Titia Tournois vertreibt Wunscharmbändchen. Und hatte eine Idee: Mit blau-gelben Friedensarmbändchen sammelt sie seither Spenden für Opfer des Ukraine-Krieges. Unterstützt wird sie von einer internationalen Runde von Frauen aus Bergisch Gladbach. Die Bändchen werden mittlerweile weltweit versandt. Und ermöglichen stillen Protest an Orten, wo demonstrieren verboten ist.

„Als der Krieg begann, war ich gerade dabei Wunscharmbänder für meinen Onlineshop zu basteln. Da dachte ich: Ich wünsche mir nur eines, der Krieg muss sofort aufhören.“

Titia Tournois wohnt in Bergisch Gladbach. Und hat Verwandte in der Ukraine. „Ein Cousin mit zwei Söhnen, die nicht ausreisen dürfen.“ Ich muss was tun, dachte sie, und begann zu basteln.

Titia Tournois (links) mit einer Helferin und vielen blau-gelben Bändern, aus denen die begehrten Friedensarmbänder werden

Internationales Bastelteam

Vor fünf Tagen ging es los. Seither sind bereits Hunderte blau-gelbe Friedensarmbändchen entstanden. Unterstützt wird sie von der Initiative „Being global“, einem Zusammenschluss von Frauen aus verschiedenen Nationen, die hier in Bergisch Gladbach leben. „Meine Helfer:innen stammen aus Frankreich, Italien und Australien, ich selbst aus den Niederlanden.“

In Bergisch Gladbach können die Bändchen in der Osteria Del Corso in der Odenthaler Straße sowie bald auch im Büggel – unverpackt gekauft werden, für fünf Euro das Stück. Weitere Verkaufsstellen sind in Vorbereitung und kommen demnächst dazu.

Eine Übersicht über die Bezugsquellen findet sich auf Titias Webseite. Dort können die Friedensarmbänder auch online bestellt werden.

Mitglieder von „Being global“ unterstützen Titia Tournois bei der Produktion

Versand in die USA, Schweiz, Dubai

„Es gibt Bestellungen aus den USA und der Schweiz. Und aus Dubai“, erzählt Titia Tournois. Dorthin seien 30 Stück versandt worden. Es sei etwas ganz besonderes: „In Dubai ist demonstrieren verboten. Die Bändchen sorgen mithin für stillen Protest in dem Land!“

In Deutschland habe man die Friedensbringer bereits nach Berlin, Potsdam und Leipzig versandt. Täglich kommen neue Orte hinzu.

Die Einnahmen werden abzüglich Postversand komplett gespendet. „Das Material kaufen wir aus eigener Tasche“, so Tournois. Unterstützt wird der Deutsch-Ukrainische Verein Blau-Gelbes Kreuz e.V. in Köln.

Dort packt Titia, die beruflich Prozess-Optimiererin ist, seit heute auch in der Organisation mit an. „Hier freut man sich über die Aktion. Aber auch ohne Kauf eines Bändchens sind Spenden jederzeit willkommen!“

Update 14. März 2022:
Kaufen kann man die Friedensarmbändchen nun auch im Edeka in Sand. Die Osteria Del Corso hat ab dem 16. März 2022 wieder Nachschub verfügbar.
Nach Auskunft von Titia Tournois sind von den 1.000 produzierten Armbändern bereits 700 verkauft worden. Eine neue Aktion ist in Planung.

Holger Crump

ist Reporter und Kulturkorrespondent des Bürgerportals.

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