Livemusik in der Aula, der „Dackl" im Video. Fotos: Holger Crump

Schüler:innen der KGS Bensberg erlebten eine Unterrichtsstunde der besonderen Art: Mit Werken von Ludwig van Beethoven, live gespielt von Musiker:innen eines Sinfonieorchesters. Das Konzert ist ein Angebot des WDR-Vermittlungsprogramms – und bringt mit Hilfe eines „Dackl“ den Kindern klassische Livemusik nahe.

Rund 100 Dritt- und Viertklässler der KGS Bensberg marschieren an diesem Donnerstagmorgen Reihe in Reihe in die Aula der Schule. In der Hand trägt jedes Kind einen selbst gebastelten Sternenstab. Der soll später noch wichtig werden.

Kaum haben die Kinder Platz genommen erklingt der erste Satz eines Streichquartetts von Luwdig van Beethoven. Vier Musiker:innen des WDR Sinfonieorchesters machen heute Halt in der KGS Bensberg. Sie spielen Kammermusik sowie Auszüge aus Beethovens fünfter und neunter Sinfonie.

Der „Dackl“ unterrichtet auf der Schultournee die Kinder, Foto: (C) WDR Claus Lange

80 Schulen in fünf Tagen
Zehn kammermusikalische Ensembles des WDR Sinfonieorchesters reisen bis zum 20. Mai durch ganz NRW und besuchen rund 15.000 Schüler:innen.

Mit Live-Musik und lustig-skurrilen Video-Einspielern der Stoffpuppe „Dackl“ tauchen die Kinder :innen eine Schulstunde lang in das Leben von Ludwig van Beethoven ein.

„WDR macht Schule“ ist Teil des WDR Musikvermittlungsprogramms und in wird in diesem Jahr nach einer Corona-Pause zum vierten Mal durchgeführt. In Bergisch Gladbach war die Schultournee am 16. Mai in der KGS Bensberg und der GGS Hand zu Gast.

Live ist wichtig

„Tanzen und Kunst bieten wir bereits an. Was fehlte waren Impulse im Instrumentalbereich. Da kam das Angebot des WDR genau richtig“, freut sich Petra Voß. Die Musiklehrerin organisiert „WDR macht Schule“ an der KGS Bensberg. Schüler:innen ihrer Klasse sitzen unter den Zuhörern.

„Musiker:innen live zu erleben ist für die Kinder gut und wichtig.“ Der WDR biete aber noch mehr und habe der Schule eine komplette Unterrichtsreihe zum Thema van Beethoven bereitgestellt, zugeschnitten auf das Konzert. „So können wir das Live-Event vor- und nachbearbeiten.“

Stephan Blaumer, Solo-Bratscher beim WDR Sinfoieorchester, führte launig und mit Humor durch die Schulstunde, Foto: Holger Crump

Wuselige Konzertatmosphäre

Das erste Musikstück verklingt, es gibt spontanen Applaus. Konzertatmosphäre pur herrscht in der Aula, wenn es auch etwas wuseliger zugeht als im andächtigen Rahmen einer Philharmonie. Zwischen den Musikeinlagen erzählt ein „hochmusikalische Dackl“ per Videoeinspielung mehr über das Leben und die Musik van Beethovens. Und das funktioniert erstaunlich gut.

Kindgerecht interviewt die Stoffpuppe Alltagsgegenstände aus Beethovens Leben: Zur Rede kommen Töpfe, ein Mathebuch und ein Metronom.

Das dann auch gleich in das Thema Musik und Tempo einführt: „Tatata – Taaaa“ – die weltberühmten Takte aus Beethovens Fünfter erklingen. Die Kinder sind aufgefordert hinzuhören: Ist das schnell, langsam, oder beides?

Das Ensemble des WDR Sinfonieorchesters in der KGS Bensberg
1. Violine: Susanne Richard
2. Violine: Fuga Miwatashi
Viola: Stephan Blaumer
Cello: Bruno Klepper

Musikalisches Symbol des Friedens

Spielerisch erschließt die Schulstunde Mensch und Musik, lädt zum Hinhören ein. Und macht den Musikunterricht interaktiv: Etwa wenn gemeinsam eine Tonleiter geturnt oder die Europa-Hymne gesungen wird.

Foto: holger Crump

Dann kommen auch die Sternenstäbe zum Einsatz, werden zur Hymne durch die Luft geschwungen. Und geben einer Europa-Fahne aus dem Video sinnbildlich ihre Sterne zurück, die ihr vom Wind heruntergeweht worden sind.

Da entfaltet sich eine Symbolik, die kindgerecht und gleichwohl stark in der Wirkung ist.

Bewerbung von Schulen: „WDR macht Schule“ richtet sich an Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren. Interessierte Schulen können sich bewerben unter musikvermittlung@wdr.de. Es gibt nach Angaben des WDR bereits eine Warteliste für die nächste Saison. Für die teilnehmenden Schulen ist das Programm kostenfrei. 

Der WDR wäre nicht der WDR, ließe er nicht doch noch einen seiner Stars von der Leine. Und so intoniert das Streichquartett zum Schluss unter dem Jubel der Schüler:innen die Titelmelodie der „Sendung mit der Maus“. Das Stück aus der Feder des Komponisten Hans Posegga eröffnet bereits seit 1971 die Kindersendung.

Und zum Schluss gibt es Blumen für die Musiker:innen. So wie im echten Konzert.

Holger Crump

ist Reporter und Kulturkorrespondent des Bürgerportals.

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