Die Unterkünfte sind im Stadtgebiet verteilt, doch es gibt einige Ballungen. Details in der Tabelle weiter unten.

Per Dringlichkeitsentscheidung haben Bürgermeister Lutz Urbach und SPD-Fraktionschef Klaus Waldschmidt beschlossen, weitere Container für die geplante Flüchtlingsunterkunft in Paffrath und mehrere Leichtbauhallen für den Standort Katterbach zu kaufen. In Paffrath sollen künftig dauerhaft bis zu 154 Menschen wohnen, auf dem Sportplatz hinter der Grundschule Katterbach können bis zu 400 Menschen leben.

Insgesamt werden für Ankauf und Aufbau 2,7 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Diese Ausgaben werden mit Geldern finanziert, die 2015 eigentlich für die Sanierung des NCG und des Schulzentrums Saaler Mühle eingeplant waren, dieses Jahr aber noch nicht gebraucht werden.

Entscheidung vor Wochen – Ausschuss stimmt nachträglich zu

Urbach und Waldschmidt hatten die beiden Entscheidung bereits am 17. September getroffen. Sie wurden aber erst jetzt mit den Unterlagen für die heutige Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klima, Infrastruktur und Verkehr öffentlich, der das ganze abnicken soll.

Solche Entscheidungen sind laut Gemeindeordnung in dringenden Fällen möglich; notwendig ist dazu neben dem Bürgermeister nur ein Ausschussmitglied. Waldschmidt ist zwar nur stellvertretendes Ausschussmitglied, repräsentiert aber als SPD-Fraktionschef den kleineren Partner in der großen Koalition von CDU und SPD. Daher gibt es keinen Zweifel, dass der Ausschuss der Entscheidung zustimmt.

„Ansturm” und Kaufangebote begründen besondere Dringlichkeit

Die Dringlichkeit wird damit begründet, dass sich die Zuweisungen von Flüchtlingen an die Stadt Bergisch Gladbach „noch einmal beschleunigt” hatten; es ist kurzfristig von einem „Ansturm” die Rede. Zudem musste die Stadt rasch reagieren, wollte sie sich die gebrauchten Container und die Leichtbauhallen sichern.

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Inzwischen hat die Bezirksregierung dem Vorschlag der Stadt zugestimmt, in der Sporthalle Feldstraße eine Erstaufnahme für 250 Flüchtlinge einzurichten und für eine Weile auf die sogenannten Regelzuweisungen zu verzichten. Zuletzt waren auf diesem Weg jeden Tag rund zehn Menschen nach Bergisch Gladbach geschickt worden. Diese Zeit will die Verwaltung nutzen, um geordnete Strukturen aufzubauen, die Turnhalle in Sand möglichst wieder frei bekommen. (Mehr zur Strategie von Lutz Urbach lesen Sie hier.)

Zentrale Bausteine der Strategie sind die Standorte Katterbach und Paffrath.

Katterbach soll richtig groß werden

In Katterbach war von Anfang an klar, dass die beiden Großzelte, die derzeit mit 150 Flüchtlingen belegt sind, so schnell wir möglich durch Leichtbauhallen ersetzt werden sollen – die besser beheizt werden können. Die Kapazität der Hallen hatte Bürgermeister Lutz Urbach offen gelassen.

In der Dringlichkeitsentscheidung steht nun, dass „der Standort mit der Unterbringung von bis zu 400 Personen ausgelastet werden kann.” Zum Vergleich: das Lübbe-Gebäude war ursprünglich mit 100 Personen geplant, beherbergt jetzt rund 150 Personen. In der Halle in Sand leben 80 Menschen, in der künftigen Erstaufnahme in der Feldstraße sollen 250 Flüchtlinge unterkommen.

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Die Stadt kauft für Katterbach nicht nur die Hallen, sondern je acht WC- und Duschcontainer sowie einen Bürocontainer für das DRK. Insgesamt soll der Ausbau des Standortes eine Million Euro kosten.

Keine Einschränkungen für die Schulsanierung

Der Kämmerer genehmigte bereits, dass dieses Geld aus dem Topf kommt, der für die Sanierung des NCG und der Otto-Hahn-Schulen bereit gestellt worden war, angesichts der Planungsverzögerungen aber noch nicht benötigt wird. Die Sanierungspläne werden aber nicht eingeschränkt, der Wirtschaftsplan soll im nächsten Jahr entsprechend erhöht werden.

Die Wiese hinter der IGP soll das Flüchtlingsdorf aufnehmen

In Paffrath entsteht ein Containerkomplex mit drei Gebäuden

In Paffrath werden derzeit Container auf einer Grundfläche von 700 Quadratmetern in dreistöckiger Bauweise errichtet. Wie angekündigt können hier ab Ende November etwa 50 Flüchtlinge dauerhaft wohnen. Die gebrauchten Container hatten 333.200 Euro gekostet, die Gesamtausgaben mit der Erschließung der Wiese hinter der IGP belaufen sich auf 600.000 Euro, finanziert aus den NCG-Sanierungsmitteln. Diese Entscheidung hatten Urbach und Waldschmidt bereits am 27. August getroffen.

Bei der Informationsveranstaltung in der IGP hatte der Bürgermeister bereits angekündigt, dass der Standort zwischen IGP und Kombibad durch eine zweite Containeranlage ergänzt werden soll. Die Details dazu finden sich jetzt in der Entschlussvorlage für den Ausschuss. Es entstehen zwei L-förmige Blöcke mit je 50 Einzelcontainern auf einer Grundfläche von je 750 Quadratmetern, plus Dusch- und WC-Container.

Lesen Sie mehr: Alle Berichte über Paffrath

Die Container wurden für 946.500 Euro angeschafft, das gesamte Erweiterungsprojekt kostet 1,1 Millionen Euro, die ebenfalls aus dem Schulsanierungsetat kommen.

Lutz Urbach vor dem gut gefüllten Auditorium der IGP

Mehr als 154 Betten sind zwischen IGP und Kombibad nicht geplant – vorerst

In den 52 Wohneinheiten können laut Vorlage „bei Belegung mit jeweils zwei Personen” 104 Menschen leben. Insgesamt wächst der Standort Paffrath also auf 154 Betten.

Einen weiteren Ausbau hatte Urbach bei der Bürgerversammlung nicht völlig ausgeschlossen; die jetzt installierten Strom- und Wasserleitungen geben allerdings erst einmal nicht mehr her.

Die Terminlage heute: Ausschuss in Bensberg, Bürgerversammlung in Refrath

  • Die Sitzung des Ausschusses für Ausschusses für Umwelt, Klima, Infrastruktur und Verkehr beginnt um 17 Uhr im Rathaus Bensberg.
  • Die Bürgerversammlung in Refrath startet um 18 Uhr in St. Elisabeth in den Auen, mit Bürgermeister Urbach und weiteren Spitzenvertretern der Verwaltung.
  • Eine weitere Bürgerversammlung zur Erstunterkunft Feldstraße in Heidkamp findet am 28. Oktober statt, im Bergischen Löwen.

G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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