Maik Außendorf, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen

Die GRÜNEN im Stadtrat Bergisch Gladbach begrüßen die Aufstellung eines Mobilitätskonzeptes und wir finden darin Grundsätze GRÜNER Verkehrspolitik wieder. Der Ansatz, das Angebot für Radverkehr und Öffentlichen Personen Nahverkehr (ÖPNV) zu stärken, um dadurch die Straßen zu entlasten, war und ist die Grundlage GRÜNER Verkehrspolitik.

Leider zeigt sich die Verwaltung bei den gesetzten Zielen mit -8%-Punkten Anteil des motorisierten Individualverkehr (MIV) am Gesamtverkehr mutlos, daher fordern wir hier ambitioniertere Ziele: mit mehr Rad- und Fußverkehr, besseren ÖPNV Angeboten, sind auch -14% beim MIV machbar.

Mit dem vermeintlichen Autobahnzubringer über den Bahndamm greift das Mobilitätskonzept zudem eine Geisterdebatte wieder auf. Zwar wird im Konzept selber festgestellt, dass die direkte Anbindung an die A4 kaum umzusetzen ist, dennoch wird hier eine isolierte Stadtautobahn gefordert, über die Autos dann schnell zwischen den Staugebieten Kölner Straße einerseits und der Gladbacher Innenstadt / Gronau andererseits hin-und-her fahren können. Als GRÜNE haben wir diese unsinnige Straße über den Bahndamm stets abgelehnt, und fordern die Streichung aus dem Mobilitätskonzept.

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In der Maßnahmen-Auflistung wird mit P14 gefordert, die Öffnung von mehreren Wohngebieten als sogenannte Bypass-Routen für den Autoverkehr zu prüfen. Hierdurch würde der Stau von den Verkehrsachsen in Wohngebiete mit Straßen, die vielfach stark genutzte Schulwege sind, verlagert. An anderer Stelle im Konzept wird dies sogar festgestellt: „Aus diesem Grunde wird die Öffnung von Bypässen im Rahmen der Maßnahmen des Verkehrsprognosemodells nicht empfohlen“. Mit der Maßnahme P14 widerspricht sich das Konzept selbst, daher beantragen wir die Streichung und den Schutz der Wohngebiete.

Für den Radverkehr schlägt das Mobilitätskonzept für viele Abschnitte die Anlage von Schutzstreifen vor. Das ist besser als nichts, aber schlechter als Radfahrstreifen, die deutlich mehr Sicherheit und Komfort für Radfahrer*innen bieten. Wir fordern daher, dass bevorzugt echte Radfahrstreifen angelegt werden und nur ausnahmsweise Schutzstreifen dort, wo es anders nicht geht.

Für den ÖPNV dokumentiert das Mobilitätskonzept Beschwerden von Bürger*innen über unzureichende Verbindungen in den Randstunden, es werden aber aus Kostengründen keine Verbesserungen empfohlen. Dem halten wir entgegen: Das Angebot im ÖPNV muss deutlich verbessert werden, wenn Mitbürger*innen von der Nutzung des eigenen PKW auf die des ÖPNV bewegt werden sollen. Sind diese Angebote nicht attraktiv genug, so sind wichtige Aspekte des Mobilitätskonzeptes zum Scheitern verurteilt.

Der GRÜNE Verkehrssprecher Maik Außendorf fasst zusammen: „Mit dem Mobilitätskonzept bewegen wir uns in die richtige Richtung: ÖPNV und Radverkehr müssen viel attraktiver werden, um Menschen zum Umstieg zu bewegen und dadurch die Straßen zu entlasten. Damit das funktioniert, fordern wir mit unseren Änderungsanträgen deutliche Nachbesserungen im Konzept.“

Dokumentation: Die Anträge der Grünen-Fraktion und der aktuelle Entwurf des Mobilitätskonzeptes

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M. Außendorf

Dipl.-Math. Maik Außendorf - Stadtratsmitglied für Bündnis 90 / Die Grünen - Sprecher für Verkehr und Wirtschaft - Stellv. Vorsitzender des Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz,...

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