Wissen Sie, was diese Markierungen und Schilder bedeuten? Wirklich?

Noch sind die Arbeiten am Turbokreisel in Gladbachs Innenstadt nicht abgeschlossen. Genutzt wird er dennoch, nicht ohne gefährliche Konflikte. Vor allem die Regeln für Radler werfen Fragen auf. Hier sind die Antworten. 

Der Kreisverkehr an der Schnabelsmühle ist ein komplexes Bauwerk, das zudem im laufenden Betrieb errichtet wurde. Für eine endgültige Bewertung ist es daher eigentlich noch viel zu früh. Doch seitdem auch ein Teil der Radwege frei gegeben wurden haben sich viele Fragen aufgetan, die sich sowohl auf die aktuelle Lage als auch auf die geplanten endgültigen Regelungen beziehen – und vor allem den Radverkehr betreffen.

So soll die fertige Schnabelsmühle aussehen. Über die Gestaltung des Innenraums entscheidet ein Wettbewerb.

Vertreter des ADFC und der Interessensgemeinschaft ProVelo hatten auf einzelne Gefahrenstellen hingewiesen, vor allem aber auf eine Überforderung vieler Autofahrer: vielen Verkehrsteilnehmern sei nicht bewusst, dass Radfahrer auf den rot markierten Radwegen rund um den Turbokreisel („Radfurt”) Vorrang haben. Zudem zwinge das Auffahren über ungünstig platzierte Rampen die Radfahrer zum Abbremsen im laufenden Verkehr. 

Das wird für die nachfolgenden Autofahrer zum Problem. Hinzu kommt: je mehr Radfahrer die Furt nutzen, desto mehr bremsen sie den querenden Autoverkehr aus. Eine längere Reihe von Radfahrern kann den ganzen Kreisel ausbremsen.

Mutig zwischen Falschparkern, Absperrungen und ungeduldigen Autofahrern

Zur Sache: Was ist ein Turbokreisverkehr?
Das „Arbeitspapier Turbokreisverkehre” der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen referiert, dass Turbokreisverkehre ab 1996 in den Niederlanden entwickelt und erprobt, erste „Turborotonden” wurden in den Jahren 2006 und 2007 realisiert.

Ein Turbokreisverkehr ist demnach ein (abschnittsweise) mehrstreifiger Kreisverkehr, bei dem durch Vorsortierung in den Kreiszufahrten und Ansetzen neuer Fahrstreifen an der Innenseite der Kreisfahrbahn Fahrstreifenwechsel auf der Kreisfahrbahn vermieden und Fahrwegüberschneidungen in den Kreisausfahrten verhindert werden sollen.

Turbokreisverkehre seien in Deutschland nach dem derzeitigen Erkenntnisstand nur an Straßen außerhalb bebauter Gebiete und im Vorfeld bebauter Gebiete anwendbar.

Daher plädieren die Radler-Vertreter dafür, die Benutzungspflicht für die Radwege auzuheben: Routinierte Radfahrer könnten auf der Straße sehr viel besser im Verkehrstrom mitschwimmen und blieben dabei im Sichtfeld der Autofahrer. Für unsichere oder vorsichtige Radfahrer solle die Radfurt optimiert und vor allem die Vorrang-Regelung eindeutig ausgeschildert werden. Die Vorfahrt-Achten-Schild unmittelbar vor dem Kreisverkehr seien zudem regelwidrig platziert.

Auf Bitten des Bürgerportals haben Mitarbeiter des städtischen Baustellenmanagements, des Amtes für Verkehrsflächen und der Straßenverkehrsbehörde Antworten geliefert. Sie bitten in der Bauphase um gegenseitige Rücksichtnahme, angepasste Geschwindigkeiten und Geduld. 

Für die Verkehrsplaner ist klar: Auf der roten Radfurt haben Radler Vorrang. 

An der Benutzungspflicht der Radfurt und am Vorrang der Radfahrer hält die Verwaltung fest. Die Positionierung der Schilder soll geprüft und unter Umständen revidiert werden.

