Bergisch Gladbach wächst an den Rändern: Nach dem Gronauer Glaspalast im Westen tut sich jetzt im Osten einiges. Die Back Company hat ein Café in alten Gemäuern eröffnet. Ein edler Getränkemarkt folgt, Alnatura ist schon da. 

Die alten Klinkergebäude der Rheinischen Wollspinnerei an der Kürtener Straße haben sich verwandelt: Die Autowerkstatt ist in den Hinterhof gezogen, die Fassaden wurden restauriert und auf der Ecke ist die Back Company mit einem ungewöhnlichen Café eingezogen. 

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Gerlinde und Gert Müller, die sich vor sieben Jahren mit dem Unternehmen in Gummersbach selbständig gemacht hatten, haben die Innenräume aufwendig umgebaut und mit Sinn für Details eingerichtet.

Dabei bildet das Café das Misch-Konzept der Back Company gut ab: der rechte Bereich ähnelt einem Verkaufsraum einer der üblichen Billigkettenbäckereien, in der Mitte gibt es eine Theke mit selbst gebackenen Kuchen und links findet man ein gemütliches Café im großstädtischen Landlust-Design.

Tatsächlich ist die Back Company ein Mix, erläutert Gerlinde Müller. Einerseits bietet sie preiswerte Backwaren und Kaffee aus dem Selbstbedienungsautomaten für den eiligen durchreisenden Kunden.

Andererseits werden Brote, Brötchen und andere Backwaren aus zugekauften, handwerklich gefertigten Rohlingen vor Ort von einem gelernten Bäcker gebacken. 

Die Kuchen, aber auch die Smothies und Salate in der Kühltheke, kommen aus eigener Herstellung. Konsequenterweise liegen die Preise zwischen denen einer traditionellen Bäckerei und einer Backfabrik. 

Das Café im Strundpark öffnet bereits um 5:30 Uhr, um die frühen Pendler auf der Kürtener Straße versorgen zu können, erläutert Müller, die mit dem Café in Bergisch Gladbach ihr erste Filiale über das Gummersbacher Stammhaus hinaus eröffnet hat.

Neben dem Frühstücksangebot gibt es leichte Mittagsgericht, neben Kaffee auch eine Teeauswahl. Abends wird erst um 20 Uhr abgeschlossen, an Sonn- und Feiertagen ist von 8 bis 12:30 Uhr geöffnet. 

Mit dem Café wird der Ortseingang aus Richtung Herrenstrunden aufgewertet. Der sogenannte Strundepark wurde bislang von den Discountern Lidl und Aldi sowie den großen Parkflächen geprägt.

Doch schon im vergangenen Jahr hatte DM seine Filiale renoviert, nebenan war Alnatura mit einem großen Bio-Supermarkt eingezogen. Daneben gibt es eine Ticketshop und Filialen von Deichmann und Takko, auf dem Parkplatz werden Kartoffeln und Gemüse verkauft. 

Damit wächst hier, ähnlich wir am Gronauer Kreisel mit der Bäckerei, Denns Biomarkt, dem türkischen Feinkostgeschäft und einem weiteren DM, ein weiteres attraktives Neben-Geschäftszentrum heran. Das wird einerseits neue Kunden aus dem Umland anlocken; einge Konsumenten aber auch davon abhalten, sich weiter in die Innenstadt vor zu wagen.

Einzelhandelskonzept sprach sich gegen Ausbau aus

Im Einzelhandelskonzept der Stadt war der Strundepark, dort mit dem historischen Namen „Locher Mühle” bezeichnet, als „zentrumskritisch” aufgeführt worden. Das Konzept war im September 2015 verabschiedet worden und hatte empfohlen, den Einzelhandel (der schon damals eine Fläche von 4400 Quadratmeter hatte) nicht weiter auszubauen, sondern verstärkt Gewerbe anzusiedeln.

Hintergrund der aktuellen Entwicklung im Strundetal ist ein Eigentümerwechsel des auch als „Locher Mühle” bekannten Areals. Nach dem Konkurs der Bodengesellschaft Amsterdamer Straße war das Gelände für 14,8 Millionen Euro an die EGK Projektentwicklungs- & Beteiligungsgesellschaft mbH in Köln verkauft worden – die sich daran gemacht hat, die Bausubstanz aufzuwerten und neue Mieter zu gewinnen. 

Anwohner feiern Strunde-Tag

Zudem hatten Johannes Bernhauser und David Roth eine „Strunde-Werkstatt” initiiert, die sich mit Ideen für den vernachlässigten östlichen Stadteingang beschäftigte. Daraus ist unter anderem der „Strunde-Tag” hervor gegangen, der im Herbst bis nach Herrenstrunden hinein groß gefeiert werden soll.

Im Strundepark ist das Gewerbegebiet im Hintergrund kräftig aufgewertet worden. Neben Mika-Timing, Gewe-Wintergärten, der pb-druck und der Auto-Werkstatt Nonas residiert hier das Hauptzollamt mit mehreren Abteilungen. 

Auch in den großen Fabrikhallen neben der Back Company wird bereits gearbeitet. Dort soll im Herbst  „Super Drinks”einziehen. Ein Getränkemarkt, der mit Weinen und Spirituosen auch auf ein gehobenes Publikum abzielt. 

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G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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