Michael Metten, Fraktionschef der CDU, im Stadtrat. Foto: Thomas Merkenich

Da das Defizit und die Personalausgaben der Stadt weiter steigen, verlangt die CDU vom Bürgermeister ein „qualifiziertes Konzept zur Steuerung und Reduzierung des Personalaufwands“. Ein entsprechender Antrag wird am Dienstag im Stadtrat behandelt. Die AfD verfolgt dort einen anderen Ansatz.

Die Versuche von Bürgermeister Marcel Kreutz und Kämmerer Thore Eggert, das ausufernde Haushaltsdefizit zu begrenzen, gehen der CDU nicht weit genug. Die Verwaltungsspitze hatte Sparmaßnahmen auch im Personalbereich umgesetzt, zu denen Eggert im Hauptausschuss eine erste Zwischenbilanz vorgelegt hatte. Zugleich kündigte er an, dass das Defizit für 2026 von zunächst geplant 50 auf voraussichtlich 70 Millionen Euro ansteigen könne. Dafür ist zwar vor allem ein Rückgang der Einnahmen aus der Gewerbesteuer verantwortlich; aber auch die Personalausgaben liegen über dem Plan.

Daher bringt die CDU jetzt kurzfristig einen Antrag in die Sitzung des Stadtrats am Dienstag ein, der vom Bürgermeister (als zuständigen Personaldezernenten) ein „qualifiziertes Konzept zur Steuerung und Reduzierung des Personalaufwands“ fordert. Es solle bis zur Einbringung des Haushalts 2027 (von Eggert für den 11. März 2027 angekündigt) vorgelegt und dauerhaft fortgeführt werden.

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Ziel sei es, so der von CDU-Fraktionschef Michael Metten unterzeichnete Antrag, „den dynamischen Anstieg der Personalaufwendungen nachhaltig zu begrenzen und perspektivisch eine Reduzierung des Personalaufwands zu erreichen“. Der Antrag skizziert sechs Punkte, die das Konzept abdecken soll: eine zurück- und vorausschauende Bestandsaufnahme, konkrete Steuerungs- und Einsparmaßnahmen, Priorisierung nach Aufgaben und Risikoabwägung, finanzielle Wirkung, Stufenplan und Berichtswesen.

Als mögliche Bereiche für Einsparungen werden u.a. Befristungen, Aufgabenkritik, interkommunale Zusammenarbeit, Digitalisierung, Prozessoptimierung, Priorisierung und der Wegfall von Aufgaben bzw. die Reduzierung von Standards genannt. Für die neun genannten Punkte (siehe Dokumentation unten) soll die Verwaltung konkrete, quantifizierte Maßnahmen darstellen.

Ausdrücklich hält die CDU fest, dass der Personalaufwand nicht durch eine pauschale Kürzung von Stellen, sondern durch eine „Steuerung von Aufgaben, Organisation, Prozessen und Personal“ reduziert werden soll. Instrumente wie Wiederbesetzungssperren (die zu den Maßnahmen von Kreutz und Eggert gehören) stellten nur Notmaßnahmen für den Übergang da.

AfD nimmt sich freiwillige Leistungen vor

Auch die Fraktion der AfD hat für die Ratssitzung einen Antrag zur Finanzlage eingereicht. Sie fordert, dass der Stadtrat eine Haushaltsnotlage förmlich feststellt und keine Ermächtigungen für freiwillige Leistungen und Standards mehr in Anspruch nimmt. Für die finanzielle Notlage der Stadt macht Florian Fornoff, der neue Fraktionsvorsitzende der AfD, an erster Stelle „die Kosten durch Asyl und Migration“ verantwortlich.

Für die Aufstellung des Haushaltes 2027 fordert die AfD eine Auflistung aller freiwilligen Leistungen und Standards. Dabei sollen auch Aufwand und Ertrag ausgewiesen werden.

Für eine Haushaltssperre ist der Kämmerer zuständig. Thore Eggert hatte bereits im Finanzausschuss verkündet, dass er zur Zeit prüft, ob er eine Haushaltssperre verhängen muss. Das müsste vor der Ratssitzung geschehen.

Dokumentation

Der Antrag der CDU findet sich auf Seite 21 der aktualisierten Tagesordnung für die Ratssitzung am Dienstag, der Antrag der AfD auf Seite 17.

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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  1. Personal einsparen – hat die Stadt denn zuviel Personal?
    “Reiche Bürger, arme Stadt”, eine TV-Dokumentation über Bergisch Gladbach aktueller denn je?

  2. CDU & AfD setzen auf Kürzungen und Einsparungen – doch eine solche Haushaltspolitik wirft eine entscheidende Frage auf: Wer trägt die Lasten und wer wird geschont? Eine sozial gerechte Haushaltspolitik muss sowohl die Ausgaben als auch die Einnahmen fair verteilen. Es kann nicht sein, dass immer wieder Menschen mit niedrigen Einkommen zusätzlich belastet werden, obwohl sie jeden Tag arbeiten gehen und ihren Beitrag zur Gesellschaft leisten. Wer bei der sozialen Infrastruktur kürzt und zugleich Gebühren und Belastungen für breite Bevölkerungsschichten in Kauf nimmt, riskiert eine weitere Verschärfung sozialer Ungleichheit. Aus linker Sicht muss gelten: Nicht diejenigen, die ohnehin wenig haben, dürfen die Hauptlast tragen. Entscheidend ist, dass auch die finanziell Leistungsfähigeren angemessen zur Finanzierung unserer Stadt beitragen.

    Mein ganzer Kommentar zu den Vorschlägen von CDU & AfD hier: https://www.santillan.de/2026/10/13/wer-zahlt-für-unsere-stadt-bergisch-gladbach-braucht-eine-gerechte-haushaltspolitik/
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    Tomás M. Santillán – Mitglied im Stadtrat Bergisch Gladbach Die Linke

  3. Wer erklärt mir das mal: Weniger Personal, aber immer mehr Forderungen (z.B. kürzere Bearbeitungszeiten bei Anträgen, Beseitigung von Verschmutzung in Schultoiletten, schnellere Planung von Baumaßnahmen). Wie soll das funktionieren???

    1. Nach meinem Verständnis geht es nicht unbedingt um eine Personalreduzierung, sondern um eine Reduzierung der Personalkosten. Diese lässt sich beispielsweise durch Kürzungen bei Fortbildungen, dem Gesundheitsmanagement, dem Zuschuss zum Jobticket oder dem Fahrradleasing sowie durch nur verzögerte Beförderungen erreichen.

      1. @KvK: Es gab im Rahmen der Berichterstattung eine “Sparliste”, der man entnehmen kann an welchen Stellen wieviel gespart werden kann. Ich weiß aber nicht mehr wo. Daraus kann man ja entnehmen, wie hoch das Sparpotential bei den von Ihnen genannten Posten ist, und es mit den Einsparungen durch Personaleinsparungen vergleichen.

  4. Wiederbesetzungssperren sind also nur eine Notmaßnahme? Aber Befristungen (mit der Absicht, nicht zu entfristen?) wären dann doch auch nur eine Notmaßnahme, oder?

    1. Es geht hier weniger um den Abschluss von befristeten Arbeitsverträgen als darum, befristete Verträge nicht zu verlängern oder zu entfristen und neue befristete Arbeitsverträge erst gar nicht abzuschließen.

      1. Könnte auch so gemeint gewesen sein, wären dann aber auch Notmaßnahmen. Oder gibt es einen entscheidenden Unterschied zur Wiederbesetzungssperre, der mir hier entgangen ist?