Die Verwaltung räumt ein, dass es bei der bevorrechtigte Führung von Radfahrern und Fußgängern Vorbehalte gab. Die habe man jedoch ausgeräumt, nachdem man die Erfahrungen mit innerstädtischen Turbokreisverkehre in den Niederlanden ausgewertet habe. In Deutschland gibt es damit keine Erfahrungen – denn die Schnabelsmühle ist der erste Turbokreisverkehr (mit vorgelagerten Bypass-Spuren) in einer deutschen Innenstadt. 

Zur Sache: Rechtliche Grundlagen
Die Experten der Stadt verweisen auf ein „Merkblatt für die Anlage von Kreisverkehren”. Das stammt allerdings von 2006 und warnt ausdrücklich vor dem Einsatz an „stark frequentierten Knotenpunkten”.

Zudem hat die Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen 2015 ein „Arbeitspapier Turbokreisverkehre” herausgegeben, wonach diese Bauwerke  „in Deutschland nach dem derzeitigen Erkenntnisstand nur an Straßen außerhalb bebauter Gebiete und im Vorfeld bebauter Gebiete anwendbar” sind.

Die 13 Fragen und 12 Antworten im Detail: 

1. Wie beurteilt die Stadtverwaltung aktuell die Sicherheit für Radfahrer?
 
Zurzeit ist der Kreisel noch eine Baustelle. Nicht alle Fahrbeziehungen für Radfahrer sind fertig, teilweise müssen noch die Fahrbahnen benutzt werden. Eine konkrete Betrachtung und Analyse kann erst nach kompletter Fertigstellung und Nutzung sämtlicher Verkehrsanlagen, vollständiger Beschilderung und Rückbau der Baustellenbeschilderung erfolgen.
 

Der Plan für den Turbokreisel, erkennbar an den äußeren Fahrspuren. Rot markiert die Übergänge für Radfahrer und Fußgänger

2. Wie stellt die Stadt sicher, dass Radfahrer aus Richtung Bensberg nicht entgegen der Fahrtrichtung die Umfahrung des Kreisverkehrs nutzen und sich in Gefahr bringen?Im Moment fehlt noch ein Teil des Radweges. Daher können die Radfahrer nicht auf dem korrekten Radweg fahren. Für eine Kontrolle der Geisterradler wäre die Kreispolizeibehörde zuständig. 

Verboten gegen die Fahrtrichtung: Damit rechnen Autofahrer in der Regel nicht

3. Aus Richtung Herrenstrunden ist die Auffahrt zur Radfurt geöffnet, ein Schild schreibt die Nutzung vor, obwohl der Weg an einem Bauzaun endet und mit Feinsplitt bestreut ist. Gilt hier die Benutzungspflicht tatsächlich? Ist sie aktuell sinnvoll?

Der Feinsplitt wurde beseitigt. Die Experten der Verwaltung gehen im Moment davon aus, dass die Benutzungspflicht sinnvoll ist.

Die Radfurt Richtung Driescher Kreisel. Frei, aber voller Feinsplitt

4. Werden die weiteren Bauabschnitte wie bisher schrittweise frei gegeben? Mit welchem Zeitplan?

Ja, die Abschnitte gehen Schritt für Schritt in Betrieb. Die Auffahrt auf die Radfurt an der Bensberger Straße Richtung Innenstadt frei  sowie Richtung Herrenstrunden sollen in circa zwei Wochen fertig sein.  Wie geplant werden alle verkehrstechnischen Funktionen Ende Juni frei gegeben. Nach Pfingsten werden wir die Presse noch einmal gesondert informieren. 

