Teilnehmer des ACLS-Fortbildungskurses nach dem Modell der American Heart Association (AHA); Foto Daniel Beer

In Deutschland erleiden jedes Jahr mehr als 60.000 Menschen einen Herz-Kreislauf-Stillstand. Damit im Notfall jeder Handgriff sitzt absolvieren Ärzte und Pflegekräfte des Evangelischen Krankenhauses Bergisch Gladbach einen Kurs für Akut- und Notfallmedizin nach einem weltweiten Standardverfahren. Alle Teilnehmer haben die Prüfung bestanden.

In Deutschland erleiden jedes Jahr mehr als 60.000 Menschen einen Herz-Kreislauf-Stillstand. Laut Bundesgesundheitsministerium überleben nur zehn Prozent der Betroffenen solch einen Notfall. Während der Bürger vor allem die Grundlagen der Laienreanimation kennen und beherrschen sollte, um im Notfall helfen zu können, gibt es für die Profis aus dem Gesundheitswesen die sogenannten erweiterten Maßnahmen im Rahmen einer Reanimation: Advanced Cardiac Life Support – kurz ACLS.

Am Evangelischen Krankenhaus Bergisch Gladbach (EVK) absolvierten kürzlich Ärzte und Pflegekräfte aus den Bereichen Anästhesie- und Intensivmedizin sowie der Notfallambulanz einen ACLS-Fortbildungskurs nach dem Modell der American Heart Association (AHA). Ziel ist es, feste Teams für Wiederbelebungsmaßnahmen innerhalb des Krankenhauses zu bilden, in denen die einzelnen Funktionen von vorneherein klar verteilt sind.

„Es geht um feste Aufgaben und Abfolgen für jeden an der Reanimation Beteiligten, die in regelmäßigen Abständen trainiert und überprüft werden“, erklärt Dr. med. Benjamin Stüttgen als Leiter der Zentralen Notaufnahme des EVK.  

Im Unterschied zur Laienreanimation durch nicht medizinisch ausgebildete Helfer umfassen die erweiterten Reanimationsmaßnahmen etwa das Legen von Kathetern, die Verabreichung von Medikamenten, Atemwegssicherung und den Einsatz eines Defibrillators. „Studien haben gezeigt, dass ein trainiertes Standardvorgehen bei kritisch kranken Patienten die Überlebenswahrscheinlichkeit signifikant steigert“, so Dr. Stüttgen.

Neben Herzinfarkten kann das Modell auch bei weiteren lebensbedrohlichen Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Schlaganfällen oder neurologischen Notfällen angewandt werden. 

Für die Weiterbildung mussten die Teilnehmer zunächst ein umfangreiches E-Book durcharbeiten und anschließend einen zweitägigen Praxiskurs unter der Leitung von Dr. Stüttgen absolvieren. Dafür waren extra zwei Ausbilder vom Lehrinstitut für präklinische Rettungsmedizin in München nach Bergisch Gladbach gekommen. Die Abschlussprüfung wurde von allen Teilnehmern bestanden.

„In Zukunft möchten wir auch eigene Ausbilder im Haus qualifizieren und unsere Notaufnahme einheitlich vernetzten“, sagt Stüttgen. Rettungsdienst und Feuerwehr in der Region hätten bereits Interesse an gemeinsamen Fort- und Weiterbildungen bekundet. „Wir alle streben eine strukturierte Zusammenarbeit entlang der Rettungskette an, bei der im Notfall jeder Handgriff sitzt.“

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