Grabmal Vinzenz von Knoppenbissen. Fotos: Jo Wittwer

Das vom Verschönerungsverein Bergisch Gladbach herausgegebene Buch „Der Kirchhof in Sand“ dokumentiert Grabsteine und Denkmäler des ehemaligen Kirchhofs. Die Autoren berichten über Leben und Wirken einiger Verstorbener, deren Nachfahren zum Teil heute noch in Sand und Umgebung leben.

Das Bedürfnis der Autoren, sich um den Sander Kirchhof zu kümmern, wurde vor 20 Jahren durch die geophysikalische Prospektion der alten Sander Kirchen angestoßen. Allerdings gelang es erst jetzt, eine gründliche Bestandserfassung aller Grab- und sonstigen Denkmäler – einschließlich des Ommerborn-Denkmals – durchzuführen, um ihre künstlerische Gestaltung sowie ihre Inschriften für die Nachwelt zu dokumentieren.

Auch wenn viele der alten Grabsteine längst abgeräumt sind, lässt sich doch noch anhand der „Übriggebliebenen“ ein beeindruckendes Abbild der Sepulkralkultur und der Geschichte von Sand und Umgebung darstellen.

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Vorfahren von Sander Familien

Außer der Dokumentation und fotografischen Erfassung geht es in dem vorliegenden Buch auch um die Darstellung der stilistischen Entwicklung dieser Steindenkmäler, um von ihr aus das jeweils Charakteristische der vielfältigen Grabsteinformen auf dem ehemaligen Kirchhof darzustellen. Nach der Würdigung der Grabmalsubstanz wird unter anderem auch das Spektrum des vorzufindenden christlichen Dekors betrachtet. 

Ebenso war es den Autoren ein Bedürfnis, etwas über die auf den Grabsteinen noch ablesbaren Namen der Verstorbenen und deren Wohn- und Wirkungsorte zu berichten. Teilweise sind es nämlich die Vorfahren heute noch in Sand und Umgebung lebender Familien, welche die Geschicke dieser Gemeinde vor Jahrhunderten zum Teil maßgebend mitgeprägt haben. 

Des Weiteren sollte durch ein kurzes Kapitel auch auf die beiden nachgewiesenen Kirchen eingegangen werden, deren auf dem Kirchhof unter der Erdoberfläche liegenden Fundamentreste mit Hilfe von Radarmessungen erfasst und beschrieben werden konnten. Ebenso wurde der Frage nachgegangen, ob es auf dem Kirchhofareal in früheren Zeiten ein Beinhaus gegeben hat. Zumindest ließen sich vor 20 Jahren entsprechende Fundamentreste lokalisieren, die darauf hindeuten dürften.

Bei der extremen Informationsüberflutung innerhalb unseres Medienzeitalters nehmen wir solche christlichen „Denkzeichen“ ja kaum noch wahr, die zudem durch die Gewöhnung der Jahrhunderte auch an Aussagekraft verloren haben. Deshalb war es sinnvoll, dass wir uns diesem historischen Ort, der von hoher geschichtlicher, künstlerischer und städtebaulicher Bedeutung ist, gewidmet haben, da er als Zeugnis der Bestattungskultur, Grabmalkunst und der regionalen Geschichte von öffentlichem Interesse ist.

Durch Spenden finanziert

Finanziert wurde das Buch über großzügige Spenden von Firmen bzw. Privatleuten. Da mehr finanzielle Mittel eingenommen werden konnten, als dies für den Druck des Buches notwendig gewesen wäre, wird der überschüssige Betrag für eine erneute Sanierung bzw. Reinigung der zum Teil über 400 Jahre alten Grabdenkmäler verwendet. Diese Maßnahme wird Ende Oktober 2026 abgeschlossen sein.

Abschließend sei angefügt, dass der Verschönerungsverein Bergisch Gladbach e.V. das Projekt ausdrücklich unterstützt und sich deshalb auch als Herausgeber dieser Veröffentlichung zur Verfügung gestellt hat.


Die Autoren: Peter Lückerath, Architekt und Kunsthistoriker hat zusammen mit Dr. Ing. Michael Werling, emeritierter Professor für Baugeschichte und Entwerfen, die Texte zu den einzelnen Kapiteln verfasst. Jo Wittwer, Fotograf und Designer hat fast alle im Buch verwendeten Foto-Aufnahmen realisiert, dem Werk eine leserfreundliche Form gegeben und die professionelle Aufbereitung der Druck-Dateien besorgt.

Das Buch „Der Kirchhof in Sand“ (Hardcover-Ausgabe), Format 21 x 21 cm, 276 Seiten, ca. 400 Abbildungen, wird für 18 Euro bei EDEKA-Hetzenegger in Sand verkauft. Es kann aber auch beim Herausgeber, dem „Verschönerungsverein Bergisch Gladbach e.V.“ bestellt werden.

Prof. Dr. Michael Werling, geb. 1950 in Ludwigshafen am Rhein. Nach einer Lehre als Bauzeichner, Studium der Architektur an der Ingenieurschule Mainz sowie an der TH Karlsruhe. Assistent am Lehrstuhl für Industrialisiertes Bauen und Industriebau an der Technischen Universität in Kaiserslautern. Parallel...

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