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Ein Jahr, in dem wir Sie unterhalten haben, mit dem #Kulturkurier, großen Geschichten, eindrucksvollen Panoramatouren, Serien und tollen Fotos.

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Bahndamm Gleis Herbst 600

Wie man sich in der Zukunftsplanung einen schlanken Fuß macht und die Verantwortung den Bürgerinnen und Bürgern zuschiebt, obwohl eine klare Haltung gefragt ist.

Bei der Diskussion über einen Autobahnzubringer über die Bahntrasse geht es um mehr als es nur um eine neue Straße.

Es geht um

  • das Handeln für eine nachhaltige und sinnvolle Zukunftsplanung für unsere Stadt,
  • das Einnehmen eines Standpunktes und das Stehen dazu,
  • eine offene Diskussionskultur.

Und es geht darum,

  • die gesamte Verkehrssituation der Stadt im Blick zu haben und daraus zukunftsfähige Schlüsse zu ziehen,
  • Vorstellungen zu entwickeln, wie Verkehr vermieden oder mindestens reduziert werden kann,
  • wie die verschiedenen Systeme besser vernetzt werden können.

Die seit Jahrzehnten hausgemachte Fehlplanung wird zum Anlass genommen, eine heute schon veraltete Lösung für die Beendigung der aktuellen Stauprobleme in frühestens zehn bis fünfzehn Jahren jetzt durchsetzen zu wollen. Klingt ein wenig absurd.

Ein paar Fragen:

Wem nützt die neue Straße?

Welche Unternehmen verursachen hauptsächlich mit welcher Fracht den Lastwagenverkehr in unserer Stadt? Zur Erinnerung: Ein 40-Tonner belastet lt. Bundesumweltministerium die Straße wie 60.000 PKW.

Wie sollen die heute überlasteten Straßen Gladbachs bis zur Fertigstellung einer neuen Straße 2030 jetzt entlastet werden?

Das schönste Gewerbegebiet Deutschlands?

Aufschlussreich ist die offizielle Karte der Stadt über das „LKW-Vorrangroutennetz“ vom Februar: Spötter bezeichnen die Stadtmitte Bergisch Gladbachs als eines der schönsten Gewerbegebiete der Republik.

Ein Gewerbegebiet mit eingestreuten und angrenzenden Wohnsiedlungen, einem Einkaufszentrum, mit Gleisanschluss und einem Golfplatz. Da die weißen Etiketten auf der städtischen Karte einige Gewerbegebiete verkleinerten, wird an dieser Stelle die Karte mit den tatsächlichen Flächen gezeigt.

LKW-Vorrangrouten und Gewerbeflächen in Bergisch Gladbach

LKW-Vorrangrouten und Gewerbeflächen in Bergisch Gladbach

Der Bau einer Straße von der Frankenforster Straße bis zur A4 ist vom Land NRW schon verworfen worden. Auch ein weiterer Autobahnanschluss hat keine Chancen auf Realisierung.

Also muss es – wenn es denn eine Straße über die Bahntrasse geben sollte, obwohl das aktuelle Umweltgutachten eindeutig dagegen spricht – einen Ausbau der Kölner Straße/Frankenforster Straße bis zum Autobahnanschluss Frankenforst ab der Kaule mit einer großen Kreuzung oder einem Kreisverkehr geben.

Dafür muss ein Supermarkt mit Parkplatz weichen, vielleicht auch ein Autohaus etwas Platz machen – obwohl es erst vor kurzem mit Genehmigung der Stadt hier errichtet worden ist. Weitsichtige Planung?

Der scheidende Stadtbaurat Stephan Schmickler erklärt leichtfüßig, dass die Frankenforster Straße „ertüchtigt“ werden solle zur Aufnahme des erwarteten Verkehrs: Gemeint ist mit diesem hübschen „ertüchtigen“ der vierspurige Ausbau bis zur Auffahrt Frankenforst, um die in den Gutachten genannte Steigerung des Verkehrs um fast 20 Prozent aufzunehmen.

Der 1. Abschnitt der Bahndammtrasse und einig offene Fragen. Wie wird die Straße an die Autobahn angebunden?

