Zeitplan und Kosten der geplanten Sanierung laufen aus dem Ruder, dennoch beginnt die Erneuerung der Laurentiusstraße jetzt mit einem ersten, sehr kleinen Schritt. Direkt vor dem Rathaus reißt die Belkaw die Straße auf und legt Leitungen um. Damit soll die Pflanzung von Bäumen vorbereitet werden. Mit den großen Problemen des Projekts wird sich in Kürze der zuständige Ratsausschuss befassen.

Den Start des umstrittenen Straßenbauprojektes Laurentiusstraße hat die Stadt gerade auf das kommende Jahr vertagt, „nach Karneval“. Die ersten Vorbereitungen beginnen aber bereits jetzt: in dieser Woche werden die vier Fahnenmasten vor dem Rathaus demontiert, am kommenden Montag reißt die Belkaw / RheinEnergie dort die Straße auf.

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Diese Baustelle ist auf eine Länge von 50 Metern begrenzt, teilt die Stadt auf Nachfrage mit. Im Zuge des Umbaus der Straße vom Marktplatz bis hinauf zur Odenthaler Straße sollen auch vor dem Rathaus drei Bäume gepflanzt werden. Dort liegen noch Leitungen der RheinEnergie, die jetzt schon verlegt werden.

Die Visualisierung zeigt, wie die Laurentiusstraße vor dem Rathaus künftig aussehen soll. Quelle: Stadt GL

Ins Rathaus komme man in dieser Zeit durch den Nebeneingang. Der Verkehr werde an der Baustelle vorbei geleitet und nicht beeinträchtigt, so die Stadt. Das gelte auch für den gegenläufigen Radverkehr. Der Zeitpunkt der Arbeiten sei so gewählt worden, dass weder Stadtfest / Stadtlauf noch das Weihnachtsgeschäft betroffen seien.

Hintergrund: Pläne für einen Umbau zur Fahrradstraße

waren gescheitert, nun soll die Fahrbahn der Laurentiusstraße erneuert und die Straße ein Stück weit für den Rad- und Fußverkehr attraktiver werden. Auch für Grünflächen mit Bepflanzung, für Außengastronomie und Sitzgelegenheiten soll Raum geschaffen werden. Dafür fallen einige weitere Parkplätze weg; eine genaue Zahl hatte die Stadt nicht genannt. Die Entwurfspläne finden Sie in diesem Beitrag.

Dieser Umbau war im August 2023 mit den Stimmen von Grüne, SPD, FDP, FWG und AfD  beschlossen worden; nur die CDU votierte dagegen. Bei den Geschäften in der Straße stießen die Pläne auf ein geteiltes Echo.

Bereits 2023 war die Laurentiusstraße für den Radverkehr gegen die Einbahnstraße freigegeben worden.

Später in diesem Jahr oder Anfang 2025 werde die RheinEnergie / Belkaw auch noch einige Hausanschlüsse überwiegend im oberen Teil der Laurentiusstraße erneuern; auch dann ohne Auswirkungen auf den Verkehr.

Die Stadt hatte zuletzt eingeräumt, dass die gesamte Straßenbau-Maßnahme von diesem auf das nächste Jahr verlegt werden müsse. Zudem geht aus Unterlagen der Verwaltung für die Sitzung des Verkehrsausschusses am 10. September hervor, dass das Projekt mit 1,465 Millionen Euro wenigstens 40 Prozent teurer wird, als zunächst kalkuliert.

Kosten für die Baustellenabsicherung und Preiserhöhungen seien nicht oder nicht ausreichend berücksichtigt worden, so die Begründung.

Nach wie vor geht die Stadtverwaltung davon aus, dass die Anlieger nicht über das Kommunalabgaben-Gesetz zur Finanzierung herangezogen werden, sondern dass das Land NRW diese Kosten übernimmt. Allerdings muss die gesamte Maßnahme dafür bis Ende 2026 abgeschlossen und abgerechnet werden.

Dokumentation

Mitteilungsvorlage der Stadt zur Kostensteigerung

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Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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  1. wer zahlt die Kostensteigerung …?
    Ich bin dafür, dass die Laurentiusstraße lediglich für den KFZ-Durchgangsverkehr gesperrt wird und für Anlieger Tempo 20 eingeführt wird.
    In die Odenthaler Straße kommt man (aus Richtung Schildgen kommend) schließlich auch noch über andere Wege z.B. durch den Tunnel, über den Kreisel und über die Alte Wipperfürther Straße.
    Dass wäre (auch langfristig gesehen) preiswerter und würde die Aufenthaltsqualität wesentlich verbessern.

    1. Sollten Ihnen die Folgen des (sicherlich unzureichend kommunizierten) Verkehrsversuches, der auf exakt dieser Idee basierte, entgangen sein? Ein spürbarer Teil der (vorwiegend autofahrenden) Stadtgesellschaft hat diese im Grundsatz eigentlich gut vertretbare Idee mit allen – auch unlauteren – Mitteln abgelehnt. Der Versuch wurde daher bereits nach drei Wochen abgebrochen und diese Option verworfen.

      https://in-gl.de/2023/01/30/laurentiusstrasse-stein-gibt-fahrradstrasse-auf/

  2. …gemeinsam überlegen wir mal, wie die folgenden Fragen beantwortet werden könnten….
    – wer zahlt die Kostensteigerung …?

    – Bäume sind toll und sinnvoll!!… unbestritten…ist eine Notwendigkeit von eine Pflanzung von 3! Bäumen vor dem Rathaus gegeben…?

    – wer möchte sich ein “Denkmal” mit dem Umbau/Ausbau/Veränderung der Laurentiusstrasse setzen…?

    – Ist die “Maßnahme “wirklich notwendig für eine “lebenswerte” Stadt?

    Ich würde mich über Antworten freuen…

    1. Das ist das sinnloseste und verschwenderischste Projekt, von dem ich in den letzten Jahren erfahren habe. Wo soll der Nutzen sein? DieFußgängerzone ist in unmittelbarer Nähe, wo man als Fußgänger
      “verweilen “ könnte. Die Laurentiusstrasse ist in einem vergleichsweise guten Zustand, da gibt es ganz andere Straßen in Bergisch Gladbach, die in einem wesentlich schlechteren Zustand sind. Das Projekt sollte schnellstens aufgegeben weden!

      1. Es ist immer noch und immer wieder erschreckend, wie sehr die Meinung des überwiegenden Teils der Gladbacher von Politik und Stadt ignoriert wird und welche Prioritäten gesetzt werden.
        Zum ersten: Statt Zeit (Personal) und Geld in dringend notwendige Aufgaben und Ausgaben zu investieren, werden “Leuchtturmprojekte” und “Visionen” bedient.
        Schul- und notwendige Straßensanierungen??? Kein Geld da, kein Personal für Planungen da.
        Zum zweiten: Was wird denn letztlich wohl die Altlastenentfernung unter dem Parkplatz an der Paffrather Straße kosten? Änderung des Bebauungsplanes des Parkplatzes? Warum wird nicht eine Fläche in Betracht gezogen, eine nicht genutzte große Wiese, die in Paffrath/Schildgen liegt und vor Jahren als geeignet für eine Bebauung angesehen wurde?
        Was sollen denn ein Stadion bzw. Sportzentrum mit 40 Parkplätzen?
        Sind das die Ideen “Grundsätzlich Autos weg” und nun damit verbunden “Veranstaltungen im Stadion weg” und “keine Container auf einer Wiese in meiner Wohnortnähe”? Armes Gladbach!