Der Stadtrat hat den Bau der Kita „Am Fürstenbrünnchen“ auf der Lenawiese in Lückerath mit den Stimmen der SPD bekräftigt. Sie machte jedoch deutlich, dass sich die Stadt damit auf Druck der CDU auf einen langen, schwierigen und riskanten Weg begibt – denn aus der Anwohnerschaft wird es Klagen gegen das ökologisch und baurechtlich umstrittene Projekt geben. Wir stellen die Positionen dar.

Bürgermeister Frank Stein, die SPD und die Grünen waren zur Wahl 2020 mit dem Versprechen angetreten, mehr Kita-Plätze zu schaffen und den Klimaschutz voran zu bringen. Diese beiden Ziele geraten jedoch immer mal wieder in Konflikt; zum Beispiel wenn in Sand und in Lückerath Wiesen in Kita-Gelände verwandelt werden sollen. Wie unterschiedlich die drei Akteure, unter dem Druck sowohl der CDU wie der Anwohnerschaft, damit umgehen, wurde bei der Ratssitzung am Dienstag deutlich.

Zur Abstimmung stand ein Maßnahmenbeschluss für die „Kita Am Fürstenbrünnchen“, die auf einem Randstreifen der Lenawiese in Lückerath gebaut werden soll. Das war auf Initiative der CDU bereits 2023 gegen die Stimmen von SPD und Grünen grundsätzlich beschlossen worden – was jetzt mit noch größerer Mehrheit und unter Protest der Anwohnerschaft bekräftigt wurde.

Das Stimmungsbild – und die „Claqueure“

Die Grünen stimmten – wie beim Grundsatzbeschluss – gegen die Bebauung der Lenawiese. Zwar brauche die Stadt dringend weitere Kitaplätze, sagte die Ko-Fraktionsvorsitzende Theresia Meinhardt. Aber das dürfe nicht immer wieder zu Lasten des Klima- und Umweltschutzes gehen.

Die SPD votierte – anders als beim Grundsatzbeschluss – dem Projekt jetzt zu. Seine Fraktion falle es zwar schwer, sagte der Vorsitzende Klaus Waldschmidt, aber nach dem Grundsatzbeschluss könne man das Paket nicht wieder aufschnüren, sondern müsse endlich voran kommen.

Frank Stein legte sein Dilemma offen: Er persönlich halte die Bebauung der Wiese in einer wichtigen Kaltluftschneise nach wie vor für problematisch und möchte daher nicht zustimmen. Als Bürgermeister sei er aber zur Umsetzung von Ratsbeschlüssen verpflichtet und könne daher nicht mit Nein stimmen – sondern enthalte sich.

Für die CDU bekräftigte Brigitta Opiela noch einmal, warum diese Kita – zusätzlich zur erst mittelfristig umsetzbaren Einrichtung auf dem Carpark Gelände – dringend notwendig sei: Gerade in den umliegenden Bezirken, von Bensberg bis Refrath-Nord, gebe es für viele Kinder keine Plätze, hier bestehe die Chancen, schnell und wohnortnah Abhilfe zu schaffen. Der Klimaschutz werde dabei durch eine besonders ökologische Bauweise berücksichtigt, ergänzte ihr Fraktionskollege Robert Kraus.

Auch die FWG, die sich sonst immer sehr für den Erhalt von Freiflächen stark macht, verwies auf die „sehr umweltschonende Planung“. Nach einer sorgfältigen Abwägung stimme sie zu, sagte Fraktionschef Rainer Röhr.

Die Bergisch Mitte kritisierte, dass „die Grünen ihre Claqeure“ mit in den Rat brächten, damit behinderten sie die freie Meinungsbildung sagte Fraktionschef Fabian Schütz. Damit unterstellte er den Grünen, die Zuhörinnen und Zuhörer dafür zu bezahlen, an der gewünschten Stelle zu klatschen.

§ 34 und die Macht der Nachbarschaft

Tatsächlich waren es Vertreter:innen der Bürgergemeinschaft Lückerath und andere Anwohner:innen, die die Debatte von der Tribüne aus verfolgten und Redebeiträge gegen den Bau der Kita mit Applaus begrüßten.

