Die Bahndammtrasse führt aus der Innenstadt durch Refrath nach Bensberg. Foto: Bergisch Schön
Die Bahndammtrasse führt aus der Innenstadt durch Refrath nach Bensberg. Auf diesem Archiv.Foto ist das Gleis noch gut zu erkennen, große Teil der Strecke sind inzwischen zugewachsen. Foto: Stefan Krill

Mit knapper Mehrheit hat der Verkehrsausschuss dafür gestimmt, das viele Jahrzehnte alte Projekt eines Autobahnzubringers auf dem alten Bahndamm endgültig zu beerdigen. Bei den Anlieger-Beiträgen für die Laurentius- und die Altenberger-Dom-Straße einigten sich die Fraktionen vorerst auf einen Kompromiss. Darüber hinaus ging es im Ausschuss um Ampelschaltungen und Barrieren am Bahnhof.

Wir fassen die Ergebnisse der Sitzung des Ausschusses für Verkehrsflächen und Mobilität (AVM) in einem ad-hoc-Protokoll zusammen. In Sachen Bahndamm müssen wir dabei allerdings etwas weiter ausholen.

Der Verkehrsausschuss ist immer auch eine Auseinandersetzung konträrer Lager: für eine Verkehrswende sind alle Fraktionen, doch wie die konkret aussehen soll, darüber gibt es bei Grünen und SPD einerseits sowie CDU und FDP andererseits sehr unterschiedliche Haltungen. Daher liegt es oft in der Hand der beiden Stimmen von FWG und AfD, welches Lager gewinnt. So auch an diesem Abend, an dem ein paar sehr kontroverse Themen auf dem Tisch liegen.

Bahndammtrasse: „Totes Pferd“ oder Zukunftsoption?

Das Schicksal des uralten Projektes „Autobahnzubringer auf dem Bahndamm“ steht etwas versteckt unter dem Tagesordnungspunkt „Fortschreibung Landesstraßenbedarfsplan NRW“ auf der Agenda. Die Verwaltung schlägt vor, einen Ratsbeschluss von 2011 aufzuheben. Damals hatte der Rat das Land aufgefordert, Bergisch Gladbachs Gewerbegebiet (gemeint ist vor allem die Zinkhütte) an die Autobahn A4 in Frankenforst anzuschließen und so eine Ortsumgehung für Refrath zu schaffen – und zwar durch eine Straße L286 auf dem alten Bahndamm.

Daraus geworden ist nie etwas, 2021 hatte der Stadtrat dagegen beschlossen, mit der Bahn über einen durchgehenden Radweg auf dem Bahndamm zu verhandeln. Damals hatte die CDU zugestimmt, unter der Prämisse, dass es sich dabei um eine Zwischenlösung handele.

Um den Widerspruch zwischen beiden Beschlüssen aufzulösen schlägt die Stadtverwaltung jetzt vor, den Beschluss von 2011 aufzuheben und das Projekt aus dem Landestraßenverkehrsplan zu streichen. Und damit auch offiziell einzugestehen, dass eine Straße auf der Bahntrasse keine realistische Option ist.

Der stillgelegte Bahndamm in Bergisch Gladbach. Foto: Bergisch Schön
Die Bahndammtrasse reicht bis Bensberg. Foto: S. Krill

Hintergrund: Die Bahndammtrasse zweigt in der Innenstadt an der Tannenbergstraße vom S-Bahn-Gleis ab und führt am Gewerbegebiet Zinkhütte vorbei bis zur Kölner Straße in Frankenforst und weiter bis zur A4 im Königsforst. Sie ist in weiten Teilen völlig zugewachsen und jenseits der Kölner Straße zum Teil überbaut worden. Eine Nutzung als Straße, als Trasse für eine Straßenbahn und für Radwege ist immer wieder diskutiert worden, aber nie konkret geworden.

Auch bei der CDU gibt es durchaus Zweifel, dass es ein solcher Autobahnzubringer auf dem Bahndamm gut und realistisch wäre. Sie argumentiert jedoch vehement dagegen an, diese Option ausgerechnet jetzt aufzugeben. So kurz vor der Kommunalwahl (mit wahrscheinlich ganz anderen Mehrheiten im Rat und einem neuen Bürgermeister) könne eine solche Entscheidung nicht getroffen werden.

