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Die Industriellenvilla symbolisiert wie kein anderes Bauwerk die Blütezeit der Papierproduktion in Bergisch Gladbach. Schon immer war der Bau im Neorenaissance-Stil eng mit der Kultur verbunden – Maria Zanders hat es ihm in die Wiege gelegt. Da passt es, dass die Villa Zanders heute als Kunstmuseum reüssiert und einen zentralen Eckpfeiler im kulturellen Selbstverständnis der Stadt bildet. In unserer Serie #KulturMitteGL und in einer 360-Grad-Panoramatour können Sie die Villa erforschen – und erfahren alles über ihre Geschichte.

Um die Entstehung der Villa Zanders zu verstehen, muss man kurz in die Geschichte der Stadt Bergisch Gladbach und der Papiermacherfamilie Zanders zurück blicken. Im 19. Jahrhundert wird die aufstrebende Papierfabrik J.W.Zanders von Richard Zanders geleitet. Fest an seiner Seite steht seine Ehefrau Maria Zanders, geborene Johanny-Abhoë aus Hückeswagen. Sie genießt eine sehr gute Bildung, wird jung Witwe. 1870 übernimmt sie nach dem frühen Tod ihres Gatten die Leitung der Papierfabrik.

Das Wohnhaus der Familie Zanders befindet sich seiner Zeit auf der maroden Schnabelsmühle, umgeben von lauten Produktionsstätten der Papiermühle. Maria und Richard sprechen daher zu Richards Lebzeiten immer wieder über den Neubau eines Wohnhauses. Die Zustände auf der Schnabelsmühle sind mühsam, zudem wenig herrschaftlich und repräsentativ für das prosperierende Papierunternehmen.

Sie können über die blauen Punkte verschiedenste Perspektiven ansteuern, in der Luft und am Boden. Sie können die Ansicht drehen, Details heranzoomen und über die Symbole Bildergalerien, Videos und Infotexte öffnen. Auf diese Weise lernen Sie auch die aktuellen Ausstellungen in der Villa kennen. Ein Doppelklick öffnet und schließt eine Vollbildansicht. Gute Reise! 

Bürgerliches Selbstbewusstsein

Dies ist sicherlich mit ein Grund für Maria Zanders, bald nach dem Tod ihres Mannes den Neubau des Familiensitzes anzustoßen. Der Bau einer Fabrikantenvilla gilt seinerzeit als Zeichen eines erstarkenden, bürgerlichen Selbstbewusstseins. 1873 bis 1874 wird die Villa Zanders unter der Leitung der jungen Witwe als Ziegelbau errichtet.

Villa Zanders und Schnabelsmühle, Quelle: Stiftung Zanders

Und zwar nach den Entwürfen des Kölner Architekten Hermann Otto Pflaume. Der ist ein großer Name seiner Zeit. Zahlreiche Entwürfe für Villen, Stadt-, Wohn- und Geschäftshäuser stammen aus seiner Feder, fallen aber in großen Teilen dem Krieg zum Opfer. Heute sind unter anderem das Gerling-Gebäude in Köln, die Erweiterung am Schloss Morsbroich in Leverkusen sowie Grabdenkmäler an der „Millionärsallee“ auf dem Melatenfriedhof zu sehen, wo Pflaume selbst beerdigt ist.

Hinweis der Redaktion: Dieser Beitrag ist Teil einer Serie über die großen kulturellen Einrichtungen in Bergisch Gladbachs kultureller Mitte, verbunden mit einer 360-Grad-Panoramatour durch die Museen, Kirchen und Veranstaltungsorte in der City. Alle Beiträge finden Sie hier.

Die Villa Zanders ist Wohn- und Arbeitsort der Familie Zanders, gelegen inmitten einer stattlichen Parkanlage, die heute nur noch in Resten vorhanden ist. Der Park verbindet seinerzeit die Zanders- und Gohrsmühle mit der Unternehmervilla. Er ist weitläufig angelegt, beherbergt eine Büste von Marias Gatten Richard sowie einen malerischen kleinen See. Die Anlage des Parks geht auf den Gartendirektor Maximilian Friedrich von Weyhe aus Düsseldorf zurück.

