Seit 12 Jahren steht der Radweg an der unfallträchtigen L289 oben auf der Prioritätenliste, eigentlich sollte der Bau in diesem Frühjahr beginnen. Doch erneut hat der Landesbetrieb Straßen NRW das Projekt aufgeschoben. Zudem soll nun ein Bereich ausgespart werden und auch die Fortsetzung des Radwegs bis Schanze steht unter keinem guten Stern.

Wir veröffentlichen einen Beitrag des ADFC

Seit langem fordern Bürgerinnen und Bürger in Kürten einen Radweg an der vielbefahrenen und unfallträchtigen Landesstraße L 289 zwischen Kürten-Bechen und Herkenrath in Bergisch Gladbach. Insbesondere der südliche Abschnitt zwischen Kürten-Spitze und Herkenrath kann nur im Mischverkehr mit PKWs und LKWs bewältigt werden und war Anlass der ersten „Kidical Mass“-Aktion im Rheinisch Bergischen Kreis von Schülerinnen und Schüler des Schulzentrum Herkenrath im September 2020.

Die Notwendigkeit eines sicheren, separaten Radwegs war schon länger unstrittig: Schon im Jahr 2014, also vor mehr als 12 Jahren, hat der Regionalrat des Regierungsbezirks Köln den Weg auf Platz 1 der Prioritätsliste für die Regionalniederlassung des Landesbetriebes Straßen.NRW gesetzt.

+ Anzeige +

Nach einem quälend langem Planungsprozess (Grunderwerb, Entwässerung, Alleenschutz) hat Straßen.NRW im Oktober 2025 verkündet, über das Baurecht zu verfügen und nach der Ausschreibung im 2. Quartal 2026 mit dem Bau zu beginnen. Nach dieser Ankündigung herrschte Funkstille.

Auf der letzten Sitzung des Verkehrsausschusses des Regionalrates am vergangenen Freitag dem 9.102026 in Köln wurde nachgefragt. Zur Überraschung der Teilnehmer teilte Straßen.NRW ohne Angabe von Gründen mit, dass die Ausschreibung immer noch bevorstehe und erst danach, frühestens im Jahr 2027 mit dem Bau begonnen werden könne.

Bereich am Trotzenburger Weg wird ausgespart

Dazu kommt noch ein Wermutstropfen: Der Abschnitt zwischen dem Ortseingang Spitze am Trotzenburger Weg und der Kreuzung mit der L 286 wird keinen Rad-/Gehweg erhalten, weil die nötige Entwässerung nicht ohne einen kompletten Neubau der Straße in diesem Bereich sichergestellt werden kann. 

Auch die geplante Fortsetzung des Radweges in nördlicher Richtung der L 289 zwischen Spitze und Kürten-Schanze zur B 506 scheint unter keinem guten Stern zu stehen. Der Weg stand im Herbst 2015 auf Platz 6 der Prioritätsliste von Straßen.NRW und hatte sich bis 2024 auf den 2. Platz vorgearbeitet. Im Februar 2025 fand dazu eine sehr gut besuchte Informationsveranstaltung in Dürscheid statt. Das anschließende Beteiligungsverfahren wurde am 31.12.2025 beendet. 

Für den geplanten Radweg im Seitenraum der Landesstraße sind mehr als 20 Grunderwerbe erforderlich und es wurde im Herbst 2025 ein Planfeststellungsverfahren (PFV) angekündigt. Bis jetzt – Stand Oktober 2026 – wurde das PFV noch nicht bei der Bezirksregierung Köln beantragt.

Von der Eröffnung bis zur einem unanfechtbaren Planfeststellungsbeschluss können dann noch mehrere Jahre vergehen. Ein Bau mit Fertigstellung noch in den 20ern wäre sehr optimistisch. Wir sind gespannt, ob Straßen.NRW diese Herausforderung bewältigt.

Der ADFC ist ein Verband von RadlerInnen, die das Ziel verfolgen, den Verkehr fahrrad- und fußgängerfreundlicher zu gestalten. Neben seinem Engagement für eine umweltbewusste und damit nachhaltige Mobilität berät der ADFC in allen Fragen rund ums Fahrrad. Eine Vielzahl von geführten Radtouren lässt...

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.