Peter Bingen war lange Direktor des Deutschen Polen-Instituts in Darmstadt. Foto: Jana Lülf

Beim politischen Abend des Vereins zur Förderung der Städtepartnerschaft Pszczyna – Bergisch Gladbach e.V. hat Dieter Bingen über deutsch-polnische Beziehungen und aktuelle Herausforderungen referiert. Dabei ging er auch auf die Lage der Ukraine ein und mahnte mehr „diplomatisches Fingerspitzengefühl“ gegenüber Polen an.

Wir veröffentlichen einen Beitrag des Vereins zur Förderung der Städtepartnerschaft Pszczyna (Pless) – Bergisch Gladbach e.V.

Der bereits zweite politische Abend des Vereins zur Förderung der Städtepartnerschaft Pszczyna (Pless) – Bergisch Gladbach e.V. im großen Ratssaal des historischen Rathauses stand unter dem Thema „Polen – unser naher und ferner Nachbar“.

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In seiner Begrüßungsansprache betonte Herbert Kurek, Schatzmeister des Vereins, die Wichtigkeit der Städtepartnerschaft mit Pszczyna, welche bereits seit 1993 besteht: 
„Im Zentrum unserer Aktivitäten steht das gegenseitige, respektvolle Kennenlernen, 
der Abbau von Vorurteilen und die Festigung der Freundschaft auf Augenhöhe mit den Bürgerinnen und Bürgern unserer polnischen Partnerstadt“.

Er führt auf, dass Vorurteile bekanntlich durch mangelndes Wissen oder pauschale, unreflektierte Gedanken entstehen und wie wichtig es ist, dem entgegenzuwirken. Dazu beitragen sollte dieser politische Abend, um den östlichen Nachbarn Deutschlands, die Republik Polen, näher kennenzulernen. 

Besonders wurde Peter Graf von Hochberg, der 7. Fürst von Pless, begrüßt, dessen Vorfahren historisch eng mit der Region Pszczyna/Pless verbunden sind. 
Graf und Gräfin von Hochberg sind seit Jahren aktive Vereinsmitglieder.

Prof. Dr. Dieter Bingen referierte in seinem einstündigen Vortrag über die Entwicklungen der deutsch-polnischen Beziehungen und deren Herausforderungen. Er war lange Direktor des Deutschen Polen-Instituts in Darmstadt und ist ein profunder Kenner der polnischen Geschichte und Politik. In seinem Vortrag spannte er den Bogen von der historischen Entwicklung der deutsch-polnischen Beziehungen bis hin zu aktueller geopolitischer Lage. Er ging insbesondere auf die Lage in der Ukraine ein und wies u.a. auf die Bedeutung des Weimarer Dreiecks hin. 

Mit Blick auf die deutsche Außenpolitik mahnte Bingen ein stärkeres „diplomatisches Fingerspitzengefühl“ gegenüber Polen an. Er erinnerte daran, dass gegenseitiger Respekt und Solidarität die Grundlage einer stabilen Beziehung seien. 

Besonderes Augenmerk legte Bingen auf die Bedeutung der polnischen Gewerkschaftsbewegung „Solidarnosc“, deren Beitrag zur deutschen Wiedervereinigung in Deutschland nach wie vor nicht ausreichend gewürdigt werde. Zudem betonte er, dass Gesten und manchmal auch Symbolpolitik in den deutsch-polnischen Beziehungen eine wichtige Rolle spielen.

In der anschließenden Diskussionsrunde wurden von den Zuhörerinnen und Zuhörern viele Fragen gestellt und Herr Bingen nach seiner Einschätzung gebeten. Beim anschließenden Imbiss mit Brezeln, Krakauer Wurst und polnischem Bier klang der Abend in geselliger Runde aus.

Der Verein zur Förderung der Städtepartnerschaft Pszczyna (Pless) – Bergisch Gladbach e.V. zeigte sich sehr zufrieden mit der großen Resonanz. Der Vorstand betonte, dass Veranstaltungen wie dieser Abend einen wichtigen Beitrag zum gegenseitigen Verständnis leisten und den europäischen Gedanken auf lokaler Ebene lebendig halten.

Text: Jana Lülf

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