Denn die Probleme, dass die LKW weiterhin mitten durch die Stadt fahren und die Dolmanstraße in Refrath massiv belastet wird, bestünden ja nach wie vor. Mehr noch – durch die Konversion des Zandersgeländes mit 3000 Arbeitsplätzen und 3000 Bewohnern werde sich das Verkehrsproblem weiter verstärken.

„Wenn wir heute beschließen, die L286 herauszunehmen, dann ist eine verkehrliche Entwicklung für viele Jahre nicht möglich“, sagt Lutz Schade (CDU). Eine solche Festlegung sei heute gar nicht notwendig, der Erhalt der Option koste auch nichts.

Mehr Infos: Alle Beiträge zum Bahndamm, die Beschlussvorlage im Original

Die SPD (die früher immer für die Trasse plädiert hatte) ist sich dagegen mit den Grünen einig, dass der Autobahnzubringer schon lange „ein totes Pferd“ sei, das endlich beerdigt werden müsse. Sie verweist, dass auf dem zweiten Teil der Trasse bereits ein (Auto-)Haus gebaut wurde, die Anlieger niemals mit einem Autobahnzubringer hinter ihren Gärten einverstanden wären und es auch beim Land keine Bereitschaft gebe, sich diesem Projekt zu widmen.

Mehr noch: die Hoffnung auf eine Ortsumgehung für Refrath auf dem Bahndamm behindere die Suche nach einer realistischeren Lösung, sagt Andreas Ebert (SPD). Der Bahndamm bleibe ohnehin eine dem Verkehr gewidmete Fläche, widersprach Ebert einem Argument der CDU, mit der Streichung aus dem Landesplan seien eine Nutzung für Straßenbahn oder Radwege weiter möglich.

Eine weitere Straße jedoch führe zu mehr Verkehr, noch mehr Autos verkrafte Bergisch aber Gladbach nicht, ergänzt Jonathan Ufer (Grüne). „Das Gespinst Straße müssen aus den Köpfen“, ergänzt Theresia Meinhardt, denn damit verbaue man sich die Möglichkeit, die Fläche vernünftig zu verplanen.

Fabian Schütz (fraktionslos) fragt nach, ob mit der Streichung auch das Projekt einer Ortsumgehung Refrath insgesamt aufgegeben werde. Grundsätzlich nicht, antwortet der Beigeordnete Ragnar Migenda. Wenn jemand eine überzeugende Idee vorlege könne man mit dem Land darüber sprechen – aber ein solches Alternativkonzept sei nicht in Sicht. Daher konzentriere die Verwaltung ihre knappen Kapazitäten auf andere Projekte wie den Ausbau der S 11 und die Mobilitätswende.

Die Abstimmung über die Aufhebung des Ratsbeschlusses von 2011 fällt relativ deutlich aus: Mit Grünen, SPD, FWG und AfD gibt es 9 Stimmen, dagegen stimmen die 6 Vertreter von CDU und FDP.

Bei einer zweiten Abstimmung, konsequenterweise das Projekt aus dem Landesplan zu streichen, wechselt die AfD die Seiten, hier fällt das Ergebnis mit 8 zu 7 knapper aus.

Dabei handelt es sich wie bei Ausschüssen immer um eine Beschlussempfehlung; es besteht aber kein begründeter Zweifel, dass der Stadtrat der Empfehlung folgen wird. Damit ist die Idee eines Autobahnzubringers auf der Bahndamm-Trasse beendet.

Laurentiusstraße und Altenberger-Dom-Straße

Die Debatte über diese beiden hoch umstrittenen Sanierungs- und Ausbauprojekte konzentrierte sich bei dieser Ausschusssitzung auf die Frage, wie es der Verwaltung geschehen konnte, die Kosten deutlich zu niedrig anzusetzen (Laurentiusstraße: 1,46 statt 1,06 Millionen Euro) bzw. fehlerhafte Förderanträge einzureichen (Altenberger-Dom-Straße, zweiter Abschnitt). Und ob die Anwohner womöglich doch noch an den Kosten beteiligt werden.

