In Bergisch Gladbach laufen die Fäden für ein außergewöhnliches Buch zusammen. Darin werden unter dem Titel #Lockdownlyrik Kids Gedichte von Kindern veröffentlicht. Sie schreiben über ihre Erlebnisse während Corona. Das Buch ist der zweite Band einer Reihe mit Gedichten aus der Zeit der Pandemie.

Bei Manisha Crump-Otten in Bergisch Gladbach klappert derzeit regelmäßig der Briefkasten. Per Post erhält sie handgeschriebene Gedichte von vielen Kindern aus ganz Deutschland. Die Themen sind Corona und der Lockdown, Gedanken und Erlebnisse aus der Zeit der Pandemie.

Auch drei Kinder aus Bergisch Gladbach sind dabei. Sie folgten einem Aufruf des Berliner Lyrikers Fabian Leonhard. Per Instagram wendet er sich an Kinder und motiviert sie, ihre Corona-Erfahrungen aufzuschreiben: „Schick uns Dein Gedicht, wir posten es auf diesem Kanal.“

Damit nicht genug: Aus den besten Gedichten soll gar ein Buch mit den Werken der jungen Autoren entstehen. Titel: #Lockdownlyrik Kids. Das Buch wird frei verkäuflich erhältlich sein. Ein Euro des Verkaufspreises kommt der Kindernothilfe Karuna zugute.

Über 70 Gedichte

„Die Reaktionen waren erstaunlich. Wir erhielten über 70 Gedichte von schreibenden Kindern aus Deutschland und Österreich, auch dank der positiven Medienresonanz“, erklärt Manisha Crump-Otten. Sie hat zusammen mit vielen anderen Freiwilligen den Instagram-Kanal von #Lockdownlyrik Kids betreut, die Postings koordiniert und Infos zum Projekt an hiesigen Schulen verbreitet.

Nun sammelt sie die Gedichte und bereitet diese für die Veröffentlichung vor. Ehrenamtlich unterstützt sie – zusammen mit weiteren Lyrikfans – Fabian Leonhards Trabanten Verlag in Berlin, der das Buch herausgeben wird. Die Veröffentlichung des ungewöhnlichen Gedichtbandes ist Anfang Mai geplant.

Der Band gibt – so viel wird auf Instagram schnell klar – erhellende Einblicke in Kinder und ihre Wahrnehmung der Pandemie. Dieser Perspektivwechsel ist gut und wichtig. Denn er lenkt den Blick auf Aspekte der Pandemie, über die man in der mittlerweile vorhandenen Corona-Routine vielleicht schnell hinweggehen würde:

Gedicht von Lorin, 10 Jahre

#Lockdownlyrik Kids ist nicht der erste Band mit Poesie in der Pandemie. Seit einigen Wochen ist der Erstling #Lockdownlyrik auf dem Markt. Der Gedichtband wartet mit 100 Werken von 100 Lyriker:innen aus Deutschland auf. In diesem Fall jedoch ausgewachsene Literaten. Manisha Crump-Otten ist darin mit dem Gedicht „Nasenlochgalaxie“ vertreten.

Man kann den Band als Momentaufnahme einer Gesellschaft inmitten der Pandemie lesen. Die Texte entstanden, wie das Buch der Kids, nach einem Aufruf des Lyrikes Leonhard während des Lockdown.

Mit dabei sind u.a. namhafte Autoren wie Sybille Berg und Thomas Gsella. Und auch dieser Band steht im Zeichen des sozialen Engagements des Trabanten Verlages. Der Gewinn des Buches wird vollständig an die Berliner Obdachlosenhilfe gespendet.

Mitte Mai soll der Band als kostenloses Hörbuch erscheinen, eingesprochen von Student:innen und Lehrenden der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart.

Corona und Moneten

Die Antwort, was sich auf Corona reimt, hat übrigens die 11-jährige Julia bei #Lockdownlyrik Kids geliefert, ergänzt um weitere Gedanken:

„Hier gibt es das Corona,
und einen Menschen,
der heißt vielleicht Jona.
Der Mensch hat einen Impfstoff gefunden,
verkünden die heute mit Trompeten,
und jetzt kriegt er die Moneten.“

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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2 Kommentare

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  1. Corona verfolgt uns Tag und Nacht,
    wer hat sie nur wieder wach gemacht.
    Sie schlief doch friedlich in Syriens Erde,
    wer hat gedacht, dass sie nochmal leibhaftig werde.
    Heilig soll sie sein das freche Luder, doch das kann nicht sein,
    sie ist ein Schrecken und verursacht nur Elend, Tod und Pein.