Das Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium am Rübezahlwald. Foto: Sreenshot Google Maps

Mehr als 40 Millionen Euro nimmt die Stadt Bergisch Gladbach in die Hand, um die Otto-Hahn-Schulen, das Nicolaus-Cusanus-Gymnasium und auch die Sporthalle in Sand grundlegend zu sanieren, . Damit ist der Kreditrahmen eigentlich ausgeschöpft – doch jetzt darf die Stadt weitere 9,8 Millionen Euro an Kreditmitteln auf Grundlage des Schuldendiensthilfegesetz NRW „Gute Schule 2020“ aufnehmen.

Nach einer ersten Erfassung der Stadtverwaltung sind eigentlich alle 20 Grundschulen, 14 weiterführenden Schulen, die zwei Berufskollegs und die 32 Turnhallen mehr oder weniger sanierungsbedürftig. Anstatt die knapp zehn Millionen nach dem Gießkannenprinzip zu verstreut sollen diese Gelder in drei dringend notwendige Millionenprojekte fließen:

  • Neubau der Gemeinschaftsgrundschule Bensberg an der Karl-Philipp-Straße (Montessori-Schule)
  • Neubau einer Doppelturnhalle auf dem Gelände des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums 
  • Sanierung der Sporthalle Feldstraße an den Kaufmännischen Schulen in Heidkamp

Die Sporthalle des Berufkollegs an der Feldstraße 

Zunächst sollen die Sporthallen gebaut bzw. saniert werden, voraussichtlich ab 2020 können dann die Schüler der GGS Bensberg in das Containerdorf ziehen, in dem derzeit der Unterricht der Otto-Hahn-Schulen statt findet.

Bei den Millionen aus Düsseldorf handelt es sich nicht um einen Zuschuss, sondern um einen Zins- und Tilgungs-freien Kredit, der die Verschuldung der Stadt weiter erhöht.

Zudem wird die Stadt schon auf der Basis der derzeitigen groben Kostenkalkulation mit den den Landesmitteln nicht hinkommen: Der Neubau der GGS Bensberg wird auf 4,7 Millionen Euro veranschlagt, die Sanierung der Sporthalle Feldstraße auf 3,3 Millionen und der Neubau der DBG-Sporthalle auf weitere 3 Millionen; die Gesamtsumme von 10,9 Millionen übersteigt die Fördersumme bereits um eine Million Euro.

Dabei ist noch nicht einkalkuliert, dass die GGS Bensberg im Zuge des Neubaus erweitert werden soll; was zusätzlich Geld kostet. Und schließlich haben die Projekte Otto-Hahn und NCG gezeigt, dass die Sanierung alter Schulgebäude am Ende meistens sehr viel mehr kostet, als am Anfang kalkuliert. 

Alle diese Mehrkosten sollen laut Beschlussvorlage über den städtischen Immobilienbetrieb finanziert werden.

Die Details zu den Vorhaben, über die der Stadtrat und die zuständigen Ausschüsse noch entscheiden müssen, finden sich im Ratsinformationssystem. Wir dokumentieren im folgenden die wichtigsten Passagen.

Die Gemeinschaftsgrundschule Bensberg an der Karl-Philipp-Straße. Foto: Sreenshot Google Maps

Neubau der GGS Bensberg an der Karl-Philipp-Straße 

Die GGS Bensberg ist ein fest etablierter Schulstandort in einem laut Bevölkerungsprognosen zukünftig wachsenden Stadtteil. (…) Für das kommende Schuljahr hat die GGS Bensberg 55 Anmeldungen. Pro Klasse werden nach dem Beschluss zur Begrenzung der Klassenstärken der Stadt Bergisch Gladbach maximal 24 Kinder pro Klasse hinsichtlich der Gesamtschülerzahl der GGS Bensberg aufgenommen.