Für die Verwaltung räumte der Beigeordnete Migenda in Sachen Laurentiusstraße Fehler ein, für die er die Verantwortung übernehme. Für die große Abweichung gebe es mehrere Gründe; so seien notwendige Arbeiten unterschätzt worden, einige Positionen fehlten, weil man gedacht habe, dass sie nicht gebraucht werden. Zukünftig werde das Mehraugenprinzip bei Ermittlung und Kontrolle der Kosten konsequent angewendet. Die Zusammenführung von zwei Fachbereiche in seinem Dezernat sollte helfen, Reibungsverlust abzubauen, sagt Migenda.

Die CDU argumentierte mit Blick auf die Laurentiusstraße, nach einer Kostenerhöhung um 40 Prozent sei es jetzt an der Zeit, auf den Umbau der Straße zu verzichten und lediglich die Straßendecke zu sanieren. Ihm würden viele Dinge einfallen, für die man die 1,46 Millionen Euro einsetzen könnte, sagt Lutz Schade. Schon zuvor hatte CDU und FDP gefordert, auf jeglichen „Schnick-Schnack“ zu verzichten.

Die Verwaltung, unterstützt von Grünen und SPD, hielt dagegen: eine Sanierung der Straßendecke ohne eine Verbesserung der Barrierefreiheit und Sicherheit für Rad- und Fußverkehr sei rechtlich gar nicht möglich – und im Sinne der Mobilitätswende auch nicht sinnvoll.

Müssen die Anlieger doch noch zahlen?

Der zweite Diskussionsstrang konzentrierte sich auf die Frage, wie die Gefahr ausgeschlossen werden können, dass die Anlieger doch noch mit KAG-Beiträgen an den Kosten beteiligt werden könnten – was alle Beteiligten ausschließen wollen.

Grundsätzlich sind diese KAG-Beiträge vom Landtag abgeschafft worden, es gibt aber letzte Unsicherheiten bei Projekten, die bereits zuvor beschlossen worden waren. Migenda bekräftigte, dass er fest davon ausgehen, dass die Anlieger nicht belastet werden – „Brief und Siegel“ könne er darauf aber nicht geben.

Daher schlug die CDU vor, die alten Beschlüsse für Laurentiusstraße und Altenberger-Dom-Straße (2. Abschnitt) jetzt aufzuheben und einfach in der nächsten Sitzung neu zu beschließen. Somit könne man das Problem der Stichtage lösen.

Kurzfristig konnte die Verwaltung nicht bestätigen, dass ein solcher Weg rechtlich sicher sei. Migenda bot eine Prüfung an; bei einem positiven Ergebnis werde die Verwaltung schon zur nächsten Sitzung einen Beschlussvorschlag vorlegen. Migenda bat aber auch darum, die Beschlüsse zur Laurentiusstraße und Altenberger-Dom-Straße in der Sache nicht aufzuheben, sondern die Verwaltung weiterarbeiten zu lassen.

Damit erklärte alle Fraktionen einverstanden. Die CDU kündigte aber zugleich an, in der nächsten Sitzung erneut über den Sinn der Sanierung der Laurentiusstraße abstimmen zu lassen.

Barrieren am Bahnhof – Schilder für Zanders

Viele weitere Tagesordnungspunkte wurden nach diesen intensiven Debatten ohne Wortmeldungen durchgewunken. Die Ausschussmitglieder hatten jedoch einige Anfragen mitgebracht.

Die Grünen erkundigten sich, warum die provisorischen Barrieren am Bahnhof sowie am Ende der Fußgängerzone am Driescher Kreisel aufgestellt worden waren, immer noch stehen. Der Versuch sei abgeschlossen worden, antwortet die Verwaltung – und habe gezeigt, dass diese Barrieren erfolgreich verhinderten, dass Passanten quer über die Fahrspuren des Busbahnhofs liefen oder Radfahrer über den Zebrastreifen am Driescher Kreisel bretterten. Daher soll dort stationäre Barrieren montiert werden, bis es soweit ist bleiben die Provisorien stehen.

Zudem schlugen die Grünen vor, mit Schildern darauf hinzuweisen, dass man das Zandersgelände jetzt ja zu Fuß und mit dem Rad durchqueren kann. Die CDU wollte zunächst wissen, was das kosten würde. Daher will die Verwaltung zur nächsten Sitzung ein Konzept und einen Kostenvoranschlag mitbringen.

