Freundlich im Umgang, aber deutliche Unterschiede in der Sache: Marcel Kreuz (l.) und Alexander Felsch konkurrieren um das Amt des Bürgermeisters. Foto: Thomas Merkenich

Die Kommunalwahl läuft in Bergisch Gladbach bereits auf vollen Touren, 24.000 Personen haben die Briefwahl beantragt, viele bereits ihre Stimme für Bürgermeister, Stadtrat, Kreistag, Landrat und Integrationsrat abgegeben. Dennoch befürchtet die Stadtverwaltung, dass die Wahlbeteiligung nicht einmal so hoch ausfällt, wie 2020. Dabei steht am 14. September in Bergisch Gladbach viel auf dem Spiel.

Gut eine Woche vor der Kommunalwahl am 14. September haben bislang exakt 24.074 der Wahlberechtigten die Briefwahl beantragt. Das sind jedoch deutlich weniger als beim vergangenen Durchgang 2020, teilt das Wahlbüro der Stadt auf Anfrage des Bürgerportals mit. Und das, obwohl die Bedeutung der Abstimmung per Post oder im Direktwahlbüro bei den vergangenen Jahren stetig gestiegen ist.

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Daher gehe die Stadt jetzt von einer Wahlbeteiligung von nur gut 50 Prozent aus. Vor fünf Jahren waren es dagegen noch 54,5 Prozent. Damit ist zu befürchten, dass nur jede(r) zweite Wahlberechtigte tatsächlich mitbestimmt, wer die Geschicke der Stadt Bergisch Gladbach und des Rheinisch-Bergischen Kreises in nächsten halben Jahrzehnt bestimmen wird.

Online-Briefwahlanträge können hier noch bis zum 10. September 10 Uhr gestellt werden. Das Direktwahlbüro auf Zanders ist bis Freitag, 12. September, um 15 Uhr geöffnet.

Wahlberechtigt sind bei der Kommunalwahl auch die 16- und 17-Jährigen, insgesamt dürfen in Bergisch Gladbach  89.198 Bürgerinnen und Bürger ihre Stimme abgegeben.


Wichtige Richtungsentscheidung

Dabei steht in steht in der Stadt Bergisch Gladbach eine klare Richtungsentscheidung und auf jeden Fall ein Wechsel im Rathaus an, denn Amtsinhaber Frank Stein (SPD) tritt nicht wieder an.

CDU und FDP haben mit Alexander Felsch einen gemeinsamen Bürgermeister-Kandidaten aufgestellt, die CDU will im künftigen Stadtrat nicht nur (wieder) stärkste Fraktion werden, sondern künftig die Richtung vorgeben. Grüne und SPD halten mit ihrem Kandidaten Marcel Kreutz dagegen.

Auch wenn beide Kandidaten äußerlich ähnlich herüberkommen – in der inhaltlichen Ausrichtung unterscheiden sie und die Parteien hinter ihnen sich in vielen Fragen deutlich.

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Der lokale Wahl-O-Mat hilft beim Parteivergleich

Nicht die Parteien und die Politik geben die Themen in diesem Wahlkampf vor, sondern die Bürgerinnen und Wähler selbst: Nach diesem Prinzip haben wir Themen und Fragen gesammelt, die Ihnen bei der Kommunalwahl besonders wichtig sind, und den Parteien vorgelegt. Das Ergebnis ist ein lokaler und analoger Wahl-O-Mat, mit dem Sie die Kernpositionen bei der Kommunalwahl rasch vergleichen können.

Auch AfD, Linke, Volt und Bürgerpartei haben eigene Aspiranten für das Amt des Bürgermeisters nominiert, daher wird es sehr wahrscheinlich am 28.9. eine Stichwahl geben.

Die Kandidaten live erleben: Fünf der sechs Bewerber:innen für das Amt des Bürgermeisters stellen sich beim „Kandidaten-Karussell“ am 8. September ab 18 Uhr bei uns in die Redaktion in der Reihe „Pizza & Politics“ Ihren Fragen. Anmeldung erforderlich.

Für den Stadtrat bewirbt sich zudem die FWG. Bei insgesamt neun Parteien – und ohne eine Fünf-Prozent-Klausel ist daher damit zu rechnen, dass eine Vielzahl von ihnen in den Stadtrat einzieht und eine Mehrheitsbildung schwierig wird.

Vier oder gar fünf Stimmzettel

Insgesamt finden die Wählerinnen und Wähler in ihren Briefwahlunterlagen, im Direktwahlbüro oder bei der Urnenwahl am 14. September vier Stimmzettel vor, manche sogar fünf: Denn neben Bürgermeister und Stadtrat werden auch der Landrat als Chef der Kreisverwaltung sowie der Kreistag des Rheinisch-Bergischen Kreises neu bestimmt.

Für Menschen mit einer internationalen Familiengeschichte kommt noch die Wahl des Integrationsrats hinzu.

Starkes Interesse für Integrationsrat

Bei der Integrationsratswahl zeigt sich ein doppelter Anstieg: Waren 2020 noch 19.906 Personen für die Interessenvertretung der Menschen mit einem Migrationshintergrund wahlberechtigt, so sind es in diesem Jahr bereits 23.833.

