Früher gab es hier Parkplätze, jetzt Blumenkästen und Stellplätze für Fahrräder. Foto: Thomas Merkenich

Die CDU-Fraktion hat das Gefühl, dass nach und nach immer mehr Stellplätze in der Innenstadt und in Bensberg verschwinden. Daher verlangt sie jetzt von der Verwaltung eine Aufstellung, wieviele gebührenpflichtige Parkplätze es gab, wieviele es noch sind, wieviele gestrichen werden sollen. Unter besonderer Berücksichtigung der Plätze für Menschen mit Behinderung.

Eine umfassende Darstellung der gebührenpflichtigen Parkplätze in den Innenstadt-Bereichen von Bergisch Gladbach und Bensberg sowie des Bestandes der dortigen Behinderten-Parkplätze fordert die CDU-Fraktion von der Verwaltung.

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„Wir haben den Eindruck, dass nach und nach immer mehr öffentlicher Parkraum aufgrund von Straßen-Umwidmungen oder Sanierungs- und Baumaßnahmen gestrichen wird, was bei Zuspitzung zu einem Verkehrskollaps führt“, warnt der Sprecher der CDU-Fraktion im Ausschuss für Mobilität und Verkehrsflächen (AVM), Lutz Schade, in einer Fraktions-Pressemitteilung.

In einer Anfrage, mit der Bitte um schriftliche Beantwortung für die nächste Sitzung des AVM Ende Mai, möchte die CDU-Fraktion von der Verwaltung eine Auflistung der städtischen Parkplätze in den Jahren 2020/21 sowie den Ist-Stand im laufenden Jahr und  prognostische Zahlen bis 2024 erhalten. 

„Die Bürgerinnen und Bürger haben ein Anrecht darauf, detailliert zu erfahren, was sich in Sachen Parkraum geändert hat und noch alles ändern wird“, betont Schade unter Hinweis auf  die sich wiederholenden Absichtserklärungen von Parkplatzstreichungen entlang der Laurentiusstraße, einer möglichen Baumaßnahme auf dem Buchmühlengelände mit dem dadurch drohenden Verlust von einer größeren Parkplatzfläche sowie der Umgestaltung der Schlossstraße in Bensberg.

In der Begründung ihrer Anfrage verweist die CDU-Fraktion auch auf die vor einigen Wochen herausgenommen Parkplätze am Historischen Rathaus, um die Sicherheit der  Radlerinnen und Radler, die aus der Laurentiusstraße in Richtung Paffrather Straße fahren, zu erhöhen. So laute seitens der Verwaltungsspitze im Kern die Begründung für diese Maßnahme, „die die CDU-Fraktion bezweifelt“.

Wörtlich wird hinzugefügt: „Mit dieser bedauerlichen Wegnahme hat sich nach unserem Eindruck insbesondere die Situation für behinderte Menschen verschlechtert. Lediglich zwei Parkplätze für Menschen mit Handicaps auf dem Charly-Vollmann-Platz sind für Ratshaus-Termine dieser von Behinderungen betroffenen Bürgerinnen und Bürger nicht ausreichend.“ Deshalb sei die Auflistung der vorhandenen Behinderten-Parkplätze erforderlich.

Stückwerk-Politik

Der AVM-Sprecher der CDU-Fraktion betont einmal mehr an die Adresse des Dreierbündnisses, dass es an einem Gesamtverkehrskonzept fehle. „Es kann doch nicht sein, dass direkt neben einem existierenden Fahrradweg zusätzlich eine unvollendete Umweltspur für Busse und Radnutzer aufgemalt und das auch noch als Neuerung gefeiert wird. Auch die Absichtserklärungen zur Sanierung der Paffrather Straße oder zur Umgestaltung der Odenthaler Straße seien unkoordinierte Einzelmaßnamen. Mit einer solchen Stückwerk-Politik ist die angespannte Verkehrssituation in Bergisch Gladbach nicht in den Griff zu bekommen“, mahnt Schade. 

 

Die Odenthaler Straße soll im Bereich südlich der Kreuzung zur Laurentiusstraße / Rommerscheider Straße zwei Schutzstreifen erhalten.