Die bislang anderthalbzügige Grundschule wird zum Schuljahr 2017/2018 demnach zweizügig und dies auch bleiben. Dafür werden auf dem Schulgelände Containerklassen aufgestellt, um den Unterricht und die Nachmittagsbetreuung gewährleisten zu können. Da dies keine nachhaltige Lösung darstellt, müsste in naher Zukunft ohnehin eine bauliche Maßnahme an der Schule erfolgen. (…)

Der bauliche und energetische Zustand der GGS Bensberg ist als bedenklich zu bewerten. Die Gemeinschaftsschule Bensberg ist ein „Variel-Bau“ aus den 70er Jahren. Bei dem System der „Variel-Bauten“ wurden damals vorgefertigte Raumzellen aus Stahlbeton vor Ort auf- und ausgebaut. Als Fassade wurden im Betongerüst verankerte Waschbetonplatten vorgehängt, wodurch eine energetische Verbesserung der Außenhülle wirtschaftlich nicht zu erzielen ist. Die Fensteranlagen sind zum Teil bereits blind und aus Sicherheitsgründen festgesetzt worden (Lüftung teilweise nicht mehr möglich); sie sind aber auch aus energetischen Gründen komplett zu erneuern. 

Die technischen Anlagen sind vollkommen veraltet und sind von der Heizungsanlage, den Elektroverteilungen bis hin zur Beleuchtung vollständig zu erneuern. 

Neben dem allgemein schlechten Zustand des Gebäudes können aufgrund der bauzeitbedingten Baustoffwahl (Dämmstoffe, Fugenmaterial etc.) anfallende Sanierungsarbeiten teils nur unter Schadstoffsanierungsbedingungen ausgeführt werden. Zudem haben sich in den Jahren funktionelle und brandschutztechnische Defizite eingestellt, die im Jahr 2015 dazu veranlasst haben, weiterführende Untersuchungen durch Sachverständige in den Bereichen Statik, Brandschutz und Schadstoffe vorzunehmen.

Die Ergebnisse der Untersuchungen haben zu der Folgerung geführt, dass wenn die Schule überhaupt noch saniert wird, nur eine durchgängige Gesamtsanierung der Schule in Betracht kommt. Die seinerzeit ermittelten groben Kosten für eine Gesamtsanierung liegen bei ca. 3,1 Mio. Euro. Darin nicht enthalten ist ein Erweiterungsbau, um auf die bereits geschilderte notwendige Zweizügigkeit aufstocken zu können. (…)

Die grobe Kostenschätzung sieht für den Neubau ca. 4,7 Mio. Euro vor. Auch darin ist ein Erweiterungsbau, um auf die geschilderte notwendige Zweizügigkeit aufstocken zu können, nicht enthalten. Es ist davon auszugehen, dass die notwendigen weiteren Räume für die Zweizügigkeit bei einem Neubau wirtschaftlicher bereitgestellt werden können. 

Von der Verwaltung wird vorgeschlagen, am gleichen Schulstandort den Neubau umzusetzen, da über die vorgenannten Vorteile hinaus, auch erhebliche Einsparungen in den Betriebskosten erzielt werden können. Eine über die Bauzeit mögliche Auslagerung der Schule wäre in Teilen der Containerschule am nahe gelegenen Schulzentrum Saaler Mühle nach Fertigstellung der dortigen Sanierung in 2019 denkbar. Die Kosten für eine Auslagerung könnten damit gering gehalten werden. 

Der ursprüngliche Plan von Franz Weißenberger für das DBG hatte eine große Sporthalle (links) vorgesehen; die wurde aber nie gebaut. 

Errichtung einer Doppelturnhalle auf dem Gelände des DBG 

Die Stadt Bergisch Gladbach ist als Schulträger verpflichtet, die für den geordneten Schulbetrieb notwendigen Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen. Darunter fällt die Bereitstellung ausreichender Flächen zur Durchführung lehrplankonformen Sportunterrichtes. Nach den Grundsätzen für die Aufstellung des Raumprogramms an allgemeinbildenden Schulen des Landes NRW müssen dem ganztägigen DBG aufgrund seiner Schülerzahl vier voll nutzbare Sporthalleneinheiten zur Verfügung gestellt werden. 

