Drei Schauspieler zeigen Wut, Trauer und Verzweiflung

„Warum er? Wer soll denn jetzt mit mir ins Lager fahren?“ Fragen, die sich Jugendliche stellen, wenn ein Freund oder Angehöriger stirbt. Jeder verarbeitet Trauer auf seine eigene Weise. Aber wie?

Antwort gibt „Spuren im Wasser”, das  neue Stück des Jungen Ensembles des Theas Theater. Acht junge Schauspieler beleuchten das Thema Tod mit all seinen Facetten. Die Darsteller sind Alexander Simon, Flora Liesenfelder, Lily Watschina, Marie Zintl, Nora Krinke, Paula Merkel, Ruben Loers und Tabea Ostermayer.

Der Tod geht jeden an

Sterben müssen alle Menschen irgendwann, aber jeder geht anders damit um. Wie reagieren Jugendliche bei der Diagnose einer unheilbaren Krankheit, beim Besuch im Krankenhaus, bei der Übermittlung der Nachricht, beim Abschied am Grab, bei der Verarbeitung und beim Rückblick? Dies zeigen die Darsteller sehr berührend im Verlauf des Stücks anhand einzelner Szenen.

Emotionen, wie Hass, Freude, Schadenfreude, Verzweiflung oder einfach Trauer kommen auf. Viele Eindrücke und Erinnerungen von einem geliebten Mensch bleiben zurück und verblassen nur langsam. Sie sind wie „Spuren im Wasser“.

Diese schwierigen Gefühle mache die jungen Schauspieler auf der Bühne des Theas anhand eindringlicher Szenen sichtbar. Als Zuschauer wird man angerührt, die Gänsehaut bleibt nicht aus. Auch das ein oder andere feuchte Auge kommt vor.

Ernste Mienen gehören zur Trauer und zur Verarbeitung des Todes

Warum das Thema Tod?

„Das ist so ein Thema, wo jeder etwas mit anfangen kann”, sagt Hannah Thomé, die Regieassistentin. Es soll aber auch als Kontrast zum letzten Stück „hemmunglos lachen – schamlos weinen“ des Jungen Ensembles dienen, bei dem das Thema Freundschaft im Mittelpunkt stand.

Damals stand Thomé selbst noch auf der Bühne und weiß genau, wie sich die jungen Schauspieler fühlen. „Wenn man auf der Bühne war, ist man stolz, dabei gewesen zu sein und so ein Projekt mitgemacht zu haben.“

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Das Junge Ensemble verpackt die Stationen der Trauer in einem wechselnden Bad der Gefühle, so dass sich jeder wenigstens in einer der Szenen wiederfinden kann. Drei Monate haben die Schauspieler die verschiedenen Emotionen glaubhaft eingeübt und das Thema Sterben erarbeitet. Der Nachwuchs spielt wie Profis, mal mit ernster Miene, mal mit wütenden Gesichtsausdruck und lauter Stimme.

Ein Theaterstück entsteht

„Das Theaterstück ist von den Darstellern selbst geschrieben. Wir bereiten uns zwei Monate intensiv auf das Thema vor, dann laufen die Aufführungen einen Monat lang,“ sagt Thomé.

Erst wird ein Thema ausgewählt und Hintergrundwissen erarbeitet. Dazu schreiben die Darsteller verschiedenste Texte, auch zu Hause. „Dann haben David Heitmann und ich rumgebastelt, hin und hergeschoben“, sagt Thomé. David Heitmann leitet das Theas und ist auch für die Regie des Jungen Ensembles zuständig. Es wird eine bestimmte Richtung vorgegeben, z.B. das Thema Abschied, das Teil des Todes ist. Und so entstanden die einzelnen Szenen.

Dreimal in der Woche trifft sich das Junge Ensemble zur Vorbereitung auf die Aufführungen. Wer das Stück sieht, spürt den hohen Aufwand.

Wer steckt dahinter?

Das junge Ensemble besteht aus acht jungen Darstellern zwischen 13 und 19 Jahren, Bühnenbildnern und Regiesseuren. Das hört sich nicht nur professionell an, sondern sieht auch dementsprechend aus. Große Scheinwerfer in verschiedenen Farben erzeugen Stimmung, Musik untermalt die dramatischen oder emotionalen Szenen.

Auch das Bühnenbild ist dem Gesamtthema stimmig angepasst. In der Mitte steht ein riesiges Boot, drumherum führt ein Steg – und bilden damit die ungewöhnliche Bühne.

Die Lichttechnik betont die Emotionen der Szenen

Das Junge Ensemble feiert am 1. November mit seiner neuen Produktion Premiere. Diese Vorstellung ist bereits ausverkauft, aber weitere Vorstellungen gibt es am 2., 7., 8., 14. und 15. November, jeweils 20 Uhr.

Schulen können sich für spezielle Vorstellungen vormittags um 10 Uhr anmelden, am 4., 5., 10. und 12. November.

Kontakt und Reservierungen: 02202/92 76 501 5, Theas Theater, Jakobstr. 103, Bergisch Gladbach

Eintritt 12,- Euro/ ermäßigt 9,- Euro

Mehr Infos auf der Website

M. Ammazzagatti

hat ein abgeschlossenes Studium zur Grafik-/Kommunikationsdesignerin und besucht jetzt "Deutsche Pop Köln" als Redakeurin/Texterin.

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