Ansicht der Villa Zanders aus der Parkanlage heraus über den kleinen See, Fotograf unbekannt, 1910, Quelle: Stadtarchiv

Salons und Kapelle

Bemerkenswert: Die Villa bietet nicht nur Wohnräume und Salons für Empfänge. Maria Zanders lässt sich auch eine kleine Kapelle im ersten Stock des Gebäudes einrichten. Die Segnung erfolgt durch einen Schwager von Richard Zanders, Generalsuperintendent Dr. Moeller aus Magdeburg.

Die Kapelle selbst dient nicht nur dem Gebet. Sie ist vielmehr eine Art Zanderscher Schrein. „Sie war Stätte der Erinnerung an die verstorbenen Glieder der Familie Zanders“, schreibt der Biograf von Maria Zanders, Carl Jatho. Marmortafeln mit goldenen Lettern der Verstorbenen rufen Erinnerungen wach. Ein Schrank bewahrt die Briefe der Ahnen auf.

Soweit die intime Seite der Villa Zanders. Darüber hinaus schaffen repräsentative Hallen, die von Kunst nur so überquellen sollen, ausreichend Platz für unternehmerische wie kulturelle oder gesellschaftliche Aktivitäten.

Das Klavierzimmer von Max Bruch in der Villa Zanders heute. Foto: Thomas Merkenich

Hier probt der von Maria Zanders 1885 gegründete Cäcilienchor. Im Park finden Arbeiterfeste statt. Künstler gehen ein und aus. So wohnt der Kölner Komponist Max Bruch, der von Maria zeitlebens protegiert wird, in der Villa oder dem Igeler Hof, einem der weiteren Familiedomizile der Familie Zanders. In der Villa Zanders ist eigens ein Raum für ihn reserviert, das so genannten Klavierzimmer.

Die Festschrift „Bergisch Gladbach – ein Ort für Max Bruch“, herausgegeben von der Stiftung Zanders und dem Stadtarchiv Bergisch Gladbach zum Max Bruch Musikfestival 2013, beschreibt die Villa Zanders als Salon von „ästhetischer Gemütlichkeit“.

Die Villa Zanders in den 1920er Jahren. Foto: Stiftung Zanders

Treffpunkt für Kultur, Wirtschaft, Politik

Maria Zanders hält Hof in der Villa. Der Landschaftsmaler Carl Ludwig Fahrbach ist zu Besuch, ebenso wie Reichsgerichtspräsident Eduard von Simon, der Historiker Heinrich von Sybel oder die Dichterin Fanny Lewald. Auch der Bildhauer August Wittig, der Archäologe Ernst Ludwig Curtius sowie der Journalist Heinrich Kruse machen der Witwe ihre Aufwartung.

Kurzum: Kunst und Kultur, Politik und Gesellschaft geben sich in der Villa Zanders die Klinke in die Hand. Und natürlich muss das Interieur den Ansprüchen genügen:

So schmücken Nachbildungen des Sophokles aus dem Lateran sowie die Dresdner Herkulaneserin das erste Stockwerk des Bauwerks. Zeitgenossen berichten zudem von Kunst an den Wänden, Fotografien, Nachbildungen aus der Sixtinischen Kapelle.

Maria Zanders, das wird deutlich, knüpft an ihre frühen Lehrjahre an, sie schätzt Bildung und Kultur, umigbt sich mit dem was sie schätzt. All dies verweist, ohne es zu wissen, bereits auf die kommende Nutzung der Villa als Kunstmuseum. Rund 110 Jahre später.

Ansicht um 1900, Quelle: Stadtarchiv

Umbauten unter Hans Zanders

Maria Zanders lebt 30 Jahre in der Villa Zanders, bis zu ihrem Tod 1904. Nachdem das Haus ein paar Jahre leer steht, zieht ihr Sohn Hans mit der Familie ein. Er leitet die Papierfabrik und unternimmt „erhebliche“ Umbauten im Inneren, wie in der Chronik der Kunstmuseums zu lesen ist.

So wird das alte Treppenhaus abgerissen und durch eine hölzerne Variante ersetzt. Sie ragt lediglich bis in das erste Geschoss hinein. Der Haupteingang kommt auf die Ostseite, die Eingangshalle wird nach oben offen gestaltet.