Einige dieser Personen werden bei dem weiteren Verfahren eine entscheidende Rolle spielen, denn sie werden vor Gericht gegen den Bau der Kita vorgehen. Das bestätigte Marc Hoffmann, der Vorsitzende der Bürgergemeinschaft, nach der Sitzung noch einmal. Sie argumentieren – wie auch der Bergische Naturschutzverein – damit, dass hier eine wichtige Kalltluftschneise liege und die kleinen Straßen für eine weitere Verkehrsbelastung nicht geeignet seien.

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Anwohnerschaft protestiert gegen Kita auf der Lenawiese

Den Bau einer weiteren Kita an der Straße „Am Fürstenbrünnchen“ hatte der Stadtrat vor fast einem Jahr beschlossen, konkrete Pläne für die sogenannte Lenawiese legte die Stadt jetzt der Nachbarschaft vor. Die Bürgergemeinschaft Lückerath fühlt sich jedoch übergangen, reagiert mit einem offenen Brief – und lehnt das Projekt aus mehreren Gründen ab.

Sie wollen vor allem die Einschätzung der städtischen Bauordnungsbehörde angreifen, wonach der nördliche Teil der Lenawiese auf Basis von § 34 des Baugesetzbuchs bebaut werden kann. Damit muss sich die Stadt als Bauherrin lediglich an der Bebauung der Nachbargrundstücke orientieren, kann aber auf einen Bebauungsplan und somit auf eine formale Beteiligung der Nachbarn verzichten.

Zur Sache: Die rechtliche Lage war bereits bei einer früheren Diskussion über die Lenawiese geprüft worden. Im Ratsinformationssystem findet sich dazu in der Vorlage 0260/2020 nur eine sehr knappe Aussage:

„Der Standort wurde durch die Stadtplanung und das Bauordnungsamt „einer planungsrechtlichen Zulässigkeitsprüfung nach $ 34 BauGB mit vorgeschalteter Abgrenzung gemäß $ 34/ & 35 BauGB“ unterzogen. Im Ergebnis wurde festgehalten, dass eine Kindertagesstätte auf dem Grundstück grundsätzlich realisierbar ist.“

„Riskantes Verfahren mit offenem Ausgang“

Damit könnten die Kläger:innen das Projekt auf jeden Fall bremsen, womöglich sogar ganz stoppen. SPD-Ratsmitglied Andreas Ebert brachte es auf den Punkt: Die Stadt begebe sich hier sehenden Auges „in ein vergleichsweise riskantes Projekt mit offenem Ausgang, das viel Zeit und Kraft binden“ werde. Das sei umso ärgerlich, weil es von vorneherein absehbar gewesen sei.

Zunächst will sich die Stadt jetzt dennoch auf die eigene Bauordnungsbehörde verlassen. Für die CDU fragte Kraus an diesem Punkt noch einmal explizit nach: „Über was für ein Baugebiet reden wir hier tatsächlich?“

Bürgermeister Stein antwortete knapp: „Paragraf 34.“ Und ließ dann gewisse Zweifel erkennen: Er selbst sei ja nur „Feld-, Wald- und Wiesenjurist“ und kein Bauexperte, daher verlasse er sich auf die Baubehörde. Ob sie Recht habe, „darüber muss im Zweifel ein Gericht entscheiden“.

Wir haben bei der Stadtverwaltung angefragt, ob es nach 2020 eine erneute Überprüfung der rechtlichen Einschätzung der eigenen Baubehörde gegeben haben, oder ob das – womöglich durch externe Experten – geplant sei. (Aktualisierung: Die Antwort finden Sie hier. Kurz gefasst: Ja, eine solche Prüfung wird es geben.)

Die Entscheidung des Stadtrats fiel am Dienstag mit großer Mehrheit für den Maßnahmebeschluss: CDU, SPD, FDP, FWG, Bergische Mitte und AfD stimmten zu, die Grünen stimmten dagegen, der Bürgermeister enthielt sich.