Die schriftliche Anfrage der CDU-Fraktion zur Parkraum-Situation in den Innenstadt-Bereichen sei grundsätzlicher Natur; sie sollte mitnichten auf die leichte Schulter genommen werden.

Denn: „Eine deutliche Verknappung der städtischen Parkplätze würde unweigerlich die Zunahme des Parksuchverkehrs zur Folge haben, was die Luftqualität durch vermehrten CO2-Ausstoß negativ tangiert. Dieser klimaschädliche Effekt stellt sich auch durch Staubildungen in Folge von wegfallender Bushaltebuchten, Fahrbahnverengungen oder die Herausnahme von Verbindungsstraßen ein“, gibt Schade zu bedenken.

Wer an dieser Stelle auf die positive Entwicklung hin zu mehr E- und Wasserstoff-Autos verweise, dem sei gesagt: „Die CDU-Fraktion setzt ebenso auf diese sich abzeichnende klimafreundlichere Veränderung in der Mobilität. Allerdings brauchen E-Autos sowie auch Wasserstoff-Autos ausreichend Parkplätze – und übrigens ein dichtes Netz öffentlicher Ladestationen.“

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33 Kommentare

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  1. Ich wäre eigentlich davon ausgegangen, dass die Stadt irgendwo eine schlaue Excel-Liste hat, in der die Anzahl der Parkplätze egal ob Fahrradstellplatz oder Behindertenparkplatz dokumentiert wird.

    1. Sie erwarten doch wohl nicht die einfachsten Dinge von der Verwaltung in der die linke Hand manchmal nicht weiß, was die Rechte macht.

  2. Wie gewinnt man Parkplätze? Ganz einfach: Bürgermeister Stein trifft Makler Nagelschmidt, unter vier Augen, und schwupp gibt es vor seiner Türe Laurentiusstraße sofort neue Parkplätze (in-gl berichtete). Also, einfach einmal mit Herr Stein treffen und schwupp…..

  3. Nun, Lutzky (unnützes Pseudonym),
    mit IhrerÜberheblichkeit sollten sie auch diesem Forum fernbleiben.

    1. Da spricht ja gerade der Richtige zum Thema Überheblichkeit!
      Ihre eigene Überheblichkeit, Ihre Besserwisserei und Ihre unangebracht ironische Darstellung in zig Beiträgen sind kaum erträglich und der Sache nicht dienlich.

      Lieber Herr Havermann, statt Ihre „Weisheit“ in Foren zu verbreiten, könnten Sie sich politisch engagieren und tatsächlich etwas bewirken. Haben Sie einmal versucht, den politischen Diskurs zu ändern? Offenbar nehmen Sie an politischen Sitzungen nicht einmal als Zuschauer teil, da Sie darüber nur mutmaßen. (Ich habe Sie dort jedenfalls nie gesehen.)

  4. Meine Güte, was für ein Gemetzel ! Die CDU schafft es immer noch, mit einer völlig
    anachronistischen Frage nach (PKW) Parkplätzen das niedere Volk aufzumischen;
    26 Beiträge in nicht mal 48 Stunden und nur einer verdient meinen Applaus:
    kurz und knapp, Herr Zapp ;-))

  5. Warum sollten die Politiker sich anders verhalten als die Menschen, die sie gewählt haben. Ich vermute, dass es in den enstprechenden Sitzungen und Ausschüssen ähnliche, völlig unnötige und teilweise lächerliche Polemik gibt wie bei den Kommentatoren dieses Artikels.

    – RADFAHREN wird alle Probleme der Innenstädte lösen, die Luft wird wieder
    sauber, alle Menschen durch das Radeln gesünder!
    – Man kann alles mit dem FAHRRAD transportieren, notfalls mit Lastenrädern,
    egal ob Kinder oder schwere Lasten, mit und ohne Prothesen!
    – Die topographischen Gegebenheiten lassen sich durch elektrisch betriebene
    Fahrräder überwinden, man braucht nur mindestens € 2.500,00 einzusetzen.
    – Es gibt kein schlechtes Wetter – nur falsche Kleidung. Und wenn es mal zu doll
    wird, bleibt man einfach zu Hause.
    – Bergisch Gladbach muss umgebaut werden. Die Bewohner der paar hundert
    Häuser, dei dann abgerissen werden, lassen sich problemlos umsiedeln.
    – Es braucht deshalb kein Verkehrs- oder Gesamtkonzept für unsere Stadt, alles
    lässt sich aus dem Ärmel schütteln.
    – Da war doch noch eine dritte, ganz kleine Gruppe von Verkehrsteilnehmern?
    Ach ja, die FUSSGÄNGER! Nun, die sind gewohnt, von den Fahrradfahrern
    ignoriert zu werden, ob auf Gehwegen, Fußgängerüberwegen oder einfach, weil
    es Laune macht.

