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In der Grundschule Kippekausen in Refrath ist die alte Heizung ein weiteres Mal ausgefallen, das neue Jahr startet in Distanz. Darauf weist die Schulpflegschaft hin und fordert den Bürgermeister in einem offenen Brief auf, rasch für eine Lösung zu suchen. Die Pandemie, so die Elternschaft, habe indirekt zur Misere beigetragen, ein Einsatz mobiler Luftfilter hätte helfen können.

Nach Angaben der Schulpflegschaft ist die Heizung der GGS Kippekausen im vergangenen Jahr bereits mehrfach ausgefallen, zuletzt am 23. Dezember. Bemühungen in den Ferien, sie wieder ans Laufen zu bringen, seien gescheitert. Daher beginne das neue Jahr für die Grundschüler:innen im Distanzunterricht, heißt es in einem am offenen Brief an Bürgermeister Frank Stein.

Nach Ansicht der Schulpflegschaft habe die Pandemie das Problem verschärft: die alte Anlage müsse ständig unter Volllast laufen, um das ständige Lüften zu kompensieren. Dennoch müssten sich die Schüler:innen im Winter „ausgerüstet wie arktische Entdecker“ in den Klassenräumen sitzen.

Nach Angaben der Eltern hat die Stadtverwaltung angekündigt, dass der Präsenzunterricht am Dienstag wieder aufgenommen wird; dem trauen sie aber nicht. Daher fordern sie den Bürgermeister auf, rasch für eine Alternativelösung zu sorgen. Sie schlagen vor, sofort ausreichend mobile Heizungkörper aufzustellen, oder für ein Ausweichquartier zu sorgen.

Der offene Brief wurde am Sonntagabend verschickt, Reaktionen des Bürgermeisters liegen daher noch nicht vor.

Wir dokumentieren den offenen Brief im Wortlauf:

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Stein,

am Freitag, 7. Januar, erreichte uns Eltern der GGS Kippekausen die unerfreuliche Nachricht, dass der erste Schultag am Montag 10.1., in Distanz stattfinden wird. Hatte die Kultusministerkonferenz nicht gerade erst die Aufrechterhaltung des Schulbetriebs als systemrelevant betont? Ja, hatte sie. Der Grund für die Schulschließung der GGS Kippekausen hat mit Corona wenn dann nur indirekt zu tun: Die Heizung ist kaputt.

Immer noch? Auch am Donnerstag, den 6. Januar, funktionierte die Heizung nicht. Die Bemühungen, den Schaden durch eine Durchspülung zu beheben, waren wohl gescheitert. Eltern, deren Kinder in die Ferienbetreuung gingen, wussten das. Sie waren von durchgefrorenen OGS-Erzieherinnen und Erziehern inständig gebeten worden, ihre Kinder am Freitag, wenn möglich, selbst zu betreuen.

Nicht, dass es etwas Neues wäre. Die Heizung der GGS Kippekausen ist in diesem Schuljahr schon mehrfach ausgefallen, so am 6. und am 7. Oktober und erneut kurz vor den Weihnachtsferien. Ein Austausch einer Pumpe der Heizungsanlage am 23. Dezember brachte offensichtlich keinen Erfolg.

Weil mobile Luftfilter bislang fehlen, sind die Fenster während des Schulbetriebs quasi immer geöffnet. Die Anschaffung der Geräte durch die Stadt Bergisch Gladbach ist seit 05.10.2021 beschlossene Sache und sie sollen wohl auch bald aufgestellt werden. Der rechtzeitige Einsatz mobiler Luftfilter hätte aber möglicherweise die Lebensdauer der Heizung in die warme Jahreszeit hinaus verlängert, weil man dann eben nicht so häufig und lang lüften müsste. 

Ja, die rheinischen Winter sind mild, bei Temperaturen von vier Grad im Klassenzimmer so wie vor den Weihnachtsferien macht Lernen trotzdem keinen Spaß. Auch wenn unsere Grundschulkinder, ausgerüstet wie arktische Entdecker, im Unterricht sitzen mit ihren zusätzlichen Schals, Ponchos und Fellpantoffeln.

Es sollte keinen überraschen, dass eine marode, alte Heizung, die in Volllast läuft, auf Dauer in die Knie geht. Außerdem: Wie hoch sind eigentlich die Heizkosten? Und, klimafreundlich sieht anders aus. Aber das nur nebenbei.

