Skulptur in Yad Vashem, der Holocaust-Gedenkstätte in Jerusalem. Foto: S. Schlösser

Frank Beer ist Chemiker und arbeitet bei einer Behörde, doch seit mehr als zehn Jahren veröffentlicht er immer wieder Bücher über Zeitzeugenberichte aus dem Holocaust. Dafür wird der Bergisch Gladbacher jetzt ausgezeichnet – und trägt einen Zeugenbericht vor.

Dr. Frank Beer wird am Dienstag die Ehrennadel der Stadt Bergisch Gladbach verliehen. Während der Zeremonie im Großen Ratssaal wird er den Zeitzeugenbericht von Ester Weiss „Mit zwei kleinen Kindern durch Auschwitz“ vortragen.

Dieser Bericht wurde von Beer und Markus Roth in einer neuen Quellenedition erstmals in deutscher Sprache veröffentlicht. Die Quellenedition trägt den Titel: „Von der letzten Zerstörung. Die Zeitschrift ‚Fun letstn churbn‘ der Jüdischen Historischen Kommission in München 1946-1948“ und ist 2021 in Berlin erschienen. 

Mit zwei kleinen Kindern durch Auschwitz
Zeugenbericht von Ester Weiss
Lesung mit Dr. Frank Beer
und Verleihung der Ehrennadel der Stadt Bergisch Gladbach an Dr. Frank Beer
Dienstag, 26.04.2022, 19 Uhr,
Großer Ratssaal, Rathaus Stadtmitte

Im Rahmen der Veranstaltung wird Frank Beer aufgrund seiner Verdienste die Ehrennadel der Stadt Bergisch Gladbach durch den stv. Bürgermeister Josef Willnecker verliehen. „Die Zitrönchen“ unter Leitung von Roman Oračko tragen mit Klezmer-Stücken musikalisch zum Programm bei.

Zur Person: Dr. Frank Beer wurde 1965 in Cham/Bayern geboren und wuchs in Baden-Württemberg auf. Nach dem Studium der Chemie mit anschließender Promotion an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz folgte eine Auslandstätigkeit in Großbritannien. Seit 1999 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter einer Bundesbehörde in Bergisch Gladbach. 

Seine publizistische Tätigkeit zu Zeitzeugenberichten über den Holocaust begann  2011 mit der Veröffentlichung des von ihm erstmals in Deutschland beachteten und von ihm übersetzten Augenzeugenberichts von Rudolf Reder über das Vernichtungslager Belzec. 

2014 gab er zusammen mit Wolfgang Benz und Barbara Distel eine Quellenedition mit Berichten der Zentralen Jüdischen Historischen Kommission in Polen heraus.  

Liste der herausgegebenen Bücher: 

  1. Frank Beer, Wolfgang Benz, Barbara Distel (Hg.). Nach dem Untergang. Die  ersten Zeugnisse der Shoah in Polen 1944-1947. Berlin, 2014. 
  2. Mordechai Strigler (Autor), Frank Beer (Hg.). Majdanek. Ein früher Zeitzeugenbericht vom Todeslager. Springe, 2016. 
  3. Mordechai Strigler (Autor), Frank Beer (Hg.). In den Fabriken des Todes. Ein früher Zeitzeugenbericht vom Arbeitslager. Springe, 2017. 
  4. Abraham Teitelbaum (Autor), Frank Beer (Hg.). Warschauer Innenhöfe. Jüdisches Leben um 1900 – Erinnerungen. Göttingen, 2017. 
  5. Menashe Unger (Autor), Frank Beer (Hg.). Die Rabbis von Pschis’che und Kotzk,       Spirituelle Meister des Chassidismus an der Schwelle zur Moderne. Berlin, 2019
  6. Mordechai Strigler (Autor), Frank Beer (Hg.). Werk C, Verloschene Lichter III. Ein   Zeitzeugenbericht aus den Fabriken des Todes. Springe, 2019
  7. Frank Beer, Markus Roth (Hg.). Von der letzten Zerstörung. Die Zeitschrift ‚Fun letstn churbn‘ der Jüdischen Historischen Kommission in München 1946-1948. Berlin, 2021 
  8. Buchpreis: Der literarische Bericht „In den Fabriken des Todes“ gewann den 3. Platz in der  Kategorie „Autobiographisches“ beim DAMALS-Bücherwettbewerb „Das historische  Buch des Jahres 2017“.

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