Nicht auf der Fahrbahn, sondern auf der roten Radfurt sollen Radler den Kreisel umrunden

5. Bleibt es bei der Benutzungspflicht der Radfurt?

Im Moment gehen alle Verantwortlichen und an der Planung Beteiligten davon aus, dass eine Benutzungspflicht der turbokreisnahen Radwege umgesetzt wird. Die Planer können nicht auf ein Regelwerk zu innerörtlichen Turbokreisverkehren zugreifen, sie richten sich nach dem „Merkblatt für die Anlage von Kreisverkehren”. Danach ist die Führung des Radverkehrs auf zweistreifig befahrbaren Kreisfahrbahnen nicht vertretbar. Der Turbokreisel ist annähernd zweispurig und eher noch komplexer.

Das Schild ist eindeutig: Die Fahrbahn ist tabu, der Radweg muss genutzt werden. Aber wo geht er hier vor dem Stadthaus weiter?

6. Wird diese Regelung unter Umständen nach einer Probephase überdacht?

Diese Frage kann im Moment nicht beantwortet werden. Die Fertigstellung ist abzuwarten, im Moment wird der Verkehr im Rahmen einer Baustelle geführt. Daher ist es wichtig, dass alle Verkehrsteilnehmer so gut und sicher es geht, den Kreisverkehr nutzen und Rücksicht üben.

Diskutieren Sie mit: Debatte zum Thema in der öffentlichen Facebook-Gruppe „Politik in GL”

Hier sollen künftig die Busse vom Markt her in den Kreise einfahren; darauf beziehen sich die gestrichelten Linien. Für andere Fahrzeuge ist der Fahrbahnwechsel verboten

7. Sollte es zu einer Unfallhäufung kommen, könnte dann auch der Vorrang für die Radfahrer zurück genommen werden?

Dies obliegt der Unfallkommission im Zusammenwirken mit Polizei, Straßenverkehrsbehörde und Straßenbaulastträger.

Mike Gürgens, Mitinitiator der Radfahrer-Initiative ProVelo dokumentiert im Video, welche legalen Wege derzeit durch den Kreisverkehr führen. Eigentlich sollen die Radfahrer nicht in den Kreisverkehr einfahren. Die roten Radwege sind aber zum Teil noch gesperrt – daher nutzen viele Radler die Fahrspuren im Kreisverkehr. Dabei kommt es jedoch zu gefährlichen Begegnungen.

8. Die Nutzung der Rampen zur Radfurt zwingt die Radfahrer zum Abbremsen im laufenden Verkehr, die Auffahrten an der Bensberger Straße (2x) und an der Schnabelsmühle liegen in Kurven. Wie beurteilt die Stadt diese Lösung unter Sicherheitsaspekten?

Radfahrer, die von der Gnadenkirche kommen, müssen hier den Radweg nutzen und gleich hinter dem Schild die Rampe hoch

Die Fahrradrampe entspricht den Vorgaben der „Empfehlungen für Radverkehrsanlagen” (ERA). Aus Planersicht gab es einige Herausforderung zu berücksichtigen, da es vorhandene Zwangspunkte (z.B. Parkdeck Schnabelsmühle, Krainerwand vor dem Paas-Gelände) gibt. Auch hier gilt, dass die Verkehrsteilnehmer mit angemessener Geschwindigkeit am Verkehr teilnehmen.

Wer die Bensberger Straße herunter kommt soll direkt vor dem Zebrastreifen rechts auf die (noch zu bauende) Radfurt auffahren – und kreuzt den Fußgängerverkehr.

9. Die Vorfahrtsachten-Schilder stehen unmittelbar am Kreisverkehr, hinter der Radfurt. Ist diese Platzierung mit Blick auf den Vorrang der Radfahrer sinnvoll und rechtlich korrekt?

Diese Platzierung wurde im Planungsprozess so vorgesehen und wird gegebenenfalls  verändert. Dazu sind aber noch  Abstimmungen mit Straßenverkehrs- und Kreispolizeibehörde notwendig.

Ein Schild weist auf den Zebrastreifen hin, das Vorfahrt-Achten kommt aber erst nach der Radfurt.

