Klemens Delgoff mit dem Ginkgo. Foto: Obst- und Gartenbauverein Refrath e. V.

Der Obst- und Gartenbauverein gratuliert der Schützenbruderschaft Refrath e.V. 1926 zum 100-jährigen Jubiläum. Schon vor über zwei Jahrzehnten hatte der Obst- und Gartenbauverein den Schützen einen Ginkgobaum geschenkt. Er wächst und gedeiht und dient als Symbol der Verbundenheit der beiden Vereine.

Wir veröffentlichen einen Beitrag des Obst- und Gartenbauvereins RefrathAnlässlich seines 100-jährigen Bestehens blickt der Schützenverein „St. Hubertus Schützenbruderschaft Refrath e.V. 1926“ auf viele gemeinsame Erinnerungen zurück. Eine davon wächst seit rund zwanzig Jahren direkt am Weiher.

Manche Geschenke werden mit den Jahren immer wertvoller. So ist es auch mit dem Ginkgobaum am Kahnweiher in Refrath.

Die Verbundenheit der Vereine

Damals schenkte der Schützenverein dem Obst- und Gartenbauverein Refrath e.V. 1929 anlässlich seines 80-jährigen Jubiläums einen jungen Ginkgobaum. Gemeinsam pflanzten der damalige Vorsitzende des Schützenvereins, Dieter Pütz, und der langjährige Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins, Klemens Delgoff, den Baum als sichtbares Zeichen der Verbundenheit beider Vereine.

Den Baum selbst hatte der Schützenverein ausgewählt. Der Obst- und Gartenbauverein entschied sich bewusst dafür, ihn unmittelbar gegenüber dem Vereinsheim des Schützenvereins zu pflanzen, damit die enge Verbindung beider Vereine dauerhaft sichtbar bleibt.

Die Baumpflanzung war Teil eines großen Jubiläumsfestes. Viele Refrather kamen zusammen, zahlreiche Ortsvereine feierten mit, Musik sorgte für gute Stimmung und frisch gebackene Reibekuchen gehörten selbstverständlich dazu. Geblieben ist ein Baum, der mit jedem Jahr ein Stück gewachsen ist und bis heute von der besonderen Verbundenheit zweier Refrather Vereine erzählt.

Foto: Obst- und Gartenbauverein Refrath e. V.

Damals war der Ginkgobaum kaum größer als die beiden Vorsitzenden, die ihn gemeinsam in die Erde setzten. Die sandig bis lehmigen Böden an diesem Standort boten ihm ideale Bedingungen. Als Tiefwurzler konnte er hier seine kräftige Pfahlwurzel gut entwickeln.

Heute ist der Ginkgo fast acht Meter hoch und zu einem beeindruckenden Blickfang herangewachsen. Sein schlanker Wuchs und die charakteristischen fächerförmigen Blätter machen ihn zu einem unverwechselbaren Teil des Kahnweihers.

Wer vom Parkplatz aus den westlichen Eingang des Kahnweihers betritt, kommt fast automatisch an ihm vorbei. Gleich zu Beginn des Rundwegs steht der Ginkgobaum linker Hand, gegenüber dem Vereinsheim des Schützenvereins Refrath. Hinter ihm öffnet sich der Blick auf den Weiher.

Rund um das Gewässer laden außerdem zahlreiche Pflanzenschilder des Waldlehrpfads dazu ein, heimische Gehölze und Pflanzen kennenzulernen. Auch sie gehen auf das Engagement des Obst- und Gartenbauvereins zurück und machen den Spaziergang zu einer kleinen Entdeckungsreise.

Spannendes aus der botanischen Geschichte

Die Wahl fiel bewusst auf einen männlichen Ginkgobaum. Weibliche Ginkgobäume bilden im Herbst gelblich-orange Samen mit einer fleischigen Hülle. Fallen diese zu Boden und verrotten, entsteht ein intensiver Geruch, der häufig mit ranziger Butter, Buttersäure oder sogar mit Erbrochenem verglichen wird. Deshalb werden in Parks und an öffentlichen Plätzen überwiegend männliche Ginkgobäume gepflanzt.

Der Ginkgo (Ginkgo biloba) gehört zu den ältesten noch lebenden Baumarten der Erde. Seine Vorfahren existierten bereits vor mehr als 200 Millionen Jahren. Fossilien belegen, dass Ginkgo-Arten einst auch hierzulande verbreitet waren. Durch die Eiszeiten verschwand der Baum jedoch vollständig und wurde erst viele Jahrhunderte später aus China wieder nach Europa gebracht.

Im Herbst färben sich seine fächerförmigen Blätter leuchtend goldgelb und machen ihn Jahr für Jahr zu einem besonderen Blickfang. Nicht ohne Grund widmete auch Johann Wolfgang von Goethe dem Ginkgo eines seiner bekanntesten Gedichte. Das charakteristische Blatt, das wie zwei Hälften zu einem Ganzen zusammengewachsen ist, wurde für ihn zum Sinnbild der Verbindung von Gegensätzen, von Freundschaft und Verbundenheit. Vielleicht war genau das der Grund, warum die Wahl auf einen Ginkgo fiel.

Diese Werte spiegeln auch die langjährige Zusammenarbeit zwischen dem Obst- und Gartenbauverein und dem Schützenverein wider. Viele Mitglieder waren in beiden Vereinen zuhause, gemeinsame Aktionen gehörten über viele Jahre selbstverständlich dazu. Selbst beim Wettschießen zeigte sich die gute Nachbarschaft: Den Vereinspokal der Schützen gewann der Obst- und Gartenbauverein sogar drei Jahre in Folge, erinnert sich Klemens Delgoff.

So steht der Ginkgobaum bis heute für eine Freundschaft, die vor gut zwei Jahrzehnten Wurzeln schlug und mit jedem Jahr ein Stück weitergewachsen ist.

Der Obst- und Gartenbauverein gratuliert der St. Hubertus Schützenbruderschaft Refrath e.V. 1926 herzlich zum 100-jährigen Bestehen und bedankt sich für dieses besondere Geschenk, das seit zwei Jahrzehnten wächst und beide Vereine bis heute miteinander verbindet.

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.