Marcus Pretzell und Uwe Höller. Die Markierung auf der Stirn soll offenbar ein Aschekreuz darstellen. Foto: AfD

Im vergangenen Jahr hieß die Veranstaltung noch „polemischer Aschermittwoch”, die Öffentlichkeit in Form des Bürgerportals wurde kurzfristig ausgeladen. In diesem Jahr gibt sich die AfD ein Stück weit selbstbewusster: zum „populistischen Aschermittwoch” sei die Öffentlichkeit zugelassen, nur „Störenfriede” müssten draußen bleiben, sagt Kreissprecher Rolf Koch. 

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Für die Veranstaltung hat die rechtspopulistische Partei den Ratssaal in Bensberg gebucht – und einen prominenten Redner: Mit Marcus Pretzell kommt der NRW-Landesvorsitzendes und Ehemann von Ko-Parteichefin Frauke Petry nach Bergisch Gladbach.

Laut Einladung sollen bei der Veranstaltung die Themen Populismus und Toleranz humoristisch beleuchtet werden. Beide Begriffe, ebenso wie die Bezeichnung Volksvertreter und Qualitätsjournalisten schreibt Koch demonstrativ in Anführungszeichen. „Toleranten, die zum Lachen in den Keller gehen”, empfiehlt er, die Veranstaltungen der „vereinheitlichten Oppositionsparteien”.

Moderiert wird die Veranstaltung von Uwe Höller, der zunächst als Bundestagskandidat vorgestellt worden war, intern dann aber gegen Roland Hartwig unterlag.

Die AfD spielt in Bergisch Gladbach aktuell keine Rolle; mit der Spaltung der Partei und dem Austritt von Gründer Bernd Lucke hatten die Vertreter im Stadtrat die AfD verlassen und sich der Alfa-Partei angeschlossen, die inzwischen in Liberal-Konservative Reformer (LKR) umbenannt wurde; die Fraktionen im Stadtrat und Kreistag tragen den Zusatz „mitterechts”. 

In aktuellen Umfragen zur Landtagswahl in NRW kommt die AfD auf rund zehn Prozent. Damit würde sie drittstärkste Partei im Land.

Markiert:

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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  1. Noch besser wäre natürlich “Liberal-Interventionistische Konservative Öko-Reformer” (LIKÖR), um auch wirklich *alle* Wähler.innen irgendwie anzusprechen!
    Jedes Land braucht seine Spaßpartei – aber wo zu Hass und Gewalt aufgerufen wird, hört der Spaß ganz schnell auf.

  2. Zwei kleine Korrekturen aus meiner Sicht: Die Vertreter der -nennen wir sie “AfD 1.0” haben zumindest teilweise bereits vor dem Austritt von Bernd Lucke die AfD verlassen. Bernd Lucke hatte noch ein paar Tage länger die Optionen geprüft, bevor auch er austrat.

    Die neue Partei heißt LKR (Liberal-Konservative Reformer). Den Namenszusatz “mitterechts” tragen (bis jetzt;-)) nur die Ratsfraktion in Bergisch Gladbach und die Kreistagsgruppe im Rheinisch-Bergischen Kreis. Auf Parteiebene steht ein entsprechender Namenszusatz auf absehbare Zeit nicht zur Diskussion.

    LKR steht ganz wesentlich für das, was die AfD im Gründungsjahr 2013 und auch noch während der Kommunalwahl/Europawahl 2014 ausgemacht hat, nämlich (kurz gesagt) für eine an den Interessen und Bedarfen der deutschen Bürger ausgerichtete Politik mit klarem Widerstand gegen die Erosion von Rechsstaatlichkeit und Parlamentarismus. Gerne auch in einem europäischen Verbund (und natürlich auch in einer zunehmend globalisierten Welt), aber nach dem Prinzip “Subsidiarität vor Zentralismus.”

    Ach, und P.S.: Der Euro funktioniert immer noch nicht und wird es auch nie tun.