10. Einige der großen wegweisenden Straßenschilder (z.B. Gohrsmühle vor dem Kreisverkehr) stehen weit rechts, sind zum Teil verdeckt. Bleibt es bei diesen Standorten oder ist eine nachträgliche Verschiebung möglich?

Die Standortwahl ist im innerstädtischen Bereich immer eine Herausforderung. Einerseits sollen Schilder rechtzeitig wahrgenommen werden, andererseits müssen aus sicherheitstechnischen Gründen Bereiche freigehalten werden. Aus Fahrrichtung Gohrsmühle behindert derzeit aber noch die Baustelle vom LOS 4 die freie Sicht auf die wegweisende Tafel. Nach Abschluss der Bauarbeiten sollte sie aber optimal einsehbar sein.

Aus Richtung Kürten kommend ist die Platzierung nicht anders möglich gewesen, weil erst hinter der Krainerwand am Paas-Gelände ausreichend Platz zur Verfügung stand. Auf der linken Seite der Fahrspur ist das Schild aber eher zu registrieren und das ist nach Markierung der Umweltspur ja der Regelfall. Ein Vorwegweiser lässt sich an der Tiefgaragenzufahrt gegebenenfalls immer noch nachrüsten.

Sehen Sie das große wegweisende gelbe Schild? Rechts, von der Krainerwand verdeckt

11. Sind die Regelungen für den Radverkehr im Detail mit der Polizei abgestimmt?

Die grundsätzliche Verkehrsführung mit benutzungspflichtigen Radwegen war nicht nur mit der Kreispolizeibehörde so abgestimmt, sondern auch mit dem ADFC. Sie wurde auch im Rahmen des Sicherheitsaudits favorisiert.

Der ADFC war involviert, jetzt weist der neue Vorsitzende Bernhard Werheit auf Probleme hin

12. Sind die Aufsichtsbehörden in der Frage, ob es sinnvoll ist, einen solchen Turbokreisel erstmals in Deutschland in einer Innenstadt einzurichten, konsultiert worden?

Der Bezirksregierung als Fördermittelgeber hat das Projekt immer positiv begleitet.Gerade vor dem Hintergrund eines Fördervorhabens und der Komplexität der Verkehrsanlage wurde ein Sicherheitsaudit durchgeführt, dessen Anmerkungen in die Ausführungsplanung eingeflossen sind.

Das Sicherheitsaudit schätzte die bevorrechtigte Führung von Radfahrern und Fußgängern nach damaligem Kenntnisstand als etwas problematisch ein, verweist aber auf acht innerstädtische Turbokreisverkehre in den Niederlanden, die über eine vorfahrtsrechtliche Überordnung von Fußgängern und Radfahrern verfügen.

Eine vorfahrtsrechtliche Unterordnung der Fußgänger und Radfahrer wurde im Bereich des Knotenpunktes als sehr kritisch erachtet.

13. Welche Fragen sind noch offen?

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Gefährliche Begegnung im Kreisverkehr

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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5 Kommentare

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  1. Hallo Holger, ja genau das meine ich , das sind tolle Beispiele, das könnte man doch einfach übernehmen , um den Kreisverkehr sicherer zu machen.