1910 bis 11 kommt es zum Umbau des mit einer Kuppe versehenen Wintergartens, die Räume im Erdgeschoss werden durch die Kölner Möbelschreinerei Pallenberg renoviert. Viele Zierelemente wie Segmentgiebel oder Ziervasen und Dachgiebel verschwinden. Im Inneren macht sich ein Stilpluralismus breit.

Olga Peltzer, Witwe des 1915 verstorbenen Hans Zanders, lebt bis 1932 in dem Gebäude. Die Zanders ziehen in das Stadthaus an der Ecke Odenthaler Straße, dem langjährigen Sitz der Stiftung Zanders – bekannt als Kulturhaus Zanders.

Ansicht des Fotografen Vinzenz Feckters, Quelle: Stadtarchiv

Sitz des Landratsamtes

Olga Zanders verkauft die Villa an den Rheinisch-Bergischen Kreis, der seinerzeit neu gegründet wird. Von 1933 bis 1971 ist es Sitz der Kreisverwaltung, und NSDAP-Funktionär Julius Mennicken erster Landrat mit Amtssitz in der Villa Zanders. Er soll nach Weisungen des Kreisleiters der NSDAP, Walter Aldinger, agiert haben.

Erster Landrat des 1932 gegründeten Rheinisch-Bergischen Kreises war indes Matthias Eberhard, wenn auch nur kurz. Denn dieser bat kurz nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten um Versetzung in den Ruhestand. Er wurde zum 1. Mai 1933 von seinem Posten entbunden.

Die erste Amtshandlung von Mennickens, seinem Nachfolger, ist der Einzug in die Villa Zanders. Mennicken ist bereits seit 1929 Mitglied der NSDAP und Kreisleiter in Köln. Der Bezug der Fabrikantenvilla soll pompös vonstatten gegangen sein, als Höhepunkt einer „Braunen Woche“, wie Wolfgang Vomm schreibt. Mit SA-Formationen vor dem Rathaus und einem Festakt im Mariensaal des Bergischen Löwen.

Soweit das dunkle Kapitel der Villa. Die Behörde wird mit der Zeit größer, was entsprechenden Raumbedarf nach sich zieht. Im Nordwesten der Villa entsteht ein Kreishaus, dies aber auch nur als Übergangslösung. Denn der Kreis wechselt 1971 in das neue Kreishaus am Rübezahlwald.

Durch einen Grundstückstausch mit dem Kreis geht die Villa in den Besitz der Stadt über, Verträge hierzu waren bereits im Mai 1967 geschlossen worden. Das ehemalige Kreishaus gegenüber der Villa wird zum „Stadthaus“ der Kommune.

Abriss der maroden Villa?

Der Zustand der Villa Zanders Anfang der 1970er Jahre ist marode, vom herrschaftlichen Glanz ist nur noch wenig übrig. Der Park ist durch den Straßenbau für den wachsenden Verkehr längst zerstückelt und zerschnitten. Pläne, die Villa Zanders zugunsten eines Neubaus für kulturelle Zwecke bzw. einem Theaterbau abzureißen, werden nach Protesten namhafter Bürger indes verworfen.

Vielmehr ziehen Kultur- und Verwaltungsamt 1972 in das „Stadthaus Altbau“ ein, wenn auch nur vorübergehend. Verschiedene Sammlungen wie die städtische Fossiliensammlung oder Teile der Stiftung des Malers Walter Lindgens schlüpfen unter das Dach der Villa, die Entwicklung zum Kulturhaus nimmt langsam ihren Anfang.

1974 erfolgt eine Teilsanierung der hundertjährigen Villa. Die Stadt will in punkto Kultur eigene Akzente setzen, heißt es in der Bergisch Gladbacher Stadtgeschichte. Und so finden ab 1974 sporadisch erste Ausstellungen in der Fabrikantenvilla statt. Zu den ersten Schauen gehören Fossilien, Sehenswertes aus dem Altenberger Dom-Verein oder aus dem Nachlass Lindgens.

Wiederauferstehung als Städtische Galerie

Von 1985 bis 1992 wird die Villa Zanders in zwei Bauabschnitten für 4,5 Millionen DM saniert, nachdem das Gebäude bereits 1982 unter Denkmalschutz gestellt wird. 2005 soll die Sanierung der Fassade ihren Abschluss finden.

