Der Kreis meldet, dass 15 Schulen in Bergisch Gladbach einen schnellen Glasfaser-Anschluss erhalten haben. Allerdings können diese Schulen (mit einer Ausnahme) den Zugang zum schnellen Internet noch gar nicht nutzen – weil die „Ausleuchtung“ der Schulen mit einem WLAN-Netz noch nicht soweit ist. Einen Dämpfer erhielt auch das DBG: Das WLAN-Sponsoring durch die Telekom ist geplatzt, die städtische IT muss übernehmen.

Zwei Dinge sind erforderlich, um schnelles Internet zu nutzen: Ein schneller Breitbandanschluss, möglichst via Glasfaser. Und eine WLAN-Versorgung für den mobilen Netzzugang bzw. eine leitungsgebundene Hausverkabelung. Das ist die so genannte Ausleuchtung.

Für die Anbindung der Schulen ans Breitbandnetz ist der Kreis zuständig. Der hatte vor kurzem 15 Schulen auf dem Stadtgebiet gemeldet, die bereits mit einer 1 Gbit-Leitung versorgt worden sind.

Für die Ausleuchtung der Schulen ist hingegen der Träger zuständig – also die Stadt. Die hat auf Anfrage nun einen aktuellen Zwischenstand zur Erschließung durchgegeben.

Ausleuchtung der Schulen mit WLAN in Bergisch Gladbach
Stand November 2022 (GS = Grundschule, WS = weiterführende Schule)

Verkabelung komplett oder größtenteils vorhanden, WLAN komplett oder weitestgehend ausgebaut: 6 GS, 5 WS

Verkabelung teilweise vorhanden, WLAN flächendeckend verfügbar: 2 GS

Verkabelung teilweise vorhanden, Ausbau WLAN in Kürze: 1 GS

Verkabelung komplett oder überwiegend vorhanden, Ausbau WLAN in Kürze: 2 GS, 4 WS

Verkabelung im Aufbau, Ausbau WLAN in Kürze: 5 WS

Keine oder unzureichende Verkabelung, WLAN per Mobilfunkrouter: 7 GS

Keine Angabe (hier fehlen noch Daten zur Beurteilung des Status): 2 GS

WLAN bis Mitte 2023 in Grundschulen

Unter dem Strich sind damit bereits zehn Grundschulen entweder mit WLAN und/oder der Verkabelung ausgestattet und können (wenn vorhanden) unkompliziert einen Breitbandanschluss im Gebäude nutzen. Gleiches gilt für neun weiterführende Schulen.

„Das Ziel, alle Grundschulen bis Mitte 2023 mit einem nutzbaren WLAN auszustatten, wird aller Voraussicht nach eingehalten – sofern keine Verzögerungen durch Lieferschwierigkeiten im IT-Sektor auftreten“, sagt ein Sprecher der Stadt.

Sofern die Komponenten vorhanden seien, werde der Einbau, die Konfiguration und die Inbetriebnahme zügig durch die Mitarbeiter der IT-Schulverwaltung selbst vorgenommen.

Details stehen auch in der Mitteilungsvorlage Nr. 0461/2022 des städtischen Fachbereiches für Bildung, Kultur, Schule und Sport. Diese ist jedoch vom 21. September 2022.

Glasfaser nutzbar?

Welche Schule aber überhaupt an ein schnelles Breitbandnetz angeschlossen ist – das ist nicht einfach zu erfahren. Die ausbauenden Unternehmen lassen sich nicht in die Karten blicken.

Einen ersten Überblick gibt immerhin die oben Liste des Kreises. Die 15 Schulen sind mit Glasfaser oder einem für 1 Gbit ertüchtigten Kabelanschluss ans Breitband angebunden.

Bergisch Gladbach
Städt. Gem. Grundschule An der Strunde
Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium
Integrierte Gesamtschule Paffrath
Gem. Grundschule Kippekausen
Städt. Gem. Grundschule Paffrath
Städt. Gem. Hauptschule Im Kleefeld
Städt. Realschule im Kleefeld
Städt. Gem. Grundschule Bensberg
Gem. Grundschule Katterbach
Gem. Grundschule Gronau
Nicolaus-Cusanus-Gymnasium
Otto-Hahn-Schule – Realschule
Otto-Hahn-Schule – Gymnasium
Kath. Grundschule Sand
Städt. Gem. Grundschule Hand

Bleibt die Frage: Können die Schulen den anliegenden Breitbandanschluss auch in ihren Räumen nutzen? Kommt der Breitbandanschluss über WLAN und/oder Verkabelung bis in die Klassenzimmer?

