Michael Metten, Fraktionschef der CDU. Foto: Thomas Merkenich

Die Fraktion der CDU greift Kritik aus dem Seniorenbeirat auf und fordert, dass die Dienste des zentralen Bürgerbüros auch ohne Internet für jeden zugänglich sein müssen. Defizite bei der Erreichbarkeit per Telefon führten dazu, dass sich einige abgehängt fühlen – und das nicht nur Seniorinnen und Senioren. Daher fordert die CDU, kurzfristig einen externen Telefonservice zu beauftragen.

Bürgerbüros sind das Aushängeschild der Stadtverwaltung und in vielen Fällen erste direkte Anlaufstelle für alle Bürgerinnen und Bürger, wenn es zum Beispiel um neue Personalausweise, Reisepässe und viele andere verwaltungstechnische Angelegenheiten geht. Erreichbarkeit und Barrierefreiheit ist hier oberstes Gebot. 

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„Die CDU-Fraktion hat sich schon immer für diese Schnittstelle zwischen Bürger und Verwaltung eingesetzt“, erinnert der Vorsitzende Michael Metten, „jetzt mehren sich die Klagen“.

Hinweis der Redaktion: Das Bürgerportal steht als Plattform für alle Vereine, Initiativen, Parteien und Einrichtungen der Stadt zur Verfügung. Dieser Beitrag stammt von der CDU-Fraktion im Stadtrat.

Seit das Bürgerbüro nur noch über vorherige Terminbuchung via Internet besucht werden kann und gleichzeitig telefonisch nicht mehr erreichbar ist, beschweren sich jedoch nicht nur ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger. Auch diejenigen, die – aus welchen Gründen auch immer – nicht so internetaffin sind, wie es sich die Stadtverwaltung wünschen mag, fühlen sich – im wahrsten Sinne des Wortes – abgehängt.

„Ich halte es für kritisch, dass man nicht mehr spontan Angelegenheiten im Bürgerbüro erledigen kann“, gibt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Christian Buchen zu bedenken. Er hatte auf diese Problematik schon in der Ausschusssitzung am 14. Juni 2022 hingewiesen und versteht den Unmut eines Bergisch Gladbachers, der sich kürzlich an die CDU- Fraktion wandte:

„Selbst in dringenden Fällen bleibt nur die Möglichkeit, sich im Internet gleich morgens um 8.00 Uhr um einen der sehr wenigen freien „Tagestermine“ zu bemühen, wenn denn überhaupt welche freigeschaltet werden“.

Aussicht auf neues Telefonsystem reicht nicht aus

Der Auftrag für eine neue Telefonanlage mit der Möglichkeit zu Bandansagen und verschiedenen Auswahlmenüs für die Stadtverwaltung ist laut Aussage des zuständigen städtischen Sachbearbeiters gerade zum zweiten Mal ausgeschrieben worden.

Doch die Aussicht, in wenigen Monaten“ über ein Telefonsystem zu verfügen „mit dem man sich „durch Auswahlmenüs hangeln muss“, um den richtigen Ansprechpartner zu erreichen, lehnt die CDU-Fraktion als alleinige Lösung des Erreichbarkeitsproblems ab, da es zu umständlich und nicht kundenfreundlich sei.

Externen Telefonservice beauftragen

Als schnelle Lösung der Misere schlägt sie eine Anrufweiterschaltung zu einem externen Telefonservice vor. Damit ließe sich die, von vielen Bürgerinnen und Bürgern so vermisste Möglichkeit der telefonischen Kontaktaufnahme schnell und einfach wieder gewährleisten und Termine könnten wieder „von Mensch zu Mensch“ vergeben werden.

„Wir dürfen besonders die älteren Menschen und die, die in ihrem Leben nur wenig mit Internet und Computern zu tun hatten, nicht einfach ausschließen. Da darf es keine Zugangshindernisse geben“, bemängelt auch Martin Lucke, Landtagsabgeordneter der CDU und Sprecher der Fraktion im städtischen Ausschuss für Infrastruktur, Umwelt, Sicherheit und Ordnung.

„Unsere Stadt hat über 100 000 Einwohner und mehrere Stadtteile“, ergänzt dazu der Vorsitzende des Ausschusses, Hermann-Josef Wagner. „Da ist, über die telefonische Erreichbarkeit hinausgehend, ein funktionierendes Bürgerbüro in der Stadtmitte genauso unabdingbar, wie seine Außenstellen in Refrath und Bensberg – allein schon, um unnötigen Verkehr, besonders mit Blick auf die Umwelt, zu vermeiden. Unter diesen Aspekten betrachtet, ist es kaum zu verstehen, dass die Verwaltung die Schließung der Bürgerbüros in Bensberg und Refrath aus Energiespargründen vorschlägt.“

„Der zusätzliche Verkehr zum zentralen Bürgerbüro der Stadt bedeutet mit Sicherheit mehr Energie und Umweltbelastung, wie der Betrieb der Bürgerbüros in den Stadtteilen. Ein solcher Vorschlag ist nicht durchdacht“, stellte Hermann-Josef Wagner fest. Er erinnert sich dabei vielleicht an den Standpunkt des heutigen Bürgermeisters aus dem Jahr 2020, der als Dezernent noch vor knapp zwei Jahren die Schließung der dezentralen Bürgerbüros als „beträchtliches Defizit“ ansah.

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1 Kommentar

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  1. Barrierefreiheit ist wichtig. Ich würde es begrüßen, wenn die Politik das Thema Barrierefreiheit im ÖPNV und beim Fußverkehr verstärkt angehen würde.