Über die Agnes-Miegel-Straße in Refrath ist eine heftige Debatte entbrannt. Mitglieder von Conflict, einer „emanzipatorische Gruppe“ aus Bergisch Gladbach, hatten die Straßenschilder überklebt, um auf ihre Forderung aufmerksam zu machen, die Straße umzubennenen.

Der Grund ist die Namenspatronin: Die aus Königsberg stammende Dichterin Agnes Miegel sei Mitglied der NSDAP und der NS-Frauenschaft gewesen und habe Hitler drei Gedichte gewidmet. In der Mitteilung von Conflict heißt es:

„Es ist ein Schlag ins Gesicht aller Opfer des Nationalsozialismus, wenn hier immer noch eine Straße nach einer Wegbereiterin von Ausgrenzung, Unterdrückung, Massenmord und Krieg benannt ist.“

Statt dessen, so schlägt Conflict vor, solle die Straße nach Erna Kahn benannt werden, einer jüdischen Hausangestellte aus Bergisch Gladbach, die 1943 in Auschwitz ermordet wurde.

Die Agnes-Miegel-Gesellschaft mit Sitz in Bad Nenndorf hält dem entgegen, die Dichterin sei vom NS-Regime politisch missbraucht worden.

Bewohner der Straße zeigten sich von der Aktion verärgert, weil eine Umbenennung für sie Kosten und Mühen bedeuten würden.

Doch hat Bürgermeister Lutz Urbach in einer Online-Debatte zu erkennen gegeben, dass man über eine Umbennenung nachdenken müsse – auch wenn das für die Bewohner ärgerlich sei.

Die Fraktion der Linken/BfBB hat angekündigt, einen Umbenennungsantrag im Rat einbringen zu wollen – und weist darauf hin, dass ein solcher Anlauf bereits 2002 einmal versucht wurde, erfolglos.

Was ist Ihre Meinung?

  • Ist die Aufregung berechtigt?
  • Ist eine (teure) Umbenennung gerechtfertigt?

Weitere Informationen:

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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1 Kommentar

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  1. Ich bin sehr betroffen, dass die Umbenennung der Agnes-Miegel-Straße abgelehnt wurde.
    Ich finde, dass es ein Anliegen aller demokratischen Parteien sein sollte, diesen Namen nicht noch durch öffentliche Anerkennung hervorzuheben. Sie sollte im Schatten bleiben, dort dürfen ihre Anhänger Lobeshymnen für sie singen: Aber bitte leise!