Roswitha und Erich Bethe, Gabriele Atug-Schmitz-Schmitz und Achim Rieks geben den Startschuss für die Spendenverdopplungsaktion

Bei der Betreuung der Flüchtlinge aus der Ukraine spielen die Ehrenamts-Netzwerke eine extrem wichtige Rolle. Um diese bürgerschaftliche Arbeit zu stärken und den aus dem Krieg geflüchteten Menschen zu helfen verdoppelt die Bethe-Stiftung alle Spenden bis zu 20.000 Euro. Partner sind die Aktion Neue Nachbarn und das Begegnungscafé Himmel un Ääd. Sie sorgen dafür, dass das Geld dort ankommt, wo es benötigt wird.

Seit dem Ausbruch des Krieges in der Ukraine sind viele Millionen Menschen auf der Flucht, mehr als 800 davon sind bisher in Bergisch Gladbach untergekommen. Anders als die Flüchtlinge in den Jahren ab 2015 sind jetzt zwei Drittel von ihnen in Familien und privaten Unterkünften untergebracht, werden also nicht zentral betreut.

Seit dem Ausbruch des Krieges haben aber auch die Flüchtlingsinitiativen in der Stadt ihre Arbeit intensiviert und neu ausgerichtet, um die Ukrainer:innen rasch unterstützen zu können. Und auch die Familien, die die Flüchtlinge aufgenommen haben.

„Wir wollen dieses wichtige bürgerschaftliche Engagement stärken“, sagten Roswitha und Erich Bethe bei der Vorstellung der neuen Spenden-Verdoppungsaktion der Bethe-Stiftung. Jede Spende in Höhe von bis zu 2000 Euro und bis zu einer Gesamtsumme von 20.000 Euro wird von der Stiftung verdoppelt.

Spendenkonto:
Kath. Kirchengemeinden im RBK 
IBAN: DE16 3705 0299 0312 0146 90
Verwendungszweck: Spendenverdopplung Bethe-Stiftung, Ukraine

Auf Wunsch wird ab 300 Euro eine Spendenbescheinigung ausgestellt, dazu Name und Adresse angeben. Für Beträge bis 299 Euro reicht der Überweisungsbeleg zur Vorlage beim Finanzamt.

Wie immer hat sich die Stiftung dafür Partner vor Ort ausgesucht, auf die sie sich verlassen kann. In diesem Fall die Aktion Neue Nachbarn (ANN) Rhein-Berg des Erzbistums Kölns und der Himmel un Ääd e.V. in Schildgen.

Beide Institutionen verstehen sich als Koordinationsstellen der ehrenamtlichen Arbeit: beim ANN für den ganzen Rheinisch-Bergischen Kreis, Himmel un Ääd konzentriert auf den Stadtteil Schildgen.

Zur Person: Erich Bethe war Unternehmer und hatte sich mit dem An- und Verkauf von Hotels betätigt. Mit seiner Frau Roswitha Bethe gründete er 1996 die Bethe-Stiftung, die sich in der Kinder-Hospizarbeit, gegen Kindesmissbrauch und für Obdachlose engagiert. Zudem fördert die Stiftung Fahrten von Schulklassen zu polnischen Gedenkstätten, um einen Beitrag zum Erinnerungskultur zu leisten. Unzählige einzelne Projekte hat die Stiftung bereits durch ihre Spendenverdopplungen gefördert. Seit 2017 sind die Bethes Ehrenbürger der Stadt Bergisch GladbachAlle Beiträge über die Stiftung

Alle Gelder, die auf dem oben genannten Konto eingehen, werden von der Bethe-Stiftung verdoppelt und stehen für die Arbeit der Aktion Neue Nachbarn und des Himmel un Ääd zur Verfügung – die es wiederum in die Flüchtlingsinitiativen in den katholischen und evangelischen Kirchengemeinden, in den Bergisch Gladbacher Stadtteilen und in die anderen Kommunen im Kreis weiter geben.

Konkret werden die Spenden eingesetzt für

  • Erstausstattung mit dem Nötigsten,
  • Begegnungs- und Gesprächs-Treffs für Geflüchtete und ihre Gastgeber:innen
  • Sprachunterricht,
  • Betreuungsangeboten für Kinder,
  • Sport und Freizeit,
  • Gesprächsmöglichkeiten,
  • Lernförderung,
  • psychosoziale Beratung,
  • Schulung und Begleitung der Ehrenamtlichen.