Sie haben weitere Fragen zum Projekt? Nutzen Sie das Kommentarfeld unten oder schreiben Sie der redaktion@in-gl.de.

Die Kita-Ausbaupläne im Detail

Sofortkita Innenstadt

An der Jakobstraße hinter dem Bahnhof in der Innenstadt ist die alten Flüchtlingsunterkünfte abgerissen worden Auf dem 3800 qm großen Grundstück wird eine vierzügige Kita mit rund 70 Plätzen gebaut, später ist dort auch ein Spielplatz vorgesehen. Fertigstellung ist für Juni 2025 geplant.

Sofortkita Schildgen „Nittumer Weg“

Am Nittumer Weg in Schildgen liegt ein städtisches Grundstück mit 940 qm, das zur Zeit als Parkplatz genutzt wird. Hier entsteht eine dreizügige Kita mit rund 50 Plätzen; die Parkplätze fallen weg, ein Teil der Fläche wird entsiegelt. Fertigstellung: 1. Quartal 2026

Sofortkita Sand

An der Schulstraße in Sand, neben dem Friedhof und hinter dem Schotterparkplatz, wird eine Wiese bebaut, die als Reservefläche für den Friedhof vorgesehen war. Das Grundstück mit 1700 qm reicht ebenfalls für eine vierzügige Kita mit weiteren 70 Plätzen. Geplante Fertigstellung: März 2025

Sofortkita Lena-Wiese / Am Fürstenbrünnchen

Für den Bau einer Kita am Rand der Bienen- und Blumenwiese am Lückerather Anger an der Straße „Am Fürstenbrünnchen“ hatte es schon 2020 einen Beschluss gegeben, der nach der Kommunalwahl zurückgestellt worden war. Im September 2023 setzte die CDU durch, diesen Standort ebenfalls im Sofort-Kita-Programm voran zu treiben. Derzeit geplante Fertigstellung: Herbst 2025

Weitere Sofortkita (noch offen)

Der Standort einer möglichen weiteren Sofortkita ist noch offen, ein Grundstück im Bereich Moitzfeld / Bensberg / Lückerath werde geprüft, hatte die Stadt im Juni 2023 erklärt.

AWO-Kita Mondsröttchen / Am Reiser (Bensberg/ Kaule)

Die vierzügigen Kita Mondsröttchen mit 90 Plätzen befindet sich bereits in Bau und soll laut Planung ab dem 1.8.2024 schrittweise in Betrieb gehen. 

Kita auf dem Carpark-Gelände (Lückerath)

Auf dem ehemaligen Areal der belgischen Armee an der Bensberger Straße in Lückerath soll nun doch eine große Kita gebaut werden, auf der Grünfläche zwischen Flüchtlingsunterkunft und dem Seniorenwohnheim. Dazu müssen zunächst der Flächennutzungs- und der Bebauungsplan geändert werden.

Kita mit Kompetenzzentrum Autismusspektrum-Störungen (Hebborn)

Diese Kita, ebenfalls von der AWO betrieben, soll auf dem brachliegenden Grundstück gegenüber der Grundschule Hebborn an der Odenthaler Straße entstehen, die Ausschreibung steht bevor.

Kita Weig-Gelände (Zanders-Areal)

Pläne für eine Grundschule und Kita auf dem Gelände der ehemaligen Weig-Kartonagenfabrik am Rande des Zanders Areals an der Cederwaldstraße parallel zu einer Grundschule 21 haben sich inzwischen zerschlagen, weil das Gebiet hochwassergefährdet ist.


Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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  1. Bienenwiese vs. Carpark-Gelände: Schon die Wahl dieser Begriffe suggeriert, dass der Lückerather Anger wertvoller sei, als das Gelände am unmittelbaren Rande des Naturschutzgebietes. Hier scheint leider wieder einmal die Sichtweise vorzuherrschen, dass alles notwendige für Kinder, Alte und Flüchtlinge unternommen werden muss, aber bitte nicht nebenan.