Auch hierzu hat die Stadt auf Anfrage des Bürgerportals den aktuellen Sachstand benannt:

GGS An der Strunde – Verkabelung im sanierten Teil vorhanden, WLAN wird bis spätestens Mitte 2023 ausgebaut

Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium – Mit Hilfe der vorhandenen Verkabelung wird das Netzwerk der Schule neu aufgebaut und vollständig erweitert

Integrierte Gesamtschule Paffrath – Das gesamte Netzwerk wird mit dem Digitalpakt neu aufgebaut und die Schule ausgeleuchtet

GGS Kippekausen – WLAN wird durch Mobilfunkrouter bereitgestellt

GGS Paffrath – WLAN wird durch Mobilfunkrouter bereitgestellt

GHS und RS Im Kleefeld – Das Schulzentrum Kleefeld befindet sich momentan in der Ausführungsphase des Digitalpaktes. Die strukturierte Verkabelung wird dieses Jahr fertiggestellt, die aktiven Netzwerkkomponenten sollen ebenfalls dieses Jahr ausgeschrieben werden

GGS Bensberg – Schule wird derzeit neu gebaut, Interimsschule an der Saaler Mühle ist mit WLAN/Verkabelung ausgestattet

GGS Katterbach – WLAN wird durch Mobilfunkrouter bereitgestellt

GGS Gronau – Verkabelung im vorderen Teil der Schule vorhanden. WLAN wird in den kommenden Monaten (spätestens bis Mitte 2023) ausgebaut

Nicolaus-Cusanus-Gymnasium – Der Interimsbau verfügt über eine strukturierte Verkabelung und ist flächendeckend mit WLAN versorgt. Die Schule wird insgesamt saniert und auch flächendeckend ausgeleuchtet, Fertigstellung voraussichtlich Ende 2024

Otto-Hahn-Realschule – Nach der Sanierung vollständig verkabelt inkl. flächendeckender WLAN-Ausleuchtung

Otto-Hahn-Gymnasium – Nach der Sanierung vollständig verkabelt inkl. flächendeckender WLAN-Ausleuchtung

KGS Sand – WLAN wird durch Mobilfunkrouter bereitgestellt

GGS Hand – WLAN wird durch Mobilfunkrouter bereitgestellt

Alleine die Otto-Hahn-Schulen können schnellen Anschluss nutzen

Unter dem Strich zeigt sich: Aktuell kann – mit Ausnahme der Otto-Hahn-Schulen – keine der vom Kreis erschlossenen Breitbandschulen (1 Gbit-Anschluss) das schnelle Internet nutzen – weil die Ausleuchtung größtenteils noch fehlt. Der Projektstand: work in progress. Glasfaser liegt am Gebäude an, kommt aber nicht in die Klassenzimmer.

Die Prozesse seien voneinander entkoppelt, heißt es dazu bei der Stadt. Die Glasfasererschließung einerseits und die Ausleuchtung andererseits würden bei zwei Akteuren (Telekom/Kreis sowie Stadt) liegen.

Die Stadt nehme die Ausleuchtung in der Breite vor, je nach Bedarfen der Schulen. Das würde eine Fokussierung auf die Schulen mit Glasfaser zusätzlich erschweren.

Einen zusätzlichen Dämpfer hat das Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium (DBG) erfahren. Es sollte als Projektschule von der Telekom ausgeleuchtet werden. Letztlich haben sich Stadt und Telekom aber nicht über die Form des Sponsorings sowie dessen Kompensation einigen können. Dem Vernehmen nach hatte das wohl auch steuerliche Gründe.

Daher ist das Projekt geplatzt. Am Rübezahlwald heißt es in punkto Ausleuchtung also: Zurück auf Null, die städtische Schul-IT muss auch dieses Projekt übernehmen.

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Holger Crump

ist Reporter und Kulturkorrespondent des Bürgerportals.

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2 Kommentare

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  1. Interessante Priorisierung. Das Albertus-Magnus-Gymnasium verfügt bereits über eine vollständige Ausleuchtung mit WLAN im Schulgelände, dennoch war das offensichtlich kein Grund, hier die Verlegung des Glasfaseranschlusses entsprechend vorzuziehen.
    Es bleibt also – zumindest von außen betrachtet – mal wieder der Eindruck in Schilda zu wohnen. Schulen ohne WLAN bekommen scheinbar bevorzugt den schnellen Internetzugang und irgendwann später das WLAN.
    Schulen mit WLAN werden (abgesehen vom OHG, wo im Rahmen der Totalsanierung alles in einem Rutsch erledigt werden konnte) anscheinend hinten angestellt.

  2. Keine Erwähnung findet (erneut) das Gymnasium Herkenrath, dort ist man Enttäuschungen ja inzwischen gewohnt: Selbst der auf „Frühjahr 2023“ bereits nach hinten verschobene Termin für den Glasfaser-Anschluss wurde nun erneut abgesagt, nun heißt es ein weiteres Jahr bis Ende 2023 warten.

    Wäre ja schön, wenn bis dahin zumindest das schulinterne Netzwerk mit Verkabelung (und möglichst auch WLAN-Ausleuchtung) in jedem Klassenraum verfügbar wäre. Ob die Verwaltung das wohl hinbekommt?

    Konkrete Angaben hierzu (sofern man das „in Kürze“ für andere Schulen so nennen mag) gibt es für das Gymnasium Herkenrath bisher anscheinend noch gar nicht.