  2. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass es zwei Klassen von Radfahrern gibt: Die größere Gruppe schert sich einen Sch…dreck um Radwege und Radfurten – sie fährt wie sie will. Auf der falschen Straßenseite, rücksichtslos drauflostrampeld ohne auf Fußgänger oder andere Radfahrer zu achten und oftmals Autofahrer bewusst ausbremsend. Die andere Gruppe fordert ständig irgendwelche Verbesserungen und nörgelt hemmungslos rum. Sie spielt sich zu Vertretern aller Radfahrer auf und hat anscheinend die Weisheit für sich gepachtet. Daneben gibt es noch eine ziemlich kleine Gruppe: Aus Selbstschutz nutzt sie, wenn irgend möglich, die Radwege und Radfurten. Sie versucht sich an die Verkehrsregeln zu halten und steigt vom Drahtesel auch mal ab, z. B. um Fußgänger nicht zu gefährden. Das sind vermutlich die Menschen, die sowohl Auto-, als auch Radfahrer sind und somit beide Blickwinkel kennen. Konstruktive Kritik aus Sicht der Verkehrsteilnehmer (was sagen eigentlich die Busfahrer zum Kreisel) ist angebracht und hilft auch den Verantwortlichen Verbesserungsmöglichkeiten auszuloten. Aber das ewige Gemeckere über unsere Stadtverwaltung ist einfach nur unverschämt und hat nichts mit demokratischen Verhaltensweisen zu tun. Natürlich läuft auch da nicht alles richtig – aber vom Sachbearbeiter bis zum Stadtdirektor sind doch dort Menschen beschäftigt, denen man zugestehen muss, Fehler zu machen. Also: Konstriktive Kritik (= Verbesserungsvorschläge) JA – rumnörgeln und Besserwisserei NEIN. Iim Rahmen der gesetzlichen und sonstigen Vorgaben wird des Bürgers Wunsch gehört und sicherlich nicht unerfüllt bleiben.

  3. Zu den Niederlanden:

    dort ist es allerdings so, dass die umlaufenden Radwege stoßkantenfrei um den Kreisverkehr geführt werden und die Fahrbahnen Auframpungen bekommen um die Geschwindigkeit der Kraftfahrzeuge an den Ein- und Ausfahrten herabzusenken.

    Des Weiteren ist dort in der Regel der Radverkehr umlaufend in beiden Richtungen gestattet, was den Kraftverkehr noch weiter ausbremst, da man dann de Facto an den Furten stoppen muss.

    Auch sind die Furten dann so weit abgesetzt, dass ein normales KFZ sich nicht mehr auf der Kreisbahn befindet, wenn es beim Verlassen des Kreisels vor der Radwegfurt halten muss. Auch in Deutschland schreibt die ERA 2010 bei umlaufenden Radwegen einen konzentrischen Abstand von mindestens vier Metern von der Kreisbahn vor um die ebenfalls zu ermöglichen und auch die Sichtwinkel auf den Radweg zu verbessern.
    Beim Abbiegen nach Bensberg muss man einen echten Schulterblick machen, um überhaupt ankommende Radfahrer kommen zu sehen, da dort Radweg und Fahrspur extrem spitz aufeinander treffen.

    Trotz die baulichen Maßnahmen in den Niederlanden werden zusätzlich noch besonders auffällige Vorfahrt gewähren Schilder an den Ausfahrten der Kreisbahn aufgestellt.
    Siehe:
    http://www.radfahrerzone.de/2016/01/07/radweg-design-tricks-inspiration-aus-den-niederlanden/

    Trotz all dieser Maßnahmen ist der Radverkehr statistisch gesehen in den Niederlanden nicht wesentlich sicherer als in Deutschland. Da dürften die Effekte, dass Radfahrer dort innerorts präsenter sind, häfigere Einschränkungen der Höchstgeschwindigkeit und dass sich Kraftfahrer im Schadensfall deutlich schlechter stehen als hier eher zu diesem leichtem Vorteil führen, mehr zur Radfahrsicherheit beitragen.

    In der Schweiz ist es übrigens Vorschrift, dass der Radverkehr auf der Kreisbahn geführt wird, wobei dort darüber aufgeklärt wird, dass der Radfahrer möglichst Spurmittig fahren soll, damit eben keine Abbiegefehler passieren.