    Ich wiederhole mich zum x-ten Mal: Nur wenn alle 3 Gruppen Verkehrsteilnehmer gleichberechtig behandelt werden – gleichgültig, ob der motorisierte Individulaverkehr 70 Jahre bevorzugt wurde – kann man zu einem Konzept kommen, das diesen Namen auch verdient. 70 Jahre PKW kann man nicht mit der Schaffung von Fahrradstraßen oder Fahrradstreifen oder, oder, oder in 5 Jahren Jahren heilen, ob das gerecht ist oder nicht. Seit mindestens 30 Jahren gibt es kein Konzept für GL. Diesen großen MAngel, der allen Bürgern heute auf die Füße fällt, hat nicht nur aber sicher auch stark die CDU zu verantworten. Es ist müßig, immer wieder darauf rumzusülzen und mit dem Nonsens, der hier stellenweise verzapft wird, lässt sich das auch nicht rückgängig machen.

    1. Dann stellt sich die Frage, wie die Gleichberechtigung der Gruppen konkret bei der Vergabe von Parkraum aussehen soll. Sollte jeder Fußgänger das Recht haben, ein sogenanntes Gehzeug (vgl. Wikipedia-Eintrag zu Herrmann Knoflacher) mit in die Stadt zu bringen und dort zu parken?

  6. Sehr geehrte Frau Schichtl, ich habe als 9- jähriger das Ende des Krieges und die schwierigen Aufbaujahre erlebt. Danach ein beispielloser Wirtschaftaufbau, welcher uns alle Wohlstand brachte erlebt. Was kommt kann man ahnen aber nicht wissen oder glauben. Ich schaue gern positiv in die Welt, und ich bin nach wie vor der Meinung bei richtigen Weichenstellungen kann unser Land die drittgrößte Weltwirtschaft garnicht so schlecht aussehen. Wir sollten mal auf unsere Nachbarn rechts und links schauen, die bauen stetig auf was wir abbauen. Wenn man keine Kohle in den Ofen gibt, dann wird der Braten auch nicht gar.

    1. Sehr geehrter Herr Humbach, ich weiß zwar nicht was Ihr Alter mit der Thematik zu tun hat, aber sei’s drum.
      Das unser Land und vor allem Ihre Generation ein Wirtschaftswunder vollbracht hat ist mir bekannt.
      Auch ich sehe positiv in die Zukunft, sonst würde ich nicht für meine Kinder darum kämpfen. Ich bin auch Ihrer Meinung, dass es mit der richtigen Weichenstellung gar nicht schlecht aussieht in Zukunft. Wir haben aber offensichtlich unterschiedliche Vorstellungen davon, in welche Richtung der Zug fahren soll. Für mich persönlich beinhaltet eine positive Zukunft nicht ausschließlich wirtschaftlich finanziellen Wohlstand in unserem Land, sondern auch eine möglichst intakte Umwelt und lebenswerte Bedingungen und wirtschaftlich finanziellen Wohlstand in anderen Teilen der Erde.
      Um das zu erreichen müssen wir m.E. aber die Weichen anders stellen als sie zur Zeit stehen.

      1. Und das zählen von PKW-Parkplätzen bringt uns kein Stück weiter.
        Die Verwaltung hat sicher dringendere Aufgaben.

    2. Lieber Herr Humbach, ein ganz fantastischer Tipp, wie auch ohne Kohle das Essen gar wird – mit Hilfe der Sonne: https://youtu.be/2kVkt3on16M.
      Falls Ihnen das zu aufwändig sein sollte – ein konventioneller Elektroherd mit Strom aus regenerativen Quellen schafft das auch. Ganz ohne Russ, Rauch, CO2 und anderen Emissionen. Das freut dann auch den Schornsteinfeger.

