Der ADFC-Kurs findet auf dem Gohrsmühlenplatz vor der Zanders-Halle statt. Fotos: Peter van Loon

Die Grünen haben ältere Mitbürger:innen zu einem Frühstück in die Buchmühle eingeladen, bei dem ein Fahrradtrainer aus seiner ehrenamtlichen Tätigkeit berichtete sowie Wupsi und Stadtverkehrsgesellschaft neuere Entwicklungen beim öffentlichen Nahverkehr vorstellten.

Kristin Menzel, Pressesprecherin der Wupsi und Willi Schmitz, Geschäftsführer der Stadtverkehrsgesellschaft, stellten den  20 Teilnehmern der Ü60-Veranstaltung der Grünen die „EezY“-App vor. Diese gilt Verkehrsverbund übergreifend in ganz NRW und berechnet den Fahrpreis nicht nach Tarif, sondern nach Kilometern.

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Mit dieser App braucht der Fahrgast sich nicht mehr um Tarifgebiete, Entfernungen, drei Stufen und so weiter zu kümmern. Beim Einsteigen in einen Bus oder eine Bahn checkt man mit der App ein und wechselt die Verkehrsträger innerhalb NRW beliebig oft.  

So kann man zum Beispiel in Bergisch Gladbach in einem Bus einchecken, am S-Bahnhof in die S-Bahn wechseln, am Kölner Hauptbahnhof in einen Regionalzug umsteigen, in Düsseldorf am Hauptbahnhof in eine Straßenbahn umsteigen, im Außenbezirk von Düsseldorf in einen Bus umsteigen und beim Verlassen des Busses checkt man wieder aus.

Keine Suche nach Kleingeld mehr, kein Enträtseln der Preissysteme vor dem Automaten mehr – einfach nur fahren. Auch ist eine Begrenzung auf maximal 49 Euro im Monat einprogrammiert.

Anschließend wurde von Frau Menzel der On-Demand-Verkehr efi vorgestellt; ein Pilotprojekt, welches im Dezember 2022 in Odenthal und Teilen von Leverkusen gestartet war. Aufgrund der guten Nachfrage ist das Einzugsgebiet inzwischen in beiden Gebieten vergrößert worden. So fährt efi beispielsweise neben Odenthal jetzt auch bis nach Bechen und Dabringhausen. 

Das neue Angebot versteht sich als Ergänzung zum ÖPNV und schließt Parallelfahrten mit Linienbussen in enger Taktung aus. Der Fahrgast zahlt nur den Tarif, der für die Strecke bei Nutzung von Bus oder Bahn gelten würde.  Der On-Demand-Verkehr wird durch Bundesmittel noch bis Ende 2024 gefördert.

Im Unterschied dazu muss im Bergisch Gladbach bei Nutzung der AST-Linie 447 ein Komfortzuschlag (für die Nutzung eines Taxis) gezahlt werden.

Haltestelle barrierefrei machen

Im Weiteren wurde über die Verpflichtung, die Haltestellen barrierefrei zu gestalten und die Probleme bei der Umsetzung berichtet. Hier liegt für die Stadt Bergisch Gladbach (ebenso wie im Kreis) noch eine erhebliche Aufgabe, obwohl die Umsetzungsfrist inzwischen abgelaufen ist.

Immerhin konnte Willi Schmidt, Geschäftsführer der Stadtverkehrsgesellschaft (SVG) bestätigen, dass bei den aktuellen Straßensanierungen (Paffrather Straße, Altenberger-Dom-Straße) Barrierefreiheit erreicht wird, was gegenüber den letzten zehn bis 15 Jahren ohne Straßensanierung schon ein erheblicher Fortschritt ist. Derzeit werden die Haltestellen in einem Kataster sortiert, um vorrangig dort Barrierefreiheit herzustellen, wo ältere oder mobilitätseingeschränkte Menschen besonders oft ein oder aussteigen.

Sicher Fahrradfahren

Zuletzt berichtete Peter van Loon, ADFC-Radtrainer, von seinen in Kooperation mit der SVG ausgerichteten Pedelectrainings.

Pedelecs (langsame „E-bikes“) sind deutlich schwerer als Fahrräder und neben der Gangschaltung muss zusätzlich die Motor-Unterstützung bedient werden. Das Angebot des ADFC der Fahrradschule richtet sich an Erwachsene, die das Radfahren nie gelernt haben. Ähnlich wie Kinder lernen Erwachsene das Radfahren heute zunächst durch das Laufradfahren. Van Loon konnte mithilfe eines Videos sehr anschaulich von den Trainings und den Sicherheitsgewinnen berichten.

Was die AG Ü60 vorhat

Es wurde rege nachgefragt. Das zeigte das große Interesse der Zuhörenden, sodass Friedrich Bacmeister kaum Zeit blieb, die Arbeitsgruppe Ü 60 der Grünen vorzustellen. Diese hatte im Frühjahr schon erfolgreich die Einführung des Schulexpress an den Grundschulen „In der Auen“ sowie Hebborn angestoßen; ebenso die Prüfung einer Schulstraße. 

Die AG Grüne Ü 60 hat das Ziel, die Erfahrung und die nach Ende des Berufslebens gewonnene Zeit für die Zivilgesellschaft einzusetzen. Als nächstes sollen Themen rund um das „Wohnen im Alter“ behandelt werden. Das umfasst sowohl die Frage, wie das nach Auszug der Kinder zu groß gewordene Zuhause besser genutzt werden kann als auch Fragen rund um die Wärmewende.

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