    Am ehemaligen Carpark-Gelände befindet sich ebenfalls eine wichtige Kaltluftschneise, baurechtlich (Klagen sind auch hier nicht ausgeschlossen) wird hier eher langfristig geplant werden können, das Grundstück gehört nicht der Stadt und die Verkehrssituation an der Bensberger Str. ist mehr als bedenklich. Eine weitere Ampelanlage, an der ohnehin trotz wartender Kinder häufig bei ROT hinweggefahren wird, würde die zu den meistbefahrenen Straßen des Kreises gehörende Bensberger Straße nicht verkraften können. Und neu versiegelt würde die Fläche am Carpark-Gelände übrigens auch.

    Die beiden Standorte gegeneinander auszuspielen ist nicht korrekt und sollte auch von den Lückerather Bürgerschaftlern (wir leben übrigens auch in Lückerath) berücksichtigt werden.

  2. Vor ein paar Jahren sollte noch der Flächennutzungsplan geändert werden, weil die Lenawiese Bauland für sozialen Wohnungsbau werden sollte. Jetzt soll es ein Kindergarten werden. Beides ist wichtig – aber auf passenden Grundstücken!

    Unabhängig von der aus Verkehrsgesichtspunkten erkennbar absolut ungeeigneten Lage muss endlich Schluss mit der Versiegelung weiterer Flächen sein. In Lückerath konnte man in den letzten Jahren ganz besonders beobachten, wie die Versiegelung unumkehrbar voranschreitet: am Lückerather Weg wird im Zuge des Generationswechsels ein überdimensioniertes Mehrfamilienhaus neben dem anderen gebaut, aus Vorgärten und Gärten werden große Parkplätze. Der Strukturwandel bringt für alle Probleme mit sich, schon beim nächsten Starkregen, dem nächsten Hochwasser.

    Die Stadt muss auch im Sinne unserer Kinder und der künftigen Generationen verantwortungsvoll mit den wenigen noch bestehenden Naturflächen umgehen – gerade auch mit denen, die ihr gehören!

  3. Das ist ein intensiv genutzter Schulweg in beide Richtungen. Hier ist in Stoßzeiten, ohne Gefährdung von Radfahrern kaum ein Durchkommen. Die Straße „Am Füstenbrünnchen“ ist zudem vollkommen Marode und unsicher zu befahren. Da ist das Chaos vorprogrammiert. Jetzt die Fahrzeuge der Anwohner zu verbannen wird deren Unmut sicherlich schüren, und das zu Recht.
    Die Post, das Basteigebäude oder der Carpark, ZandersAreal oder einige weitere Möglichkeiten ungeprüft zu verwerfen, in der Hoffnung die Blumenwiese hätte keine Lobby, ist sehr kurzfristig gedacht, und Umweltschädlich oben drein.
    Unfassbar!
    Als ob die Krüger/ Neuborner Wald Story schon vergessen wäre. Das war auch so eine Nacht+Nebel Geschichte ohne die Lückerater einzubeziehen.
    Ich hoffe das während der Laufzeit der Anwohnerklage Wahlen stattfinden. Es ist unglaublich wie die Stadt mit einigen Ihrer Ortsteile umgeht. Neudeutsch: Gottlos

    1. Das können Sie ja dann alles dem Richter erzählen. Der kennt St. Florian aus seiner Berufserfahrung sicher auch schon ziemlich gut.

    2. Das wäre doch eine gute Möglichkeit, die Straße neu zu gestalten, ohne Parkmöglichkeiten, dafür mit Platz für Radfahrer und ggfs. ein paar Eltern morgens und mittags.
      Dieses Selbstverständnis, dass man öffentlichen Raum als eigenen Parkplatz nutzen kann ist wirklich nicht mehr zu ertragen. Wer Parkraum benötigt, hat insbesondere in dieser Ecke genug Platz auf dem Grundstück.

    3. Das ist ein wichtiger Hinweis: “Hier ist in Stoßzeiten, ohne Gefährdung von Radfahrern kaum ein Durchkommen.” Dann sollten, um diese Gefährdung zu unterbinden, dort die Straßen, die von Bensberger Straße und Saaler Straße umschlossen werden durch Poller für den Durchgangsverkehr gesperrt werden. Die Anwohnenden können von einer der Seiten jeweils reinfahren und ihr Fahrzeug auf dem eigenen Grundstück abstellen. Das kann übrigens unabhängig davon geschehen, ob die KiTa dort entsteht oder nicht, die Gefährdung liegt ja aktuell bereits vor.