Die Sammlungen und Archive müssen für die Renovierung weichen. 1992 erfolgt dann die Wiedereröffnung als „Städtische Galerie Villa Zanders“. Der Altbau ist auferstanden, hat sich gehäutet, und kehrt nun endgültig zu seinen Ursprüngen als Kulturhaus zurück. Ab diesem Zeitpunkt nutzt man die Villa Zanders, um überregional mit moderner Kunst zu punkten.

Erdgeschoss und der erste Stock bilden die Ausstellungsräume. Hierzu hat man Aufzüge eingebaut und eine moderne Treppe installiert. Die Büros der Städtischen Galerie befinden sich im Dachgeschoss.

Fokus Papier: Das Kunstmuseum Villa Zanders hat sich mit der Fokussierung auf den Werkstoff Papier einen ausgezeichneten Ruf in der Kunst- und Kulturszene erarbeitet. Reiner Ruthenbeck, Weißer Papierhaufen 1978-79, 600 Blatt Papier, geknüllt, H: 100 cm, D: 300 cm, Leihgabe Stiftung Kunstfonds, © VG BILD-KUNST Bonn, 2020

Kunst aus und mit Papier

Im Fokus der Aktivitäten steht Kunst aus und mit Papier. Ein kluger Schritt: Auf diese Weise werden die Historie der Villa Zanders, seine Erbauer sowie die Geschichte der Papiermacherstadt eng mit einem spannenden Thema in der Kunst verknüpft.

Papier mit und aus Kunst: Das Thema bietet Entwicklungspotential auch für ein kleines Kunstmuseum mit geringem Ankaufetat. An letzterem hat sich freilich bis heute – leider – nicht viel geändert.

Im Erdgeschoss ist spätromantische Malerei der Düsseldorfer Schule zu finden. Eine Reminiszenz an die Erbauerin der Villa Zanders. Maria förderte nicht nur Kultur und kulturelle Bildung. Sie malte auch selbst. Eine gewisse Berühmtheit erlangte ihr 26-teiliger Zyklus von alttestamentarischen Landschaften. Es sind Kopien von Werken Johann Wilhelm Schirmers, die sie unter Anleitung des Schirmers-Schülers Carl Ludwig Fahrgbach in der Düsseldorfer Kunsthalle kopierte.

Seit 1906 befinden sich die Arbeiten im Ratssaal des Rathauses. Sie weisen eine passable Fertigkeit der Künstlerin auf, bedenkt man die sonstigen Aktivitäten der umtriebigen Papierfabrikantin. Spannendes Detail: Nur im Ratssaal ist der Bilderzyklus in seiner Gesamtheit zu erleben. Die Originale sind leider auf zwei Museen verteilt.

Von der Galerie zum Kunstmuseum

Am 1. September 2012 übernimmt Petra Oelschlägel die Leitung des Hauses, das 2014 in Kunstmuseum Villa Zanders umbenannt wird. Es widmet sich mit bemerkenswerten Ausstellungen internationaler Gegenwartskunst, zu denen umfassende Kataloge erscheinen. Ein Begleitprogramm mit Führungen oder Formaten wie „Dialog mit dem Original“ bieten Anknüpfungspunkte für die Besucher.

Die Reihe Ortstermin stellt regionale Künstler in den Fokus. In der Artothek können Interessenten Original-Kunstwerke ausleihen und zuhause etwas „Luxus auf Zeit“ genießen.

Konzerte, Vorträge, Lesungen, Diskussionen sowie museumspädagogische Angebote für Kinder runden das vielfältige Angebot ab, das mit einem erstaunlich kleinen und umso kreativeren Team auf die Beine gestellt wird.

Einzigartige Sammlung rund um Papier

Ganz zentral ist zudem die Sammlung der Villa Zanders von Kunstwerken, die sich dem Werkstoff Papier in all seinen Facetten widmet. Der Aufbau der Sammlung begann in den 1980er Jahren und umfasst rund 500 Arbeiten international renommierter Künstler wie Jac Leirner, Monika Grzymala, Christo, John Cage, Mischa Kuball, Simon Schubert oder Jenny Holzer. Die Spezialisierung der Sammlung ist in dieser Form einzigartig. Die Arbeit des Museums wird unterstützt durch den Galerie und Schloss-Verein.