Der 1. Abschnitt der Bahndammtrasse und einig offene Fragen. Wie wird die Straße an die Autobahn angebunden?

Wohin mit dem Abraum?

Es fällt auf, dass in der aktuellen Diskussion die Abtragung des Bahndamms überhaupt nicht erwähnt wird. Es sind riesige Mengen von Erde, Schutt und Altlasten zum Beispiel der Zinkhütte, die von schweren Lastwagen abtransportiert werden müssten. Konservativ geschätzt dürfen es mehr als 50.000 Kubikmeter sein.

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Warum liegen keine Zahlen über die Mengen des Abraums vor? Und wohin damit? In welchem Zeitraum? Wie werden die Altlasten gereinigt und entsorgt? Die Befürworter der neuen Straße bleiben auch hier merkwürdig still. Ein beredtes Schweigen.

Chancen für künftiges Gewerbe

Die Zukunft Bergisch Gladbachs liegt nicht in der Ansiedlung von Großbetrieben der produzierenden Industrie – welche sollten das auch sein? Die Chancen liegen bei der Ansiedlung von kleinen Dienstleistungsunternehmen. Vielen kleinen.

Bei Start-up-Unternehmen, bei High-Tech-Unternehmen, bei Entwicklern in der digitalen Wirtschaft, bei Unternehmen der Medien- und Entertainmentbranche etc. Mit sauberen Arbeitsplätzen. Über die Stadt verteilt – das spart Gewerbegebiete.

Ein idealer Standort

Bahndamm_1

Die Nähe zu den Universitäten und Hochschulen in Köln, Aachen und Bonn bietet sich an, denn hier werden – wie auch an der Hochschule in Bergisch Gladbach – die künftigen jungen Unternehmerinnen und Unternehmer (die Arbeitgeber von morgen) ausgebildet. Diese gilt es zu bewerben und sie gilt es zu fördern. Der Bau von Studentenwohnheimen auf Gladbacher Gebiet zum Beispiel könnte vielleicht schon heute junge Menschen für diese Stadt gewinnen.

Der Standort Bergisch Gladbach mit der Nähe zum Flughafen, zu den ICEs, zu Autobahnen, zu Köln mit seinem Kulturangebot ist an und für sich ideal. Unsere Wirtschaftsförderung wirbt auch mit dem Industrie-Bahnanschluss. Schade, dass heimische Unternehmen darauf nicht abfahren. Umweltverträglicher wäre es allemal.

Chancen für eine zukunftsorientierte Planung

Mir fehlt eine ganzheitliche, zusammenhängende Betrachtung der großen Aufgaben mit ihren Auswirkungen auf andere Bereiche. Bei Gewerbegebieten und Arbeitsplätzen, bei Wohnungsbau und Verkehr, bei der Rettung und Gestaltung der historischen Stadtmitte, bei den Bemühungen um das innere Zusammenwachsen von Bensberg, Bergisch Gladbach und der anderen Stadtteile. Wir müssen weg von dieser zusammenhanglos wirkenden Planung wie auch die Vorschläge für ein neues Stadthaus zeigen: Heute hier, morgen da.

Nachdem das Tabu, über das Werksgelände von Zanders zu sprechen, gefallen ist, kann dieses große Gelände mitten in der Stadt in eine Planung einbezogen werden. Eine große Chance für eine zukunftsorientierte Gestaltung, endlich auch für die offene Flanke Gohrsmühle.

Der alte Gohrsmühle-Schriftzug am Werk von Metsä Board Zanders

Der alte Gohrsmühle-Schriftzug am Zanders-Werk

Der neue Flächennutzungsplan berührt alle Themen

Vielleicht kommt das Nachdenken in großen Zusammenhängen unter Einbeziehung aller Komponenten bei der Arbeit am längst überfälligen Flächennutzungsplan. Mehr Hoffnungen setze ich allerdings auf kreative Impulse und Anstöße durch eine neue Stadtbaurätin oder einen neuen Stadtbaurat. Es wird höchste Zeit.

Wahrscheinlich wird es schmerzliche Einschnitte geben (müssen). Deswegen brauchen wir jetzt eine ehrliche und offene Planung, die dann von Bürgerinnen und Bürgern, der Politik und der Verwaltung genauso offen und sachlich diskutiert werden kann.