Zahlreiche Anfragen von CDU und FWG zu fehlerhaften Ampelschaltungen notierte sich die Verwaltung; der zuständige Fachbereich werde es prüfen.

Die CDU kritisierte die schlechte Informationspolitik der Verwaltung in Sachen Rommerscheider Straße gegenüber den Anliegern. Das ließt die Verwaltung unkommentiert, auch hier sei ein anderer Fachbereich zuständig.

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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  1. Da gehört keine Straße drauf, sondern eine Bahn. Sinnvollerweise als S-Bahn, die dann alternierend BGL und Bensberg anfährt, bald ja hoffentlich endlich zumindest im 20 min Takt. Perspektivisch wäre ein Ringschluss über Rösrath auch interessant (der alte Forsbacher Bahnhof lag leider sehr weit ab vom Ort)
    Aber mit Überbauungen wurden natürlich politisch schon Taten geschaffen, das Rheinisch-Bergische ist halt genau wie das Oberbergische politisch autoverliebt.

  2. Die Refrather sollten bei der nächsten Wahl daran denken wie SPD und Grüne sich zur Ortsumgehung gestellt haben. Und auch wenn Herr Migenda die Verantwortung für die fehlerhafte Planung Laurentiusstrasse übernimmt zahlt zum Schluss doch der Bürger.

    1. Auch in Refrath wird nicht in den engen Grenzen einer typischen Kirchturmpolitik gedacht. Man sieht dort schon das große Ganze und nicht nur den eigenen Vor- und Nachteil.

  3. Neben dem Bahndamm läuft eine Fahradstrasse die sollte mal saniert werden ! Eine neue Decke würde schon helfen.

    1. So ist es. Der Weg ist vorhanden und im Prinzip gut geeignet. Eine Instandsetzung ist allerdings dringend nötig, wie Sie sagen, aber die wäre mit Sicherheit um Größenordnungen günstiger, als oben auf dam Damm alles neu anzulegen.

    2. Das Problem ist weniger die Decke des bahndammbegleitenden Radwegs denn die gefährlichen Querungen mit Saaler Straße, Obersaal und Sieglindenweg (und Refrather Weg). Und die fehlende Anbindung an S-Bahnhof und Kölner Straße – für diese zwei Abschnitte wird tatsächlich der Bahndamm benötigt.

      Wichtiger für die Entlastung der Hauptstraßen wäre jedoch eine Straßenbahnlinie!

      1. Querungen müsste man allerdings auch entschärfen können. Nötigenfalls eben mit Ampeln. Radfahrer werden ja nicht dadurch überfordert, dass sie mit anderen Verkehrsmitteln interagieren müssen.

        Und was die Anbindung an die Kölner Straße betrifft, sollte es doch eigentlich kein Problem sein, über die ruhigen Straßen quer durch Frankenforst bis dorthin zu fahren. Am anderen Ende wird es natürlich komplizierter.

        In jedem Fall stimme ich Ihnen zu, dass der Damm mit einer Straßenbahnlinie sinnvoller genutzt wäre.

      2. Die Verbindung durch Frankenforst ist ein ziemlicher Zickzack – deutlicher Zeitverlust und für Ortsunkundige recht verwirrend. Eine direkte Radweg-Anbindung über den Bahndamm an die Kölner Straße stünde ja nicht in Konkurrenz zu einer Straßenbahn von Frankenforst zur Stadtmitte, und würde den Bahndammweg wesentlich attraktiver machen.

        Das Problem an den Querungen ist v.a. Die fehlende Sichtbeziehung, Bsp. Sieglindenweg. Eine Entschärfung in Form einer erhöhten Radwegfurt wäre machbar, allerdings mit einem gewissen Aufwand d.h. Kosten verbunden. Ähnliches gilt für Obersaal und den Wendehammer an der Robert-Schuman-Straße. Ein ‚zeitnaher’ Ausbau des Weges wurde übrigens vom zuständigen Ausschuss im Sommer 2021 beschlossen…

      3. Das ist ja schon mal eine gute Nachricht (der Beschluss des Ausschusses). Was ich allerdings nicht unittelbar verstehe: „Eine direkte Radweg-Anbindung über den Bahndamm an die Kölner Straße stünde ja nicht in Konkurrenz zu einer Straßenbahn von Frankenforst zur Stadtmitte (…)“. Meinen Sie nur das Teilstück zwischen Linie 1 und Kölner Straße? Das ginge natürlich gut, auch wenn eine Mündung des Wegs auf den Edeka-Parkplatz durchaus Konfliktpotenzial birgt.