      1. Genau, und dann alle über die Saaler Straße. Und wenn die Situation dort genauso ist, kaufen wir uns alle Lastenräder und radeln durch ein autofreies Örtchen.

      2. Boh, ein autofreies Stück Bergisch Gladbach, ein Traum (ironiefrei!). Keine Abgase, kein Feinstaub, endlich frische Luft zum Atmen. Ich steige gleich auf’s Rad, Sie auch? Es darf sicher auch ein normales Rad sein.

  4. Ich begrüße die umweltschonende Planung auf dieser Wiese.
    Ich freue mich für die zukünftigen Kinder, die dort spielen/ lernen und erfahren dürfen mit viel Natur und Freifläche. Was für ein besonderer Standort !
    Gerade Refrath-Nord hat einen besonders hohen Bedarf an Kitaplätzen und die * Lenawiese * wäre gut zu erreichen, auch mit Fahrrad.
    Ich traue der Verwaltung ein gutes Verkehrskonzept zu.
    Auf der einen Seite klagen die Eltern Kitaplätze ein, auf der anderen Seite wird gegen einen Kitabau geklagt .
    Vielleicht kriegen wir mit den Anwohnern noch einen Konsens hin.
    Hoffnungsvolle Grüße
    Brigitta Opiela

    1. Aber wie gewinnt man denn Personal für die neue Kita? Auch in Refrath sind doch nicht alle Stellen in den bestehenden Einrichtungen besetzt.

      1. Personal bekommt man, indem man ausbildet. Personal bekommt man, indem man die Rahmenbedingungen dafür schafft, wie Bezahlung und einen schönen Arbeitsplatz mit moderner Ausstattung. Man braucht aber erst Infrastruktur, um Personal einzustellen
        Was hätten sie denn gesagt, wenn die Stadt Träger bezahlt, um neues Personal einzustellen, es aber keine Kitas gibt? Gefragt, wo die Kitas herkommen?

      2. Ich denke wie Herr Bell. Personal findet man, wenn die Bedingungen passen. Gehalt, Arbeitsumfeld, Freizeitregelungen, … Die Betriebskindergärten haben kein Personalfindungsproblem. Woran es liegt: sie bezahlen übertariflich, sie haben meist sehr moderne Einrichtungen und auch die sonstige Aussattung ist top.
        Wenn kirchliche/kommunale/sonstige Träger da in Konkurrenz treten wollen, müssen sie sich in Kürze sehr weit bewegen.
        Sehr viele der ErzieherInnen gehen in den nächsten 10 Jahren in den Ruhestand. Um sie evtl. noch ein wenig halten zu können (Herausziehen des Renteneintritts oder mit Beschäftigung als Minijobber) wird viel Geld in die Hand genommen werden müssen.

      3. Okay, aber die vorhandene Infrastruktur ist doch unzureichend mit Personal ausgestattet. Ob die vorhandenen Einrichtungen schöne und moderne Arbeitsplätze bieten, ist schwer zu beurteilen. Wenn man andernorts noch schönere und modernere Arbeitsplätze schafft, könnte natürlich Personal wechseln und den Personalmangel in den bestehenden Einrichtungen erhöhen. Das wäre eine Nullsumme. Erhöhung der Ausbildung von Nachwuchs erscheint schwer. Zum einen wurde die Kinderbetreuung sehr stark ausgebaut. Es ist überhaupt nicht klar, wie sich das noch weiter ausbauen lassen soll. Es wird schon praktisch unmöglich sein, die im Kommentar erkannte Verrentungswelle auszugleichen. Zudem dauert die Erzieher-Ausbildung mehrere Jahre, kurzfristig geht hier nichts.

        Was muss man tun? Ehrlich zu den Leuten sein und sagen, dass der Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung begrenzt werden muss. Es ist vollkommen unmöglich, dass jeder 45 h pro Woche bekommt.

