Besucher der Ausstellung in der Herz-Jesu-Kirche. Fotos: Markus Bollen

Mit der Ausstellung „Von Bergisch Gladbach über Beit Jala nach Bethlehem“ kann man die Pracht der restaurierten Geburtskirche in Bethlehem auch in Schildgen bewundern. Zur Eröffnung gab es begeisterte Reaktionen, einige Reden und ein Konzert, das den Abend zu einem Gesamtkunstwerk mache.

Wir veröffentlichen einen Beitrag des Städtepartnerschaftsvereins Bergisch Gladbach-Beit Jala e.V. 

„So habe ich die Geburtskirche noch nie gesehen“, kommentiert Besucherin Eva Kreger ihren Rundgang in der Herz-Jesu-Kirche in Schildgen begeistert. Dort zeigen 35 Bildtafeln biblische Szenen in höchst filigranen Mosaiken, in leuchtenden Goldtönen und schwungvoller Bewegung, dazu mächtige Säulengänge und den polierten Silberstern in der Geburtsgrotte.

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Das 1700 Jahre alte Bauwerk, bedeutendstes Heiligtum der Christenheit, hat sich fein gemacht. Kein Vergleich mit seinem Zustand noch vor wenigen Jahren, als es sich rußgeschwärzt, vom Wind, Wetter und Holzwurm geplagt, den Blicken der Besucher darbot. Eva Kreger war schon zweimal vor Ort, aber das ist schon ein Weilchen her. „Ein echtes Weihnachsgeschenk. Und das alles gleich hier vor der Haustür.“

Konzert bringt Orient und Okzident zusammen

Mit der Ausstellung über die Geburtskirche und ihre umfassende Restaurierung ist in Bergisch Gladbach ein weihnachtliches Glanzlicht aufgegangen. Davon überzeugten sich die vielen Gäste der Eröffnungsfeier in Herz-Jesu am ersten Adventssonntag. Das Konzert des aus Italien angereisten Musikerduos Taisir Hasbun und Stefano Pioli rundete den Abend zum Gesamtkunstwerk ab: Orientalische Oud, Gesang und Jazz-Piano entwarfen musikalische Klangbilder, in denen Orient und Okzident zusammenfanden.  

Schirmherr Frank Stein ging auf den Ausstellungsort ein, dem auch als „Gottfried-Böhm-Kirche“ bekannten Sakralbau mit seinen markanten Spitzkegeln auf dem Dach: „Von diesem lebendigen Ort des Glaubens ist es leicht, eine Brücke nach Bethlehem und damit auch in unsere nur zwei Kilometer von dort entfernte Partnerstadt Beit Jala zu schlagen.“

Der Bürgermeister unterstrich seine Solidarität mit den Menschen dort. „Wir alle wissen, wie sich ihre Lage in den letzten Jahren und Monaten verschlechtert hat. Das Leben der Menschen ist geprägt von Krieg, Unsicherheit und Leid.“ 

Hausherr Pastor Wilhelm Darscheid bedauerte, dass es wegen der Gewalt im Heiligen Land derzeit kaum möglich ist, nach Bethlehem zu reisen. „Umso schöner, dass Betlehem zur Weihnachtszeit mit der Geburtskirche zu uns nach Bergisch Gladbach kommt“, freut er sich. Somit könnten Gottesdienste zu Advent und Weihnachten gleichsam in der Ausstellung gefeiert werden. 

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Der Beit Jala-Verein holt eine prachtvolle Ausstellung zur Restaurierung der Geburtskirche in Bethlehem in die Herz-Jesu-Kirche in Schildgen. Die ganze Aktion, verbunden mit vielen Veranstaltungen, wird von der katholischen Kirche, der Stadt und der Bethe-Stiftung unterstützt. Eine Spendenverdopplungsaktion startet jetzt.

Auch Dr. Khouloud Daibes von der Bethlehem Develoment Foundation und damit Ausstellungsgeberin, kam durch die Lesung ihres Grußwortes von Theas-Leiterin Claudia Timpner zu Wort. Darin erinnerte die langjährige Leiterin der palästinensischen Mission in Berlin an ihre anhaltende Verbundenheit mit Bergisch Gladbach: „Ich lebe mit meiner Familie seit 30 Jahren in Beit Jala und habe schöne Erinnerungen an meine Besuche in Bergisch Gladbach: zur Einweihung des Beit-Jala-Platzes in 2015 und zu den Ersten Deutsch-Palästinensischen Kulturtagen 2018.“

Jörg Bärschneider vom Städtepartnerschaftsverein Bergisch Gladbach-Beit Jala rief dazu auf, die Möglichkeiten persönlicher Begegnungen mit den Menschen in der Partnerstadt gerade unter den aktuell stark erschwerten Bedingungen auszuschöpfen: „Diese Art der Volksdiplomatie gibt uns die einzigartige Chance, ihnen zuzuhören, sie in ihrem Alltag zu erleben und uns ein eigenes Urteil zu bilden –  abseits gängiger Thesen und Vereinfachungen.“

Das Projektteam mit den Musikern (v.l.): Jörg Bärschneider, Stefano Pioli, Achim Rieks, Pfarrer Wilhelm Darscheid, Elmar Funken, Heinz-D. Haun, Taisir Hasbun. Foto: Markus Bollen

Ein ebenso festlicher wie gedankenreicher Abend, den Achim Rieks vom Begegnungscafé Himmel un Ääd mit launigen Dankesworten schloss. Die Musiker bekamen Weinpräsente überreicht, das Publikum durfte sich mit heißem Tee gegen winterliches Frösteln wappnen.

Und für manche Gäste dürfte es ein Wiedersehen geben: Ein vielfältiges Begleitprogramm zur Ausstellung lädt bis Ende Januar zur Vertiefung des Erlebten ein. 


Bitte unterstützen Sie das ehrenamtliche Projekt im Rahmen einer  Spendenverdopplungsaktion der Bethe-Stiftung:
Städtepartnerschaftsverein GL-Beit Jala e.V.
IBAN  DE38 3705 0299 0340 5510
Verwendungszweck (unbedingt): Verdopplung Bethe-Stiftung

Die Ausstellung (bis 30. 1. 2025) ist ein Projekt des Städtepartnerschaftsvereins Bergisch Gladbach-Beit Jala e.V. in Kooperation mit der Katholischen Pfarreiengemeinschaft Bergisch Gladbach-West, dem Begegnungscafé Himmel un Ääd und dem Katholischen Bildungswerk Rhein-Berg.

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Ein weihnachtliches Rahmenprogramm mit Führungen, Musik, Film und kulturhistorischen Vorträgen ergänzt die Ausstellung. 
Infos: www.gl-beitjala.net und Himmel un Ääd

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