  7. „Der AVM-Sprecher der CDU-Fraktion betont einmal mehr an die Adresse des Dreierbündnisses, dass es an einem Gesamtverkehrskonzept fehle.“ Es gibt ein von der CDU mit verabschiedetes Mobilitätskonzept, das u.a. das Ziel hat, den Modal-Split positiv zu beeinflussen, indem Radverkehr, ÖPNV und Fußverkehr stark gefördert werden. Also kein Grund zum lamentieren, sondern zur Umsetzung.

  8. Einkäufe bei Amazon und Rewe Lieferdienst oder beim Supermarkt auf der grünen Wiese mit reichlich Parkplätzen.
    Rathaustermine mit dem Taxi. Darauf läuft es immer mehr für mich hinaus.
    Bitte dann nicht quengeln wegen der sterbenden Innenstädte.

  9. Die CDU fordert eine Liste aller Parkplätze.
    Gehe ich recht in der Annahme, dass hier wieder ausschließlich PKW Parkplätze gemeint sind, und Abstellmöglichkeiten für Fahrräder, E-Bikes und Lastenräder unbeachtet bleiben?
    Ein klares Indiz dafür, dass man in der CDU die aktuellen Erfordernisse einer nötigen Mobilitätswende angesichts der Klimakrise offenbar noch immer nicht verstanden hat oder ignorieren will.

    1. Ich glaube, diese Annahme ist leider richtig – und spiegelt die Haltung der CDU zur Verkehrs- /Mobilitätswende m.E. deutlich wider: „Mögen das doch bitte die anderen machen, dann können wir weitermachen wie bisher.“ Lippenbekenntnisse – mehr kommt da nicht.

  10. Wir müssen uns vielleicht eingestehen, dass es falsch war, die Mindestanzahl an Parkplätzen auf Grundstücken zu reduzieren.
    Bei der Verdichtung in Bensberg oder Refrath platzen die Straßen aus allen Nähten. Dies wird sich auch nicht durch Wechsel auf E-Antrieb ändern.

    Vielleicht sollte eine Autozulassung nur noch möglich sein, wenn ein Parkplatz oder Anwohnerparkausweis nachgewiesen wird. Dann weiß man, dass jedes zugelassene Auto auch einen Parkplatz hat.

    Die städtischen Parkplätze kann man dann reduzieren, oder umlagern.

    Von Bensberg kommend könnte man aus dem Parkplatz vor dem Turbokreisel eine mehrgeschossige Parkpalette machen, dies nimmt die Belastung der Innenstadt.

    1. Besonders bei der Nachverdichtung wird m.E. nicht ausreichend auf Parkraum auf dem eigenen Grundstück geachtet. Beim Bau eines Mehrfamilienhauses muss (soweit ich das weiß) pro Wohneinheit ein Stellplatz (oder 1,5) kalkuliert werden? Das ist heutzutage leider zu wenig.
      Ich kenne einen anderen Fall, da musste bei Erwerb des Hauses (EFH mit Einliegerwohnung) ein Stellplatz zusätzlich geschaffen werden obwohl es eine Doppelgarage mit entsprechend breiter und großer Einfahrt gibt (dort würden insgesamt (Garage + Einfahrt) 4 Fahrzeuge problemlos Platz finden). Manchmal wird mit zweierlei Maß gemessen.
      Die Selbstverständlichkeit, mit der öffentlicher Raum zum dauerhaften (möglichst kostenlosen) Abstellen privater Fahrzeuge genutzt wird ist immer wieder faszinierend. Ich spreche nicht von Besuch sondern von den Anwohnern. Mir ist da immer ein Kommentar im Ohr (ich weiß nicht mehr von wem) als auf der Kempener Straße zur Unfallverhütung ein Teil der Längsparkplätze vor der Pizzeria entfernt wurden und sich ein Anwohner darüber mokierte, dass dort „Anwohnerparkplätze“ entfernt wurden. Nein – das waren keine Anwohnerparkplätze – das war kostenloser öffentlicher Parkraum. Parallele dazu – die Laurentiusstraße.
      Auch bei vielen EFH steht der PKW (und häufig nicht nur das Zweitfahrzeug) wie selbstverständlich an der Straße, obwohl es eine Garage und eine Einfahrt gibt. Ist halt bequemer, kostet nichts und schafft Raum für andere Dinge.
      Das mit dem Parkplatznachweis bei Neuzulassung finde ich eine interessante Idee.