Um Fehler der Vergangenheit zu korrigieren, um die Zukunft zu gestalten. Die Verantwortung darf nicht auf die Bürgerinnen und Bürger geschoben werden. Schon gar nicht aus Rücksicht auf die eigene Karriere bei der Bewerbung für ein Bundestagsmandat. Eine klare Haltung ist gefragt.

Revolution bei Verkehr und Logistik

Die großen Automobilhersteller investieren inzwischen Milliarden in die Forschung neuer Systeme für Verkehr und Logistik. Diese werden sich in den nächsten Jahren durch die fortschreitende Digitalisierung dramatisch verändern. Wahrscheinlich schneller als erwartet.

In Bergisch Gladbach aber schließen sich Menschen in Vereinen zusammen, um darüber nachzudenken, wie man mit überholten Systemen die hausgemachten Probleme in zehn bis fünfzehn Jahren bewältigen kann. In einer Stadt, die aus eigener Kraft nicht mehr in der Lage ist, ihr Straßennetz auch nur annähernd instand zu halten (geschweige denn ein modernes Radwegesystem zu bauen), fällt manchen nur der Bau einer weiteren Straße ein.

Furchtbar. Und eine Lösung für die aktuellen Probleme ist das natürlich sowieso nicht.

Ganz nebenbei: Das Angebot, die neue Straße privat finanzieren und bauen zu wollen, ist ein vergiftetes Angebot und wirft sofort Fragen auf: Privat finanzieren und bauen, um lästigen öffentlichen Ausschreibungen, Vergaben und damit Kontrollen zu entgehen? Die (Privat-)Straße an die Stadt vermieten? Oder doch nur eine Privatstraße für ein Unternehmen? Und eine Maut für alle anderen Benutzer? Schließt die privat finanzierte Straße den vierspurigen Ausbau der Frankenforster Straße ein?

Zukunft für eine neue Logistik

Es gibt große ausgereifte und bewährte Transportsysteme in der Industrie. Es gibt baureife unterirdische Systeme zum Transport von Lasten zum Beispiel zu Verteilzentren. Die Schweiz wird es uns vormachen. Angesagt ist nicht mehr der Transport auf einer Straße quer durch die Stadt, nicht mehr eine weitere Versiegelung des Bodens, nicht weitere Lärm- und Schmutzemissionen durch LKW.

In Leipzig macht VW vor, wie durch schienengebundenen Verkehr logistische Probleme eines Großunternehmens gelöst werden. Der Transport auf dem Gleis könnte relativ kurzfristig einen Teil der Probleme verringern. Zum Wohle aller.

Höchste Zeit, umzudenken

Es ist für die Politik, für die Verwaltung, für uns Bürgerinnen und Bürger höchste Zeit, umzudenken, um den Anschluss an aktuelle Entwicklungen nicht zu verlieren. Besonders in Zeiten knappen Geldes ist Fantasie gefragt. Schrecklich, wenn es auch noch an Fantasie mangelt.

PS: Es wäre schön, wenn die Bürgerinitiativen rund um dieses Thema nicht nur ihre unmittelbare Umgebung im Blick hätten, sondern auch versuchen würden, über ihren Gartenzaun auf die ganze Stadt zu schauen. Ihre Glaubwürdigkeit und damit ihr Einfluss dürften so auf Dauer erheblich größer sein und die Diskussionen beflügeln.

Klaus Hansen

ist Fotograf, Designer und Kommunikationsberater.

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5 Kommentare

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  1. Naja also wenn ich so von der Marktwirtschaft schwärm dann liegt es wohl vermutlich daran das ich die ersten 20 Jahre meines Lebens im real existierenden Sozialismus, also da wo das Gemeinwohl über allem stand, gelebt hab. Ergebnis war seinerzeit das alle unter mangel litten. Alle bis auf die Ideologen aus der Partei versteht sich.