In tatsächlicher Nutzung sind derzeit zwei Hallen, sodass die Qualität des Unterrichts seit Jahren erheblich beeinträchtigt wird. Die Gymnastikhalle im UG wurde nach den dauernden Wassereinbrüchen 2012 nur provisorisch hergerichtet. Dort ist kein Sportboden verlegt worden. Die Gymnastikhalle kann daher nicht als vollnutzbare Regelsportfläche hinzugerechnet werden, da keine dynamischen Sportarten möglich sind. 

Demnach müssen einige Klassen zeitweise auf Sportunterricht verzichten und die im Lehrplan vorgeschriebenen Sportarten können nur eingeschränkt oder gänzlich nicht ausgeübt werden. 

50 Jahre DBG: Von der Mädchenschule zur Kaderschmiede

Bereits im Jahr 2012 hat der Schulleiter des DBG unter Zustimmung der Bezirksregierung Köln die unzureichenden Sportflächen bemängelt. Aufgrund des Haushaltssicherungskonzeptes führte die unumgängliche Priorisierung der ausstehenden Maßnahmen dazu, dass solche zum Brandschutz stetig vorrangig umgesetzt wurden, obwohl auch die Gymnastikhalle aufgrund des Sanierungsrückstaus langfristig gesperrt werden musste.

Stattdessen war bislang der Neubau einer Doppelturnhalle für das Jahr 2019 vorgesehen. Für den Neubau einer Doppelturnhalle sind gemäß grober Kostenschätzung ca. 3,2 Mio. Euro anzusetzen. 

Diese Frist (Neubau 2019) ist seitens der Bezirksregierung als inakzeptabel bewertet worden. Mit Schreiben vom 01.04.2014 verdeutlicht die Bezirksregierung, dass die „Übergangslösung“ in Form der Gymnastikhallennutzung ohne die Schaffung eines für den Übergang dienenden alternativen Sportflächenangebotes „nicht hinnehmbar“ sei. 

Von der Verwaltung wird daher vorgeschlagen, eine Doppelturnhalle auf dem Grundstück des DBG zu errichten. 

Sanierung der Sporthalle Feldstraße 

Zu den Kaufmännischen Schulen in Bergisch Gladbach-Heidkamp gehört die Sporthalle an der Feldstraße, die in 2015-2016 als Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge genutzt wurde. 

Die Dreifachturnhalle Feldstraße bietet als zentral in Bergisch Gladbach angesiedelte Einrichtung zwingend notwendige Sportfläche für zwei Berufskollegs (ca. 3.500 Schüler) sowie Ausweichfläche für die in der Nähe gelegenen Grund- und weiterführende Schulen. (…)

Die 1978 gebaute Sporthalle Feldstraße, Abmessungen ca. 53 m x 46 m, ist als dreifach-Sporthalle, abtrennbar mittels Trennvorhängen in drei kleine 27 m x 15 m Hallen mit einer angrenzenden Langhalle 45 m x 8 m (mit Teilausbau im Obergeschoß zum Kraftraum) konzipiert. Die Sporthalle ist übergangsweise zur Unterbringung von Flüchtlingen genutzt worden; seit Beginn des Schuljahres 2016/17 konnte die Halle, wieder eingeschränkt für den Schulsportunterricht und den Vereinssport für nichtdynamische Sportarten genutzt werden. 

Neben zahlreichen Abnutzungserscheinungen, die sich nach fast 40 Jahren intensiver Nutzung ergeben, weist die Sporthalle gravierende Mängel in der Bausubstanz, im Ausbau, in der Haustechnik und im Brandschutz auf. (…) 

Die Mängel an dem Sporthallengebäude sind so umfassend, dass die Sanierung einzelner Bereiche oder Bauteile kaum möglich und auch vollkommen unwirtschaftlich wäre. Zur Aufrechterhaltung des Sportbetriebes ist eine möglichst baldige Gesamtsanierung dringend notwendig. Die Kosten für die Gesamtsanierung werden auf ca. 3 Mio. Euro grob geschätzt. 

Die gesamte Beschlussvorlage zum Download:

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Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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