  11. Unabhängig davon, wie man politisch zu dieser Sache steht ist es wirklich ein Witz, dass die Stadtverwaltung offensichtlich nicht weiß, wie viele Parkplätze es eigebntlich gibt und wo diese liegen. Smart City lässt grüßen…..

  12. Der fortwährende Wegfall von Parkraum sperrt ältere Menschen mehr und mehr aus der Innenstadt aus. Die Arroganz einiger Kommentatoren und auch der politisch Verantwortlichen gegenüber mobilitätseingeschränkten Mitbürgern ist unerträglich.
    Nicht jeder kann aufs Fahrrad.

    1. Wenn diejenigen, die es körperlich können, auf ÖPNV oder Fahrrad umsteigen würden (zumindest zeitweise – sicher nicht in allen Situationen möglich und sinnvoll), dann blieben für diejenigen, die zwingend auf das Auto angewiesen sind mehr als genug Platz. Jeder sollte sich an die eigene Nase packen und sich ehrlich fragen: Muss ich mit dem Auto fahren oder will ich mit dem Auto fahren?
      Den Wegfall der Behindertenparkplätze unmittelbar am Rathaus sehe ich auch durchaus skeptisch, bin aber tatsächlich in diese Thematik nicht weit genug drin, um mir da ein Urteil zu erlauben.

    2. Das Leben ist nicht schwarz oder weiß. Neben dem Fahrrad als Mobilitätsalternative hat der Öffentliche Nahverkehr einem ungezügelten Autoverkehr gegenüber höhere Priorität. Wenn wir dann noch soweit kommen, dass es nur noch Parkplätze im öffentlichen Raum für Menschen mit Behinderung gäbe, sähe die Welt schon viel besser aus.

    3. Die Bedürfnisse mobilitätseingeschränkter Mitbürger werden in der öffentlichen Diskussion meiner Meinung nach nur vorgeschoben, um das nicht zukunftsfähige System MIV doch noch ein bisschen länger am laufen zu halten. Dementsprechend fällt mein moralisches Urteil dazu aus.

      Man sollte die Stadt so umbauen, dass auch ältere Menschen (80+) dort zurechtkommen. Das würde auch Leuten mit Kinderwagen und jüngeren Körperbehinderten helfen, auch wenn das derzeit keine CDU Kernwählerschaft sein könnte. Barrierefreiheit des ÖPNV wäre ein Thema. Übrigens werden Menschen mit Rollator (dem Verkehrsmittel der Zukunft) oft von verkehrsregelwidrig auf Gehwegen abgestellten Stehzeugen behindert. Das wäre ein weiteres Thema. Meinetwegen kann man auch vorhandene PKW Stellplätze in Behindertenparkplätze wandeln.

      1. Behindertenparkplätze lösen das Problem allein nicht.
        Um an den Ausweis zu gelangen, der die Benutung dieser Parkplätze erlaubt, ist eine Behinderung „erforderlich“ die so erheblich ist, dass diese Menschen schon gar nicht mehr auf den Gedanken kommen , einmal den Wochenmarkt zu besuchen.
        Mobilitätseinschränkung fängt viel früher an. Die Pläne – alle aufs Fahrrad gehen an den Bedürfnissen der älteren Bürger komplett vorbei.

    4. Ich, als überwiegend fahrradfahrend, sehe den Wegfall insbesondere von Behindertenparkplätzen ebenfalls als Problem. Ich bin auch jetzt schon gespannt, wie die Parksituation in der Schloßstraße in Bensberg nach dem Umbau einmal aussehen wird.

      Schon lange frage ich mich, warum es in den Diskussionen über den Verkehr teilweise so emotional zugeht und ob es nicht möglich ist mal die Sichtweise des jeweils anderen einzunehmen?

    5. Meine Mutter ist 88 Jahre alt und „gehtechnisch“ etwas eingeschränkt. Sie ist aber sehr wohl in der Lage, ein Ticket zu ziehen und alle notwendigen Gänge mit dem ÖPNV zu erledigen. Und darauf ist sie zurecht stolz!