    Servus Herr Hansen,
    zunächst einmal möchte ich ihnen sagen dass ich Ihr Engagement für das Allgemeinwohl sehr schätze. In dem Punkt sind wir beide verbündete, vertreten dieselben Seite. Lediglich bei dem Wie, bei dem wie sind wir doch erheblich auseinander.
    Es ist nun mal so das der Mensch ein bedürfnisgesteuertes Wesen ist das jedes tun und Handeln fortwährend unter Ökonomischen Gesichtspunkten selbst prüft. Auf die Art kamen wir zu dem Schluss Fleisch vorm Kauen zu Kochen und das sich mit dem Rad unter dem Karren mehr und leichter transportieren lässt. Der Punkt ist der das Marktwirtschaft völlig unideologisch Bedürfnisse bedient während Ideologien, um bei obigem Beispiel zu bleiben, darüber diskutieren wer die Karrer schieben soll und wer die besten Fleischstücke essen darf. Ideologen kümmern sich nicht um was und wie, immer nur um das warum.

    Ja es gibt kriminelle Unternehmer, ja es gibt Probleme bei den Banken, ja Kapitalismus ist nicht perfekt und Nein…. Sozialismus ist nicht die Lösung, kann er nicht sein weil er kein einziges Bedürfnis wirklich befriedigt, sich weigert diese überhaupt anzuerkennen. Gemeinwohl finanziert sich nun mal nicht durch schöne Worte und Nächstenliebe. Dafür muss man Arbeiten und jemand muss diese Arbeit bereitstellen damit sie andere Abfragen können.
    Wirtschaften ohne Kapitalismus is wie der Versuch Eier zu Produzieren ohne dafür Hühner zu halten.

    Bahndamm rein Hypothetisch aus Liberaler Sicht;
    Der pöse Krügerunternehmer geht zur Bank und sagt denen. Leute ich brauch nen Zubringer zur Autobahn. Könnt ihr nen Fon auflegen und Geld einsammeln für den Bau. Ich benutz die und bin bereit Maut dafür zu zahlen und weil es so viel Individualverkehr gibt bin ich mir sicher dass andere die Straße auch nutzen werden und für die schnelle Durchfahrt bereit sind zu zahlen so dass die Mautgebühren gering sein werden, der Anleger ne Rendite erzielt, der Individualverkehr fließt, die Steuerzahler der Stadt entlastet werden und nebenher sogar noch zusätzliche Arbeitsplätze in der Region entstehen.

    Bahndamm rein Hypothetisch aus Sicht des „Gemeinwohls“;
    Die Stadt baut mit viel Geld nen Radweg für die Allgemeinheit, genutzt von wenigen, bezahlt von allen. Weil Gemeinwohl nun mal so funktioniert, alle zahlen für etwas das nur eine Minderheit nutzt. Wie so allerdings auf Dauer Gesellschaftlicher Friede gewahrt werden soll bleibt schleierhaft.
    Wir sollten also viel mehr über Kausalitäten des Lebens sprechen und weniger über schöngeistige Ideologien und Religionen.

    So dann, mit freundlichen Grüßen zurück.

  2. Ein Kommentar von Klaus Hansen:

    Sehr geehrter Herr Schröters,

    in Ihrem Beitrag zur Diskussion über die Bahndammtrasse schwärmen Sie – wie auch schon in früheren Beiträgen im iGL Bürgerportal – von der „freien Marktwirtschaft“, von dem Markt, der alles regeln soll. Und Sie verteufeln den Staat, der das alles nicht nur nicht richten kann, sondern alles nur noch schlimmer macht.

    Glauben Sie, dass die Stadtplanung in unserer Stadt dem „Markt“ überlassen werden sollte? Orientiert an Privatinteressen statt am Gemeinwohl?

    Können Sie zu meinem besseren Verständnis die folgenden aktuellen Beispiele in Ihr „Der-Markt-wird-es-schon-richten-Weltbild“ einordnen?