        Was die Querungen betrifft: Ja, das wird etwas kosten. Aber mehr als die Neuanlage eines Weges auf dem Damm? Eher nicht.

        Und natürlich ist der Weg durch Frankenforst umständlicher als eine kreuzungsfreie Verbindung quer durch (sehr viel Zeit verliert man allerdings nicht). Für Ortsfremde wäre dann eine Beschilderung angebracht. Ich komme jedenfalls zurecht, auch wenn ich da nur alle Jubeljahre mal lang fahre.

        Sehr unschön finde ich dagegen die Unterbrechung in Höhe Eissporthalle und Mediterana. Ein gut ausgebauter Lückenschluss mit Ampel an der Saaler Straße wäre sinnvoll.

      4. Ja, genau dieses Teilstück meine ich. Der restliche bestehende Bahndammweg ist m.E. grundsätzlich ‚in Ordnung‘, muss nur ertüchtigt werden. Eine potentielle Konkurrenz zur Straßenbahn (und zu den Gleisdreieck-Planungen) gibt es nur auf dem Abschnitt Finanzamt-Bahnhof. Der vorhandene Platz müsste aber für beides reichen, denke ich.

        Eine Ampel an der Saaler Straße ist in der Diskussion bzw. wurde sogar schon beschlossen. Das ist allerdings die für den Radverkehr langsamste und unattraktivste Querungsform – es gäbe sehr viel bessere Optionen, etwa eine Aufpflasterung.

  4. Wurde im letzten Bürgermeisterwahlkampf von Frank Stein nicht angedeutet, dass man einen Radschnellweg auf dem Bahndamm bauen könnte?

    Ist diese Idee versandet?

      1. Beschluss ASM Drucksachennummer 0423/2021 am 14.09.2021

        4. Die Verwaltung wird beauftragt, mit der DB Netz AG als Ei
        gentümer des Bahndamms abzustimmen, wie eine Planung ei
        nes durchgängigen Radweges von der Innenstadt bis Franken
        forst auf dem Bahndamm umgesetzt werden kann. [..]

        Sachstand 25.07.2024:
        Bevor mit der Planung begonnen werden kann, muss zunächst
        die Stilllegung und Freistellung von Bahnbetriebszwecken
        durchgeführt werden. Diese stehen noch aus. Die Stadt ist in
        Gesprächen mit der DB.

        https://mandatsinfo.bergischgladbach.de/bi/getfile.asp?id=581438&type=do

  5. Bezüglich der Barrieren am Bahnhof:

    Klar, die Fussgänger überqueren nun nicht mehr die Zufahrt zum Busbahnhof, sondern queren einfach ein paar Meter weiter über den eigentlichen Busbahnhof. Macht am Ende keinen wirklichen Unterschied. Angenommen jemand kommt von der RheinBerg Passage und möchte zu einem Bussteig auf der südlichen Seite: Soll diese Person nun also die Strasse queren, ein paar Meter ebendieser Strasse entlang gehen um sie später gleich nochmal zu queren? Wieder einmal ein Vorschlag der nicht zu Ende gedacht ist – wie so oft wenn es um die Verkehrsplanung in dieser Stadt geht.

    Die Stelle ist gut überschaubar, es sollte den Busfahrern an und für sich zugemutet werden können allfällige Fussgänger nicht zu übersehen. Ein paar Meter weiter am Überweg zur Fussgängerzone klappt es doch auch?

