Das höchstgelegene Kunstwerk in der Stadt Bergisch Gladbach ist auf dem Quirlsberg in der Stadtmitte zu sehen. Der Künstler Michael Kramer hat auf dem Rundbau des Evangelischen Krankenhauses (EVK) eine Installation mit drei großen Fahnen geschaffen, die von vielen Orten im Stadtgebiet aus sichtbar sind.

An der äußeren Umrandung auf dem Dach des Gebäudes wurden für das Kunstwerk drei Fahnenmasten mit jeweils einer Höhe von fast zehn Metern befestigt. Die Masten stehen mit einem Abstand von zwei Metern zueinander. An jedem Mast ist eine Hochformatfahne in der Größe 1,50 mal 5 Meter befestigt, die zusammen eine Fläche von rund 22 Quadratmetern ergeben.

Michael Kramer erklärt: „Die Motive zeigen Ausschnitte von im Jahr 2021 in meinem Bergisch Gladbacher Atelier entstandenen Bildern.“ 

Die Aussage des Kunstwerks steckt jedoch nicht in den Motiven, wie Kramer sagt: „Normalerweise übermitteln Fahnen eine Botschaft. Entweder werben sie für ein Produkt oder ein Ereignis oder kennzeichnen staatliche Gebäude und Botschaften als Träger staatlicher Macht. Die Fahnen auf dem EVK-Rundbau verweisen hingegen auf nichts als sich selbst. Sie zeigen keine uns allen vertrauten Symbole und wollen nichts verkaufen. Ihre Botschaft liegt allein in ihrer Bildhaftigkeit.“

Je nach Windstellung kann die Installation dreiteilig oder als ein großes Bild wahrgenommen werden, sagt Kramer: „Dieses Bild im öffentlichen Raum ist nicht statisch, es bewegt sich und bietet wechselnde Erscheinungsformen.“

Zur Person: Michael Kramer wurde 1951 in Berlin geboren. Er studierte Kunstgeschichte an der Freien Universität Berlin sowie Architektur an der Technischen Universität Berlin. Er war Schüler des deutschen Malers Fred Thieler. Als Bildhauer arbeitet er bevorzugt mit Metall. Bekannt ist er unter anderem für große Installationen und Wandbilder in New York, Paris und deutschen Großstädten, unter anderem Berlin, Hamburg und München. Weitere Informationen unter www.kunstkramer.com.

Der Anstoß für das Fahnenprojekt kam von Pfarrer Thomas Werner, der während seines Wirkens in der Gnadenkirche zahlreiche künstlerische und kulturelle Projekte unterstützte und realisierte sowie von EVK-Geschäftsführer Dr. Harald Januschewski.

„Schon vor über 20 Jahren hatten wir die Idee, auf dem Quirlsberg ein von weit her sichtbares Kunstobjekt zu installieren, dass dem Ort hier weiteres Profil verleiht“, so Werner.

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„Ich wollte als Pfarrer nie Vorbild sein!“

Pfarrer Thomas Werner stand 30 Jahre der ältesten evangelischen Kirchengemeinde in Bergisch Gladbach vor – dem Pfarrbezirk 1 mit der Gnadenkirche. Nun geht er in den Ruhestand und zieht Bilanz. Er spricht über sein Selbstverständnis als Pfarrer, große Erlebnisse im Kleinen, bittere Momente und ein paar Dinge, die er nicht geschafft hat.

Für das Fahnenprojekt mussten am Rundbau drei massive Verankerungen für die drei Masten befestigt werden, die jeweils gute 100 Kilogramm wiegen. Eine Spezialanfertigung extra für das Kunstprojekt. Die Berechnungen dafür nahm Statiker Manfred Masurat aus Bergisch Gladbach vor, für den es ein besonderes Projekt war, wie er sagt: „Normalerweise arbeite ich im Industriebau.“

Thomas Werner hat indes schon einen passenden Namen für die Installation gefunden: „Es ist die Krone des Bergischen Löwen“, sagt er, denn vom Konrad-Adenauer-Platz aus betrachtet thronen die Fahnen genau über dem markanten Gebäude im Stadtzentrum. 

Für Michael Kramer zeichnet sich das Fahnenprojekt besonders durch die große Sichtbarkeit in der Öffentlichkeit aus: „Es ist auch ein Geschenk an die Gladbacher Bürger. Das Bild auf den Fahnen kann und wird von allen gesehen. Keiner muss dafür in ein Museum gehen. So kann es auch zu einer Diskussion der Kunst im öffentlichen Raum in unserer Gesellschaft beitragen.“

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1 Kommentar

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  1. Jetzt weis ich auch endlich, was auf dem Quirlsberg da oben angestrahlt wird. Kunst ist sicherlich richtig und wichtig, mehr als Energieverschwendung wenn es Dunkel ist habe ich als Autofahrer die Fahnen bisher nicht wahrgenommen.