Der neue Spielplatz auf dem Peter-Bürling-Platz bei der Eröffnung. Foto: Stadt GL

Nach der massiven Kritik an Konzept und Ausstattung des neuen Spielplatzes auf dem Peter-Bürling-Platz in Refrath lädt die Stadtverwaltung jetzt zu einem „Informationsgespräch“ ein. Dabei sollen „die vielseitigen Möglichkeiten“ der neuen Spielgeräte erläutert werden.

Mit einem ehrgeizigen pädagogischen Konzept hatte die städtische Abteilung Stadtgrün den Spielplatz auf dem Peter-Bürling-Platz ganz neu angelegt. Ohne Rutsche, Schaukel oder Sandkasten, dafür mit einer Spielwand „Tante Emma“, einer Spielkiste mit Palettenstapel und einer Tafel mit Kommunikationssymbolen. „Ziel ist es, die Fantasie und kognitiven Fähigkeiten der Kinder spielend zu fördern“, sagte Christian Nollen, Abteilungsleiter von StadtGrün.

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Doch bereits bei der Einweihung hatten Eltern die Ausstattung kritisiert, in den folgenden Tagen sammelten sich viele – in der Regel ebenfalls kritische – Kommentare an. Zudem gibt es einige Hinweise auf Mängel (siehe unten)

Darauf reagiert die Stadt jetzt mit einem Gesprächsangebot: Die Verwaltung lade am Dienstag, 25. Oktober, 15 Uhr, „zu einem Informationsgespräch ein, dass die vielseitigen Möglichkeiten der neuen Spielgeräte aufzeigen soll“.

So urteilen unsere Leser:innen über den Spielplatz

„An diesem Spielplatz waren auf jeden Fall keine Eltern oder Kinder beteiligt . Die nette Tafel zur Verständigung hängt so hoch, dass Kinder garnicht dran kommen. In einem Kaufladen gibt es nix zu kaufen, keinen Sandkuchen, keine Holzschnitzel, kein Ast um die Suppe zu rühren. Keine Wippe um neue Freude zu finden. Wir bringen mal ein paar Murmeln mit, vielleicht geht da ja was.“

„Ein Spielplatz (nahezu) ohne Spielelemente hat schon was von „Des Kaisers neue Kleider“… Ich dachte bisher immer, dass gerade Kinder über gemeinsames Spielen jegliche Sprachbarrieren überwinden. Geradezu ein Wunder, dass das z.B. beim Fussball seit Jahrzehnten tadellos funktioniert, ganz ohne Kommunikations-Tafeln und verkopfter Ideen von Inklusionsbeiräten.“

„Der Spielplatz ist ein schlechter Witz. Tante Emma Laden ohne Spielzeug und Sand, keine Rutsche; kein Klettergerüst. Welches Alter soll er ansprechen? Er erfüllt für keine Altersklasse seinen Zweck.“

„Ich habe mir den Spielplatz unvoreingenommen angeschaut und komme insgesamt zu keiner guten Beurteilung. Als Schulnote würde ich ein Mangelhaft vergeben. Lediglich das Spielhaus rettet vor dem Ungenügend.“

„Es mag schick aussehen, aber der “hohe Spielwert” muss hier in der Theorie liegen und auf dem Weg in die Praxis verloren gegangen sein. Die vorigen Spielgeräte waren nicht mehr neu, aber unsere Kinder würden sie sofort wieder gegen die Neuen eintauschen.“

„Die Kommunikationstafel ist mit Erklärungen in deutscher Sprache versehen, was im Widerspruch zum Anspruch einer „Kommunikation über Sprachbarrieren“ steht. Kleinkinder haben nicht die Möglichkeit, auf weiter oben liegende Symbole zu zeigen. Behinderte Kinder können die typischen Spielplätze nutzen und kommen da auch mit nicht behinderten Kindern ins Spiel. Durch solche Werkzeuge kann es eher zu einer unnötigen Hervorhebung einer Behinderung kommen.“

„Der alte Spielplatz war die Rutsche und der Sandkasten. Meine Tochter war sehr enttäuscht vom neuen Spielplatz und „das ist jetzt ja nur noch für Babies“.“

„Ein Obststück bei der „Raupe“ ist schon weg, weil die Schraube zu leicht auszudrehen war. Die Köpfe sämtlicher Schrauben wurden nicht gesichert. Der Bodenbelag erweist sich als sehr ungünstig, das teppichartige Material zieht den Schmutz förmlich an.“ 

„In Refrath gibt es kaum noch alte richtige Spielplätze, die alle ihre besten Zeiten gesehen haben. Ich hoffe nur, dass diese nicht so schnell erneuert werden. Denn wenn sie so aussehen wie auf dem Peter-Bürling-Platz, am Kahnweiher oder an der Grillhütte, dann wird’s langweilig.“

Zu dem Info-Termin ist auch das städtische Spielmobil vor Ort. Ein Kaffeemobil organisiert der Verein „Wir für Bergisch Gladbach“, der den neuen Spielplatz mit finanziert hatte.

„Es gibt zum neuen Spielplatz offensichtlich Redebedarf, zwischen Eltern und Verantwortlichen der Stadt. Als Hauptsponsor begrüßen und unterstützen wir gerne mit kostenfreien Getränken diesen Austausch“, sagt der Vereinsvorsitzende Ferdinand Linzenich.

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Redaktion

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2 Kommentare

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  1. Dasselbe Problem wie beim Spielplatz am Rosengarten: Ästhetisch ansprechend – aber zum Spielen nicht wirklich geeignet. Zwar nutzen Kinder das Handy immer früher, aber müssen Spielplätze deshalb in erster Linie ‚instagrammable‘ sein?

    Vielleicht lässt sich ja ein guter Kompromiss finden: Der Tante-Emma-Laden könnte um eine Schaukel und Kletterelemente ergänzt werden, daneben eine Rutsche, Wippe und/ oder Drehscheibe… Es gibt so schöne „moderne“ Spielplätze, die als Vorbilder dienen können – und es ist gut, dass überhaupt Geld in die Hand genommen wird!

  2. So was gibt es wahrscheinlich nur in GL. Da wird ein Kindersspielplatz „mit einem ehrgeizigen pädagogischen Konzept“ für viel Geld errichtet und keiner weiß, was damit anzufangen ist. Wie eine Aussage wohl richtig vermutet, haben an diesem „Ehrgeizigen“ Konzept weder Kinder noch Eltern mitgewirkt. „Es gibt offensichtlich Redebedarf“, was im Hinblick auf einen Spielplatz schon ungewöhnlich erscheint. Aber so ist sie, die Verwaltung, „ehrgeizig“ konzipieren, aber ohne Rücksicht auf die Nutzer.