Koordiniert wird diese Arbeit in Bergisch Gladbach und im ganzen Kreis vor allem von Gabriele Atug-Schmitz, die als Integrationsbeauftragte der Aktion Neue Nachbarn beim Erzbistum Köln angestellt ist. Sie kann auf ein dichtes Netz von Flüchtlingsinitiativen zurückgreifen, die seit 2015 überall im Kreis und in der Stadt entstanden sind und vollständig ehrenamtlich arbeiten.

Kontakte:

Eine dieser Initiativen ist der ökumenische Vereine Himmel un Ääd, der inzwischen ein Begegnungscafé mit einem breiten Veranstaltungsprogramm betreibt. Aus dem Engagement der Ehrenamtlichen von Himmel un Ääd sowie den beiden Kirchengemeinden war die Gruppe „Willkommen in Schildgen“ entstanden. Café und Verein sind der Kristallisationspunkt einer sehr aktiven Szene, die ihre Kräfte jetzt wieder neu im „Netzwerk Schildgen/Ukraine“ bündeln.

„Wir sind dabei, diese Strukturen wieder hochzufahren“, berichtet Achim Rieks, der Vorsitzende von Himmel un Ääd. Schon jetzt betreue das Netzwerk in Schildgen rund zwölf Familien, helfe bei der Unterkunft, Ausstattung, behördlichen Registrierung, Sprachunterricht, Einschulung und vielem mehr.

Wer mithelfen will, kann sich direkt an die Aktion Neue Nachbarn wenden, oder an die Flüchtlingsinitiativen in den jeweiligen Stadtteilen (s.o., Kontakte). Eine individuelle Vermittlung betreibt die Freiwilligenbörse. Weiter Basisinfos und Anlaufstellen haben wir hier aufgelistet. Ein informeller Austausch auch von Sachspenden findet in der Facebook-Gruppe „Ukraine Hilfe in GL“ statt.

Bei dieser ehrenamtlichen Arbeit sei eine professionelle Unterstützung durch die Aktion Neue Nachbarn sehr wichtig, betont Rieks. Zum Beispiel, wenn es um die Schulung der Ehrenamtler:innen bei der Betreuung von traumatisierten Personen geht.

Viele Angebote dieser Art, Flüchtlinge und Helfer:innen, sind längst angelaufen. In einem ersten Schritt hatte Gabriele Atug-Schmitz Willkommenstreffen organisiert, die nun nach und nach auch in den Stadtteilen angeboten werde. Dort könne dann rasch geklärt werden, woran Bedarf besteht und wer helfen kann.

Auf diesem Weg seien bereits beim ersten Treffen Sprachkurse organisiert worden. Und auch für finanzielle Engpässe von Familien, die noch nicht bei der Stadt registriert waren und noch keine finanziellen Hilfen hatten, wurden schnell behoben: Der Aufruf des Bürgerportals, Einkaufsgutscheine zu spenden, stieß auf eine riesige Resonanz, bislang wurde sie im Wert einer hohen vierstelligen Summe gespendet und werden jetzt über die Initiativen verteilt.

Spendenkonto:
Kath. Kirchengemeinden im RBK 
IBAN: DE16 3705 0299 0312 0146 90
Verwendungszweck: Spendenverdopplung Bethe-Stiftung, Ukraine

Dabei ist es den Akteuren wichtig, dass diese Angebote nicht nur den Neuankömmlingen zu Gute kommen, sondern allen Flüchtlingen in Stadt und Kreis. Atug-Schmitz und Rieks warnen davor, die Menschen aus den anderen Ländern aus dem Auge zu verlieren. Und sie berichten von vielen Angeboten der „alten“ Flüchtlinge, die mittlerweile integriert sind und ihrerseits jetzt Hilfe für die Menschen aus der Ukraine anbieten.

G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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1 Kommentar

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  1. Was können wir froh sein, dass wir Gladbacher das Ehepaar Bethe/die Familie Bethe aus Refrath in unserer Stadt haben. Während andere Reiche ihre Kapitalgewinne in Corona-und anderen Zeiten (vom Leid anderer) ungerührt verdoppelt haben und mangels fehlender Vermögenssteuer (fast) nichts abgeben, spenden die Eheleute durchgängig und quasi täglich.