Die Zahl der Briefwähler für den Integrationsrat ist sogar um 50 Prozent auf aktuell 1.477 gestiegen. Auch die Stimme für den Integrationsrat kann man im Direktwahlbüro auf Zanders abgeben.

Schwerpunkt: Was Sie zur Wahl in GL wissen müssen

Auf einer Schwerpunktseite haben wir alle wichtigen Informationen zusammengetragen, die Sie für eine gute Wahlentscheidung benötigen. Und einiges an Lesestoff zu lokalen Politik:

  • Mit FragDieWahl (siehe auch unten) können Sie unserem Chatbot Fragen an die Wahlprogramme der Parteien stellen und erhalten intelligente Antworten einer speziell trainierten KI.
  • Mit „Deine Stimme, Deine Themen“ hatten wir abgefragt, welche Themen und Fragen Ihnen im Wahlkampf wichtig sind – und daraus die WahlAgenda GL abgleitet. 
  • Auf die wichtigsten Fragen haben uns die Parteien ihre 9 Antworten geliefert. 
  • Die Positionen der Parteien fassen wir am Ende in einem analogen Wahl-o-mat zusammen, mit dem Sie rasch einen Überblick gewinnen (siehe unten).
  • Für Jung- und Erstwähler hat die Bezirksschülervertretung ein Video mit einer Debatte von Alexander Felsch und Marcel Kreutz gedreht.
  • Die Themen und Fragen der WahlAgenda haben wir beim Demokratiefestival und einer Serie von BürgerClubs mit den Kandidat:innen diskutiert.
  • In der Serie „Neu bei … berichten Bergisch Gladbacher:innen, warum Sie gerade in eine Partei eingetreten sind und sich in der Kommunalpolitik engagieren.

Der lokale Wahl-o-Mat

Unser Chatbot zur Wahl in GL: Wir haben eine Künstliche Intelligenz mit den vollständigen Programmen der Parteien in Bergisch Gladbach gefüttert. Nun können Sie in einem Chat Ihre Fragen stellen. Probieren Sie es aus, fragen Sie nach Übereinstimmungen mit eigenen Präferenzen, lassen Sie die Aussagen der Parteien zu bestimmten Themen vergleichen, …

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Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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  1. Gerade im Kampf gegen Extremismus sind es oft die Themen, die in der Verantwortung von Kommune und Kreis liegen, die relevant dafür sind, wie viele Stimmen Populisten und Extremisten bekommen: https://www.spiegel.de/panorama/afd-schlechte-versorgung-staerkt-die-afd-a-22da9920-7fb8-4958-b5ab-e4784b74c206

    Kurz gesagt: Wenn Kinder Kita-Plätze haben und gute Bildung bekommen, wenn das Internet und der ÖPNV funktionieren und wenn der nächste Arzt nicht weit weg ist, dann haben Extremisten niedrigere Zustimmungswerte.

  2. Guten Tag,
    es wäre nett wenn sie den Fehler in ihrem Bericht ändern. Die Wahl ist nicht am 24.09. sondern am 14.09. Wäre fatal wenn die Wahlbeteiligung durch ihren Fehler unter 50% rutscht.
    VG Norbert Knez

  3. Ein Blick in die Glaskugel für den 14.09.2025: CDU+FDP ca. 26 Sitze, SPD+Grüne ca. 20, AfD 9, andere Kleine zusammen 5.

    Fragen an die Spitzenkandidaten: Treten Sie denn dann noch zur Stichwahl an – und mit wem wollen Sie koalieren?

    
An die möglichen Partner: Wen würden Sie im Rat unterstützen?

    Bitte keine ideologische Splitter- oder Kirchturm-Politik mehr. Auch wenn die Großen es in vielen Jahren schon hätten besser machen können:
    1. Mit-GladbacherInnen – wählt strategisch.
    2. Gewählte Freizeit-Politiker – denkt über 5 Jahre hinaus und plant für die Zukunft der Stadt

  4. Auch wenn ich selbstverständlich wählen gehe, kann ich die Frustration verstehen. Man braucht sich nur umzuschauen: Probleme wie Infrastruktur und Nahverkehr, Einkaufsmöglichkeiten etc bleiben seit Jahren liegen, die Stadt verwahrlost zusehends.

    Warum sollte sich nach dieser Wahl etwas ändern, allen Versprechen der Kandidaten zum Trotz? Die Kasse ist halt leer, und bei Problemen wie der völlig unzuverlässigen S11 oder der leerstehenden Rheinberg Passage sind unsere Politiker machtlos.

    Die blaue Partei wird’s freuen, sie speist sich aus dem Frust.

    1. Die blaue Partei wird es auch nicht ändern daher macht es keinen Sinn aus lauter Frust die gesichert rechtsextreme Partei zu wählen.

  5. [Es schreibt der Mensch, der dieses Pseudonym seit mehreren Jahren nutzt und dessen Name der Redaktion vorliegt…]

    Beim Vergleich der Anteile der Briefwahlanträge heute und zum gleichen Zeitpunkt vor der Wahl im Jahr 2020 sollte man berücksichtigen, dass damals eine Pandemie grassierte. Vielleicht gehen daher dieses Jahr einfach (anteilig) wieder mehr Menschen ins Wahllokal.