    2. Frau Opiela, Ihre Einschätzung erscheint mir absolut realitätsfern!

      Bei lebensnaher Betrachtung ist wohl eher davon auszugehen, dass Eltern (aus Refrath und Bensberg kommend) ihre Kinder NICHT mit dem Fahrrad in die Kita bringen, um anschließend mit dem Auto zur Arbeit zu fahren.

      Gemäß Verkehrszählung der Stadt befahren morgens derzeitig 120 Schulkinder diese Stelle mit dem Fahrrad, zahlreiche Kinder sind zudem zu Fuß unterwegs. Ein Fußweg existiert nicht! Die Straße ist keine 5 m breit.

      Da es bereits jetzt absehbar ist, dass Eltern ihre Kinder mit dem Pkw in die Kita bringen werden, ist jetzt schon mit der Schaffung einer Gefährdungslage zum Nachteil der radfahrenden Schulkinder zu rechnen.

      Das kann doch wirklich niemand ernsthaft riskieren wollen.

      1. Vom Lückerather Weg in “Am Fürstenbrünnchen wäre bis zur Kita bereits jetzt ein beidseitiger Fußweg. Hier fehlt nur ein Parkverbot für sicheren Verkehrsfluss.
        Das weitere Stück Richtung Golfplatz müsste ertüchtig oder für den Durchgangsverkehr gesperrt werden. Mit den Hausnummern 62-66 könnte man abstimmen, auf welche Seite die Poller sollen.
        Damit könnten Radfahrer weiterhin ungefährdet den Weg nutzen.

        Alternativ den geschwungenen Weg asphaltieren, damit er als Radwege-Verbindung genutzt werden kann.

        Der motorisierte IV kann über die Saaler Straße ausweichen.

        Dass man den Kindern diese schöne Umgebung verwehren will, erstaunt mich immer wieder und dafür z.B. die Post mitten im versiegelten Bensberg vorschlägt.

      2. Die Ansicht (… Dass man den Kindern diese schöne Umgebung verwehren will, erstaunt mich immer wieder …) von Sam Urai vertrete ich auch. Zudem erschließt mir nicht die Logik, warum die Anwohner in der Nähe zur genannten Fläche der Post in Bensberg noch mehr Verkehr ertragen sollen, damit die Anwohner in Lückerath weiterhin so schön ruhig wohnen dürfen und auch kostenfreie Parkfläche vor der Haustür finden.

      3. Die typische Vorgehensweise vieler Refrather und Bensberger Eltern wird es wohl tatsächlich sein, Elterntaxi zu praktizieren. Zumindest ist es bereits jetzt die Vorgehensweise einer kritischen Masse.

      4. @Sam Urai
        Schön, dass Sie sich um die Sicherheitsaspekte Gedanken machen. Zunächst stellt sich jedoch die Frage, warum die Stadt kein taugliches Verkehrskonzept entwickelte, bevor der Bau einer Sofort-Kita in einer Hauruck-Aktion durchgedrückt werden soll. Es entbehrt jeglicher Logik, dass nicht bereits im Vorfeld die Sicherheitsfragen geklärt wurden – wird doch permanent darauf hingewiesen, dass es hier um das Wohl der Kinder gehe. Es geht hier um die Sicherheit jener Schulkinder, deren Schulweg die betroffene Straße darstellt! Der Stadt ist diese Problematik bekannt. Vielmehr jedoch vertraut man aber wohl darauf, dass die Verwaltung noch ein taugliches Verkehrskonzept entwickeln würde (Vgl. Kommentar von Frau Opiela). Das gesamte Vorgehen erscheint sehr planlos und nicht mit der erforderlichen Sorgfalt durchdacht.

        Zu Ihren Argumenten: Diesen kann nicht gefolgt werden. Sie haben nicht bedacht, dass der Schülerverkehr vom Fürstenbrünnchen ins Pützchen fährt (und umgekehrt). Dort gibt es keine Fußwege. Die Breite der Straße lässt dies nicht zu. Auch im Hinblick auf den Anger, wo Ihrer Ansicht nach ein Weg asphaltiert werden könne, ist anzumerken, dass es sich beim gesamten Anger um eine Ausgleichsfläche handelt, welche nicht angetastet werden darf. Eine Asphaltierung ist also nicht zulässig.