Wir Eltern fordern Sie, sehr geehrter Herr Bürgermeister Stein, dazu auf, umgehend für eine Lösung zu sorgen. Sie haben es versprochen: Die über Jahrzehnte auf Verschleiß gefahrenen Schulen in Bergisch Gladbach sind Ihre Priorität Nr. 1.

Wir Eltern haben große Sorge, dass die Heizung nicht, wie angekündigt, am zweiten Schultag wieder laufen wird. Und dass somit weitere Tage Distanzunterricht drohen, die nicht coronabedingt sind. Das darf nach insgesamt sieben Monaten Homeschooling in 2020 und 2021 und ohnehin stets drohender Quarantäne im Falle von Coronainfektionen einfach nicht sein!

Wir fordern Sie dringend dazu auf, einen Plan B zu entwerfen, zum Beispiel indem Sie sicherstellen, dass eine ausreichende Anzahl mobiler Heizkörper für den zweiten Schultag zur Verfügung steht, die unser Stromnetz nicht überfordern oder aber indem Sie unserer Schule zeitnah ein Ausweichquartier stellen, in dem sicherer Präsenzunterricht ersatzweise stattfinden kann. 

Denn: Distanzunterricht in der Grundschule ist keine Alternative zu Präsenzunterricht, sondern eine Notlösung. 

Denn: Unsere Kinder kämpfen immer noch darum, ihre coronabedingten Lernlücken wieder aufzuholen. 

Denn: Umfragen zeigen, dass Homeschooling vor allem Mütter überproportional belastet, weil es häufig sie sind, die ihre Berufstätigkeit zurückstellen, mit langfristigen Folgen.

Sehr geehrter Herr Stein, wir fordern Sie auf: Ermöglichen Sie unseren Grundschulkindern sicheren Präsenzunterricht. Sie haben ein Recht auf Bildung! Nicht zuletzt – nur wenn unsere Kinder zur Schule gehen können, haben wir, ihre Mütter und Väter, auch die Möglichkeit, unserer Berufstätigkeit gewissenhaft und engagiert nachzugehen und das Einkommen für unsere Familien zu sichern. Dafür zählen wir auf Sie.“

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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6 Kommentare

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  1. @Drucker: Es stimmt, wir Eltern nutzen meist das Wort „Homeschooling“ statt „Distanzunterricht“. Damit meinen wir selbstverständlich und glücklicherweise von der Schule angeleitetes Lernen. (In den Grundschulklassen meiner Kinder besteht dies beispielsweise aus 20 Minuten Online-Konferenz morgens und 15 Minuten mittags. Dazwischen gibt es noch ein Zeitfenster, in dem die Kinder ihre Lehrerin erreichen können.) Das ist gut und wichtig, aber da es sich um sechs bis zehnjährige Kinder handelt benötigen / beanspruchen sie in der Zeit dazwischen (also die meiste Zeit) beim „Lernen auf Distanz“ oft engmaschige Betreuung (zumindest meine und die meines Freundes- und Bekanntenkreises). Zudem sind sie weniger motiviert als im Präsenzunterricht und vermissen das soziale Miteinander.

  2. Luftreiniger (Scrubber) senken die Aerosol/BViren-Belastung innerhalb kürzester Zeit um mehr als 90%. Dementsprechend sind alle Räume der Landesregierung in Düsseldorf, wo mehrere Menschen zusammen sitzen, mit Luftfiltern ausgestattet. Wann passiert das endlich in den Schulen? Ist die Gesundheit unserer Kinder so wenig wert?

  3. @A. Wilden: Das Geld kommt aus zwei verschiedenen Töpfen und es sind unterschiedliche Fachabteilungen damit befasst. Man kann also das eine tun, ohne das andere zu lassen. Das sollte man allerdings dann auch.

    Grundsätzlich: Anscheinend werfen die Eltern hier Begriffe durcheinander. „Homeschooling“ (oder auf deutsch: Hausunterricht) bezeichnet Unterricht, der zu Hause unabhängig von der Schule und ohne deren Einfluss stattfindet – in der Regel in Ländern, in denen es keine Schulpflicht gibt oder in denen davon dispensiert werden kann.

    Was hier gemeint ist, ist wohl Distanzunterricht, der unter Leitung und Verantwortung der Schule stattfindet.

  4. Es fehlt an Geld und Willen. Beides wird lieber wegen beim Einrichten von Fahrradstrassen verbraucht.

  5. Bitte um schnelle Lösung!! Kinder müssen in die Schule, sonst steht mein Job auf der Kippe!!!