  13. Die CDU und ihre liebevolle Sorge um die Automobilindustrie und das Wohlbefinden derer Kunden. Landauf, landab und auch in Bergisch Gladbach.

    Recht hat sie, oder? Heute hässliche Blumenkästen oder gar schändliche Fahrradwege, wo sich früher attraktive Parkplätze befanden. Wo kommen wir da hin? Fehlt nur noch, dass Fußgänger die Auto-Straße kreuzen.

    In ihrer Einseitigkeit scheint die CDU vielleicht ein wenig aus der Zeit gefallen, aber zumindest ist sie in Sachen Automobilität seit Jahrzehnten konsequent und scheint kaum belastet von dem, was in der Welt um sie herum geschieht.

    Fast beneidenswert…

  14. Wir benötigen nicht mehr Stellplätze für Autos sondern weniger. Raus aus der Komfortzone und rauf auf das Fahrrad ist angesagt. Es kann und darf doch wohl nicht sein, dass der öffentliche Raum, der dem Gemeinwohl dienen soll durch Autos zugemüllt wird und wir an diesem umweltschädlichen Dreck ersticken.

  15. In diesem Beitrag der CDU wird ein Handeln bei fehlendem Gesamtkonzept als „Stückwerk-Politik“ kritisiert. In einem anderen Beitrag der CDU (https://in-gl.de/2022/02/10/cdu-grosse-chance-zur-sanierung-der-radwege-vertan/) wird ein Nicht-Handeln wegen eines fehlenden Gesamtkonzeptes als „Flucht ins Unverbindliche“ kritisiert. Wie passt das zusammen?
    Grund für den Parkplatzsuchverkehr sind übrigens die Autofahrer und nicht etwa fehlende Parkplätze. Hier kommt es auf die Eigenverantwortung des Einzelnen an. Längere Fußwege zu akzeptieren wären z.B. eine Maßnahme. Der Verzicht auf raumraubende SUV wäre eine andere. Am besten wäre es, nicht mit dem Auto in die Stadt zu fahren. Dabei helfen u.a. mehr Stellplätze für Fahrräder. Davon gab es in der Innenstadt meiner Meinung nach immer zu wenige.

  16. Werte CDU,
    Immer wenn ich einen Beitrag von Ihnen zur Verkehrspolitik lese, freue ich mich, bei der letzten Kommunalwahl mein Kreuz woanders gesetzt zu haben! Solange Sie primär die Autofahrer bevorzugen, bleiben Sie für mich ganz einfach unwählbar…
    Beste Grüße von einer alten Radfahrerin (die durchaus manchmal ein Auto benutzt)

    1. Sehr geehrte Frau Marpel, Sie sollten mal darüber nachdenken, nicht zuletzt der Automobil- Industrie darf der wirtschaftliche Aufschwung unseres Landes in den letzten 70 Jahren zugerechnet werden. Auch sehe ich nicht eine Bevorzugung der Automobile, wohl eher die Notwendigkeit die Lebendigkeit unserer Stadt zu erhalten.

      1. Sehr geehrter Herr Humbach,
        auch Ihnen dürfte aufgefallen sein, dass sich auch die deutsche Industrie verändert und verändern muss. Würden wir immer noch ausschließlich auf die Automobilindustrie der letzten 70 Jahre setzen, dürfte sich der wirtschaftliche Aufschwung zeitnah erschöpfen.
        Eine Bevorzugung der Automobile sehe ich sehr deutlich. Dafür muss man sich nur aktuelle Bauvorhaben ansehen (die Kalköfen bilden eine Ausnahme mit mehr Rad- als Autostellplätzen). Wenn ich sehe mit welcher Verbissenheit an der Altenberger-Dom-Str. und an der Laurentiusstraße um jeden PKW-Parkplatz gekämpft wird und sei er auch noch so einschränkend für den Fuß- und Radverkehr, dann ist die Bevorzugung der Automobile sehr deutlich.
        Eine Stadt lebt nicht von Parkplätzen, sondern von allen Menschen, die in dieser Stadt wohnen, leben und arbeiten, nicht nur von den Autofahrern.
        Ich bin auch froh, dass mein Kreuz nicht schwarz war bei der letzten Kommunalwahl.