Solange nicht klar ist, wofür welche Gebäude auf dem Zanders-Areal genutzt werden, sollte die Stadt nicht investieren, fordert die FWG. Foto: Thomas Merkenich

Aus Sicht der Freien Wählergemeinschaft gibt es bislang für viele Zanders-Liegenschaften noch keine überzeugenden Nutzungskonzepte. Gleichzeitig drohen aufgrund der Energiekrise weitere Belastungen für die städtischen Finanzen. Daher fordert die FWG, alle nicht notwendigen Projekte auf Eis zu legen. Nur bei Wohnungsbauprojekten drängt sie auf Tempo.

Angesichts der Gas- und Energiekrisekrise und der damit verbundenen Unwägbarkeiten hinsichtlich des städtischen Haushaltes sowie des Fehlens überzeugender Nutzungskonzepte muss die Finanzierung von augenblicklich nicht notwendigen Projekten auf dem Zanders-Gelände zurückstehen. Dafür wird sich die FWG im Zanders-Ausschuss aussprechen.

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Die FWG bezieht dies auf alle Investitionen, die nicht förderfähig sind und von der Stadt allein zu finanzieren sind. Es handelt sich dabei um die Herrichtung mehrerer Gebäude, die zwar erhaltenswert sind und deren Integration in die neue urbane Stadt städtebaulich von besonderem Reiz wäre, deren Nutzungskonzept aber noch nicht steht. Davon ist aber entscheidend abhängig, wie die Gebäude bautechnisch zu gestalten sind.

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Wie die Stadt den 1. Teil des Zanders-Areals öffnen und nutzen will

Nach dem Beschluss für einen offenen Strukturplan werden die Konzepte für die neue Nutzung des Zanders-Areals jetzt allmählich fassbarer. Unter dem Titel „Zanders 1.0“ legt die Stadtverwaltung ein Konzept vor, wie ein Teil des Areals vorläufig nutzbar gemacht werden kann. Dazu gehören einige neue Projekte, gleichzeitig drohen den Planer aber einige Abstriche aus Kostengründen.

Die FWG will deshalb vorläufig eine Beschränkung auf die absolut notwendigen Reparaturen, um die Bausubstanz der betreffenden Gebäude zu erhalten. Das hält sie für unumgänglich, um alle Optionen offen zu halten. 

Im Falle des Hauptgebäudes sieht das freilich anders aus: Hier besteht die konkrete Aussicht auf Vermietung nach der Sanierung. Deshalb befürwortet die FWG dies wie auch die Herrichtung des sogenannten Museums als zentralen Anlaufpunkt des Projektes.

Beim Werkstattgebäude solle geprüft werden, ob man die Ertüchtigung zunächst auf die geplante Unterbringung des Löschzuges der Feuerwehr beschränkt.

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Die Rückstellung bedeutet für die FWG nicht, dass das Zanders-Projekt nicht zügig weiterentwickelt wird. Im Gegenteil: Nach Ansicht der FWG soll schnellstens geprüft werden, inwieweit Wohnungsbaumaßnahmen vorzeitig realisiert werden können, ohne die Städtebauförderung durch die Regionale 2025 zu gefährden.

Die FWG befürwortet die geplante Öffnung des Geländes für die Bergisch Gladbacher Bürgerschaft und die damit verbundenen Investitionen. Aber auch hier hält sie es für wichtig, die dafür erforderlichen Maßnahmen noch einmal hinsichtlich ihrer Notwendigkeit und der Kosten zu prüfen oder so zu planen, dass Zwischeninvestitionen unter Berücksichtigung einer finalen Lösung getätigt werden.

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Denn beim Gesamtprojekt Zanders muss man aber auch immer im Blick haben, dass trotz der Städtebauförderung ein Eigenanteil von insgesamt 4 Millionen Euro bei der Stadt verbleibt. Hinzukommen schon jetzt 4,7 Millionen Kosten, die nicht gefördert werden. 

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2 Kommentare

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  1. Sehr geehrter Herr Gajewski,

    ist es aus Ihrer Sicht tatsächlich „Angstsparen“, wenn die Freie Wählergemeinschaft vor den geplanten millionenschweren Ausgaben (im nächsten Zandersausschuss geht es um ca. 18 Mio.) in jedem Fall sicher stellen will, dass diese Ausgaben auch gut angelegt sind?

    Oder wäre es – aus Sicht eines verantwortungsvollen Umgangs mit Steuergeld – nicht vielmehr sogar die Pflicht eines jeden Stadtrates nachzufragen, was aus den Gebäuden und Flächen später konkret wird, in die nun Millionen investiert werden sollen?

    80 – 100 Mio. wird es die Bürgerschaft von Bergisch Gladbach pro Jahrzehnt kosten, das Zanders-Areal für eine zukünftige Nutzung parat zu halten. Ohne eine Nutzen- oder Nutzungsplanung. Ohne aufzuzeigen, wann unsere Stadtkasse spürbar entlastet werden wird. Bei einer Projektlaufzeit über etliche Jahrzehnte.

    Sie mögen das „überschaubare Vorlaufkosten“ einer „guten Stadtentwicklung“ nennen. Mir erscheint das eher wie ein wirtschaftlich ruinöser Blindflug. In einer Stadt, deren Haushalt ohnehin schon auf eine Überschuldung zusteuert.

    Darüber mache ich mir große Sorgen. Als Bürger von Bergisch Gladbach, der die Rechnung zahlen muss. Und dessen Kinder und Enkel. Wahrscheinlich bin ich ebenfalls ein Angstsparer…

    Freundliche Grüße
    Hanns-Eberhard Schulze

  2. Schön, dass die FWG will, was bereits stattfindet. Wir haben Investitionen zurückgestellt, wo das Nutzungkonzept noch zu vage ist und auch Wohnungsbau vorzuziehen, wo das eine integrierte Planung nicht in Frage stellt, da hat niemand etwas dagegen. Das sind aber in ihrer Allgemeinheit wohlfeile Vorschläge. In einem qualitätsvollen urbanen Quartier baut man nicht eben Wohnblock vorneweg, vielleicht noch bevor die Infrastruktur steht. Die wichtigste Botschaft ist, dass gute Stadtentwicklung Vorlaufkosten produziert, letztlich überschaubare, im Verhältnis zum geschaffenen Wert allemal. Angstsparen ist ein verbreiteter Reflex, doch kein guter Rat.