Stephan Muhl (Regionaldirektor Rhein-Berg), Anja Edelhoff (Pflegedirektorin), Dr. Gereon Schiffer (Chefarzt Unfallchirurgie, Ärztlicher Direktor VPH), Katrin Aulenkamp (Kfm. Direktorin), Dr. Stefan Machtens (Ärztlicher Direktor MKH), Dr. Christian Piroth (Chefarzt Orthopädie), Prof. Sebastian Hoffmann (Chefarzt Allgemein- und Viszeralchirurgie). Foto: GFO

Zwei weitere Fachbereiche konzentrieren die GFO Kliniken an einem Standort: die Orthopädie und Unfallchirurgie am Vinzenz Pallotti Hospital in Bensberg, die Allgemein- und Viszeralchirurgie im Marien-Krankenhaus in Gladbach. Dort arbeiten dann größere Teams, die besser als zuvor in der Lage seien, die immer komplexeren Operationen auf hohem Niveau durchzuführen und Spezialisierungen anzubieten.

Vor gut fünf Jahren waren das Marien-Krankenhaus (MKH) in Gladbach und das Vinzenz Pallotti Hospital (VPH) unter dem Dach der GFO Kliniken Rhein-Berg zusammengeführt worden; mit der Zusammenlegung der beiden großen chirurgischen Abteilungen an jeweils einem Standort geht jetzt der letzte große Schritt der Fusion über die Bühne. Dafür gebe es politische und wirtschaftliche Gründe, aber eben auch medizinische, erläuterten am Mittwoch die beteiligten Chefärzte und Direktor:innen der Kliniken bei einem Pressegespräch.

Vier Krankenhäuser gibt es im Rheinisch-Bergischen Kreis, die alle vier nicht allzu groß sind und ähnliche Leistungen anbieten. Da sei es nicht nur politisch gewollt, sondern auch sehr sinnvoll, die Fachabteilungen der beiden GFO Kliniken zusammenzulegen, sagt Gereon Schiffer, Chefarzt der Unfallchirurgie und Ärztlicher Direktor des VPH.

Nach dem Umzug der Orthopädie und Unfallchirurgie aus dem MKH nach Bensberg gibt es dort nun ein Team von zwei Chefärzten, sieben Oberärzten und 18 Assistenzärzten an einem Ort – was es in dieser Größe nur an sehr großen Krankenhäusern oder Unikliniken gebe. Was aber auch gebraucht werde, um den 24-Stunden-Dienst gut besetzen und bei den immer komplexeren, immer spezialisierteren Operationen eine hohe Qualität bieten zu können.

Das gleiche gelte für die Allgemein- und Viszeralchirurgie, die ab Oktober mit einem Chefarzt sowie jeweils sechs Ober- und Assistenzärzten im MKH konzentriert ist, ergänzt Chefarzt Sebastian Hoffmann.

Gerade in der Chirurgie des Bauchraums werde sehr aufwendige Technik eingesetzt, zudem sei hier eine enge Zusammenarbeit von Spezialisten am OP-Tisch sehr hilfreich – und aus großen Teams heraus viel besser zu leisten, erläutert Hoffmann.

Die Strukturreform helfe dabei, die ärztliche Expertise im Kreis zu halten, guten Nachwuchs zu rekrutieren und die Spezialisierungen weiter auszubauen. Mit dem Darmzentrum am MKH sei der erste Schritt dazu bereits vor zwei Jahren erfolgt.

Notdienst bleibt an beiden Standorten erhalten

In Zukunft werden alle geplanten Operationen am jeweiligen Schwerpunkt-Standort durchgeführt. Am jeweils anderen Standort werde aber auch weiterhin ein Notdienst verfügbar sein, betonen die Chefärzte. Auch für Notoperationen seien weiterhin beide Kliniken gerüstet, die bei Bedarf durch Kräfte aus dem Hintergrunddienst verstärkt werden.

Das neue System sei mit den niedergelassenen Ärzten und vor allem mit den Rettungsdiensten abgestimmt. Sie sollen die Notfallpatienten entsprechend den neuen Zuständigkeiten aufzuteilen, in dringenden Fällen aber dennoch das nächstgelegene Krankenhaus anfahren.

Hintergrund der Konzentration sind auch gesundheitspolitische und damit wirtschaftliche Gründe. Das Land NRW nehme eine Vorreiterrolle ein und wolle für weitere Bereiche Mindestmengenregeln einführen: Nur diejenigen Kliniken, die eine bestimmte Anzahl von OPs in einem bestimmten Bereich durchführen, dürfen diese Leistung überhaupt noch anbieten.

Vor dem Hintergrund, dass viele Operationen inzwischen hochspezialisierte Geräte und Ärzte erfordern, mache das aber auch medizinisch Sinn, sind sich die GFO-Chefärzte einig. Unter dem Strich werde sich die Versorgung im Kreis damit verbessern. Damit verbinde sich die Hoffnung, dass weniger Patienten aus Rhein-Berg zu Operationen nach Köln abwandern.

Hintergrund: GFO steht für Gesellschaft der Franziskanerinnen zu Olpe, die knapp 70 Einrichtungen mit mehr als 12.000 Mitarbeitenden umfasst. Dazu gehören neun Krankenhäuser, Einrichtungen der Alten-, Kinder- und Jugendhilfe und Bildung. Gesellschafter sind die Franziskanerinnen von der ewigen Anbetung e. V. Olpe und die Maria Theresia Bonzel-Stiftung. Die Gründungsgeschichte der GFO ist eng verbunden mit Franz von Assisi. Sein respektvoller Umgang mit der Schöpfung und mit den Menschen hatte auch Maria-Theresia Bonzel inspiriert. Sie gründete 1863 die Ordensgemeinschaft der Olper Franziskanerinnen.

Die eingeübte Kooperation mit der dritten Klinik in Bergisch Gladbach, dem Evangelischen Krankenhaus (EVK), werde durch die Neuordnung nicht eingeschränkt; die enge Zusammenarbeit – zum Beispiel in Form der wöchentlichen gemeinsamen Tumorkonferenzen – werde fortgesetzt, sagt Stefan Machtens, Chefarzt der Urologie und Ärztlicher Direktor des MKH.

Mit der großen Umstellung am 1. Oktober schließe die GFO die Zusammenlegung nun weitgehend ab, erklärt Stephan Muhl, der GFO Regionaldirektor Rhein-Berg.

Andere Bereiche, wie die Anästhesiologie und Intensivmedizin unter Leitung von Chefarzt Thorsten Löhr und zuletzt die Innere Medizin unter der Leitung des Neuzugangs Serhat Aymaz, werden bereits seit einiger Zeit standortübergreifend von einem Chefarzt geführt. Andere Abteilungen, wie die Urologie (MKH) oder Gynäkologie (VPH) waren ohnehin schon an einem Ort konzentriert.

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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