  4. Es gibt ein Land, nicht weit entfernt, es nennt sich ” Niederlande”.Dort kann man sich ganz einfach anschauen, wie man Kreisverkehre baut, die für Radfahrer sicher sind. Das haben die Planer in Bergisch Gladbach anscheinend nicht nötig….schade eigentlich

  5. Vielen Dank Herr Watzlawek für diesen Fragekatalog.

    Zu Nummer 2 Geisterradler: Im Moment kann ich die Situation ja noch halbwegs verstehen aber in der Radfahrfurt, wenn man in Fahrtrichtung Bensberg unterwegs ist, wird es verdammt brenzlig wenn man die vier Fahrspuren im Auge behalten, Fußgänger die teils quer laufen/ gefährden und zusätzlich auf den 2 Metern noch mit Gegenverkehr zu kämpfen hat. Hier sollte die Kreispolizei spätestens in 2 Wochen verstärkt kontrollieren, aufklären und wenn gar nichts mehr hilft mit Bußgeldern sanktionieren sobald alle Radwege fertig sind.

    Zu Nummer 5: Es wird auf das “Merkblatt für die Anlage von Kreisverkehren” verwiesen. Da Bergisch Gladbach sich zur Testzone für innerstädtische Turbokreisverkehre bereit erklärt hat, scheint man die RAST06 ( Richtlinie für die Anlage von Stadtstraßen) vollkommen außer acht zu lassen. Dort auf Seite 57 steht geschrieben: ” Zweistreifige Kreiszufahrten sollen nur angewendet werden, wenn kein oder sehr wenig Fußgänger- und Radverkehr vorhanden ist, was in der Regel nur im Vorfeld bebauter Gebiete z.B. in Gewerbegebieten der Fall ist.” Frage. Sind wir (Radfahrer und Fußgänger” die Alphatester für die Unfallforschung und für die BAST?

    Zu Nummer 8: Die Auffahrrampe von der Bensberger Str. wird ein weiterer Knackpunkt, wenn nicht sogar Unfallpunkt werden. Unmittelbar vor dem FGÜ kreuzt man den Hauptweg zur Treppe der Parkpalette um dann auf den Benutzungspflichtigen Radweg zu gelangen. Erklären Sie (Stadt) mir bitte wie man da angemessen und sicher einfahren soll, wenn einem Fahrzeuge im Nacken sitzen, die nicht unbedingt damit rechnen das Radfahrer genau hier unter Umständen harte Bremsungen hinlegen müssen, wenn vor dem Radfahrer eine Mutter mit Kinderwagen gerade Richtung Parkpalette unterwegs ist? Da keine Geschwindigkeitsbegrenzung dort herrscht, kommt man als Radfahrer dort auf gute 40-50 km/h um den nachfolgenden Verkehr nicht unnötig aus zubremsen.

    Zu Nummer 9: In der RAST, sowie in der ERA, in der PLAST5 steht, dass die Radfahrfurten innerorts Vorrang haben und das die Beschilderung vor diesen zu stehen hat. Da brauch man nichts prüfen. Da wurde schlicht ein sehr grober Fehler vom Planungsbüro eingebaut. Dieser sollte schnellstmöglich korrigiert werden.

    Dann eine Frage zur Radwegefurt Richtung Bensberg von Herrenstrunden aus kommend. Da der Radverkehr auf den Radweg außerhalb des aktiven Sichtfeldes der Kraftfahrzeuge geführt und dann urplötzlich Vorfahrt- berechtigt die Straße kreuzt, wurde bei den Planungen der tote Winkel von LKW berücksichtigt? Gerade beim Orientierungskampf wird der rechte, im ersten Augenschein ungefährliche Bereich als Unwichtig im Hirn eingestuft. Man hat Vielleicht noch den Gehweg im Blick. Hier sehe ich die nächste größere Gefahr.

    Ein weiteres Problem als Radfahrer hat man mit der verdammt scharfen Kante wenn man recht weit links auf dem roten Radweg fährt um so gut wie möglich im Sichtfeld der Autofahrer zu gelangen. Das gibt einen harten Ruck wenn man die 2-3 cm Kante herunter fällt.( Gut im Video zu erkennen) Die Gefahr gerade beim beobachten des Verkehres sollte man nicht außer acht lassen. Sturzgefahr durch Lenker verreißen. Von der sogenannten “Nullkante” wie sie normalerweise eingesetzt werden sollte, ist bei den Übergängen nichts zu spüren.