Zwi Eshed in Tel Aviv. Foto: privat

Zwi Esheds Geschichte ist eine zutiefst traurige und gleichzeitig schöne Geschichte. Nur wenige Menschen, die den Holocaust überlebt haben, können eine solche Geschichte erzählen, und nur wenige sind bereit, dafür nach Deutschland zu reisen, dem Land, das seinerzeit für das unerträgliche Leid von Millionen Jüdinnen und Juden verantwortlich war. Genau das macht Zwi Eshed, der jetzt in Ganey Tikva wohnt, zum Holocaust-Gedenktag in Bergisch Gladbach.

Zwi Eshed, der als Herman Obstfeld 1939 in Amsterdam in eine jüdische Familie geboren wurde, erlebte die Verfolgung durch die Nazis als „Sohn“ der holländischen Familie Posthumus in Holland. Diese Familie und die Dorfgemeinschaft retteten sein Leben.

Am Ende des Nazi-Terrors hat Herman zwei Familien, „Mutti“ und „Papi“, die den Holocaust ebenfalls überlebt haben, aber auch eine niederländische „Mutter“ und einen niederländischen „Vater“. In all dem Schrecken und Leid für ihn eine lebenslange Bereicherung.

Hermann Obstfeld mit seiner Mutter in Amsterdam. Foto: Privat

Ausgewandert nach Israel

Zwi lebt heute in der Bergisch Gladbacher Partnerstadt Ganey Tikva, wo seine Familie wohnt und sein Enkel Asif die HaRishonim Junior High School besucht, die den Schüleraustausch mit dem Otto-Hahn-Gymnasium gestaltet. Von seiner Zeit während des Holocaust, seinem Unterschlupf bei der Metzgerfamilie Posthumus und seinem Leben nach dem Holocaust wird Zwi an diesem Abend im Rathaus persönlich berichten.

Auch Asif, Vertreter der Enkelgeneration, ist dabei und wird einige Worte sprechen. Die Wortbeiträge werden ins Deutsche übersetzt.

Versteckt in Holland, ausgewandert nach Israel
Ein Holocaust-Überlebender berichtet 
26.01.2023, 19.00 Uhr
am Vorabend des Internationalen Gedenktags an die Opfer des Holocaust
Rathaus Stadtmitte, Großer Ratssaal,
Konrad-Adenauer-Platz 1, Bergisch Gladbach
Eintritt frei.

Eine Kooperationsveranstaltung des Städtepartnerschaft Ganey Tikva – Bergisch Gladbach e.V. und des Katholischen Bildungswerks Rheinisch-Bergischer Kreis – unter Mitwirkung von Oberstufenkursen des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums (DBG).

Lutz Urbach, Vorsitzender des Ganey-Tikva-Vereins, ist tief berührt von der Energie und Tatkraft des heute 83jährigen Zwi: „Es ist ein so großes Geschenk, dass Zwi uns in Bergisch Gladbach persönlich besucht, seine Geschichte erzählt und seinem Enkel die Menschen in der deutschen Partnerstadt vorstellen möchte. Das alles nach seinem Leiden an deutschen Terror!“

Elmar Funken, Leiter des Katholischen Bildungswerks, pflichtet ihm bei und betont: „Ursprünglich hatten wir eine Zoom-Schalte geplant, und nun hat Zwi entschieden, persönlich zu kommen. Er streckt im wahrsten Sinne des Wortes seine Hand zur Versöhnung aus. Das ist eine schöne Erfahrung.“

Am 27.01., dem Internationalen Gedenktag an die Opfer des Holocaust, werden Zwi und Asif das Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium besuchen, um sich mit den Oberstufenkursen auszutauschen.

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