  5. Zur Sofort-Kita in Sand:
    Zumindest könnte die Stadt in dem Zuge endlich den schmalen St.-Rochus-Weg zwischen Friedhof und Parkplatz für Autos dicht machen, falls dies immer noch nicht geschehen ist. Der Verein war in der Vergangenheit diesbezüglich leider untätig.

  6. Ein in gleicher Höhe gebautes Haus sollte keinen Einfluss auf die Kaltluftschneise haben.
    Selbst auf den offiziellen Karten in dieses Stück nicht grün eingezeichnet. Siehe Tim-Online.
    Und wenn man bei Tim-Online ist, gerne auch mal das Satelliten-Bild anschauen. Viele parkende Autos, die einen Verkehrsfluss, sei es Rad oder Auto erschweren.
    Hier könnte die Stadt hingehen und zunächst in den Straßen ein Parkverbot einrichten.
    Ein Lösung muss man für die Straße von der Eishalle kommend finden. Hier sollte dann wieder eine Einschränkung erfolgen und die Umleitung über Saaler Straße.

    Wenn die Anwohnerschaft klagt, könnte man sich mit den Maßnahmen direkt dankbar zeigen ;)

    1. Vielleicht setzen sue sich nal aufs Fahrrad und fahren zur Lenawiese? Ich bin sicher, Sie werden sehen, dass der Standort aus verkehrstechnischer Sicht absolut ungeeignet ist.
      Was mich am allermeisten ärgert: seit mindestens 5 Jahren gibt es diese Diskussion. Die Kindergartenplätze werden dringend benötigt. In all den Jahren ist nichts passiert. Jetzt kommt man wieder auf die Lenawiese zurück. Es wird wieder Jahre dauern, bis das vor Gericht durchgefochten ist. Und selbst wenn der Kindergarten dann dort gebaut werden sollte: woher kommen die Erzieherinnen und Erzieher?
      Und die Eltern warten weiterhin auf mehr Plätze.

      1. @MaLi
        -Erklären Sie doch bitte, warum er absolut ungeeignet ist. Mit den vorgeschlagenen Parkverboten hätte man Straßen, die breit genug sind. Verzögerungen kommen durch parkende Autos der Anwohner.

        – Sie beklagen, dass nichts passiert und dann klagen Menschen. Ja, die haben glücklicherweise das Recht, aber wenn es doch schon so lang dauert, warum dann klagen, außer aus Eigeninteresse, der Nachbarschaft den Kinderlärm fern zu halten.

      2. Liebe( r) Mali,
        ich fahre öfters mit dem Fahrrad an der Lenawiese vorbei Richtung Gladbacherstr. Ich bin zuversichtlich, dass man das man für den Verkehr ( Hol und Bring) eine Lösung finden wird. Die Kita St.Felix , im Schlangenhöfchen ( Frankenforst)liegt in einer Wohnstrasse und auch dort klappt es. Es gibt noch andere Beispiele…
        Die Bebauung der Lenawiese wurde mit der letzten Kommunalwahl wieder ad akta gelegt. In der Zwischenzeit wurde die Kita Mondsröttchen in Bensberg gebaut.
        Nichts desto trotz fehlen Kitaplätze.
        Deshalb wurden vier Sofortkitas an unterschiedlichen Standorten in BGL beschlossen. Damit kam dann auch die Lenawiese wieder ins Spiel.