Mit einer exklusiven Ausstellung zu 100 Jahren Beuys reiht sich das Kunstmuseum Villa Zanders ein in die internationale Würdigung dieses großen deutschen Künstlers. Joseph Beuys vor der Kunstakademie Düsseldorf bei der Arbeit an den Intuitionskisten. Joseph Beuys © VG Bild-Kunst, Bonn 2021 Foto: Nino Barbierei, 1970er Jahre

Exklusivität für alle

Der Stellenwert des Hauses in der nationalen und internationalen Kunst- und Ausstellungsszene ist enorm. Umso mehr verwundert es, dass in Zeiten klammer Kassen in der Politik der Ruf nach einem Verkauf des Hauses an private Investoren laut wurde. Ein Vorschlag, der nur auf Unkenntnis der Bedeutung des Kunstmuseums beruhen kann.

Wolfgang Vomm, früher Leiter des Kunstmuseums, über den Stellenwert der Villa Zanders: „Sie ist ein bedeutsames stadtgeschichtliches Architektursymbol für die Anfänge und das wachsende Selbstverständnis bürgerlicher Kultur in Bergisch Gladbach.“

Die Besucher seien Menschen, die sich dieser Tradition bewusst seien und sich ihrer verpflichtet fühlen. „Es ist „ihr“ Haus geworden. Es bietet heute „Exklusivität für alle“ und ist damit Spiegel der gesellschaftlichen Entwicklung.“ (Vomm, Die Villa Zanders, S. 192)

Infos zu aktuellen Ausstellungen und Begleitprogrammen finden Sie auf den Webseiten des Kunstmuseums Villa Zanders.

Bildmaterial mit freundlicher Unterstützung des Stadtarchivs Bergisch Gladbach.

Quellen zur Geschichte der Villa Zanders

Albert Eßer, Bergisch Gladbacher Stadtgeschichte, Herausgegeben im Auftrag der Stadt Bergisch Gladbach, 2006

Hildegard Neuhauser, Musikpflege in Bergisch Gladbach im 19. Jahrhundert – die Unternehmerin Maria Zanders und der Komponist Max Bruch, Verlag Burkhard Muth, 2004

Wolfgang Vomm, Die Villa Zanders, Von der Fabrikantenvilla zur städtischen Kunstgalerie, 2006

Michael Werling, Bergisch Gladbach, Geschichte einer Stadt im Spiegel ihrer Baudenkmäler, Herausgeber: Stadt Bergisch Gladbach und BGV Rhein Berg, 2019

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Holger Crump

ist freier Journalist und vielseitig interessierter fester Mitarbeiter des Bürgerportals.

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4 Kommentare

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  1. Ich begrüße die nachträgliche Erweiterung des Artikels um die Geschichte des Hauses in der NS-Zeit nach meinem Hinweis, lieber Herr Crump. Ein transparenter Hinweis auf diese Änderung wäre ein journalistisch sauberer Stil.

  2. „Von 1933 bis 1971 ist es Sitz der Kreisverwaltung, mit Julius Mennicken als erstem Landrat.“

    Unerfreuliches wird in GL erfahrungsgemäß gerne ausgeblendet, daher hier einige fehlende Informationen:

    1933-1945 war die Villa Zanders der Amtssitz des berüchtigten NSDAP-Kreisleiters Aldinger. Aldinger, ein Nazi der ersten Stunde, war vor der sog. „Machtergreifung“ ein subalterner „Schmiermaxe“ bei Zanders gewesen.

    Von seinem neuen Amtssitz aus hatte der frischgebackene braune Bonze (oder auch Goldfasan) freien Blick auf seine vormalige Wirkungsstätte, samt einigen der zahlreichen Zwangsarbeiterlager der Fa. Zanders.

    Die Villa Zanders war neben Rathaus und „Braunem Haus“ (beim heutigen Löwencenter) sowie Orten wie dem heutigen Gronauer Wirtshaus eines der Machtzentren des Nationalsozialismus in Bergisch Gladbach.

    Das mir keinem Wort zu erwähnen ist schon ein starkes Stück.

    Oder soll die nonchalante Zusammenfassung „von 1933 bis 1971“ etwa die beschämenden Kontinuitäten zwischen NS-Zeit und bis heute fortdauernder Stadtgeschichte satirisch andeuten…?