200 liegt. Wie konnte denn das nur so schnell passieren ..?

  33. Nochmal Stop: wie konnte ich das unerwähnt lassen: die Eltern müssen (wie schon seit November) ihrem Arbeitgeber eine lange Nase zeigen und mal wieder einräumen dass sie nächste Woche mal wieder ihrem Nebenjob als Lehrer*innen nachgehen MÜSSEN. Entschuldigung lieber Arbeitgeber aber diese Woche habe ich mal wieder keine Dienstleistung für Sie.
    Zwischenzeitlich gammeln dann noch die ganzen Schnelltests, die ENDLICH bei den Schulen eingetrudelt sind, ungenutzt rum. Herzlichen Glückwunsch!!!!

  34. Ich fasse es einfach alles nicht mehr!!!!! 3 Wochen geschlossene Schulen liegen hinter uns und die Inzidenzen steigen und steigen. Worin liegt also die Begründung die Schulen weiterhin zu schließen???? Keiner der Politiker*innen – egal auf welcher Ebene – hat den Schneid sich diese Frage laut zu stellen und eine folgerichtige Entscheidung zu treffen. Stattdessen gilt für die Erwachsenen an ihren Arbeitsstätten weiterhin beinahe Normalität. Stop ich vergaß: natürlich nur wenn sie noch einen Arbeitsplatz haben (mein Mitgefühl allen bei denen das nicht so ist!!!!).