    • Siemens – Korruptionsaffäre, mehrere Milliarden Schaden, Auswechslung der Führungselite. Teure Konsolidierung über Jahre.
    • Deutsche Bank – fast 10 Milliarden Euro in der Rücklage für die anstehenden 6.000 (sechstausend) Prozesse. Der große Betrugsprozess um die Libor-Manipulationen ist noch nicht einmal dabei. Und erst kürzlich gab es den Vergleich mit rund 800 Millionen Euro für die Pleite von Kirch.
    • VW – Weltumspannender Betrug mit ungeheurem Imageschaden über VW hinaus, voraussichtlich weit über 15 Milliarden Euro Schaden und drohender Verlust tausender Arbeitsplätze. Existenzbedrohend für die Beschäftigten. Boni für die Vorstände.
    • Schlecker – Insolvenz mit dem Verlust von 25.000 Arbeitsplätzen und einer Forderung der Gläubiger von einer Milliarde Euro (das sind eintausend Millionen Euro).
    • Und natürlich die Bankenkrise, in die auch deutsche staatliche und nichtstaatliche Banken verwickelt sind. Oder ganz allgemein der breit angelegte Steuerbetrug. Mit krimineller Unterstützung durch Wirtschaftskanzleien und Banken. Die Commerzbank hat gerade 17 Millionen Euro Strafe gezahlt. Oder die kriminellen Machenschaften von Bauunternehmen beim Bau des neuen Berliner Flughafens.

    Und so weiter. Und so weiter. Viel zu viele verantwortungslose, kriminelle Unternehmer und Manager. Weniger am Gemeinwohl orientiert, mehr am eigenen Vorteil. Der Markt wird es schon richten? Natürlich, solange der echte Steuerzahler für die in der „freien Marktwirtschaft“ verursachten Schäden aufkommt.

    Damit ich nicht falsch verstanden werde: Mit der Aufzählung der kriminellen Wirtschaftsbeispiele möchte ich das Versagen staatlicher Institutionen und der Politik nicht entschuldigen.

    Mit freundlichem Gruß, Klaus Hansen

  3. Gut wenn hier über die Möglichkeit diskutiert wird etwas mehr Objektivismus, also nichts anderes als mehr Liberalismus zu wagen, diskutiert wird würd ich gern meine 50cent dazu beitragen.
    Kaum hat man sich also dazu entschlossen mehr Bürgerbeteiligung und Direktdemokratie zu wagen erkennt man auch schon dass das Karussell sich auch nur im Kreis dreht, im Kreis der Ideologien und persönlichen Egoismen. Wie überall halt. Der eine fährt gern Rad, hätt gern mehr Radwege, ein andere hat seine ganze Energie darauf verwendet sich ein kleines Haus in einer gutsituierten ruhigen Wohngegend zu leisten und will keinen zusätzlichen Verkehr, wieder andere wollen schnell mit dem Wagen raus aus der Kleinstadt und hin zur Arbeit und das schnell. Scheint unmöglich diese Interessen unter einen Hut zu bekommen zumal ja da noch diejenigen sind die in der Stadt Wirtschaftlich aktiv sein wollen und ihrerseits auch berechtigte Ansprüche anmelden die es zu berücksichtigen gilt weil von deren Geld wird die ein oder andere Annehmlichkeit bezahlt.

    Der Sozialistische Lösungsansatz sieht also wie folgt aus; Forderung nach exakter Zieldefinition, Analyse der erforderlichen Maßnahmen, Ermittlung des Zeithorizontes.

    Die Erkenntnis internationaler „Verkehrsexperten“; Optimierung des schienengebundenen Verkehrs um das „absehbare“ zukünftige Verkehrsaufkommen zu bewältigen.

    Die Erkenntnis der Bahnbetreiber; Wirtschaftlich Uninteressant mangels Kunden.

    Lange Rede, keinen Sinn. Alles wie gehabt, alles bestens.
    Warum bitteschön sind dann alle noch immer so zerstritten?
    Vielleicht weil ihnen allen mehr und mehr dämmert das es eine Sackgasse ist deren Ende immer näher kommt!
    Denn die Planer und Experten haben einen scheiß zu verkünden. Kein Mensch kann heute abschätzen was in 20 Jahren sein wird, wie sich die Bedürfnisse und Lebensgewohnheiten entwickeln. Das kann nur…. der Markt.
    Nur der Markt(alle beteiligten des Wirtschaftlichen Lebens) entscheidet was wo wann wie benötigt wir. Das betrifft den Transport von Waren genauso wie den Individualverkehr und die Verkehrsmittel an sich. Vielleicht fahren wir ja alle schon bald mit 50km/h EBike und die Waren werden mit Drohnen und Zeppelin transportiert.
    Fazit; Mehr Marktwirtschaft wagen!