  6. [Es schreibt der Mensch, der dieses Pseudonym seit mehreren Jahren nutzt und dessen Name der Redaktion vorliegt…]

    Wird die Stadt dann, eine entsprechende Bestätigung der gestern getroffenen Entscheidungen im Stadtrat im Oktober vorausgesetzt, die Grundstückskäufe entlang des Bahndamms zulasten der Stadtkasse einstellen? Hintergrund: Vor Jahren wurden die Flurstücke (zumeist die Gärten der Grundstücke) entlang des Bahndamms geteilt und die Stadt übt regelmäßig ihr Vorkaufsrecht aus und kauft die Grundstücke entlang des Bahndamms, um für das ursprünglich geplante Straßenbauprojekt erforderliche Flächen ohne Enteignungen zu erhalten. Für eine Fahrradtrasse ist das nicht erforderlich, und unsere Steuergelder sollten sinnvoller, z.B. für den Ausbau des Fahrradweges, genutzt werden.

    (Und bevor Kritik aufkommt: ich bin, war und werde davon selbst nicht betroffen sein. Nur manche dieser Hintergrundprozesse sollten dann auch konsequent beendet werden.)

    1. Würden diese Flächen für die Anlage einer Straßenbahn benötigt?

      Ich stimme Sam Urai voll zu: Das Beste wäre ein Abzweig von der Linie 1 über den Bahndamm zum S-Bahnhof. Die Bahnen könnten dann abwechselnd nach Gladbach und Bensberg (bzw. Moitzfeld-Herkenrath) fahren, in welcher Frequenz auch immer. Die Dolmanstraße würde das spürbar entlasten – diese hat heute einen hohen Anteil von innerstädtischem Verkehr.

      Bei den Planungen zum Gleisdreieck und zum S-Bahn-Ausbau sollte eine künftige Bahndamm-Straßenbahn mitgedacht werden. Diese Möglichkeit dürfen wir uns nicht ohne Not verbauen!

      1. [Es schreibt der Mensch, der dieses Pseudonym seit mehreren Jahren nutzt und dessen Name der Redaktion vorliegt…]

        Wenn die Straßenbahn eingleisig fahren soll, kann ich mir nicht vorstellen, dass man die Gärten benötigt. Die Trasse ist ja vorhanden, es fehlt eine Oberleitung und ggf. Lärmschutzwände (da bin ich mir nicht sicher, ob bei einer Reaktivierung entsprechende aktuelle Vorgaben greifen).

        Ein zweigleisiger Ausbau wäre natürlich eine andere Dimension, der aber vermutlich finanziell – ebenso wie die “innerstädtische Ortumgehung” aka Autobahnzubringer – bei einer realistischen Kostenplanung kaum tragbar wäre (Stichwort Kosten-Nutzen-Rechnung).

      2. Eingleisig ist wohl keine Option, wenn es einen 10-Minuten-Takt geben soll. Lärmschutzwände würden zumindest in Lückerath benötigt, wo die Straßenbahn quasi durch die Gärten führe.

  7. Es wäre falsch und kurzsichtig den Bahndamm als zusätzliche Anbindung von BGL (Zukünftig Zandersquatier) zu beerdigen. Wenn man tausende Wohnungen und hunderte Arbeitsplätze dorthin entwickelt, muss auch die überörtliche Verkehrsinfrastruktur dementsprechend ausgebaut werden! Bereits heute sind die Bensberger Straße, Buddeszraße, Lustheide, Dolmanstraße, Refrather Weg, Gronauer Kreisel an der Belastungsgrenze. Die sog. Querstange und der Bahndamm sind die einzigen Möglichkeiten eine realistische Entlastung und zukünftig Entwicklung zu gewährleisten. Wer den Bahndamm als Mobilitätsband begräbt sollte auch die Entwicklung von Zanders sowie zukünftiger Gewerbe innerstädtisch begraben. Auch fehlt mir die Belastung der Anwohner der oben genannten Straßen in Zukunft zu mindern…
    VG
    Robert Martin Kraus
    Mitglied des Rates für Refrath/Lustheide

    1. Ich habe verstanden, dass der Bahndamm mitnichten als Mobilitätsband begraben werden soll.

      ÖPNV, SPNV sowie Rad- und Fußverkehr sind ebenfalls Formen der Mobilität, auch wenn CDU und FDP sichere Infrastruktur für diese Verkehrsteilnehmende in anderem Kontext als “Schnick-Schnack” bezeichnen.

      Ein Autobahnzubringer aber wird endlich zu Grabe getragen. Endlich.

