Bewohner, Mitarbeiter sowie Freunde und Förderer der Senioreneinrichtungen auf dem Quirlsberg eröffneten gemeinsam die neuen Gärten. Foto: Daniel Beer

Mit der Unterstützung des Fördervereins des Evangelischen Krankenhauses können die Bewohner der Häuser an der Jüch und Quirlsberg jetzt einen Erlebnispfad und einen Sinnesgarten genießen. Der demenzgerechte Garten gehört zu einem neuen gerontopsychiatrischen Konzept der Einrichtungen.

Mit der Durchschneidung eines roten Bandes haben Bewohner, Mitarbeiter sowie Freunde und Förderer der Senioreneinrichtungen der Evangelischen Altenpflege Bergisch Gladbach jetzt die Eröffnung zweier neuer Gartenanlagen gefeiert. Im Haus An der Jüch und im Haus Quirlsberg können die Senioren ab sofort einen Erlebnispfad bzw. einen Sinnesgarten unter freiem Himmel genießen.

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Möglich war die Neugestaltung der Gärten dank der Unterstützung des Fördervereins des Evangelischen Krankenhauses Bergisch Gladbach, dessen Tochtergesellschaft die Senioreneinrichtungen sind. „Solche Projekte sind leider nicht über die Budgets der Krankenkassen finanziert, deshalb bedanken wir uns sehr für die finanzielle Unterstützung“, sagten die beiden Einrichtungsleiter Christina Schulte-Mantel und Thomas Miedzinski.

Cornelia Lübbe-Roggen als Vorsitzende des Fördervereins betonte, wie wichtig bedarfsgerechte Angebote für Senioren in einer immer älter werdenden Gesellschaft sind: „Ein aktives Leben im Alter gehört zur Menschenwürde. Senioreneinrichtungen sollten ein glückliches und behütetes Zuhause sein.“

Weitere Förderungen erhielt das Projekt unter anderem aus Mitteln der Deutschen Stiftung für Demenzerkrankte sowie von mehreren großzügigen Einzelspendern des Fördervereins. Im Namen der Bewohner dankte Roswitha Söllinger als Vorsitzende des Bewohnerbeirats allen Beteiligten.

Ein Sinnesgarten ist im Innenhof der Senioreneinrichtung Haus Quirlsberg entstanden, die Menschen mit Demenz beherbergt und betreut. An großen und rollstuhlgerechten Holztischen können die Bewohner Platz nehmen und die frische Luft bei Kaffee und Kuchen genießen. Durch die Tischmitte ragen sogenannte Amberbäume in den Himmel, deren Blattwerk mit zunehmender Dichte als natürlicher Sonnenschirm dienen wird.

Foto: Daniel Beer

Der Garten soll insbesondere die Sinne der demenziell erkrankten Bewohner anregen. Sie hören etwa ein Windspiel im Baum oder das plätschernde Wasser eines Sprudelsteins. Eine große und mit Wasser gefüllte Klangschale erzeugt bei Reibung durch die Hände sanfte Töne, während die Schwingungen auf der Wasseroberfläche sichtbar werden.

 In einem Hochbeet wachsen Basilikum, Oregano und weitere aromatische Pflanzen. Die Bewohner dürfen zugreifen, auch bei den Beerengewächsen und am Apfelbaum des Gartens. Die gesamte Bepflanzung ist ungiftig. Für eine möglichst unkomplizierte Gartenpflege wurde außerdem ein automatisches Bewässerungssystem installiert und alle Möbel sind wetterfest. 

Die Ideen für die Gestaltung des Gartens entwickelten die Mitarbeiter des Hauses gemeinsam mit der Firma Becker Garten- und Landschaftsbau. Einrichtungsleiter Thomas Miedzinski erklärt: „Für unsere demenziellen Bewohner benötigen wir niederschwellige Angebote, die nicht überfordern und dennoch die Sinne ein Stück weit trainieren.“

Der demenzgerechte Garten gehört zu einem neuen gerontopsychiatrischen Konzept der Einrichtung, sagt Miedzinski: „Wir verstehen Demenz weniger als Krankheit, sondern als einen Lebensumstand. Unsere Aktivitäten richten sich nach den Wünschen und Bedürfnissen unserer Bewohner. Sie dürfen alles tun, solange sie sich selbst oder andere nicht gefährden.“

Für die Bewohner der Senioreneinrichtung Haus An der Jüch, die nicht unter Demenz leiden, sondern altersbedingt vor allem körperlich eingeschränkt sind, wurde ein gepflasterter Rundweg um das Gebäude geschaffen. Dadurch kann der gesamte Garten auch mit einem Rollator, Rollstuhl oder auf Krücken gefahrlos von den Bewohnern erkundet werden, berichtet Einrichtungsleiterin Christina Schulte-Mantel.

Der Spaziergang um die Einrichtung ist gleichzeitig auch ein kreativer Erlebnispfad und geschmückt mit zahlreichen Kunstwerken, die von den Bewohnern in den vergangenen Jahren im Rahmen der Seniorenkulturwoche in Bergisch Gladbach erschaffen wurden. Nur die Sitzbänke entlang des Weges sind noch ein Provisorium aus Paletten, bis die bestellten Möbel eintreffen.

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