Foto: Thomas Merkenich

Der Freundeskreis der Gartensiedlung Gronauer Wald blickt zurück auf das Jubiläum des außergewöhnlichen Wohnquartiers und zieht mit etwas Abstand Bilanz der vielen Aktivitäten. Das umfangreiche Buch „125 Jahre Gartensiedlung Gronauer Wald“ ist nach wie vor erhältlich und liegt jetzt auch bei Hetzenegger in Sand aus.

Wir dokumentieren einen Beitrag des Freundeskreis

Seit inzwischen 15 Jahren engagiert sich der Freundeskreis der Gartensiedlung Gronauer Wald für die von Anna und Richard Zanders im ausgehenden 19. Jahrhundert gegründete Siedlung. Neben der geschichtlichen Dokumentation der Anfänge, der Pläne und involvierten Architekten, konnte der Freundeskreis bereits etliche Maßnahmen zum Erhalt dieses zauberhaften Stadtteils anstoßen – so gibt es einen Denkmalbereich, eine Baumschutzsatzung und eine Erhaltungssatzung.

Darüber hinaus hat der Freundeskreis schon einige Sommerfeste ausgerichtet, zu denen zahlreiche Gäste aus der Siedlung und der ganzen Stadt kamen, um bei Musik, Kuchen und Kölsch die Besonderheiten der Siedlung zu entdecken.

Mit der Neupflanzung von bereits über 100 Bäumen trägt der Freundeskreis außerdem zum Erhalt des Charakters der Gartensiedlung sowie zum Klimaschutz bei. Höhepunkt der Projekte des Freundeskreises ist ein Buch über die Gartensiedlung Gronauer Wald, welches anlässlich des 125-jährigen Bestehens im vergangenen Jahr im Heider Verlag erschien.

„125 Jahre Gartensiedlung Gronauer Wald“
Ariane von Britton, Till Erdmenger, Frank Grobolschek
Joh. Heider Verlag GmbH, Bergisch Gladbach
ISBN: 978-3-947779-37-6
240 Seiten
24,80 Euro

Älteste Gartenstadt Deutschlands

Die Gartensiedlung Gronauer Wald geht auf den Bergisch Gladbacher Papierfabrikanten Richard Zanders und seine Frau Anna, jüngste Tocher des Industriellen Werner von Siemens, zurück. Das Ehepaar errichtete ab 1898 – inspiriert durch die englische Gartenstadt-Bewegung – in der Nähe des Fabrikstandortes Gohrsmühle eine Siedlung für ihre Arbeiter und Angestellten.

Große Bäume, Wiesen und der Lerbach wurden in diese neue Vorstadt integriert. Ein zentraler Platz und locker gruppierte Einfamilienhäuser auf großen Parzellen mit Nutz- und Ziergärten sollten eine wie gewachsen erscheinende Ortschaft bilden.

Die Stifter wollten für ihre Mitarbeiter ein erschwingliches und architektonisch ansprechendes Wohnen ermöglichen – in besseren Bedingungen, als den winzigen Mietswohnungen, die damals üblich waren.

Mehr zum Thema

Quer durch den Gronauer Wald – mit dem Hüter der Gartensiedlung

Frank Grobolschek ist so etwas wie ein Geschichtsbuch der Gartensiedlung auf zwei Beinen. Im zweiten Teil der Serie zum Gronauer Wald machen wir mit ihm einen ausgedehnten Spaziergang durch das Viertel. Dabei entdecken wir viele architektonische Schätze, erfahren einiges an Hintergründen und Anekdoten. Wir lernen aber auch die Sorgen des Viertels kennen.

Mit der Unterstützung von fähigen Persönlichkeiten wie den Architekten Ludwig Bopp, Oskar Lindemann, Peter Will und dem Gartenarchitekten Brodersen entstand in mehreren Bauabschnitten eine Siedlung, die zugleich einfache Schmuckmittel einsetzte, eine zu große Einförmigkeit vermied und alle Häuser mit Nutz- und Ziergärten ausstattete.

Zunächst als private Stiftung gegründet, überführte Anna Zanders nach dem Tod von Richard das Vermögen 1913 in die „Gemeinnützige Gartensiedlungsgesellschaft Gronauer Wald m.b.H.“, um einer Verteuerung der Grundstücke und Häuser durch Spekulation zu begegnen. Trotz vieler Veränderungen gehört die Gartensiedlung Gronauer Wald als älteste Gartenstadt Deutschlands immer noch zu den bedeutendsten Siedlungsprojekten im Rheinland.

Fotos: Thomas Merkenich

Viele Aktivitäten zum Jubiläum

Anlässlich des 125-jährigen Jubiläums der Siedlungsgründung hat der seit 2008 aktive „Freundeskreis Gartensiedlung Gronauer Wald“ im Jahr 2022 viele interessante Projekte realisiert.

Neben einem überarbeiteten Flyer über die Siedlung, der in Kooperation mit der Stadt Bergisch Gladbach entstand, richtete der Freundeskreis im August 2022 ein großes Sommerfest am Platz an der Eiche aus, das mit vielen Attraktionen und Live-Musik mehrere Hundert Gäste begeisterte.

Zudem schmücken seit dem Sommer zwei Skulpturen den zentralen Platz an der Eiche, die an die Gründer Anna und Richard Zanders erinnern. Die Figuren sind „Zwitscherkisten“, die – mit einer Handkurbel betrieben – von der Entstehung der Siedlung erzählen.

Ebenfalls 2022 erschien ein 240 Seiten starkes Buch über die Gartensiedlung Gronauer Wald, in dem man prägnante, informative Texte neben vielen historischen und aktuellen Abbildungen sowie persönliche Anekdoten von Anwohnern findet.

Das im Heider-Verlag erschienene Buch schlägt einen großen zeitlichen Bogen von den Gründern über die beteiligten Architekten bis hin zu den Zielen und Projekten des Freundeskreises – wie Baumpflanzaktionen oder der Errichtung eines beschilderten Rundwegs durch die Siedlung – sowie aktuell anstehende Veränderungen.

Es zeigt zeitgenössische Dokumente wie Pläne oder Kaufverträge, berichtet von translozierten Häusern und nicht-realisierten Bauten, erzählt über Luftangriffe im Krieg, Pläne für neue Bahnstrecken und interessante Persönlichkeiten aus der Siedlung.

Innerhalb von rund 2 Jahren entwickelten Ariane von Britton, Till Erdmenger und Frank Grobolschek ein repräsentatives „coffee-table-book“, das die Leserin zum zwanglosen blättern und stöbern einlädt. Für Anwohner, Bergisch Gladbacher, Geschichtsinteressierte, Architektur-Fans und Weihnachtsgeschenk-Sucher bietet sich dieses detailliert recherchierte und liebevoll gestaltete Hardcover als Bereicherung an.

Das Buch „125 Jahre Gartensiedlung Gronauer Wald“ kann über die Webseite des Freundeskreises, im Buchhandel und jetzt auch bei Edeka Hetzenegger in Sand erworben werden.

Freundskreis Gartensiedlung Gronauer Wald. Kontakt: info@fggw.de, Website: http://fggw.de/

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.