      1. Realistisch muss auch PKW und LKW Mobilität in diesem Kontext beachtet werden, hier geht es meiner Meinung nach um überörtliche Verkehrsanbindung der zukünftigen tausenden Nutzern/Bewohner dieses Quartiers.

      2. Herr Kraus, wer fährt denn bis nach Bensberg, um sich hinten am Stau anzustellen? Die Menschen werden weiterhin über Refrath fahren um möglich weit vorne auf die BAB zu fahren.

        Da ist K-Merheim sicherlich die bessere Verbindung, auch wenn Köln da viele Steine in den Weg legt.

  8. Es wird endlich Zeit für die KVB Linien GL-Bahnhof über den Bahndamm bis Frankenforst.
    Alle 20 Min ab GL oder Bensberg und damit alle 10 ab Frankenforst.

    In GL hätte man dann mit S-Bahn und KVB einen 10-Min-Takt und eine Anbindung an ganz neue Gebiete.

    1. [Es schreibt der Mensch, der dieses Pseudonym seit mehreren Jahren nutzt und dessen Name der Redaktion vorliegt…]

      Das ist hoffentlich kein ernsthafter Vorschlag, denn damit würde der Takt zwischen den Haltestellen Bensberg und Neuenweg von 10 auf 20 Minuten erhöht. Vielleicht sollte man ab und zu auch mal an die bereits vorhandenen Gebiete denken.

      1. In den Morgenstunden könnten die Bahnen, die jetzt alle 4/6 Minuten ab Refrath fahren bis Bensberg/GL fahren lassen, dann hätte man morgens auch den 10 Min Takt.

        Und den 10 Min Takt gibt es aktuell auch nur von 6-10 und 13-19 Uhr, sonst 15, 20 und 30 Min Takt.

  9. Ortsumgehung Refrath: wenn es keinen Autobahnzubringer geben soll, dann gerne auch etwas anderes. Aber dieses Thema wird einfach wegdiskutiert. Dann bitte auch die Dolmanstraße als 30-Zone und die Anbindung der Innenstadt über die anderen Richtungen sicherstellen.

  10. Dass CDU und FDP heutzutage mit Umwelt- und Klimaschutz nicht mehr viel anfangen können, ist ja nichts Neues. Aber mögen beide Parteien ihre im Frankenforst doch mehr als überproportional vertretene Wählerschaft so wenig, dass sie weiterhin an einem Projekt aus dem vorigen Jahrhundert unbedingt festhalten wollen?

    Dass es allein aufgrund der EU-Auflagen (Umweltverträglichkeitsprüfung) inzwischen absolut unrealistisch geworden ist, mitten durch ein Naturschutzgebiet einen Autobahnzubringer bauen zu können, sollte doch so langsam auch dem letzten Betonkopf klar geworden sein. Aber vermutlich will man auch hier “technologieoffen” bleiben.

  11. Als ich vor über 30 Jahren mein Haus in Lückerath gekauft habe, gab es die Idee, auf dem alten Bahndamm eine Straße für Busse einzurichten.
    Unfassbar: über 30 Jahre lang gab es nur Ideen, gemacht wurde nichts.
    Warum fahren eigentlich über den alten Bahndamm nicht einfach Bahnen? Ach nee, geht ja alles nicht mehr, die Trasse wurde ja teilweise zugebaut und die Bahngeleise im Industriegebiet still gelegt. Und die Firma Krüger möchte lieber einen Autobahnzubringer.

    1. Ja,
      es ist wirklich schade dass die Bahnstrecke nicht wieder aktiviert werden kann, weil einige Grundstücke von der Bahn verkauft wurden. Zack, stand da ein Supermarkt, auch die Firma Astro (Adolf Strobel) musste ihren eigenen Gleisanschluss aufgeben.
      Von Bensberg nach Forsbach fährt schon lange kein Zug mehr, aber als Radfahrer bin ich durchaus zufrieden dass die Wege gepflegt und befahrbar bleiben.

      1. Es gab doch jahrelang eine Initiative verschiedener Unternehmer für den Autobahnzunringer. Krüger war da ganz vorne mit dabei.
        Als im Industriegebiet die Bahngleise still gelegt wurden, wurden alle dort ansässigen Unternehmen gefragt, ob sie die Gleise nutzen wollen. Keiner wollte ==>> Stillegung.