    2. Um der Diskussion noch ein wenig mehr Realität bzw. Phantasie zu geben:
      Die Hecker + Partner HP Projekt GmbH, plant und vermarktet aktuell schon eine neue Immobilie mit 6 Wohneinheiten an “Am Fürstenbrünnchen 22”. Hier stand vorher ein Einfamilienhaus. Das hier alle Autos auf dem Grundstück parken, obwohl Garagen und Stellplätze vorgesehen sind, ist realitätsfremd. Die Anwohner der Straße werden auch schon mal besucht oder beliefert. Einmal in der Woche kommt die Müllabfuhr und die Straßenreinigung. Handwerker müssen ebenfalls parken. Und öfter parken hier auch Autofahrer ihre Fahrzeuge, die danach in Richtung Lückerather Weg entschwinden, denn dort ist die Parksituation auch nicht gerade entspannt. Es parken Hundebesitzer in der Straße, die einfach nur ihre Hunde ausführen wollen usw.. Es gibt auch Anwohner, die wegen fehlender Möglichkeit gar nicht auf ihrem Grundstück parken können.
      Auf der Strecke von der geplanten Kita bis zum Lückerather Weg können max. 12 Kraftfahrzeuge parken. Der Bereich der Einmündung zu “Am Pützchen” soll dem Hörensagen nach schon mit einem Parkverbot versehen werden, damit die Eltern beim Bringen und Holen wenden und in die geplanten 3 Bring- und Holplätze in der Straße “Am Pützchen” einparken können. Dafür sind immerhin 3 Minuten großzügig eingeplant – nicht fürs Parken sondern für den jeweiligen Gesamtprozess des Bringens und Holens. Im Eingangsbereich ist in den veröffentlichen Plänen ein Behindertenparkplatz zu sehen. In der geplanten Kita sollen bis zu 12 Mitarbeiter(innen) tätig werden. Illusorisch ist, das diese alle mit dem Fahrrad alternativ mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen oder sogar zu Fuß kommen. Parkplätze für diese Mitarbeiter(innen) hat Verwaltung und Politik nicht eingeplant. Auch ein Kindergarten will übrigens beliefert werden. Gut, dass man an die Bobbycars gedacht hat. Für die ist im hinteren Bereich der “ökologisch” geplanten asphaltierten Wiese eine Bobbycar- Garage eingeplant.

      1. Herr K,
        warum soll das Recht erteilt werden, dort seinen “privaten” Parkplatz auf öffentlicher Straße zu haben, weil es auf dem Grundstück oder zur Wohnung nicht passt?
        Ich denke, dass wir uns einig sind, dass dieses Anrecht weit hinter den Belangen der Kinder kommt, oder?

      2. Sam Urai
        zu Ihrer Gegenreaktion:
        Schön, dass Sie sich Gedanken zur Verkehrssituation machen; unsere Verwaltung ist da offenbar „entspannter“. Bei der kurzfristig anberaumten Vorstellung vor Ort wurde aufgezeigt: „Wir bauen erst die Kita und schauen uns dann den Verkehr an“.
        Ziel darf es doch nicht sein, noch mehr Verkehr durch enge Straßen in Wohngebiete zu führen. Bei der Durchführung eines solchen Projektes bedarf es eines akzeptablen Verkehrskonzeptes für alle Beteiligten.
        Und für eine verantwortungsvolle Planung bedarf es auch unbedingt zum Wohle der Kinder, zu berücksichtigen, dass die Kita auf von der ehemaligen Zinkhütte Berzellius mit Schwermetallen belasteten Gelände stattfinden soll.

      3. Das Problem der parkenden Fahrzeuge ist ganz schnell zu lösen: ein Parkverbot einrichten.
        Dann dürfen dort Anwohner und Besucher noch halten (aber nicht parken), der Handwerker kann sein Fahrzeug mit der entsprechenden Genehmigung länger abstellen.

  7. Die Post im Bungert steht leer – großes Gebäude noch intakt mit Riesen Parkplatz – zentral – da könnte man eine Kita bauen mit Begegungstätte – Kultur!

    Warum nicht das – gute Park Möglichkeiten- zentral !
    Es stehen viele Gebäude leer !!!!

    1. Wer ist denn Eigentümer/in? Ich vermute mal die Post. Die muss das ja auch wollen.

  8. Die Audio-Version empfinde ich als gutes Angebot: Es wird mit angenehmen Stimmen und in angemessenem Tempo vorgetragen, und der Text ist auf verständliche Weise vereinfacht. Dennoch werde ich im Regelfall bei der etwas komplexeren und rascher aufzunehmenden Schriftversion bleiben.