    Eine wirklich bunte Gesellschaft geht nicht hin und sagt Muslim du bist willkommen aber bitte Kleide dich wie alle hier und sei so wie wir. Eine wirklich tolerante Gesellschaft geht nicht hin und sagt du musst akzeptieren dass deine Straße genau so laut oder leise ist wie die der anderen. Eine tollernte Gesellschaft verlangt nicht dass alle gleich sind. Eine wirklich tolerante Gesellschaft braucht keine Gendergesetze für Schwule und Lesben und gegen Stehpinkler und Sexy Werbung für Heterosexuelle. Eine tolerante Gesellschaft braucht auch keine Zensur. Alles was wir brauchen ist mehr Marktwirtschaft und den Mut zur Toleranz. Also den Mut zu wirklicher Toleranz und unterschiede auch und gerade beim Einkommen und eben auch bei Wohngewohnheiten. Es wird also Wohngegenden geben die Leise und ruhig sind und dafür eben höher Grundbesteuert werden weil sie sich so und dann eben nur so finanzieren bzw. aufrechterhalten lassen.

    Zum Schluss noch eines. Bei aller berechtigten Kritik gegen TTIP, wer die Milliardengräber der öffentlichen Hand verhindern will kommt an einem solchen Abkommen nicht vorbei.
    Fakt ist; Es gibt keinen schlechteren Unternehmer als den Staat. Opernhaus, U-Bahnbau, Flughafenbau. Überall verschwinden die Milliarden wie Wasser in der Wüste. 53 Milliarden KFZ-Steuereinnahmen stehen 28 Milliarden an Investitionen in Straßen gegenüber. Ist das Straßennetz privatisiert wäre Schluss mit der Melkerei der Autofahrer und der Umverteilung. Wie sollen sich bei derlei Subventionsirrsinn je Marktmeinungen herausbilden und Veränderungen entwickeln die von allen getragen werden weil sie der Markt gebildet hat? Alles was sich unter solchen Bedingungen stetig entwickelt wird ist Unzufriedenheit und Ablehnung.

    In diesem Sinne, allseits noch nen schönen Tag.

  4. Mir scheint Klaus Hansen einer der wenigen zu sein, die in der Debatte um den Bahndamm ihre Fähigkeit zur sachlichen Analyse nicht ausschalten. Vielleicht gibt es ja noch andere, hoffentlich die schweigende Mehrheit, die versuchen, die Probleme zu Ende zu denken. Man kann nur staunen ob der Polemik und der Emotionen in der Debatte weit ab von belastbaren Fakten.
    Mir scheint, dass die Erkenntnis internationaler Verkehrsexperten noch nicht in Bergisch Gladbach angekommen ist, die besagt, dass ohne einen optimierten schienengebundenen Verkehr das absehbar zukünftige Verkehrsaufkommen nicht zu bewältigen ist. Ganz abgesehen von der Umweltbelastung durch den Individualverkehr. (Wer an dieser Stelle behauptet, das könne durch Elektromobilität gelöst werden, sollte sich vergewissern, dass er die gesamte Belastungskette und die Wirkungsgrade berücksichtigt hat)
    Der Ansatz von Herrn Hansen beinhaltet die Forderung nach exakter Zieldefinition, Analyse der erforderlichen Maßnahmen, Ermittlung des Zeithorizontes und der Kosten incl. die der Instandhaltung. Die hierfür erforderlichen systemanalytischen Methoden sind bekannt und erprobt. Leider werden sie nur ungern angewandt, woraus sich dann Zustände wie beim Kölner Opernhaus oder dem Berliner Flughafen ergeben.

  5. Vielen Dank Herr Hansen, Ihr Beitrag zeigt im Gegensatz zu vielen anderen nicht nur Konfrontation sondern auch Möglichkeiten, die Arbeit der Stadtverwaltung besser zu machen, als es z.Zt. geschieht. Sie zeigen Fakten auf, wo Befürworter der Gladbacher Politik und Planung nur Behauptungen aufstellen. Es ist schon sehr beredt, dass die Bahndammlobby wenig bis nie Stellung zu Ihren Ausführungen bezieht, wenigstens nicht da, wo alle es lesen können.